Bodyguard

GeschichteDrama, Romanze / P18
Kagome Sesshoumaru
15.04.2016
11.01.2019
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Kagome versuchte derweil mit großer Anstrengung gegen die Müdigkeit anzukämpfen, die sie seit geraumer Zeit heimsuchte. Und ihre Umgebung machte das nicht wirklich einfach. Das Licht vom Feuer aus dem Kamin brannte nur noch spärlich, sonst war alles dunkel. Sessy schlief bereits und auch Kaede war nicht mehr ansprechbar. Gänsehaut überzog sie. Sie fror aufgrund ihrer Müdigkeit, aber jetzt war nicht der richtige Zeitpunkt, um sich hinzulegen. Noch immer wusste sie nicht, wie es Sesshoumaru ging. Und auch Inuyasha war jetzt nicht mehr da und um ihn sorgte sie sich ebenso. Gähnend lehnte sie sich auf der Couch zurück und schloss für einen Sekundenbruchteil ihre Augen. Doch sie öffnete sie sofort, als ein kalter Wind durch das Haus fegte und erhob sich abrupt. Die Haustür stand sperrangelweit offen. Die Decke, die bis eben noch auf ihrem Schoß ruhte, legte sie behutsam auf das Sofa. „Hallo?“, fragte sie in die Dunkelheit. Der Wind hatte das Feuer im Kamin gelöscht. Kein Licht brannte mehr im Haus und Kagome fühlte sich unsicher. „Sesshoumaru? Inuyasha?“, rief sie leise in die Dunkelheit. Sie bemerkte nicht, dass die alte Frau aus ihrem Schlaf erwacht war und die Augen einen Spalt weit öffnete. Vorbereitet auf alles, was kam. Gerade wollte Kagome einen Schritt zur Tür machen, als ein lautes, weibliches Lachen ertönte und sie hielt inne. Drehte sich in alle Richtungen. „Wer ist da?“, rief sie in die Dunkelheit und versuchte so selbstsicher wie möglich zu klingen. „Soso, du bist also die kleine Kagome Higurashi.“, sprach die Stimme und Kagome konnte nicht orten, woher die Stimme kam. „Der Augenstern vom Lord der westlichen Länder.“, fügte die Frauenstimme hinzu. „Wer bist du und was willst du hier?“, rief sie laut. Stille. Nichts war zu hören. Kagome strengte ihren Ohren an, doch da war nichts.

„Ich bin Kagura, Herrin des Windes.“, sprach sie mit fester Stimme. „Und ich bin hier, um dem Daiyoukai das zu nehmen, was er liebt.“


*

Und da war sie. Stand in der Dunkelheit der Nacht auf etwa der Mitte der Treppe, die ins Obergeschoss führte. Kagome konnte kaum mehr erkennen, als die schlanke Silhouette der Frau. Offenbar trug sie einen dunklen Kimono. Irgendetwas hielt sie in der Hand und Kagome konnte nicht erkennen, was es war. Vorsichtig ging sie einen Schritt zurück. Hatte diese Frau etwas mit den Männern zu tun, die in dem Anwesen waren? Wenn ja, wo waren dann Sesshoumaru und Inuyasha? Angst machte sich in ihr breit, legte sich die ein kalter Schleier um ihr Herz. Nein, das konnte nicht sein.

Erneut ging sie einen Schritt rückwärts, was Kagura zufrieden feststellte. Schön, dass sie noch immer diese Wirkung auf andere hatte. „Sag Lebwohl, kleine Kagome.“, sprach sie mit gespieltem Mitleid, erhob die Hand, in der sie ihren Fächer hielt und schickte eine Welle scharfer Sicheln in die Richtung der Schwarzhaarigen. „Kagome!“, hörte sie eine ihr bekannte Stimme schreien. Alles ging so schnell. Eine gebrechliche alte Frau war in der Dunkelheit erschienen und warf sich auf Kagome,  weshalb beide gut einen Meter weiter auf dem Boden landeten. Erschrocken hatte Kagome aufgeschrien. Kagura verengte ihre Augen zu Schlitzen. Woher kannte sie diese alte Frau nur?

