Comeback of the Vampire

von xXSoMaXx
GeschichteAllgemein / P12
Fumio Usui Karin Maaka Kenta Usui Shusei Iizuka
13.04.2016
09.09.2016
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Ein Klingeln war zu hören. Der Wecker ließ mal wieder jeden so schönsten Moment im Traum zerplatzen, wie ein Luftballon. Dabei hatte er doch gerade noch einen so schönen Traum gehabt. Er war mit seiner Freundin auf dem Spielplatz und saß mit ihr zusammen auf einer Bank. Lächelnd schauten sie in den Nachthimmel und begutachteten die Sterne. Es war eine schöne, romantische Atmosphäre, aber gerade dann, wenn man mal wieder kurz davor ist, klingelte der Wecker, wie immer natürlich.
Ächzend rollte sich der braunhaarige Junge nach vorne und sah schlaftrunken in den Spiegel, der in dem Schlafzimmer aufgestellt war. Allein in Boxershorts saß er da und gähnte seine Müdigkeit hervor. Kenta Usui war ein mittlerweile 23 jähriger junger Mann und lebte mit seiner Verlobten zusammen in ihrem Apartment, welches ihre Eltern nach dem Löschen ihres Gedächtnisses organisiert hatten. Er war mit seinem Leben eigentlich sehr zufrieden. Er hatte eine feste Freundin, der er vertrauen konnte, er hatte kein Gelddruck mehr, da seine Mutter eine Arbeit gefunden hatte und ihr nicht mehr Unterhalt schicken musste. Zusätzlich war er gerade mitten im Studium und arbeitete nebenbei. Er führte ein wirklich sehr beharrliches und normales Leben, wäre da nur nicht diese winzig kleine Sache.

Nachdem er sich umgezogen hatte und gefrühstückt hatte, ging er auf den kleinen Balkon im Schlafzimmer und stieg die Leiter hoch, die aufs Dach führte. Dort sah er sie sitzen, so wie sie da schon seit Tagen und Nächten saß. Karin Maaka starrte auf den Hügel, wo eine alte, marode Villa stand, die von einem Schwarm Fledermäusen umzingelt wurde. Es stellte sich heraus, dass der Zauber, den Ren bewirkte, um ihr Gedächtnis zu manipulieren eigentlich lange halten sollte, aber komischerweise an ihrem 18ten Geburtstag aufgelöst wurde.
Als die Uhr damals Mitternacht schlug, als sie an ihren Geburtstag rein gefeiert hatten, bekam sie höllische Kopfschmerzen. Sie sank zu Boden. Alle ihre Erinnerungen kehrten auf einen Schlag zurück. Dass sie ein Vampir war, das Blut von Sophia in sich trug und dass ihre Eltern ihr Gedächtnis gelöscht hatten. Das Mädchen hatte sich schnell daran gewöhnt, was mit ihrer Vergangenheit war, doch erwachten mit den Erinnerungen damit auch wieder ihre Vampirfähigkeiten. Nur dieses Mal wurde sie kein Blut spritzender Vampir, sondern ein Blutsauger. Ihre Augen wurden besser, ihr Geruchssinn hatte sich verschärft, auch ihr Gehör wurde übernatürlich gut. Sogar die Fähigkeiten des Gedächtnis Löschens und der Kontrolle der Fledermäuse bekam sie, so wie ein gewöhnlicher Vampir. Das Einzige, was blieb war die Tatsache, dass sie tagsüber raus gehen konnte und natürlich der Geschmackssinn. Doch da sie seit längerer Zeit wieder Vampir Fähigkeiten besaß versuchte sie das Leben am Tag und in der Nacht auszukosten, weshalb sie kaum noch schlief. Eigentlich hatte sie das auch kaum noch nötig. Sie hatte mehr Energie als je zuvor.

