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Alles begann mit einem Fahrstuhl...

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Gally Minho Newt OC (Own Character) Sonya Thomas
16.04.2016
09.12.2017
100
149.313
53
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Dieses Kapitel
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17.09.2016 2.229
 
Auf gewisse Weise hatte Nile schon Recht, Winston mit ohne Pickel war angehnemer für die Augen als Winston mit Pickel ~ Jamie


 Genervt lehnte ich an der Wand des grob zusammen gehauenen Hühnerstalls und wartete.
Und wartete.
Und wartete.
Und wartete.
Und musste feststellen, dass kein Schwein es für nötig zu halten schien mit mir zu reden!
Ich lehnte seit knapp einer halben Stunde schon an dieser Wand, immer wieder liefen Jungs an mir vorbei, sahen mich und fingen an zu tuscheln, als wären sie ein paar Mädchen aus Highschool-Musical, die unbedingt den neusten Klatsch verbreiten mussten.
Dann gingen sie weiter – immer und außnahmslos. Nicht mal ein ‚Hallo’ hatten die für mich übrig.
Die waren wirklich wie diese Zicken aus Highschool-Musical – glaube ich zumindest, ich hatte den Film schließlich noch nie in meinem Leben gesehen. Eigentlich würden die Leute hier da ja echt gut rein passen – ’We’re all in this together’ und so ein Scheiß eben.
„Oh, hey Frischling!“, riss eine Stimme mich aus meinen mehr als nur seltsamen Gedanken und stellte mich schon gleich vor das nächste innere Rätsel. Sollte ich den Deppen jetzt versuchen zu erklären, dass mein Name Jamie war, sollte ich dankbar sein, dass ich raus aus meinen Gedanken war oder sollte ich ihn einfach gleich ignorieren? So eine blöde Entscheidung, wobei zwei eigentlich gleich wegfällt... Der Typ nahm mir jedenfalls jegliche Entscheidungsmöglichkeit ab indem er einfach weiter plapperte: „Was machst du denn hier? Newt hat doch gesagt, dass du keinen Probetag hier machst, weil das hier nichts für Mädchen ist. Aber sag mal, was war eigentlich gestern los? Die ganze Lichtung hat dich schreien gehört! Und heute Morgen, dieses komisches Schminkzeug, das warst auch du, oder? Ich muss sagen, es ist eine wahre Wohltat, Winston mal ohne seine Pickel zu sehen, so sieht er eigentlich sogar ganz gut aus.“
Verwirrt blinzelnd öffnete ich meine Augen, wärend der Junge vor mir einfach unbeirrt weiter quasselte und gar nicht mehr aufhörte, seinen Mund zu bewegen. Was war bei dem Typen schief gegangen?! Als Baby drei mal hochgeworfen und nur zwei Mal gefangen oder was? Das war ja grausam!
„Ich bin übrigens Nile, Winstons Stellvertreter. Und du?“ Einen Moment starrte ich den Jungen noch an, wog ab ob ich antworten sollte. Würde er mich dann in Ruhe lassen oder noch mehr reden? Naja, wie heißt es so schön? No risk, no fun.
„Jamie“, erwiederte ich und versuchte mir dabei nichts von meinen wirren Gedanken anmerken zu lassen. „Cooler Name, für ein Mädchen aber eher ungewöhnlich, oder? Obwohl, die Namen hier sind ja sowieso nicht all zu gewöhnlich, nicht? Aber sag jetzt mal, was machst du hier?“ „Meinen Probetag“, antwortete ich monoton und stieß mich leicht von Wand in meinem Rücken ab, um weniger klein zu wirken. Echt mal, langsam wurde das wirklich unnormal. Selbst dieser Typ hier, Nile, war fast einen Kopf größer als ich und der war schon nicht sonderlich groß – er sah eigentlich eher aus wie ein zu klein geratener Legolas mit kurzen Haaren und zu viel Zucker im Blut. „Aber Newt hat doch gesagt, dass du hier keinen Probetag machst“, argumentierte Legolas/Nile mit verduztem Gesichtsausdruck, worauf ihn ihm einen genervten Blick zu warf. „Aber ich sage, ich mach einen!“ „Ähm, okay, dann... komm mal mit?“, murmelte er eher fragend und machte eine wage Handbewegung, um mir zu zeigen, dass ich ihm folgen sollte. „Depp“, grummelte ich leise, bevor ich ihm mit einem Kopfschütteln zu der Haupthütte folgte.
Das konnte ja noch was werden.

