Abenteuer und Nähe

von Matty
OneshotAbenteuer, Romanze / P12 Slash
Felix Brummer / Kummer Steffen Israel / Tidde
15.04.2016
15.04.2016
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Hey; ^^
Ich springe momentan sehr viel zwischen meinen Fandoms umher. Diesmal bin ich wieder bei Kraftklub gelandet und ich hoffe es gefällt euch. ^^
Vielen lieben Dank an Little Bird, weil sie für mich betagelesen hat... und generell halt Danke; <3
Und euch wünsche ich viel Spaß beim Lesen. ^^
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Felix hatte den Lichtschein nur aus dem Augenwinkel heraus wahrgenommen. Handelte blitzschnell, griff nach Steffens Hand und zog ihn hinter sich her. Dieser stolperte mehr, als dass er lief, hielt aber seine Kleidung fest umklammert, um sie ja nicht zu verlieren. Wenn die Wachmänner irgendeinen Hinweis darauf fanden, dass sich jemand nachts im Schwimmbad befand, würden sie nie wieder weggehen, sondern so lange suchen, bis sie die Eindringlinge entdeckten.
Dann würden es Felix und Steffen niemals unbemerkt hier rausschaffen.

Hektisch öffnete er die Tür der kleinen Kammer mit Schwimmgeräten. Ein besseres Versteck fiel ihm auf die Schnelle nicht ein. In seinem Kopf stand die Panik im Vordergrund und verbot ihm über eine vernünftige Lösung für ihre Situation nachzudenken.
Deswegen schob er Steffen einfach in die Kammer. Quetschte sich dazu und bereute seine Entscheidung im nächsten Moment schon wieder. Hier war eindeutig weniger Platz, als er gedacht hatte. Steffen lehnte bereits an der Wand und Felix hatte trotzdem keine andere Wahl, als sich gegen ihn zu drücken, damit er die Tür schließen konnte.
Ihre nackten, nassen Körper drückten sich gegeneinander.
Kein Zentimeter Platz war mehr zwischen ihnen.

Der Fluchtinstinkt in Felix schwoll weiter an. Nicht nur, weil draußen vor der Tür die Wachmänner umherwanderten, sondern auch weil Steffens Nähe so gewohnt ungewohnt für ihn war.
Lange waren sie sich nicht mehr so nah gekommen… und jetzt war wirklich der falsche Moment, um über seine brodelnden Gefühle, von denen er eigentlich gedacht hatte, dass sie erloschen waren, nachzudenken.
Felix schüttelte den Kopf und stützte seine Hände rechts und links neben Steffens Kopf ab. Lauschte in die Stille, die immer wieder von den platschenden Schritten der Männer draußen, unterbrochen wurde.
Bis jetzt machte es nicht den Anschein, als würden sie wissen, dass jemand hier war.

,,Das war ‘ne richtige Scheißidee, Felix!”, brach es auf einmal aus Steffen heraus. Felix handelte schnell und legte die Hand über Steffens Mund. Horchte nochmal und konnte ausmachen, dass sich die Wachmänner glücklicherweise entfernten.

,,Sag mal, bist du irre? Willst du, dass die uns finden?”, fuhr Felix ihn mit gedämpfter Stimme an. Auch wenn er leise sprach, hatten seine Worte immer noch ordentlich Druck.
Dies merkte er zumindest daran, dass Steffen zusammenzucke, was dieser nicht verleugnen konnte, da er jede einzelne Bewegung des Kleineren gegen seinen Körper spürte.

,,Natürlich will ich das nicht! Ich will aber auch nicht die ganze Nacht hier verbringen!”, grummelte Steffen und Felix konnte ihn verstehen. Er wollte auch nicht mehr länger als nötig hier sein.

,,Werden wir auch nicht. Die verschwinden schon wieder. Irgendwann”, startete Felix einen Beschwichtigungsversuch, der leider kleinen Anklang bei dem Älteren fand.

,,Das will ich aber auch hoffen…”

Deutlich merkte Felix, dass sein Freund angespannt war. Das war in ihrer Situation aber auch nicht verwunderlich. Er war mindestens genauso sehr gestresst.
Trotzdem versuchte Felix die Stimmung wenigstens ein bisschen zu lockern, denn es sah so aus, als würden sie es hier noch eine Weile aushalten müssen, was Steffen und Felix gleichermaßen missfiel.
Mit einem witzelnden Unterton sagte Felix:

,,Wieso? Hast du etwas gegen meine Gesellschaft?”

,,Ehrlich gesagt… ja. Ja, habe ich. Sowieso verstehe ich nicht, wieso du ausgerechnet mich gefragt hast, ob ich nachts mit dir ins Schwimmbad einbrechen will.”

Felix schluckte.
Mit so einer Abweisung hatte er nicht gerechnet. Er dachte, zwischen ihnen wäre mittlerweile wieder alles in Ordnung und Steffen wäre wieder bereit dazu, sich auf seine sommerliche Abenteuerlust einzulassen und nachts Chemnitz unsicher zu machen, auch wenn sie miteinander Schluss gemacht hatten. Kein Paar mehr waren, sondern nur noch eine freundschaftliche Beziehung führten.
Das sollte alles unkomplizierter machen, hatten sie einvernehmlich ausgemacht, aber anscheinend war für Steffen das Gegenteil passiert.
Auch Felix fiel es nicht leicht, das musste er sich eingestehen. Öfters musste er den Drang widerstehen, Steffen einfach zu küssen, oder ihm um den Hals zu fallen. Das alles waren Dinge, die ihre Freundschaft belasten konnten, weshalb Felix versucht hatte, sich so gut es ging zurückzuhalten. Seine echten Gefühle tief in sich vergrub, um es ihnen beiden nicht unnötig schwer zu machen.