Im nächsten Moment krachte das Fenster im Wohnzimmer lautstark. Mit einem erheblichen Lärm zerbrach die Fensterscheibe und in der folgenden Sekunde erschien der Daiyoukai, samt Anhang von nervigem Halbbruder im Schlepptau. Sesshoumaru blickte kurz auf Kaede und Kagome, die zusammen auf dem Boden lagen. Offensichtlich hatte Kagome keinen Schaden genommen, ihr ging es gut. „Kaede.“, knurrte er und die alte Dame sah aufmerksam zu ihm auf. „Bring Kagome hier raus.“, befahl er ihr tonlos und richtete seinen Blick direkt wieder auf Kagura. Nickend richtete Kaede sich keuchend auf und zog Kagome mit sich. Auch Kagome‘s Haustier Sessy lief verängstigt aus dem Haus, da die Tür noch immer offen stand und die beiden Frauen folgten ihm.

„Und du..“, sprach Sesshoumaru nun gereizt zu der Youkai. „..bringst es tatsächlich fertig, Kagome auf solch eine hinterlistige Art und Weise anzugreifen? Dass du es wagst..“, knurrte er außer sich. Nun wurde auch Inuyasha nervös. So hatte er seinen älteren Bruder bisher nur selten gesehen. Kagura machte einen verächtlichen Laut und zuckte unschuldig mit den Schultern. „Ich werde dir das nehmen, was du mir genommen hast!“, keifte sie und machte Anstalten, Kagome und Kaede nach draußen zu folgen. „Du bleibst hier!“, grollte der ehemalige Lord und zog sofort seine Giftpeitsche. Seine goldenen Augen glühten feuerrot auf und sein Gesicht verwandelte sich in eine erschreckende Fratze. Ohne mit der Wimper zu zucken zielte er auf sie und Kagura musste ausweichen. Aber dennoch traf er sie am Arm. Schmerzvoll zischte sie auf und blickte auf ihren Arm. Dort hatte sich ein langer Schnitt gebildet. Die voneinander getrennte Haut schlug kleine Bläschen und es brannte höllisch. Am liebsten hätte sie sich den Arm abgerissen, um diesem Schmerz zu entgehen. „Du verdammter Hurenbock!“, schrie sie unter Tränen, doch das rührte den Daiyoukai nicht. „Und das war erst der Anfang von dem, was ich dir antun werde.“, knurrte er, nachdem seine Mordlust etwas gestillt war. „Wart‘s nur ab!“, schrie sie und wedelte wild mit ihrem Fächer herum, schickte mehrere Sicheln durch das Haus und hoffte, ihn in ihrer blinden Wut zu treffen. Überall krachte und klirrte es laut. Sie war dabei, das ganze Haus auseinander zu nehmen. Ihre Augen suchten den Daiyoukai und fanden ihn. Ohne Vorwarnung sprang sie auf ihn zu und griff ihn an. Schlug wild um sich und traf auch einige Male. Wusste jedoch nicht ganz, wo genau. Eine kalte Hand legte sich um ihr Handgelenk und die Klauen bohrten sich tief in ihr Fleisch. Kagura schrie entsetzt auf, als dieser brennende Schmerz ihren kompletten Arm in Besitz nahm, wollte sich von ihm lösen, doch er ließ sie einfach nicht los. Mit ihrer freien linken Hand hielt sie noch immer ihren Fächer und versuchte damit, ihn anzugreifen. Doch dann drehte er ihren rechten Arm so sehr um, dass ihre Knochen knackten und sie abbrechen musste, weil ihr die Luft wegblieb. Kurz darauf schrie sie erneut auf.