„Willst du nicht langsam auch mal was frühstücken, Karin?“, fragte der Junge seine Freundin vorsichtig, als er ihr näher kam. Überrascht schreckte sie auf, als sie ihn reden hörte. Scheinbar war sie in einer Art Trance, denn sie merkte nicht, wie er näher kam.
„Oh äh ja, klar.“ Weiterhin starrte sie auf die Villa auf dem Hügel.
„Hast du etwa wieder die ganze Nacht da hinauf gestarrt?“, wollte der Junge bekümmert wissen. In Karin pochte es. Immerhin merkte sie es wieder, wenn jemand unglücklich war und scheinbar erging es ihrem Freund gerade genau so. Das Mädchen seufzte.
„Ja. Ich würde meine Familie so gerne wieder sehen. Ich weiß, dass sie alles für mich getan haben und nur das Beste wollten, aber ich traue mich einfach nicht ihnen wieder über den Weg zu laufen.“ Ihre Gedanken überschlugen sich. Ihr Herz raste und alles hüllte sich ein in einen dünnen Nebel. Natürlich bemerkte Kenta, dass es seiner Freundin nicht gut ging und seufzte ebenso.
„Weißt du was, ich werde mit dir am Ende der Woche einfach mal wieder hoch gehen. Keiner kann wissen, wie sie auf dich reagieren werden.“ Der Braunhaarige bemerkte die unregelmäßige Atmung seiner Geliebten.
„Kenta? Aus welchem Grund bist du grade wieder... na ja...?“ Mit gierigem Blick sah das Mädchen dem Jungen in die Augen. Ihre Vampir Augen zu sehen, war jedes Mal aufs Neue für den Jungen eine Faszination. Irgendwie hatte das was cooles an sich.
„Das werde ich nie vor dir verbergen können, oder?“ Er lächelte falsch, doch sie schüttelte nur den Kopf. Schließlich seufzte er und gab nach. „Ich vermisse was.“ Verwundert sah Karin ihm in die Augen.
„Was vermisst du denn? Ich kann dir gerne helfen es zu finden.“ Kenta ließ den Kopf hängen. War klar, dass sie das nicht bemerkte, immerhin waren ihre Gedanken momentan ganz wo anders.
„Wir führen doch eine Beziehung und da geht man doch schon mal aus oder verbringt wenigstens Zeit miteinander. Ich vermisse unsere Zweisamkeit und irgendwie auch...“ Seine Lippen berührten ihr Ohr. „... unsere gemeinsamen Nächte.“ Ihr Kopf wurde plötzlich puterrot. Vor Schreck kullerte sie beinahe vom Dach, doch konnte sie sich an der Dachfassade irgendwie festhalten.
Nachdem sie sich wieder gefangen hatte, lächelte sie.
„Weißt du was. Wir machen uns eine schöne Zeit mit deinen Eltern heute Abend und morgen gehen wir auf ein Date. Was hältst du davon?“ Ihre Wangen färbten sich leicht rot. Kentas sonst so strenge Augen glitzerten und in Karin verschwand der Drang ihn beißen zu wollen. Er griff rasch nach ihrer Hand.
„So machen wir es.“ Etwas ruppig zog der Braunhaarige seine Geliebte plötzlich zu sich. Ihre Lippen berührten seine. Nach einer kurzen Schrecksekunde erwiderte sie den Kuss ihres Freundes und gab sich dem Gefühl ganz hin. Sie verstand, was er mit dem Kuss übermitteln wollte. Zum einen natürlich, dass er sie liebte, doch auch, weil er ihr so zeigen wollte, dass er immer für sie da wäre, in guten und in schlechten Zeiten. Er war an ihrer Seite, egal was auch geschehen mag. Dafür dankte sie ihm einfach viel zu selten.

Nachdem sie sich lösten, sahen sie sich noch eine Weile tief in die Augen und lächelten.
„Danke“, flüsterte die Lilahaarige und schmiegte sich an ihn. Kenta wurde etwas rot um die Nase und legte seine Arme um sie.
„Nichts zu danken.“ Beider Herzen klopften wie wild. Kurz schaute Kenta auf seine Armbanduhr und wurde bleich. „AHH verdammt, ich komme zu spät zur Uni!!!“ Schnell rutschte er das Dach hinunter, kletterte die Leiter hinab auf den Balkon und sprintete aus dem Haus. Mit einem Schmunzeln sah das Mädchen ihrem Geliebten hinterher. Sie musste erst in einer Stunde zur Arbeit, weshalb sie den Tag ruhig angehen ließ. Noch einmal sah sie kurz auf den Hügel hinauf. Am Ende der Woche würde sie ganz sicher nicht mit Kenta dorthin gehen. Schon lange überlegte sie sich anders wieder die Aufmerksamkeit ihrer Familie zu bekommen und zwar mit einer direkten Demonstration ihres Vampir Ichs. Doch jetzt hieß es erstmal ein schöner Abend mit Kentas Eltern.