Dies war nur nicht sonderlich einfach, wenn sein Ex-Freund dicht an ihn gepresst da stand. Er keine Möglichkeit hatte, sich wegzubewegen. Jede noch so kleine Bewegung bemerkte und zusätzlich den heißen Atem von Steffen an seinem Hals spürte.
Er verteufelte sich dafür, dass er einfach in diese Abstellkammer geflüchtet war. Aber einen anderen Ausweg hatte er nicht gesehen.
Seine nächsten Worte wählte er mit Bedacht, aber er wusste schon, als er das erste Wort aussprach, dass er einen Fehler machte. Einen Fehler, der ihm vielleicht sogar zugute kam:

,,Naja, ich dachte, es hätte sich nicht geändert zwischen uns und du wärst immer noch mein bester Freund…”

,,Es hat sich auch nichts geändert. Ich will dich immer noch küssen, wenn wir uns so nah sind.”

Felix bemerkte, wie Steffen hastig seine Hand hob. Sie vermutlich erschrocken vor seinen Mund presste, weil er das gar nicht hatte sagen wollen.
Leider konnte er den Gesichtsausdruck seines Freundes nicht erkennen, dafür war es hier definitiv zu dunkel drin. Das hatte jedoch den Vorteil, dass Steffen auch nicht sah, wie sich langsam ein breites Grinsen auf Felix’ Lippen schlich.
Wieso hielt er sich eigentlich die ganze Zeit zurück, wenn Steffen auch immer noch so empfand? Seine Gefühle auch immer noch da waren und nicht verschwinden wollten.
Sie hatten sich getrennt, weil sie beide Angst hatten, dass ihre Beziehung brechen könnte, sobald sie während der Tour gezwungen waren so viel Zeit miteinander zu verbringen. Keinen wirklichen Rückzugsort hatten, um sich selbst etwas Freiraum zu schaffen.
Also hatten sie es einfach vorzeitig beendet. Ein Fehler, wie Felix schnell einsah, aber er wollte nichts sagen. Steffen hatte so überzeugt von ihrer Entscheidung gewirkt und nie auch nur den geringsten Eindruck gemacht, als wolle er etwas daran ändern.
Umso glücklicher stimmte es ihn, dass Steffen der letzte Satz einfach so rausgerutscht war.

Vorsichtig umfasste Felix den Unterarm von Steffen. Entfernte ihn von seinem Gesicht, um sich gleich darauf etwas vorzubeugen und ihre Lippen sanft miteinander zu verschließen.
Und Steffen zögerte nicht. Erwiderte den Kuss sofort und drückte sich ihm entgegen, was Felix nur leicht in den Kuss grinsen ließ.
Er war wirklich nicht der Einzige, der das so sehr vermisst hatte.

Felix drückte Steffen zurück an die Wand. Vertiefte den Kuss. Versuchte in ihrem kleinen Augenblick alles nachzuholen, auf das er die letzten Monate verzichtet hatte.
Es war ein unglaubliche befreiendes Gefühl, es nicht mehr verstecken zu müssen. Sein Herz schlug wild gegen seine Brust, sein Bauch kribbelte wie verrückt und das Gefühl der Verliebtheit war nicht gewichen.

Gezwungenermaßen lösen sie sich wieder voneinander. Hinter ihnen waren Schritte zu hören, die immer weiter auf sie zu kamen.
Felix’ Herz raste noch schneller, auch wenn er das für unmöglich gehalten hatte. Er kniff seine Augen fest zusammen und versuchte so ruhig wie nur irgendwie möglich zu sein, was gar nicht so einfach war.
Er war außer Atem und musste sich verbieten, tief Luft zu holen. Das würde sie nur verraten. Da war er sich sicher.

,,Ich glaube wir können dann gehen. Hier ist niemand…”

,,War wohl falscher Alarm…”

Die anfangs noch deutlichen Stimmen wurden immer leiser, je weiter sie sich entfernten. Felix erlaubt es sich, erleichtert auszuatmen, als sie komplett verklungen waren. Froh darüber, dass sie diese brenzlige Situation überstanden hatten… und das sogar noch mit ein paar Extras.
Schließlich entstand zwischen ihm und Steffen nun wieder so etwas ähnliches wie Klarheit. Der Ältere wirkte nicht mehr so angespannt und suchte seine Nähe, anstatt sich von ihm wegzudrücken, was Felix mehr als nur angenehm fand.

Noch ein paar Minuten warteten sie, um sicher sein zu können, dass die Wachmänner wirklich verschwunden waren. Erst dann verließen sie ihr Versteck und flohen mehr oder weniger aus dem Schwimmbad.
Unbemerkt dieses Mal.

,,Felix? Ich komm dann noch mit zu dir, ja? Der Weg nach Hause ist mir zu weit… und außerdem können wir dann da weiter machen, wo wir eben aufgehört haben.”

Felix grinste nur vor sich hin, als er die Worte seines Freundes vernahm. Verschränkte ihrer Finger miteinander, während sie langsam den Feldweg entlang liefen. Seine Entscheidung, Steffen einfach in die kleine Abstellkammer zu drücken, war wirklich nicht so schlecht gewesene, wie er zuerst angenommen hatte. Sie waren sich wieder näher gekommen und Felix musste endlich nicht mehr darauf achten, wie er sich Steffen gegenüber verhielt… Letztendlich war er den Wachmännern dankbar, dass sie sie bei ihrem nächtlichen Badeausflug überrascht hatten.
Und so hatte er auch wirklich nichts dagegen, wenn Steffen ihn noch begleitete und über Nacht bei ihm blieb. Schließlich mussten sie einiges nachholen.
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