„Winston?“, rief Nile, kaum das wir durch das Holztor getreten waren in den Raum hinein und sah sich suchend nach dem Hüter um, der zwei Meter rechts von ihm stand. „Er steht neben dir, du Vollidiot“, erklärte ich ihm mit einem Augenrollen, holte aus und klatschte ihn mit der Flachen Hand und ziemlich viel schmung auf den Hinterkopf. „Aua“, murmelte der Mini-Elbe mit beleidigter Miene und rieb sich den Kopf, wurde jedoch von jedem der Anwesenden einfach ignoriert.
„Was machst du denn hier, Newt sagte doch, du machst hier kein Probetag, weil, chrm, du machst hier keinen Probetag“, sprach mich Winston nun mehr oder weniger fragend an, was mich dazu brachte erneut die Augen zu verdrehen. „Sag es ruhig“, entgegnete ich, ging gar nicht erst auf seine Frage ein und verschränkte bockig und genervt die Arme, „Das hier ist nicht für Mädchen, blah, blah, blah.“ Mehrere der jungs bekamen rote Wangen, kratzten sich irgenwo am Kopf und wandten den Blick ab, was mich in meiner Aussage nur bestätigte. Was für Deppen. „Und wieso bist du dann trotzdem hier?“, fragte Winston, der Einzige der den Blick nicht abgewandt hatte. „Ich mach hier ’nen Probetag, hab ich das nicht schon erwähnt?“, fragte ich spitz und zog beide Augenbrauen in die Höhe. Auf gewisse Weise hatte Nile schon Recht, Winston mit ohne Pickel war angehnemer für die Augen als Winston mit Pickel. „Aber Newt hat doch-“ „Newt kann mich mal kreuzweise. Ich mach den Probetag und fertig, du Schwuchtel!“, bestimmte ich und machte zusätzlich noch eine Geste mit der Hand um den Typen, der gesprochen hatte zum Schweigen zu bringen. Brachte irgendwie nicht wirklich was.
„Ich bin nicht Schwul!“, erklärte der Typ viel zu laut und mindestens zwei Oktaven höher als vorher und ballte seine Hände zu Fäusten, erreichte damit allerdings nur, dass meine Augenbrauen noch höher meine Stirn rauf kletterten und unter meinen Haaren fast gänzlich verschwanden. „Sicher? Ganz sicher? Ich meine, hier sind locker fünfzig von euch Idioten, seit ganzen zwei Jahren und du willst mir erzählen, dass keiner von euch mal seine Bedürfnisse befriedigt hat?“, zufrieden beobachtete ich, wie ausnahmslos alle Gesichter vor mir anfingen zu brennen wie eine Leutfackel. „Schwuchteln“, meinte ich noch mit einem Kopfschütteln, bevor ich der versammelten ziemlich sprachlosen Mannschaft den Rücken zu kehrte und die Hütte verließ.
Dann würde ich mir eben selbst einen geeigneten Job hier suchen. Und ich hatte schon die perfekte Idee für einen.


