Bodyguard

GeschichteDrama, Romanze / P18
Kagome Sesshoumaru
15.04.2016
11.01.2019
49
139852
40
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Dieses Kapitel
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Hallo meine Lieben!

Ich dachte, es ist mal wieder an der Zeit, eine neue FF zu schreiben. Und da ich das Paring SessxKago absolut liebe, spielen die Beiden hier natürlich wieder die Hauptrollen. Die Idee dieser FF kam aus heiterem Himmel und meine Freundin bat mich sofort darum, sie online zu stellen, sobald ich weiß, wie ich anfangen soll.

Da ihr quasi meine ersten Testleser seid bitte ich euch, mir eure Meinung mitzuteilen. :)

****************

Gähnende Langeweile machte sich in ihrem inneren breit, als sie trostlos durch die Gegend sah und die anderen Menschen beobachtete. Sie stand etwas abseits des Raumes, die Hände vor ihrem Bauch gefaltet. Ihrem Vater war es schon immer wichtig, dass sie wusste, wie sie sich in der Öffentlichkeit zu benehmen hatte. All ihre Bewegungen und ihre Sprache waren wichtige Etikette im Hause Higurashi. Es missfiel ihr, weshalb ihr Vater so sehr darauf achtete. Zwar waren sie oft Mittelpunkt der Öffentlichkeit, aber die Menschen vertrauten ihrem Vater. War es da nicht egal, wie man sich artikulierte und sich bewegte? Sie sog langsam, lautlos neue Luft durch ihre Lungen und beobachtete ihren Vater, der auf einem erhöhten Podest stand und eine Ansprache hielt. Vor dieser wurden Stühle aufgestellt und jeder war besetzt. Die Presse war ebenfalls anwesend und lauschte seinen festen Worten. Letzte Nacht hatte es wieder einen Anschlag in der Stadt gegeben. Und ihr Vater war sich sicher, dass die Yakuza dahinter steckte. Das war die Mafia Japans. Eine gefährliche Bande, die vor nichts zurückschreckte. Auch nicht davor, unschuldigen Menschen das Leben zu nehmen. Sie bekamen immer, was sie wollten. Bis jetzt. Sie wollten an der Spitze von Japans regieren und hatten vor, ihren Vater vom 'Thron' zu stürzen. Aber ihr Vater war nicht gewillt, nachzugeben. Er sagte, dass es das schlimmste wäre, was Japan passieren würde. Wenn die Yakuza an der Spitze wären, wäre Tod und Krieg vorprogrammiert. Sie hatten ebenfalls schon versucht, ihren Vater zu töten. Aus diesem Grund befanden sich um ihren Vater mehrere Männer in dunklen Anzügen, die stets alles beobachteten. Jede noch so kleine Auffälligkeit wurde untersucht. Sollte ihnen etwas merkwürdig vorkommen, würden sie ihren Vater sofort von der Bühne zerren und ihn in Sicherheit bringen.

Das etwa 19-jährige Mädchen, mit schwarzen Haaren und braunen Augen stand an dem Eingang des Raumes und wechselte von einem Bein auf das Andere. Sie konnte nicht mehr stehen. Ihr Vater fand einfach kein Ende in seiner Rede und wollte jede Frage der Presse beantworten, die ihn geradezu durchlöcherten. Es war noch sehr früh am Morgen und man hatte sie regelrecht aus dem Bett gezerrt und sie unter die Dusche geschubst, um sie danach hübsch anzuziehen. Deshalb stand sie in einem vanillefarbenen Kleid im Türrahmen. Es ging ihr bis zu den Schienbeinen. Es war ärmellang und bis zum Hals zugeknöpft. An den Füßen trug sie weiße, flache Stiefel, die aufwendig  zugeschnürt waren. An den Ärmeln befanden sich kleine Rüschen, sowie an ihrer Brust. Auch an den Enden des Kleides war es auffällig in Tüll genäht. Die Haare waren hochgesteckt und verschwiegen so die Länge ihrer rabenschwarzen Haare. Sie schloss ihre Augen und lauschte der Stimme ihres Vaters, Kenji Higurashi. „Kagome-sama, alles in Ordnung?“, hörte sie einen Mann in einem dunklen Anzug hinter ihr Fragen, der sich leicht vorgebeugt hatte. Seine Hände waren auf dem Rücken verschränkt und er trug eine Sonnenbrille. Seine Haare waren genauso schwarz, wie die ihren, nur kürzer. Oftmals fielen sie ihm wie ein Vorhang ins Gesicht. Als Kagome ihren Namen hörte, schlug sie ihre Augen auf und drehte sie ihren Kopf etwas, um in das Gesicht von dem Mann zu sehen. „Alles in Ordnung.“, lächelte sie höflich, ehe sie sich wieder umdrehte. Hinter ihr standen ebenfalls eine Schar von Männern, die für ihren Schutz sorgen sollten. Sie waren allesamt immer freundlich zu ihr gewesen, weshalb sie niemanden von ihnen hasste. Dennoch fehlte ihr oftmals Raum und Privatsphäre. Abermals schloss sie ihre Augen. „Sie werden uns nicht kleinkriegen! Sollten wir herausfinden, wer hinter dem Attentat steht, wird dieser Mann selbstverständlich zur Rechenschaft gezogen!“, hörte sie ihren Vater rufen. Theatralisch hob er seinen Arm und ballte seine Hand zur Faust. Sie seufzte. Als würden sie jemals herausbekommen, wer genau hinter dem Attentat steckte. Die Yakuza war eine riesige Bande. Sie versteckten sich hinter den Fassaden von glücklichen Familien und hart arbeitenden Männern. Niemand würde jemals einen von ihnen verraten. Sie waren wie eine Einheit, die man nicht durchbrechen konnte. Selbst der Anführer war ihnen bislang unbekannt. Seine Anhängsel hielten ihn was das anging, stets im Hintergrund. Von daher wussten sie nicht, wer die Fäden zog. Dennoch war ihr Vater zuversichtlich und das erfüllte Kagome oft mit stolz. Er trat schon immer für wichtige Dinge ein. Er war ein guter Mensch, dessen war sie sich sicher.