Der Tag verging schließlich wie im Fluge. Karin stand am Herd um kochte pfeifend das Abendessen, was sie für Fumio und Izuka Shuusei vorbereitete. Vor einigen Jahren hätte man es nicht mehr gedacht, aber Kentas Vater und Mutter kamen schließlich wieder zusammen. Sie heirateten nicht mehr, aber wurden dann doch noch ein glückliches Paar.
Als Kenta das Haus betrat, schmiss er gleich seine Tasche in die Ecke und legte seine Studenten Uniform ab. Er schlüpfte in ein paar bequemere Sachen und bereitete den Esstisch zu. Lächelnd beobachtete er seine Freundin am Herd. Er hatte sie schon lange nicht mehr so fröhlich erlebt, als hätte sie mit irgendwas abgeschlossen, was ihr auf dem Herzen lag. Das freute ihn, denn er fühlte, dass bald eine schönere Zeit auf sie zukommen würde.

Es klingelte an der Tür.
„Kannst du bitte aufmachen, ich kann das Essen nicht auf dem Herd lassen“, bat Karin ihren Freund. Dieser lief sofort los und öffnete die Tür. Eine etwas grimmig drein schauende Fumio und ein wütender Izuka standen hinter der Tür.
„Guten Abend, wie ist es euch die letzten Tage so ergangen?“, fragte der Braunhaarige fröhlich und versuchte die wütenden Blicke zu ignorieren, die die beiden sich gegenseitig gaben.
„Könnte besser sein“, knurrte die Mutter unsanft. Der Vater zischte nur kurz.
„Ähm okay, kommt doch herein.“ Mit einem bedrückten Lächeln bat Kenta seine Eltern einzutreten. Als Fumio schließlich Karin erblickte, hellte sich ihre Miene schlagartig auf. Kreischend rannte die Frau auf ihre zukünftige Schwiegertochter zu und riss sie mit sich zu Boden.
„Ah, Fumio-san. Erschrecke mich doch nicht so.“ Karin hielt eine Hand an ihre Brust und musste erstmal durchatmen.
„Und? Wann ist es so weit? Ist schon etwas im Anmarsch?“ Ihre Augen leuchteten und Karin hatte keine Ahnung worüber sie sprach.
„Was soll im Anmarsch sein?“, verwirrt stellte sie die Herdplatten aus. Glücklicherweise war das Essen gerade fertig geworden.
„Bist du denn nicht schwanger?“ Leicht enttäuscht tippte sie auf dem Bauch der Lilahaarigen herum. Schneeweiß im Gesicht drückte das Mädchen die Frau von sich.
„W-wie kommst du denn darauf?“, wollte das Mädchen schließlich wissen und starrte die Frau vor sich etwas schockiert an.
„Na ja. In letzter Zeit hattest du doch öfter diese Anfälle. Dir wurde schwindelig und bist dann öfters an die frische Luft getorkelt.“ Mit einem liebevollen Blick starrte die Blauhaarige in ihre Augen.
„Ach das...“ Dem Blick ausweichend suchte sie nach einer Ausrede. Sie konnte ja unmöglich sagen, dass es daran lag, dass sie an den Tagen Blutdurst verspürte und sich dann draußen schnell einen Menschen suchte, dem sie das Blut aussaugen konnte. „Das ist nichts. Scheinbar hatte sich nur eine alte Krankheit von früher wieder bemerkbar gemacht.“ Mit einem peinlichen Grinsen hoffte sie, dass sie das so hinnahm.
„Achso... schade. Ich hätte mich über ein Enkelkind sehr gefreut.“ Ihr Blick wurde trüb. Rasch schlug sich die Lilahaarige die Hand auf den Mund. In ihr pochte es. War das wirklich ein Unglück für Fumio? Verdammt, sie spürte, dass ihre Reißzähne wuchsen. Jetzt musste sie aber schnell Abstand halten, bevor ihr Verstand aussetzte.
„Äh... wie wäre es, wenn wir uns alle Mal an den Tisch begeben? Ich serviere heute das Essen.“ Rasch sprang das Mädchen auf und nahm Topf und Pfanne vom Herd. Noch einmal tief durchatmend brachte sie das Essen zu Tisch.

