hit me like a man [Teil 1]

OneshotRomanze / P16 Slash
Malcolm Reese
14.04.2016
14.04.2016
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[Sicht: Malcolm]

"Du verstehst es nicht, oder?! Ja klar, wir streiten uns, wir prügeln uns, aber dieses eine Mal habe ich wirklich gedacht, dass du es ernst meinst, als du gesagt hast, dass du mich unterstützt!" Noch bevor ich die Worte ausspreche, schmecken sie wie Gift auf meiner Zunge.
"Ich habe doch gesagt, dass ich nicht Schuld war! Was kann ich dafür, dass sein Gesicht förmlich danach schrie, verprügelt zu werden?!"

Er sieht mich an, mit diesem verständnislosen Blick, der mich wohl glauben machen soll, dass ich an dieser Misere schuld bin. Das treibt mich beinahe zur Weißglut.
"Das ist genau das, was ich meine! Es ist immer dasselbe, Reese! Wieso kannst du nicht ein Mal der Bruder sein, den ich mir wünsche?! Wieso versuchst du es nicht einmal?! Und als wäre es nicht schon schlimm genug, dass du mir diesen Abend versaut hast- meine Chance endlich Freunde zu finden- du siehst deinen Fehler noch nicht einmal ein!!!"

Ich habe mich so in Rage geredet, dass sämtliche Farbe aus meinem Gesicht gewichen ist.
"Er hat sich über meine Frisur lustig gemacht..." Ein schwacher Verteidigungsversuch seinerseits.
"Und das gibt dir das Recht ihn krankenhausreif zu prügeln?!! Mum flippt aus, wenn sie das erfährt! Was ist denn bloß los mit dir??!"

Nur eine Handbreite trennt mein Gesicht von Reese's. Ich kann seinen Atem meine rechte Wange streifen spüren. Er schnaubt ihn mir stoßartig entgegen. Seine Wangen glühen- er ist kurz davor zu explodieren.

Das ist etwas, das ich normalerweise vermeide, doch im Moment drehen sich meine Gedanken im Kreis und es ist mir egal.
"Was ist?!! Hast du nichts dazu zu sagen?!!", fauche ich ihn an, in der Hoffnung, dass er endlich mit mir spricht. Es muss doch einen Grund dafür geben, dass er mir meine erste Hausparty so versaut hat. Das muss es einfach!!! Und seine Frisur ist absolut keine Ausrede, die ich dulden werde.

"Hasst du mich so sehr, dass du es mir nicht gönnen kannst, ein paar Freunde zu finden?!!"

Und da endlich öffnet er seinen Mund.
"Ja, vielleicht ist es das ja. Vielleicht hasse ich dich so sehr, dass ich einfach alles zerstören muss, was dir etwas bedeutet. Oder nein, ich hasse dich sogar mit Sicherheit! Alles an dir- deine Klugheit- es kotzt mich an, dass du immer als das Genie hingestellt wirst und ich hingegen der Loser bin, der es nicht einmal wert ist, aufs College zu gehen. Ich hasse deine verdammte Wortgewandtheit! Ich hasse es, wie du krampfhaft versuchst Freundschaften zu knüpfen, obwohl sie dich alle belächeln, weil sie dich für einen Freak halten!"

Das war's! Das Maß ist voll!
Das klatschende Geräusch meiner Hand auf Reese's Wange hallt in der Stille, die plötzlich zwischen uns herrscht wider, wie ein Paukenschlag. Als müsse dieser Moment mit einem stillen Tusch gewürdigt werden, denn ich habe mich schon so oft mit meinem Bruder geprügelt, aber dennoch habe ich es nie gewagt, ihm ins Gesicht zu schlagen.
Ich habe eine unsichtbare Grenze überschritten.

Einen Moment lang starren wir einander nur aus weit aufgerissenen Augen an und niemand sagt ein Wort.

Als er schließlich das Schweigen bricht, bebt seine Stimme leicht.
"Weißt du, Malcolm, wenn du mich schon verletzen willst, dann tu's wie ein Mann, nicht wie eine Schwuchtel, denn langsam fange ich an zu glauben, was alle über dich erzählen, du Freak!" Gegen Ende hin wird seine Stimme immer fester und lauter und er spuckt mir die letzten Worte beinahe entgegen.

Und als ich das Ausmaß seiner Worte begriffen habe und diese sich langsam beginnen, in meine Gehirnwindungen einzubrennen, stürze ich mich mit einem wütenden Aufschrei auf ihn.

Er geht unter der Wucht meines Angriffes zu Boden.
"Was hast du eben gesagt?!!", schreie ich ihn an.
"Schwuchtel!!!", brüllt er zurück.
"Nimm das zurück!"
"Warum?!"

Ein Ruck. Ein schmerzhafter Aufprall auf dem Fliesenboden und ich liege unter ihm. Er sitzt auf meiner Hüfte und hält meine Arme über meinem Kopf auf den Boden gedrückt. Meine Handgelenke schmerzen.

