Ookami to Noragami

von Mirisu
GeschichteAllgemein / P16
15.04.2016
01.04.2019
22
29705
4
Alle Kapitel
34 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
Shizumi sprang auf. Auch sie hatte jemanden bemerkt, der sich offensichtlich in der Baumkrone verkroch. Doch dann sprang eine dunkle Gestalt heraus und landete vor der weißen Wölfin auf den Boden. Die weiße Wölfin stellte sich in Angriffspostion und fletschte mit den Zähnen.
Dieser Typ trug einen schwarzen Jogginganzug und ein hellblaues, leicht zerfetztes, Halstuch. Die Hose hatte er in seine braunen Stiefel gestopft, damit das Hosenbein nicht am Boden schleifte.
„Na dass ihr mich sehen könnt, ist echt bewundernswert!“, grinste der Violetthaarige, „Aber gut, ihr scheint wohl Tiere-“
„Dämonen.“, korrigierte Shizumi ihn, „Was spannst du überhaupt meine Schwester aus?!“
„Was kann ich denn dafür, wenn sie sich an einem öffentlichen Ort wäscht? Wenn ihr Privatsphäre möchtet, dann wascht euch doch zuhause. So wie ich es auch tue.“
„Welches Zuhause?“, grummelte ein blonder Junge, mit grün-weißer Mütze, der gerade dazukam, „Wir haben doch selbst kein Dach über den Kopf.“
„Tse. Nur Idioten. Misa! Trockne dich und nehm bitte gleich deine Wolfsform wahr, damit du dich nicht noch mit dem Umziehen beschäftigen musst. Ich hab keine Lust, auf diese scheiß Idioten hier.“, paffte die Ältere, „Und ihr schaut nicht so belämmert, dass das klar ist!“
Die Jungs gehorchten widerwillig und sahen weg, doch der Blondschopf riskierte einen Blick, als Misaki aus dem Wasser stieg. Noch war sie unbekleidet und hatte auch noch nicht ihre Wolfsgestalt angenommen.
„Autsch! Du sollst mich nicht stechen!“, beschwerte sich der im Jogginganzug und zog den Mützenträger zu sich, damit er nicht mehr spitzte.
Shizumi atmete erleichtert auf, als Misaki endlich ihre Wolfsgestalt annahm.
„Wir gehen und suchen was anderes.“, meinte die Weiß-braune.
„Wozu?“, wollte die Braune wissen.
„Weil unser Versteck von Menschen entdeckt worden ist?“
„Ja und?“
„Nichts ja und!“, wurde Shizumi langsam ungeduldig.
„Außerdem sind wir keine Menschen.“, mischte sich der Violetthaarige ein.
Shizumi ignorierte diesen Joggingtypen.
„Sondern?“, fragte Misaki neugierig.
„Misa!“ Shizumi wollte endlich von hier weg und was tat ihre Schwester? Die Leute neugierig ausfragen. Wie sie es nervte, wenn sie so etwas tat.
„Ich bin Gott Yato! Und das hier ist meine Shinki Yukine.“, stellte der Halstuchträger sich und seine Begleitung vor. Yato strahlte dabei, als sei er etwas ganz Besonderes.
„Solche Spinner.“, murrte Shizumi in sich hinein und verdrehte die Augen. Daraufhin lief sie weiter und Misaki folgte ihr. Ausnahmsweise war sie der gleichen Meinung wie ihrer Schwester, dass dieser Yato wirklich ein Spinner war. Wer behauptete schon von sich selbst, er sei ein Gott?