Dort erwartete sie zwei diskutierende Männer.
„Aber wenn ich es doch sage, deine Mutter dreht zur Zeit total am Rad. Im ersten Moment ist sie glücklich, im nächsten ist sie wütend und dann beginnt sie plötzlich zu weinen. Sie hat momentan monströse Stimmungsschwankungen.“ Izuka schlug eine Hand auf den Tisch und leerte sein Glas Bier in einem Zuge.
„Möglicherweise ist sie momentan sehr gestresst, da sie erst spät nach Hause kommt“, versuchte Kenta diplomatisch zu erklären, was sein könnte.
„Pff, als ob. Sie hatte früher wesentlich schwierigere Arbeiten und dann bricht sie zusammen wegen so einer Lappalie?“ Man sah bereits den Rotschimmer um Izukas Nase. Scheinbar hatte er bereits etwas zu tief ins Glas gegriffen.
„Es könnte ja sein, dass...“ Der Braunhaarige schaute auf, als er unterbrochen wurde.

Karin deutete mit einem Finger an, dass er mal herkommen sollte. Er stand auf und ging zu seiner Geliebten, welche ihm behutsam was ins Ohr flüsterte.
„Was? Meine Mutter dachte du seist schwanger?“ Sie hielt sich den Finger vor den Mund.
„Psst, leise. Ja, aber ich denke nicht, dass ich diejenige bin, die schwanger ist...“ Kenta zog seine Augenbrauen zusammen, als die Lilahaarige das aussprach.
„Wie meinst du das?“, fragte er deshalb nach.
„Na ja, was ich gerade so mitkriegen durfte, deutet irgendwie alles darauf hin, dass deine Mutter wieder schwanger ist.“ Kenta riss die Augen auf.
„W-wie kommst du denn darauf?“ Etwas bleich im Gesicht wartete er auf eine Antwort.
„Sie hat Stimmungsschwankungen, sie sucht einen zukünftigen Spielpartner für ihr eigenes Kind und ganz ehrlich, irgendwie rieche ich das.“ Sie zeigte dabei auf ihre Nase.
„Du willst mir gerade weiß machen, dass du Schwangerschaften riechen kannst?“ Als Antwort bekam er allerdings nur ein leichtes Schulter zucken.
„Natürlich kann ich mich auch total irren. Möglicherweise weiß es deine Mutter ja selber noch nicht, aber ja ich bin mir ziemlich sicher.“ Kenta ließ den Kopf hängen.
„Na das kann ja was geben“, stöhnte der Junge unauffällig. „Vielleicht sollten wir langsam mal zu Tisch gehen, sonst wird das Essen noch kalt.“ Karin nickte bestätigend.

Am Tisch saßen bereits Fumio und Izuka und knirschten sich gegenseitig an. Als sich Kenta zu ihnen setzte, blieb Maka wie angewurzelt stehen und hielt sich abermals die Hand vor den Mund. Sie konnte das Unglück, was sich um das Paar aufgebaut hatte geradezu sehen. Dennoch sprang sie über ihren Schatten und setzte sich dazu an den Tisch.
Irgendwie versuchte Kenta seine Eltern zu beruhigen und sie aufzufordern, dass sie einfach etwas essen sollten. Jeder nahm seine paar Happen aus der Pfanne und begann genüsslich in das Essen zu beißen. Um aller Köpfe bildeten sich Sterne.
„Wow, hast du das super gekocht, Karin-chan. Das ist wirklich lecker.“ Fumio strahlte über das ganze Gesicht. Izuka streckte seinen Daumen in die Höhe und schlang ordentlich zu. Auch Kenta lobte seine Freundin für das Essen, nur sie wurde etwas blass um die Nase. Für sie schmeckte das Essen gerade nach Sand, weshalb sie ihren Teller auch zur Seite legte. Vielleicht versuchte sie es später nochmal, wenn sich alles in ihrem Körper beruhigte.

