Raven King Countdown

von Vermis
GeschichteAllgemein / P12 Slash
Adam Parrish Blue Sargent Joseph Kavinsky Noah Czerny Richard Campbell Gansey III Ronan Lynch
12.04.2016
25.04.2016
15
21.933
3
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13.04.2016 962
 
Ich muss dieses Kap gleich hinterherschieben, weil ich ja zu spät anfange. Aber nun ja, so ist es nun. x)

Day 2favourite character


(Ronan Lynch. Ich liebe sie alle. Ich liebe Kavinsky. Ich liebe Gansey. Aber am meisten liebe ich Ronan. Ich habe meinen Kuschelhai nach ihm benannt.)

Krach


Ronan hasste Stille. Er vertrieb sie mit Musik und Krach und einer jungen Rabendame, die Stille genauso hasste wie er selbst. Er ließ sie nicht an sich heran.

Krach war eine besondere Leidenschaft von ihm. Viele Menschen wussten es nicht, aber zwischen den Takten mancher Musik lauerte die Stille – nicht leise, sondern brüllend laut und wenn Ronan seine Kopfhörer trug und gar nicht damit rechnete, konnte sie ihn überwältigen und niederdrücken.

Krach war anders. In Krach steckte keine Stille, keine Regelmäßigkeit, kein Takt. Das Zerbersten von spröden Stoffen, das Reißen von Stoff und das Splittern von Glas oder Keramik. Das Klirren und Scheppern und Quietschen.

Zerstörung hat eine Musik, die das genaue Gegenteil von Schönheit ist und Ronan hatte Angst vor Schönheit.

Schönheit, Takt und Regelmäßigkeit – irgendwas daran mochte er nicht. Es gab ihm das seltsame Gefühl, zu etwas gezwungen zu werden. Dafür, es gut zu finden und mitzumachen und das wollte er nicht, alles in ihm sträubte sich dagegen.

Die Stille erinnerte ihn an die Schober. Dort war es nie still gewesen, nur ruhig. Aber seine Mutter auf dem Sofa war still gewesen und die Kühe im Stall.

Leben war nicht still und nicht geordnet. Das Leben hatte keinen Takt, nur den, den die Menschen dem Leben aufdrückten. Die Ordnung blieb nie lange ordentlich, weil sie nur geschaffen war, um etwas zu verstehen, das man nicht verstehen konnte.

So oder so – Ronan mochte Krach. Er mochte Unordnung und Musik, die andere Menschen furchtbar fanden, weil sie ganz und gar unstimmig war und deswegen so richtig.

Er liebte Autorennen, weil sie chaotisch waren und dreckig. Er liebte Monmouth Facturing, weil auch hier immer noch das Chaos unübersehbar war und alles nicht so, wie es sein sollte. Er liebte Chainsaw.

Er liebte die Liebe, die irgendwie auch immer alles durcheinanderwirbelte, wie er es liebte, wenn Wind Frisuren zerstörte und Staub sich hauchfein auf Haut legt. Henrietta war dreckig und die richtigen Autos waren es auch und machten außerdem noch Krach.

Ronan liebte Chaos und Krach. Und manche Dinge, die er liebte, konnte er gar nicht erklären, aber genau das beruhigte ihn auch, denn alles erklären zu können, hieß nur, dass man alles in Schubladen gepackt hatte und das wäre wiederum so widerlich ordentlich.

Lieber stieß Ronan einen von Ganseys Bücherstapel um und freute sich über das dumpfe Geräusch. Danach freute er sich über Ganseys Blick über seine Brille hinweg, weil der genauso dumpf war. Zuletzt freute er sich über Chainsaws Krallen, die über die Haut seiner Schulter schabten.

Ronan nahm diese Momente in sich auf, weil er seine Träume aus seinem Leben speiste und er konzentrierte sich ein wenig mehr auf positive Aspekte. Fürs Leben selbst und in Hoffnung auf seine Träume.

Der vielleicht schönste Krach war ein ehrliches Lachen. Leider waren Dinge wie die Suche nach walisischen Königen oder verschollenen Müttern oder das Tod-Sein oder Paktieren mit geheimnisvollen Wäldern keine guten Gründe, um zu lachen, aber Ronan mochte auch die Unordnung an all diesen Dingen und die Unmöglichkeit.

Wenn er so darüber nachdachte, mochte Ronan ziemlich viele Dinge. Vielleicht weil wilde Freude so etwas Ähnliches wie Krach im Herzen war. Oder weil Hass zum einen anstrengend und zum anderen so nervtötend zielgerichtet war.

Wut war gut, manchmal zumindest. Ein bisschen Wut auf die Welt, was man darin äußern konnte, Bücherstapel umzustoßen oder gegen eine Wand zu schlagen. Stampfen mochte er auch.

Tatsächlich tat Ronan immer ein bisschen wütender als er wirklich war, um mehr Krach machen zu dürfen, ohne dass jemand wirklich genervt war.

(Außer Adam, aber der war ja schnell von allem genervt. Und so voller Unverständnis für Unkontrolliertheit. Ronan mochte es, Adam aufzuwühlen. Wenn Adam sich durch die Haare fuhr, fühlte Ronan sich, als könnte er Wind in Adam säen.)

((Ob er eines Tages Sturm ernten würde? Ronan hoffte es.))

Gansey seufzte und stapelte die Bücher neu. „Das sind welche von Malory“, erklärte er, als wäre das ein Grund, sie nicht umzustoßen.

Ronan bewegte sich durch das Miniaturhenrietta und sah aus dem Fenster, von dem aus man den Parkplatz sah. „Kommt Parrish heute? Oder Sargent?“

Je mehr Leute, desto mehr Krach und desto mehr Chancen auf ein Lachen, überlegte er.

„Bestimmt.“ Gansey legte das letzte Buch ab. Er sah Ronan nachdenklich an. „Wollen wir nachschauen, ob man die Sterne heute sieht?“

Ronan grinste. Das Röhren des Camaros in der Ruhe der Nacht war vielleicht sein zweitliebster Krach. „Mach mich nicht so plump an“, forderte er und strich über Chainsaws Brust. „Aber klar. Wir könnten gucken, ob wir irgendwo einen Kaktus finden.“

„Lynch. Wozu brauchen wir einen Kaktus?“, fragte Gansey und steckte die Autoschlüssel in seine Hosentasche. „Noah, wir sind eine Weile weg!“, rief er durch Noahs Zimmertür, ob er nun da war oder nicht.

Ronan zuckte mit den Schultern, woraufhin Chainsaw protestierend flatterte und sich in seine Schulter krallte. „Ich wollte ihm noch was zum Einzug schenken. Hab’s bisher verpennt.“

Gansey sah ihn dumpf an.

Ronan ging voran und riss die Türen schwungvoll auf. Er fragte sich, wann Gansey zwischen all den Versuchen, seine Gefühle für Blue zu verstecken, bemerken würde, was Ronan für Adam empfand.

Andererseits war es okay, wenn Gansey nichts von dem Chaos in Ronans Herzen wusste, weil er sonst vielleicht versuchen würde aufzuräumen.

Ronan schmiss die Tür zu und stieg mit Gansey in den Camaro, der schnaufend und Krach-machend zum Leben erwachte und alle Stille aus dem Auto vertrieb.

Chainsaw krächzte in Ronans Ohr und alles war okay für diese Nacht.
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