„Hey Frischling!“ „Hey Arschloch!“, rief ich zurück, versuchte gar nicht erst ihm zu erklären, dass mein Name Jamie war und streichelte einfach weiterhin dem neben mir sitzenden Wau über dem Kopf. Clyde hingegen sah auf, rappelte sich leicht von meinen mittlerweile eingeschlafenen Beinen auf und kleffte den Neuankömmling an.
„Wolltest du nicht deinen Probetag machen?“, fragte er, überging meine Begrüßung genauso wie ich seine und ließ sich auf meine andere freie Seite fallen. Und ich konnte nicht weiter weg rücken, weil Wau im Weg saß – na gut, ich wäre dazu jetzt eh zu faul gewesen, mal ganz davon abgesehen, dass das mit meinen Beinen keine sonderlich gute Idee gewesen wäre. „Nah, die Typen sind glaube ich immer noch sauer auf mich, weil ich sie alle als schwul bezeichnet habe. Außerdem gehören die beiden hier auch zu den Schlitzern, also mach ich im Grunde ja trotzdem meinen Probetag“, erklärte ich dem Blonden besserwisserisch und beobachtete dabei aufmerksam, wie Wau anfing meine Hand ab zu sabbern. Danke, du Flohfänger, echt jetzt.
„Dann kannst du doch bestimmt einmal mitkommen“, befand Newt und machte Anstalten, nach meiner Hand zu greifen. „Wow, langsam mit den jungen Pferden, Cowboy!“, machte ich ihm einen Strich durch die Rechnung und schlug seine Hand weg, „Du willst mich doch eh nur von den Schlitzern weg bekommen!“ Leicht wiegte Newt den Kopf hin und her, seine Hand immer noch angehoben. „Zum Teil, ja. Aber Alby hat mich daran erinnernt, dass noch ein paar Sachen fehlen, die du machen musst.“ Kritisch zog ich die Augenbrauen zusammen und behielt dabei weiterhin so gut wie möglich seine Hand im Blick, damit er mich auch ja nicht packen und wie einen nassen Sack hinter sich her schleifen konnte. „Was für Sachen?“, fragte ich, mein Tonfall klang selbst in meinen Ohren so misstrauisch, dass sogar ein Tauber Esel geschnallt hätte, dass ich wissen wollte, was abging.
„Nichts schlimmes, ich schwöre!“, beeilte der Blonde sich zu sagen und hob auch noch seine zweite Hand in abwehrender Haltung, als wolle er sich vor allem schützen, was ich ihm in den nächsten Minuten an den Kopf werfen würde. „Was genau? ‚Nicht schlimm’ könnte bei dir auch heißen, dass ich die Labyrinthwand hoch klettern und dann wieder runter stürzen soll“, schleuderte ich ihm entgegen, funkelte ihn wütend an und registrierte erst, nach ein paar Sekunden Newts plötzliche Veränderung.
Seine Hände waren zu Boden gefallen, seine Augen waren geweitet und sämtliches Blut war aus seinem eigentlich recht braun gebranntem Gesicht gewichen. Seine Augen schienen dunkler zu werden, mit jeder Sekunde, die ich sie betrachtete ein Stück mehr und sein Blick huschte unruhig und mit einer Mischung aus Angst und Trauer gleichzeitig von seinem angeknacksten Bein, über mein Gesicht und zu den dicht bewachsenen Steinwänden um die Lichtung herum. Bei genauerem Hinsehen fiel mir nun auch das leichte Zittern seines Körpers auf.
Meine Worte schossen mir wieder durch den Kopf und ich musste mit Entsetzen den Drang unterdrücken, mir die Hand vor den Mund zu schlagen.
Was hatte ich getan? Warum zum Henker hatte ich das gemacht, verdammt?!
„Hey“, wisperte ich leise, mein Hals wirkte plötzlich wie ausgetrocknet und ich räusperte mich einmal, „Geht es dir gut?“ Was für eine dumme Frage, natürlich nicht, sonst wäre er jetzt nicht in diesem Zustand. Nervös leckte ich mir über meine Lippen und knetete meine Hände, aber Newt gab mir keine Antwort, starrte einfach weiter ins Nichts und ließ somit die Sorge in mir wachsen.
Ja, ich war nicht begeistert von dem Jungen mir gegenüber, aber zum einen war er im Buch und im Film mein Lieblingscharakter gewesen und zum anderen war das hier ganz allein meine Schuld. Hätte ich doch nur auf meine Wortwahl geachtet...
„Newt!“, sprach ich ihn erneut an, diesmal mit festerer Stimme und atmete noch einmal tief durch, bevor ich beide Arme ausstreckte und nun von mir aus auf Körperkontakt ging.
Meine Finger verkrampften sich um seine Schulter, kaum das sie sie berührten, während meine andere Hand sich an die seine krallte. „Newt, hör mir zu!“, kurz verstummte ich wieder, während sich seine Augen wieder aufhellten und er den Blickkontact zu mir suchte, „Außnahmsweise vertraue ich dir mal, ja? Also schwing deinen Arsch in die Höhe und zeig mir endlich, was so wichtig ist, dass der große Kommandant Alby dich zu mir schickt, ja?“
Sein Blick zeigte pure Verblüffung und er rührte sich nicht, starrte mich einfach nur an, bis ich dann meine Augen verdrehte und leicht unsicher seine Hand drückte. „Schlaf mir jetzt ja nicht mit offenen Augen ein, so uninterressant sehe ich dann doch nicht aus!“, meckerte ich halb gespielt, halb ernst und sah mit einer gewissen Erleichterung, wie sich ein leichtes Lächeln auf sein Gesicht stahl und er aufstand. Meine Hand glitt von seiner Schulter und ich wollte auch die andere weg nehmen, doch sein Griff verstärkte sich um meine Finger, so dass ich sie nicht mehr wegziehen konnte. Einen Moment war es nun an mir zu starren, dann glitt mein Blick von unseren Händen zu seinem Gesicht und seinem Lächeln und ich beschloss mit einem leisen Seufzen, ihn einfach machen zu lassen.
Wenn es ihn glücklich machte.
„Newt“, sprach ich ihn an, ließ meinen Blick einmal von ihm zu den beiden Hunden und zurück zu ihm wandern, während er mich weiterhin aufmerksam beobachtete und zuckte dann leicht hilflos mit den Schultern, „Wenn du schon mal stehst, kannst du doch sicher auch meine kleine Clyde von mir runter schaffen, oder? Meine Beine sind eingeschlafen.“