„Shizu…“, setzte Misaki an, als sie mittlerweile ein gutes Stück vorangekommen waren.
„Was ist?“
„Wir gehen aber nicht sehr weit weg, oder?“, wollte die braune Wölfin wissen.
„Und wenn es so ist?“ Shizumi blieb stehen und wandte sich zu ihrer Schwester.
„Naja, so könnten wir ja nicht einmal mehr in die Stadt, wo das Erntedankfest immer stattfindet.“, erklärte Misaki.
Shizumi atmete tief durch, damit sie nicht wieder gleich ausrastete. „Was findest du nur an Menschen immer so toll?“
„Was hast du gegen sie?“, stellte die Jüngere als Gegenfrage.
„…du bist so naiv!“, grummelte die Weiße und lief weiter.
Misaki ließ ihre Ohren sinken. Langsam trottete sie ihrer Schwester hinterher. Doch es dauerte nicht lange, bis sie in Shizumi hineinrannte, da sie auf einmal auf dem Boden saß.
„Sorry.“, entschuldigte sich Misaki, „Alles okay bei dir?“
„Lass uns hier eine Pause machen.“, meinte Shizumi, ohne dass sie auf die Frage ihrer Schwester einging und legte sich hin.
Misaki legte sich zu ihr und dachte nach. Sie fragte sich wirklich, warum Shizumi zu jeden so abweisend war. Sogar zur ihrer eigenen Familie.
„Du…? Magst du mich überhaupt?“, wollte Misaki von ihrer Schwester wissen.
„Natürlich mag ich dich. Aber ich wünschte du würdest endlich akzeptieren, dass ich andere Interessen als du habe. Und ich bin nicht deine Babysitterin.“, antwortete die Weiße ehrlich und schlief daraufhin ein.
Eine Weile musterte Misa ihre ältere Schwester. Sie verstand nicht einmal, dass sie kaum etwas über sich erzählte. Sie wusste nicht einmal, woher Shizumi die ganzen Narben herhatte. Eine über das linke Auge, einige an ihrer Hüfte, die ziemlich tief schienen und eine Brandnarbe an der Innenseite ihres linken Vorderbeins. Misaki war auch schon aufgefallen, dass ihre Schwester offensichtlich Probleme mit der Hüfte hatte, was man der weißen Wölfin beim Laufen anmerkte, da sie dabei etwas Probleme hatte und sie bei längeren Strecken, wie jetzt auch, oft Pausen benötigte. Aber immer wenn sie danach fragte, ignorierte die Ältere sie.
Dabei konnte man doch unter Geschwister über alles reden, zumindest war Misaki dieser Meinung.

Nach einer guten Stunde legte Misaki ihre Ohren an. Sie bemerkte diesen Geruch in der Luft, den diese Jungs von eben an sich trugen. Die braune Wölfin rappelte sich auf und sah sich um.
„Fehlt euch irgendwas, weil ihr uns gefolgt seid?“, fragte Misaki, die in diesem Moment froh war, dass ihre Schwester tief und fest schlief, da sie wusste, wie sie jetzt wieder reagiert hätte.
„Nö, wir haben offensichtlich nur den gleichen Weg.“, antwortete Yato.
„Wieso behauptest du ein Gott zu sein?“
„Weil ich einer bin!“, prahlte Yato beinahe schreiend, weshalb Yukine ihm den Mund zuhielt.
„Man, reg dich mal ab und rede leiser, wenn die andere pennt.“, murrte Yukine sichtlich genervt von seinem Meister.
„Wie schön es ist, auf noch mehr zu treffen, die einen sehen können.“, lächelte der Gott, „Wer seid ihr überhaupt?“
„Ich bin Misaki und die gerade schläft, ist meine Schwester Shizumi.“, stellte Misaki sich und ihre ältere Schwester vor.
„Sie scheint von Menschen nicht recht begeistert zu sein, was?“, hakte Yato nach.
„Ja, das stimmt. Und ich weiß nicht einmal warum das so ist.“, seufzte Misaki.
„Ich, Gott Yato stehe immer zu Diensten, egal um welche Probleme es sich handelt! Kann ich etwas für dich tun?“ Yato stand auf einmal auf einem Baumstumpf und posierte, als sei er der Größte. Das verschlug sogar Misaki die Sprache.
Die Braune nahm ihre menschliche Gestalt wahr, stellte sich auf beide Beine und zog ihren Kimono über. „Ich denke nicht, dass sie deine Hilfe überhaupt annehmen wird.“