„Lass los!“, jammerte sie reuevoll, bemerkte die Tränen, die ihr über das Gesicht liefen gar nicht. Doch Sesshoumaru hörte gar nicht auf sie. Mit seiner rechten Hand griff er sich nun auch ihre linke Hand, legte seine Klauen auch um dieses Handgelenk und sie brüllte auf, als das Gift aus seinen Klauen ihre Haut traf und versuchte angestrengt ihre Arme aus seinem Griff zu ziehen. „Lass mich los!“, schrie sie beinahe flehend und in der nächsten Sekunde ließ er Druck an ihren Handgelenken nach. Kurz darauf wurde sie von Sesshoumaru hart gegen die Wand an der Treppe geschleudert. Aufgrund der Wucht riss sie im Flug das Treppengeländer mit sich und das gesplitterte Holz bohrte sich in ihre Rückseite. Keuchend kam sie auf der Treppe zum liegen und richtete ihren Oberkörper mit größter Anstrengung auf, indem ihre Hände sie vom Boden abstützten. Hasserfüllt blickte sie in die rot leuchtenden Augen des Daiyoukais. „Na los! Dann bring es endlich zu ende und töte mich!“,  verlangte sie nachdem sie begriff, dass sie ihn nicht töten konnte. Sie hatte von Anfang an keine Chance gegen ihn. Wenn sie nur nicht gezögert hätte, als sie in dieses Haus kam und Kagome erblickte. Nein, sie musste Kagome erst Angst machen, bevor sie sie erledigen wollte. Wertvolle Zeit, die ihr damit durch die Lappen ging. Und sie wusste, damit hätte sie ihn besonders getroffen. Womöglich wäre er dann wirklich zum Tier geworden und hätte sie ebenfalls in den Tod geschickt, aber das wäre es ihr Wert gewesen.

Mit langsamen Schritten kam der Daiyoukai näher. Offenbar hatte er alle Zeit der Welt. Fliehen konnte sie sowieso nicht. Zitternd vor Wut und Hass sah sie zu ihm auf, als er zu ihr nach unten blickte. „Ich habe dich gewarnt.“, waren die ersten Worte, die er sprach, als er vor ihr stehen blieb. Wütend spuckte sie ihm vor die Füße. „Irgendwann wird es jemanden geben, der dir ebenbürtig ist. Und dann wirst du alt aussehen, Sesshoumaru Inu Taisho.“, warnte sie ihn. Doch das interessierte Sesshoumaru wenig. Langsam hob er seine rechte Hand, streckte Zeige-und Mittelfinger in ihre Richtung und alle Anwesenden wussten, was er vor hatte. „Sesshoumaru, nicht.“, mischte sich nun Inuyasha ein, der während des Kampfes angespannt das Geschehen verfolgte, um seinem Bruder zur Hilfe zu eilen. Wobei das niemals notwendig gewesen wäre. Der Hanyou rückte zu seinem älteren Bruder auf und sah ebenfalls auf Kagura hinab. „Sie wird dir sowieso nicht mehr schaden können.“, versuchte er seinem Bruder beizubringen. Doch der Daiyoukai knurrte auf. „Das glaubst du? Wenn ich sie den Rückzug antreten lasse wird sie eine Möglichkeit finden, Kagome etwas anzutun. Die Yakuza ist noch nicht vollständig ausgerottet. Ein Fehler, den ich so schnell wie möglich korrigieren werde.“, sprach er ruhig. „Und um Kagome weiterhin schützen zu können ist das, was ich jetzt tue, unabdingbar.“, sagte er dann.

„Wir werden uns in der Hölle wiedersehen, du-“, fauchte Kagura mit letzter Kraft, musste jedoch inne halten, als die Finger des Daiyoukais nach unten sausten und ihre Halsschlagader trafen. Wie Butter schnitten seine Giftklauen in die weiche Haut ihres Halses und das Blut sickerte unaufhörlich aus der Wunde. Kagura riss die Augen auf und versuchte vergebens zu schlucken. Spürte, wie das Leben aus ihrem Körper wich. Jegliche Kraft sie verließ und sie noch immer mit entsetztem Gesichtsausdruck nach unten kippte, während Sesshoumaru seine Klauen aus ihrer Haut zog. „Vermutlich.“, antwortete der Silberhaarige tonlos.