Erneut drehte Kagome sich etwas, um in das Gesicht ihres Beschützers zu blicken. Kouga war sein Name. Schon seit fünf Jahren war er im Hause Higurashi angestellt und hatte ihrem Vater schon oft seine Treue gezollt, wenn er ihm das Leben rettete. Er war ein liebenswürdiger Mensch, der ihre Sicherheit stets über seine eigene stellte. Auch Privat verbrachten sie oftmals ihre Zeit miteinander. Nun ja, eigentlich waren es Tage, an denen ihr Vater nicht im Hause war. Tage, an denen Kagome sich einsam fühlte und er bei ihr war. Manchmal spazierten sie durch den großen Garten, der an ihrem Anwesen angebaut wurde. Oder sie lasen sich Gedichte aus alten Büchern vor. Aber an manchen Tagen unterhielten sie sich einfach nur. Sie hatte nicht viele Freunde. Genau genommen gab es da niemanden, den sie als Freund bezeichnen konnte. Kagome bekam Privatunterricht und hatte somit keine Schulfreundinnen. Oftmals wünschte sie sich, eine normale Schule besucht zu haben, um Freunde zu finden. Und da sie deshalb niemanden hatte, der ihr ihre Zeit stehlen konnte, hatte das junge Mädchen viele Hobbys. Zum einen war es die Musik. Kagome spielte leidenschaftlich Geige und Klavier. Auch rhythmische Gymnastik gefiel ihr. Kagome war in vielen Dingen überaus begabt. Aber dennoch war es ihr nicht besonders wichtig. Viel wichtiger war es für sie, Freunde zu haben.

Sein Blick senkte sich etwas und er blickte sie an. Sie konnte seine Augen wegen der Sonnenbrille nicht erkennen. Schade, denn sie liebte seine Augen. Schon oft hatte sie sich beinahe in ihnen verloren. Ein kurzes Lächeln huschte über seine Lippen und entblößte so seinen Eckzahn. Kagome's Wangen erröteten sich etwas, weshalb sie sofort wieder nach vorne, direkt zu ihrem Vater blickte. Dieser bedankte sich gerade für die Aufmerksamkeit, woraufhin viele Menschen begannen, zu klatschen. Auch Kagome klatschte mit den Händen. Kurz darauf trat ihr Vater von dem Podest und die Männer folgten ihm. Er trat vor seine Tochter und wischte sich mit einem Taschentuch den Schweiß von der Stirn. Kagome lächelte ihm zu. Er war zwar nicht mehr der Jüngste, sah aber dennoch blendend aus. Sein schwarzes Haar wurde langsam grau. Aber sein Gesicht wirkte noch immer sehr jugendlich. Er war groß und hatte eine stattliche Figur. Selbst Kagome musste zugeben, dass er im Anzug toll aussah. Manchmal fragte sie sich, weshalb ihr Vater keine neue Frau an der Seite hatte. Doch dann wurde ihr der Grund schlagartig bewusst. Er wollte sie nicht in Gefahr bringen. Sie wusste, dass es ihrem Vater schon nicht gefiel, dass Kagome so oft in der Öffentlichkeit zu sehen war. Aber das waren nun einmal Dinge, die seinen Platz an der Spitze ausmachten. Und so lange er die Mittel hatte, seine Tochter zu beschützen, war es in Ordnung.