"Weil du mein Bruder bist und ich dich verdammt nochmal nicht verlieren möchte!"
Er ist mir so nah, dass ich seine Halsschlagader pulsieren sehen kann.

"Reese bitte! Ich mein's ernst...geh von mir runter, wenn du dich schon nicht entschuldigst."
Und dann, ganz plötzlich löst sich eine einzelne Träne und läuft meine Wange hinab. Und meine Erschrockenheit darüber, dass ich vor Reese weine, spiegelt sich in seinem Blick wider.

Er löst vorsichtig seinen Klammergriff um meine Handgelenke und augenblicklich schnellt meine rechte Hand nach vorne, um die Träne wegzuwischen, doch es werden nur noch mehr.

Mein Brustkorb hebt und senkt sich in unregelmäßigen Abständen, doch kein Laut dringt üper meine Lippen. Diese Blöße werde ich mir nicht geben. Seine Worte tun so weh! So verdammt weh!!! Weil er mein Bruder ist...

"Oh mein Gott! Weißt du, wie schön du gerade aussiehst?"
"Was?!" Meine Stimme macht vor Schreck einen recht unmännlichen Hüpfer in Richtung höhere Oktaven.

"Du bist wunderschön, wenn du weinst- ein offenes Buch. Und weißt du was, ich liebe dich dafür. Ich liebe es, wie du lächelst, wie du dich bewegst, wie du dich gibst- und nicht, weil du ein wunderbarer Mensch bist, sondern gerade weil du mein Bruder bist."

Er schluckt. "Ich liebe dich so sehr, Malcolm! Mehr als man seinen Bruder lieben sollte. Und es tut mir leid, dass ich mich geprügelt und dich damit verletzt habe...er sagte, du würdest jeden an dich ranlassen...ich weiß, dass es nicht stimmt!- So, jetzt ist es raus!"

Erst als Reese seinen Redeschwall beendet, bemerke ich, dass er immer noch auf meiner Hüfte sitzt und seine Arme links und rechts von meinem Kopf auf dem Boden abstützt.

Er ist mir so unglaublich nah. Ich kann seinen Atem auf meinem Gesicht fühlen. Ich kann seine Wärme spüren und ich sauge seine Berührungen bewusst in mich auf, wie ein Schwamm. Mein Magen fährt Achterbahn und in meinem Kopf legt sich ein Schalter um, der mich ausnoggt.

Es ist dasselbe Gefühl, das ich jeden Morgen habe, wenn ich neben ihm aufwache. Dasselbe Gefühl, wenn ich ihn berühre. Wenn sein Blick auf den Meinigen trifft. Wenn wir miteinander sprechen. Wenn ich ihn dabei beobachte, wie er sich vor mir umzieht. Wenn er wütend ist, wenn ich an ihn denke, von ihm träume...

Verdammt!!! "Ich...ich glaube ich bin schwul..."
So! Jetzt ist es raus!

Er lächelt. "Ich weiß..."
Er beugt sich zu mir herunter und als er seine Lippen mit den Meinigen verschließt, explodiert in meinem Kopf ein Feuerwerk. Anfangs noch zärtlich, unsicher...schnell fordernder.

Er vergräbt seine Hand in meinem Haar. Das tiefe Stöhnen, das daraufhin meine Lippen verlässt erschreckt mich dann doch.

"Wir sollten das nicht tun...wir sind Brüder.", wispert er mit noch immer geschlossenen Augen gegen meine Lippen.
"Vielleicht..."
"Ist mir egal.", flüstere ich zurück.

Er nimmt mein Gesicht in seine Hände. Meine Wangen brennen unter seinen Berührungen. Oh Gott, ich liebe ihn, verdammt nochmal!!!
"Ich will es nur, wenn du es auch willst. Nur dieses eine Mal, bitte..."
"Hast du schon einmal mit einem Mann geschlafen, Malcolm? Ich will dir nicht wehtun..."
"Reese...ich vertraue dir, okay? Ich vertraue dir. Du wirst mir nicht wehtun..."

Mein Verstand sagt mir, wie falsch das hier doch ist, aber es ändert leider trotzdem nichts daran, wie gut sich mein Bruder anfühlt. Vernunft kommt nicht dagegen an, wie schnell mein Herz bei jeder Berührung schlägt.

Meine Finger krallen sich in Reese's Hüfte, während seine Zunge vorsichtig um Einlass bettelt, nur um meine Mundhöhle augenblicklich zu erobern, während ich unter ihm vergehe. Unter meinem Bruder...

Das ist ein Tanz. Ein Totentanz- denn diese Liebe ist zum Scheitern verurteilt...

~~~~oooOOooo~~~~

Und??? Seid ihr auf den Geschmack gekommen?
Wenn ja, würde ich mich über Kommis freuen:-)

Und dann bleibt noch die Frage offen: wollt ihr eine Fortsetzung? Wenn ja, dann schreibt mir das bitte in die Kommentare...

Bis dann, GLG, Skye
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