Natürlich fiel Fumio dies automatisch auf.
„Karin-chan, hast du keinen Hunger?“ Das Mädchen allerdings schüttelte nur verneinend den Kopf.
„Ich habe gerade keinen besonders großen Appetit.“ Kenta wusste natürlich genau, was das bedeutete und seufzte schon.
„Du bist auch ziemlich blass, geht es dir nicht gut?“ In Fumios Gesicht war deutlich die Sorge zu erkennen.
„Dann soll sie doch schlafen gehen, dann kann ich noch etwas essen“, warf Izuka schmatzend ein, während er sich das nächste Teil aus der Pfanne nahm. Die Blauhaarige sah ihn böse an. Karin presste ihre Hände zu Fäusten und versuchte eine gleichmäßige Atmung aufzubauen.
„Du kannst mal wieder nur ans Essen denken. Siehst du nicht, dass es Karin-chan nicht gut geht?“, keifte die Mutter den Mann neben sich an.
„Ja ja“, gab er nur von sich.
„Kann ich dir irgendwie helfen?“, fragte die Blauhaarige ruhig und rückte etwas näher an das Mädchen heran. Die Lilahaarige schreckte auf und klatschte sich die Hände vor den Mund. Ihre Zähne zeigten sich stark. Fumio starrte sie schockiert an.
„Ist dir übel? Soll ich dich ins Bad begleiten?“ Energisch schüttelte das Mädchen den Kopf. Nun schritt Kenta ein.
„Vielleicht sollte sie sich tatsächlich einfach etwas hinlegen. Komm, ich begleite dich ins Schlafzimmer.“ Vorsichtig stützte er seine Freundin, da sie schon am taumeln war.
„Sagte ich doch, soll sie doch einfach noch etwas schlafen“, kommentierte der Vater gereizt. Abermals sah Fumio ihn böse an.
„Nimm die Sache doch ein bisschen ernster, vielleicht ist es eine ernsthafte Krankheit. Ich folge ihnen mal, vielleicht finde ich das heraus.“ Leise schlich sie sich hinter ihnen her. Da Izuka allerdings nicht allein am Tisch bleiben wollte, entschied er sich kurzerhand mit zu kommen.

Im Zimmer ließ sich Karin auf den Futon fallen, der in der Mitte des Zimmers lag. Ihre Atmung war unregelmäßig schnell. Ihre Augen leuchteten schon rot. Man konnte ihre Körperspannung sofort sehen.
„Karin, sag was, wenn du es nicht mehr aushältst. Ich hätte dich auch schon vorher aus der Situation raus geholt“, bemerkte Kenta ruhig und kniete sich vor sie mit dem Rücken zur Tür.
„I-Ich...“ Zwanghaft versuchte sie sich zu beruhigen und kniff sich deshalb selbst in den Arm. Der Junge seufzte, zog sein Hemd von der Schulter und reckte seinen Hals.
„Ich bin zwar nicht besonders unglücklich, aber ich hoffe mit meinem Blut kannst du leben.“ Starr sah Karin ihren Geliebten durch ihre leuchtend roten Augen an. Sie schüttelte den Kopf.
„Das kann ich nicht machen. Du bist nicht meine Nahrungsquelle, sondern mein Freund“, jammerte sie leise. Kenta legte seine Hände auf ihre Schultern und sah ihr in die Augen.
„Bitte beiße mich, ich möchte doch auch nur, dass es dir gut geht.“ Schon fast flehend sprach er zu seiner Freundin. Diese nickte nach kurzem Zögern. Kenta küsste sie auf die Stirn. „Mach schon.“ Er kam ihr näher.
Karin klammerte sich an seine Schultern und fletschte ihre Reißzähne. Schnell verschwanden ihre Zähne in seinem Hals und eine kleine Blutlache fand ihren Weg an der Schulter hinab. Mit geschlossenen Augen genoss sie den Geschmack des süßen Blutes in ihrem Mund. Es war eine Erleichterung für ihre Sinne. Ihr Herz hörte auf schmerzhaft zu klopfen und ihr Verstand konnte wieder einen klaren Gedanken fassen.