„Was hälst du davon, wenn wir nach Hause fahren und frühstücken?“, fragte er seine Tochter liebevoll. Kagome lächelte und nickte leicht. Er hielt seiner Tochter den Arm hin, woraufhin sie sich bei ihm einhakte und sie durch den Flur schritten. Bis eben hatte Kagome noch eine glückliche Miene aufgesetzt, die sofort verschwand, als Kagome Schüsse hören konnte. Wie ein Donnerknall betäubten sie ihre Ohren. Schreiende Menschen waren zu hören. Es war ihr nicht möglich, sich umzusehen, denn ihr Vater hatte sie umgehend an sich gezogen und sie mit sich zu Boden gerissen. Auch seine Angestellten warfen sich auf sie, sodass sie beinahe zerquetscht wurde. Ängstlich schloss sie ihre Augen und betete, dass dieser Moment schnell vorbei war.

*

Es war bereits Abend und Kagome war nach dem Abendessen in ihrem Zimmer verschwunden. Ihr Vater hatte noch etwas zu erledigen, weshalb er sich in seinen Wagen setzte und sein Fahrer ihn quer durch die Halbe Stadt fuhr. Nachdenklich blickte er aus dem Fenster und betrachtete die Lichter, die die ganze Stadt erhellten. Tokio schlief niemals. Er blickte zum Sternenhimmel und erblickte das Gesicht seiner wunderschönen Tochter. Sorge breitete sich in ihm aus. Er wusste, dass er irgendwann nicht mehr in der Lage sein würde, seine Tochter zu beschützen. Automatisch schlossen sich seine Lider und er dachte an jenen Moment zurück, als ihm das klar wurde.