Doch das war Yato egal. Der Gott sprang von seinem Baumstumpf und weckte die weiße Wölfin, woraufhin sie auch ihre Augen aufschlug. Ihr Blick bohrte sich in Yatos eisblauen Augen.
„Guten Tag! Egal welche Probleme du hast, du kannst mit mir darüber reden und ich werde dir helfen!“, strahlte der Jogginganzuggott freudig.
Exakt in diesem Moment nahm Shizumi ihre menschliche Gestalt wahr, was sie sehr, sehr selten tat, und schlug diesen Vollpfosten mit der Faust gegen einen Felsen.
„Halt deine scheiß Klappe!“, schrie Shizumi sehr wütend.
Sie zog ihre Tasche zu sich und zog sich Kleidung an. Es waren nur eine kurze Short, ein bauchfreies schwarzes Oberteil, worüber sie eine blaue ärmellose Jeansweste drüber zog, das einen Fellkragen hatte. Noch dazu zog sie sich über ihr Handgelenk noch etwas Ähnliches wie eine Bandage drüber, damit man dort die Verbrennung nicht sah. Schuhe ließ sie jedoch weg, da ihr diese zu lästig waren und es barfuß viel angenehmer und natürlicher war. Der braun-weiße Schwanz blieb erhalten und die Ohren standen ihr vom Schädel ab. Ihre mittellangen Haare band sie sich zu einem Pferdeschwanz zusammen. Die Weißhaarige packte ihre Tasche und lief einfach allein weiter, da es ihr egal war, ob nun ihre Schwester mitkam oder nicht.
Yato rappelte sich wieder auf und klopfte sich den Dreck von seiner Kleidung. Während Yukine gelangweilt mit den Händen in der Hosentasche dastand, versuchte sein Meister weiterhin, irgendwie an Shizumi heranzukommen.
Shizumi seufzte genervt, als der ach so tolle Gott auf einmal vor ihr stand. Knurrend ballte sie ihre Fäuste. „Geh mir aus dem Weg!“
„Du kannst doch deine Schwester nicht einfach sitzen lassen.“, meinte Yato.
„Sie hat doch jetzt euch…, wenn sie Menschen toller findet, soll sie doch einfach auch bei ihnen bleiben.“, grummelte die Weißhaarige und lief einfach weiter.

„Ich frag mich echt…, was ich falsch mache.“, murmelte Misaki.
Yato wandte sich zu der Braunhaarigen. „Du machst doch nichts falsch, Yukine ist auch ein schwerer Kerl.“
„Das sagt ja der richtige, du kannst uns ja nicht mal einen Unterschlupf bieten.“ Yukine lehnte sich grummelnd an einem Baum.
„Ach komm schon! Ich bin der beste Gott, den du überhaupt haben kannst!“
„Sicher doch…“, murmelte die Shinki.
„Was ist eigentlich eine Shinki?“, wollte Misaki wissen.
„Eine Waffe Gottes, ohne eine Shinki wäre ich so gut wie machtlos. Es ist ein verstorbener Mensch. Ich hab Yukines Seele gefunden und ihn daraufhin zu meiner Shinki gemacht.“, erklärte der Gott in kurzer Form.
„Yukine ist eigentlich tot?“
„Genau so ist es! Wir sollten mal nach deiner Schwester suchen, mehr kann ich dir während der Suche erklären!“, meinte Yato, woraufhin Misaki einverstanden nickte.
Yato lief schnurstracks geradeaus und Misa und Yukine folgten ihm.
_____________________________________________________________________________

Yato & Yukine: http://adn.i.ntere.st/p/9114572/image
Shizumi: http://abload.de/img/shizumikwp8a.jpg
Shizumi (Wolfsgestalt): http://abload.de/img/shizumiwolfsgestaltj4qk4.jpg
Review schreiben