Als sie ihre Augen langsam öffnete fielen ihr gleich zwei Gesichter in die Augen, die sie schockiert anstarrten. Rasch sprang sie von Kenta weg und starrte ihre zukünftigen Schwiegereltern schockiert an. Kenta brauchte eine Weile um sich von der Blutarmut zu fangen.
„D-D-Du b-bist ein Vampir?“, kam es kreischend aus dem Mund von Fumio. Zitternd sah Karin ihr zu, wie sie langsam zu Boden sackte in Izukas Armen. Sie konnte nicht glauben, was sie da sah und auch er konnte kein Wort über die Lippen bringen. Schneeweiß im Gesicht versuchte Karin irgendwas daher zu stottern, doch gelangte kein Wort über ihre Lippen, also sprang sie auf und lief zu den beiden herüber. Sie hielt ihre Hände über ihre Köpfe und wollte ihnen gerade das Gedächtnis an diesen Anblick auslöschen, als sie das Wimmern von Fumio bemerkte. Scheinbar hatte sie Angst. Es wäre so leicht gewesen sich aus dieser Situation zu befreien, doch hinderte sie da irgendwas dran. Es könnte der Respekt gegenüber Kentas Eltern sein, oder die Angst zu viel aus deren Köpfen zu löschen oder es war einfach die Hand, die auf Karins Schulter lag, die zu niemand anderem gehörte, als ihrem Freund.
„Tu es bitte nicht“, flüsterte er liebevoll. Stumm sah sie ihm in die Augen und verstand nicht. „Sie sollen wissen, wer du bist. Sie sollen das Mädchen sehen, in das ich mich damals verliebt habe und du bist nun mal ein Vampir. Damit müssen sie klar kommen.“ Stumm richtete Karin ihren Blick zu Boden und nickte schließlich.
Sie kniete sich zu den Erwachsenen auf den Boden. Fumio wimmerte noch immer, doch Izuka konnte sich langsam wieder fassen. Er begutachtete die Szenerie mit Respekt.
Sanft legte Karin ihre Hand auf den Kopf von Fumio, welche die Augen aufriss und ihren Arm weg schlug. Ängstlich sah sie dem Mädchen ins Gesicht, der bereits eine Träne über die Wange lief.
„Fumio-san...“ Traurig sah das Mädchen ihr in die Augen, bis sich die Frau wieder beruhigt hatte. Am liebsten würde die Mutter weglaufen, doch bewegten sich ihre Beine nicht. „Lass mich das bitte erklären, Fumio-san“, setzte Karin an, doch kniff die Frau ihre Augen wieder zusammen vor Angst.
„Mutter...“, flüsterte Kenta und ging auf sie zu. Fordernd nahm er ihre Hände und hielt sie fest, danach reckte er seinen Hals und zeigt offen die Bisswunden. „Mutter, Karin tut nichts böses. Ich habe ihr angeboten mein Blut zu trinken“, sprach er sanft zu ihr.
„S-Sie ist ein Monster!“ Das gab dem Mädchen ein Stich durchs Herz, doch musste sie damit wohl leben. Ihre Augen füllten sich mit Tränen.
„Sie ist kein Monster“, sagte Kenta forsch, sodass seine Mutter ihn schockiert ansah. „Sie ist ein ganz liebevolles Mädchen. Sie kümmert sich um mich und man kann ihr vertrauen. Du findest niemanden, der so nett ist, wie sie. Sie ist halt auf ihre eigene Art speziell.“ Sanft lächelte er seiner Freundin zu, die sich eine Träne aus dem Augenwinkel wischte. Skeptisch sah Fumio zwischen den beiden hin und her.
„Wie lange weißt du das schon?“, wollte sie Blauhaarige wissen.
„Na ja, sozusagen seit wir uns kennen. Aber ich glaube das ist auch ein kleiner Grund weshalb ich mich in sie verliebt hatte damals.“ In seinen Augen zeigte sich ein schwärmerisches Funkeln. Besorgt sah die Frau zu Boden.
„Fumio...“ Izuka meldete sich zu Wort. „Siehst du nicht dieses aufrichtige Lächeln deines Sohnes. Er ist wirklich glücklich mit Karin, egal ob sie nun ein Mensch oder ein Vampir ist.“ Abermals sah sie wieder auf und merkte den verliebten Blick, den ihr Sohn seiner Freundin zu warf, welcher ebenso verliebt erwidert wurde. Sie seufzte.
„Na gut...“ Kenta und Karin wurden aus ihrer Trance gerissen. „Wenn ihr mir die ganze Wahrheit von Anfang an erzählt, denke ich darüber nach dies zu akzeptieren.“ Die Kinder schluckten schwer und nickten ergiebig.

Also begannen sie zu erzählen. Wie sie sich richtig kennen gelernt hatten. Dass Karin damals eine etwas andere Art von Vampir war. Wie ihr Blut auf Kenta reagiert hatte und weshalb ihr Blut auf ihn reagierte. Sie erzählten die Geschichte über ihre Familie und wie sie vom Festland nach Japan kamen. Auch die Geschichte von Sophia beziehungsweise Psyche erwähnten sie. Sie ließen keinen Teil der Geschichte aus. Sogar die Sache mit dem Gedächtnisverlust und dem Zusammenbruch an ihrem 18ten Geburtstag erklärten sie. Alles bis zum heutigen Tag. Sie ließen kein Detail aus, auch die Fähigkeiten, die Vampire hatten oder nur Karin besaß. Nur die Tatsache, dass Karin Fumio zu Beginn der Zeit schon mal gebissen hatte, ließen sie geheim.