*

Ein regnerischer Tag war über die Stadt gekommen. Kenji Higurashi saß auf der Behandlungsliege vom Krankenhaus und war damit beschäftigt, sich sein weißes Hemd zu zuknöpfen. Sein Füße baumelten über den Boden. Gedankenlos ließ er die Hände sinken und legte den Kopf in den Nacken, um an die Decke zu sehen. Grelles Licht brannte ihm in den Augen. Er fühlte sich schon seit mehreren Wochen ziemlich schwach. Zuerst hielt er es für eine leichte Grippe, weshalb er einen Besuch beim Arzt mit einem Lächeln im Gesicht abgelehnt hatte. Doch er fühlte sich auch nach weiteren Tagen, die verstrichen, nicht besser. Heute hatte er einen Auftritt vor dem Amtsgericht und wollte zu den Menschen sprechen. Er hielt eine wichtige Rede, die er sich in der Nacht zuvor auf ein Blatt Papier geschrieben hatte, um sie sich besser merken zu können. Es war wichtig, dass die Menschen weiterhin Vertrauen zu ihm hatten und seinen Worten glauben schenken. Er wollte Frieden für Japan. Er wollte die Yakuza vernichten. Egal, mit welchen Mitteln. Denn sie waren es, die das Chaos über die Stadt brachten. Brände, Plünderungen, Morde und Vergewaltigungen waren wegen ihnen über die Stadt gekommen. Kenji war schon seit Jahren hinter ihnen her. Hatte sogar schon einige Mitglieder gefangen nehmen können. Doch sie redeten nicht. Egal, was man ihnen androhte. Egal, ob man ihnen Absolution versprach. Nichts half. Es war zum Haare raufen. Und die Liste der Taten von ihnen wurde immer länger. Sie hielten die Stadt für ihren Besitz, für ihr Revier und taten, was sie wollten. Verstießen immer wieder gegen das Gesetz. Kenji wollte den Menschen Mut zusprechen, ihnen mitteilen, dass er versuchte, sie zu finden. Mitten in seine Ansprache wurde ihm speiübel, er fing an zu schwitzen und sein Gesicht wurde von Sekunde zu Sekunde blasser. Sein Blick war verklärt und er verlor das Gleichgewicht. Seine Beine gaben nach und er fiel in sich zusammen mit dem letzten Blick auf seine besorgte Tochter, die einige Meter von ihm entfernt stand. Seine Bodyguards leisteten sofort erste Hilfe. Sie brachten ihn zum Wagen und versuchten, ihn aus seiner Bewusstlosigkeit zu holen. Es gelang ihnen irgendwann. Er öffnete die Augen und blickte in das Gesicht seiner wunderschönen Tochter. „Vater!“, flüsterte sie mit Tränen in den Augen. „Was ist nur mit dir?“, fragte sie dann. Ein Lächeln legte sich auf seine Lippen. „Nichts. Es..es ist nur eine Grippe.“, winkte er ab. Er saß geschwächt auf dem Rücksitz der Limousine, seine Tochter saß ihm gegenüber. Einer seiner Leibwächter hielt ihm am Arm, um ihm halt zu geben. Kagome senkte den Blick und schüttelte zaghaft den Kopf. „Bitte.. tu mir den Gefallen und lasse dich untersuchen!“, flehte sie und sah ihm fest in die Augen. Nach einigen Momenten der Stille willigte er schließlich ein. Und nun saß er in dem Behandlungsraum und wartete auf den Arzt. Kagome befand sich sicher in ihrem Anwesen, was ihm zufriedenstellend von Kouga mitgeteilt wurde, bevor sie ihn ins Krankenhaus fuhren. Die Tür des Zimmers wurde mit einem Ruck aufgerissen und wieder geschlossen. Kenji blickte zu einem älteren Mann im weißen Kittel, dem seine Brille über die Nase rutschte. Mit einer Bewegung schob er sie wieder zurück auf seinen Platz. Er blickte in Kenji's Akte und wirkte nachdenklich. Plötzlich sah er auf. „Guten Tag.“, kam es von ihm und er deutete ihm, dass er sich auf den freien Stuhl vor dem Schreibtisch setzen solle, ehe er sich ebenfalls setzte. Die Akte ließ er offen auf dem Tisch liegen. Er räusperte sich und blickte Kenji in die Augen. „Also, Doktor. Was ist es?“, fragte er interessiert. Wieder räusperte sich der alte Mann. „Nun.. ich habe eben die Testergebnisse von ihrem Blut bekommen..“, druckste er herum. „Und? Was ist es?“, wiederholte Kenji sich. „Seit wann fühlen sie sich schon so? Sind Sie des öfteren schon einmal zusammengebrochen?“, fing der Arzt an. Kenji schüttelte den Kopf. „Nein, nein.. Ich denke, ich bin nur etwas überarbeitet, oder?“, auf seine Lippen legte sich ein Lächeln und er stand auf. „Mr. Higurashi, setzen Sie sich bitte wieder.“, kam es von dem Arzt, während Kenji in sein Jackett schlüpfte. „Keine Sorge, ich werde mich ab jetzt etwas schonen.“, brachte er heraus. „Hören Sie mir zu.“, forderte er und hob die Hand, um ihm zu zeigen, dass er sich setzen solle. Unwohlsein breitete sich in ihm aus. Mit langsamen Bewegungen nahm er wieder Platz. „Mr. Higurashi..es ist nicht einfach für mich, Ihnen das mitzuteilen..“, fing er an. „Was denn?“, fragte er nach. „Nun.. es ist.. Leukämie. Eine Bluterkrankung  in ihrem Körper. Aber mit den richtigen Behandlungen und Chemotherapien können wir dem entgegenwirken-“, erklärte der Arzt ruhig und beobachtete sein Gegenüber genau. Kenji hob die Hand. „Was soll das genau heißen? Was habe ich denn nun?“, wollte er wissen und erhob seine Stimme etwas. „Es ist Krebs, Mr. Higurashi.“, antwortete er ihm vorsichtig. Er schwieg. Blickte seinen Arzt ungläubig in die Augen. Das waren die Worte, die ihm den Boden unter den Füßen wegzogen.

*

Schlagartig blickte er nach vorne, zu seinem Fahrer. „Sir, wir sind da.“, erklärte dieser. Kenji nickte und machte sich daran, aus dem Wagen zu steigen. Er sah sich um und erblickte ein großes Haus. „Hier ist es also?“, wollte er von dem Fahrer wissen, welcher zustimmend nickte. Mit langsamen Schritten kam er dem Haus näher und stieg die Stufen nach oben. Sein Fahrer folgte ihm. „Ich bitte Sie, hier zu warten.“, befahl er dem Fahrer. Wieder nickte er und ging zum Auto zurück. Zaghaft betätigte er die Klingel. Ein junges Fräulein öffnete ihm die Tür und erstarrte sofort. Kenji lächelte freundlich. „Verzeihen Sie, aber ich möchte gerne zu Mr. Inu Taisho.“, brachte er heraus. „Sie..Sie..Sie sind..“, fing sie an, stoppte jedoch und öffnete die Tür etwas, um ihn hereinzulassen. Das junge Mädchen trug die Kleidung eines Dienstmädchens und hielt einen Lappen in der Hand. Kenji trat in das Haus und sah sich um. Der Flur war etwas altertümlich eingerichtet, aber es gefiel ihm. Viele Gemälde zierten die verkleideten Holzwände. „Ich..Ich werde den Hausherren informieren. Bitte warten Sie hier.“, sagte sie, verbeugte sich und stieg die Treppe hinauf.

*
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