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Heyo!

Also Leute, ich bin schwerst begeister, wirklich! (Auch wenn ich mich echt frage, seit wann so viele Leute auf mich hören...)

Ich danke euch jedenfalls wirklich für die ganzen Reviews, ich glaub ich war noch nie so happy. Allein letzten Samstag hab ich fünf bekommen.

Also wirklich danke Leute!!!

Zehn Reviews sind wirklich mehr als ich erwartet hatte.

Kann auch gerne so weiter gehen, Leute, das Angebot mit Wünschen und Verbesserungsvorschlägen steht immer noch und wie man an diesem Kapitel sehen kann, versuche ich das auch so schnell wie möglich ein zu bauen.

Danke also an Socowu für die Idee mit den, ähm, männlichen Gelüsten.

An alle, die sich ein längeres Kapitel gewünscht haben : Bitte, ganze 2100 Wörter und ’n paar Zerhackte, hoffe das passt so einiger Maßen...

Und Grüße an Cherry – hier hast du deine Newmie Scene oder wie auch immer du das genannt hast. Hat ja auch nur ganze 30 Kapitel gebraucht, bis sie mal nett war, ne?

Hoffe du bist glücklich damit, wenn nicht, lass es mich wissen.

Gilt übrigens auch für den ganzen Rest, der das hier ließ.

Ich wäre froh über eine Rückmeldung zu dieser Scene, ich hab sowas in der Richtung noch nie geschrieben und das war jetzt alles ziemlich improvisiert.

Wäre also echt cool von euch zu hören, was daran furchtbar war – ich persönlich bin an dieser Stelle nämlich eindeutig für ’alles’...

Naja, wie auch immer

Bis denne dann

*Kuchen und Kekse hinstell für die fleißigen Reviewschreiber – und den ganzen Rest*

Maria
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