*

~ 7 Tage später ~

In dem Anwesen wurden bereits alle Schäden beseitigt. Alles im Haus war nun wie immer und Kagome war wirklich froh darüber, wieder Zuhause zu sein. Das Haus von Sesshoumaru war da schlimmer getroffen worden. Aber es schien, als würde Sesshoumaru sich daraus nichts machen. Bis jetzt hatte er auch noch nichts unternommen, die Schäden in seinem Haus reparieren zu lassen. Nicht, dass Kagome das störte. Er war sowieso nur noch hier und Kagome würde es freuen, wenn er ihr Zuhause auch als das Seine ansehen würde. Kaede war ebenfalls ins Anwesen gezogen. Sie hatte ein kleines Zimmer zugeteilt bekommen, in dem sie sich breit machen konnte. Auch sie schien davon nicht wirklich wenig zu halten. Vielleicht fand sie es auch ganz schön, wieder mehr Leute um sich zu haben. Immerhin hatte sie in dem Haus von Sesshoumaru nicht mehr wirklich viel zu tun. Zudem war der Hausherr ja auch gar nicht mehr anwesend. Kaede hatte sich relativ schnell eingelebt, betrachtete die Küche als ihr Gebiet und kochte für sie alle. Auch im Haushalt selbst blieb sie nicht untätig, auch wenn Kagome das nur mit einem kopfschütteln zur Kenntnis nahm. Immerhin war sie nicht mehr die Jüngste und sollte in ihrem Alter keine schweren Arbeiten mehr machen. Aber wie Kaede eben so war gab sie nicht nach. Natürlich war Inuyasha auch weiterhin Gast in ihrem Hause. Wobei ‚Gast‘ konnte man schlecht sagen. Kagome hatte ihm immerhin angeboten hier bei ihnen zu bleiben und er hatte das Angebot angenommen. Es war wirklich schön, so viele Leute um sich herum zu haben, die man gerne hatte.  Es fühlte sich beinahe an, als wären sie eine Familie. Etwas, was sich Kagome immer gewünscht hatte, nachdem ihre Mutter starb.

Den heutigen Tag verbrachte Kagome im Garten des Anwesens. Sie war bereits den ganzen Vormittag damit beschäftigt, das Unkraut zu jäten. Sie hätte natürlich auch eine der Bediensteten dafür anheuern können, aber sie mochte diese Arbeit. Und sie wollte den Garten schon einmal für den Sommer vorbereiten. Irgendwann war Kaede gekommen und half ihr bei der Arbeit. Nebenbei erzählten sie sich ein paar Geschichten, unterhielten sich über Gott und die Welt. Es war schön, ein paar unbeschwerte Momente zu haben und sie genoss es wirklich. Konnte so dem typischen Alltag entfliehen und dachte nicht mehr so oft an die dunkleren Tage in ihrem Leben. Ein Lächeln schlich sich auf ihre Lippen, als sie das Unkraut aus der Erde zog und in einen Korb legte. Ja, sie war wirklich glücklich. Glücklich über ihre kleine Familie, die sie nur Sesshoumaru zu verdanken hatte. Er selbst schien zwar nicht unbedingt glücklich über die Anwesenheit von Inuyasha im Haus, aber er nahm es so hin. Sie schloss einen Moment die Augen, als die Sonne auf ihr Gesicht schien und genoss den Moment. „Kagome, alles in Ordnung?“, fragte Kaede neben ihr. Lächelnd nickte sie. „Es könnte nicht besser sein.“, antwortete sie fröhlich. Kaede nahm dies mit einem Schnauben zur Kenntnis. „Wenigstens dir geht es gut. Mein Rücken bringt mich irgendwann noch einmal um.“, grummelte sie und klopfte sich mit der Faust sachte auf die Schultern, während sie den Rücken durchbog.