Fumio schlug eine Faust in ihre Handfläche. „Also war der großgewachsene, junge Mann neulich dein Bruder.“ Verwirrt sah das Mädchen der Frau in die Augen. „Vor einigen Wochen kam ein junger Mann mit eisblauen Haaren zu mir und fragte mich, wie es dir gehen würde mit dem Vorwand, dass er sich nicht trauen würde dich selber zu fragen.“ Karin zog eine Augenbraue hoch.
„Und welche Ausrede hatte er benutzt?“, wollte das Mädchen wissen.
„Er meinte er wäre ein heimlicher Verehrer von dir und traut sich nicht dich anzusprechen, da du ja einen Verlobten hättest.“ Das lilahaarige Mädchen nickte.
„Ja, das klingt eindeutig nach Ren, es muss immer irgendwas sexuelles oder beziehungstechnisches sein. Und was hast du geantwortet?“, wollte Karin noch wissen.
„Da ich ja nicht wusste, wer er war, sagte ich gar nichts zu ihm. Ich glaube damit habe ich ihn ganz schön verärgert.“ Die Frau legte einen Finger an die Lippen und sah nachdenklich in die Luft.
„Na ja, so lange er nicht vor hatte dich rum zu kriegen...“ Karin schmunzelte. Auch Fumio begann zu kichern.
„Nein, das nicht, aber ich glaube Izuka hätte ihm auch die Leviten gelesen.“ Die Mädchen begannen zu lachen, während die Jungs nicht wirklich verstanden, weshalb sie sich plötzlich wieder so gut vertrugen. Kenta räusperte sich.
„Heißt das nun, dass ihr dennoch mit unserer Beziehung einverstanden seid, auch wenn Karin etwas anders ist?“ Fumio und Izuka sahen sich kurz in die Augen, ehe sie anfingen zu lächeln.
„Ja, wir sind einverstanden, unter einer Bedingung“, meinte die Frau herzlich.
„Welche Bedingung?“ Kenta zog Karin zu sich in die Arme.
„Ich bin die Erste, die erfährt, wenn Karin schwanger wird.“ Euphorisch funkelte die Blauhaarige das Mädchen an, welche erstaunt durch die Gegend sah.
„O-okay? Meinetwegen“, antwortete die Lilahaarige. „Aber apropos schwanger...“ Karin rückte näher an die Frau heran und flüsterte ihr etwas ins Ohr, weshalb sie rot wird wie eine Tomate. „Aber dazu noch eine Frage. Wusstest du das vorher schon, oder ist dir das jetzt auch neu?“, wollte das Mädchen wissen. Nach einer kurzen Schweigeminute sah Fumio ihrem Gegenüber tief in die Augen.
„Ich wusste das schon seit einer kurzen Weile, wusste nur nie, wie ich euch das sage.“ Sie knetete ihre Hände miteinander.
„Was denn?“ Auch Izuki war neugierig, was die beiden Mädchen miteinander tuschelten.
„Na ja.. scheinbar... bin... ich... wieder... schwanger... Izuka-kun.“ Die Frau wich dem Blick ihres Freundes aus. Sofort schloss er sie in seine Arme.
„Dieses Mal werde ich euch garantiert nicht allein lassen.“ Er freute sich für sie. Er freute sich für die ganze Familie, auch dass sie so besonders war.

Ja, alle im Raum waren glücklich, absolut alle.

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Ohaiyo mina!! (<-- Hab keine Ahnung, ob das so richtig geschrieben wird) :DD

Bis vor zwei-drei Jahren war Cheeky Vampire eines meiner Lieblingsmanga und vor kurzer Zeit überlegte ich mir den einfach mal wieder zu lesen und kam dann auf diese Idee. ^^
In diesem Kapitel sollte es halt um die Entdeckung Karin als Vampir gegenüber Fumio, Kentas Mutter gehen. Im nächsten und letzten Kapitel geht es dementsprechend um Rückkehr zur Familie Marker.

Ich dachte als kleines Zwischenprojekt wäre das vielleicht eine gute Idee ^~^

Wer Fragen hat, darf sich jederzeit bei mir melden. Ich schreibe so bald wie möglich zurück :)

Alles Gute wünscht
eure Soma
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