*

Am Abend waren es nur Kagome und Inuyasha, die am Tisch saßen und zu Abend aßen. Sesshoumaru war wiedermal irgendwo in der Stadt unterwegs und würde wahrscheinlich erst spät in der Nacht nach Hause kommen. Schon jetzt freute sie sich darauf. Es war schön jemanden zu haben, auf dem man am Abend warten konnte. Ein Lächeln zierte ihr Gesicht, als sie auf ihren Teller sah. „Hast du irgendwas? Oder wieso glotzt du dein Essen so verliebt an?“, hörte sie Inuyasha fragen, der sich gerade den Mund vollstopfte. Ertappt blickte sie auf und winkte ab. „Nein, nein. Mir geht es gut.“, sagte sie daraufhin nur und beobachtete den Hanyou beim essen. Manchmal fragte sie sich wirklich, warum Inuyasha keine Frau an seiner Seite hatte. Er war doch so liebenswürdig. Oder vielleicht war da bereits eine Frau? Immerhin hatte er nie etwas erzählt und gefragt hatte sie ihn bisher auch nicht. „Inuyasha?“, fing sie neugierig an. „Hm?“, machte er daraufhin und schon sich mit den Fingern etwas Fleisch in den Mund, bevor er zu kauen anfing. Kagome hatte ihre Unterarme auf dem Tisch, vor ihrem Essen abgelegt und beugte sich etwas weiter nach vorn. „Sag mal, hast du eigentlich eine Freundin?“, wollte sie wissen. Überrascht zog er eine Augenbraue hoch und ließ die Hand auf den Tisch sinken. „Wieso willst du das wissen? Hast du etwa genug von Sesshoumaru?“, fragte er gespielt anzüglich. Kagome kicherte auf und schüttelte den Kopf. „Nein, natürlich nicht. Aber ich frage mich einfach, ob du eine Freundin hast.“, antwortete sie gut gelaunt. „Also, hast du?“, hakte sie interessiert nach. Beinahe hätte der Halbdämon mit den Augen gerollt. „Nein, habe ich nicht. Und jetzt hör auf mich damit zu nerven.“, gab es tonlos von sich. Etwas enttäuscht lehnte Kagome sich nach hinten und aß schweigend weiter.
Einige Minuten war es völlig still. Eigentlich aß Kaede abends auch mit ihnen zu Abend, aber nach der Gartenarbeit ging es ihr nicht so gut und sie ließ das Essen ausfallen. Kagome glaubte, die alte Frau hatte einen Hexenschuss. Ihr Rückgrat hatte merkwürdig geknackt, als sie sich erhoben hatte und dann ging sie noch gebückter ins Haus, als sonst.

„Da gab es mal jemanden..“, kam es plötzlich von Inuyasha. Seine Stimme hatte einen ruhigen, fast weichen Ton angenommen. Überrascht sah Kagome auf, blickte in sein Gesicht, aber er sah sie nicht an. Als würden seine Augen eine Reise in die Vergangenheit machen, blickten seine Opale glanzlos ins Nichts. „Es ist schon einige Hundert Jahre her, aber ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen.“, fing er wieder an und Kagome lauschte schweigend seinen Worten. Er hatte aufgehört zu essen und seine Hände lagen regungslos auf dem Tisch. „Ihr Name war Kikyo, sie war fast in deinem Alter. Sie war eine Miko und nahm diese Berufung wirklich ernst. Sie hatte einige spirituelle Fähigkeiten und beherrschte sie sehr gut. Anfangs konnte ich sie nicht ausstehen. Wir liefen uns zufällig über den Weg. Aber ihre Art und ihre Erscheinung machten mich irgendwie neugierig. Irgendwann, nachdem ich sie immer heimlich aus einige Entfernung beobachtete, begannen wir, unsere Tage miteinander zu verbringen. Ich half ihr bei ihren Tätigkeiten und lauschte ihren Erzählungen. Mit der Zeit wurden wir gute Freunde und wir verliebten uns ineinander..“, sie konnte seinen Blick nicht deuten, er sah so verloren aus. „Was passierte dann?“, wollte Kagome leise wissen. Inuyasha zuckte mit den Schultern. „Sie starb.“, antwortete er leise. Offenbar war dies etwas, worüber er nicht sprechen wollte. Es war ihr, als könne sie den Schmerz, der tief in seiner Brust verankert war, spüren. Inuyasha so zu sehen brach ihr fast das Herz. Vor Hunderten von Jahren traf er ein Mädchen, in das er sich verliebte und dann verlor er sie so schnell wieder. Das war eine Tragödie, die sie wirklich mitnahm. Sie senkte betreten den Kopf. „Das.. das tut mir leid..wirklich.“, brachte sie abgehackt zustande. „Muss es nicht.“, meinte er dann und hob seinen Kopf, blickte nach oben an die Zimmerdecke. „Du erinnerst mich ein bisschen an sie.“, gestand er. „Sie hatte genau wie die lange, schwarze Haare und ihr habt die gleichen Augen.“, setzte er nach, sah sie jedoch nicht an. Kagome wusste nicht, was sie darauf antworten sollte, also blieb sie still. Es muss schwer sein, jeden Tag einen Menschen zu sehen, der dich an den schönsten Teil deines Lebens erinnert.
Irgendwann kam in Inuyashas Körper wieder Leben ein und er erhob sich abrupt. „Na gut, dann werde ich der alten Hexe mal ihren Rücken einrenken.“, sagte er keck und verließ kurz darauf den Raum. Ließ Kagome mit ihren Gedanken zurück.

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