Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Die Begegnung mit Serapia

von RedFlower
KurzgeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
OC (Own Character)
12.04.2016
12.04.2016
1
2.708
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
 
12.04.2016 2.708
 
Nachdem sie sich von der Gruppe der anderen Halbgötter abgesetzt hatten, zogen Laina, Kalevi und Takeo alleine weiter durch Asien. Takeo wollte ihnen ihr Dorf zeigen und Laina und die anderen hatten ihrer Gruppe versprochen, dass sie sich wieder sehen würden. Zwar konnten sie noch nicht sagen, wann dieser Tag kommen würde, allerdings zog die Gruppe der bekanntesten Halbgötter dieser Welt nicht nur den Ruhm sondern auch die Gefahren an wie Mist die Fliegen. Deshalb würden sie sie ganz sicher irgendwann wieder treffen. Geschichten sprachen sich schnell herum, auch in Asien.
Takeo und Kalevi waren zwar nicht die besten Freunde, weil sie sich gänzlich unähnlich waren, allerdings hieß das nicht, dass sie sich nicht leiden konnten. Jeder der drei wusste den anderen zu schätzen und verlassen konnten sie sich, nach allem was sie bisher durchlebt hatten, sowieso aufeinander. Obwohl man nicht leugnen konnte, dass Kalevi der wunde Punkt der Gruppe war, wenn es um Loyalität ging.
Als Laina noch im Norden gelebt hatte, war ihr Kalevis Untreue egal. Denn auch wenn er mal hier mal dort war und hin und wieder verwerfliche Dinge tat, schien er der einzige zu sein, der sie verstehen konnte. Heute wusste Laina, dass sie damals nicht die einzige Halbgöttin im Kreis Sandviken gewesen war, sondern dass Kalevis Verständnis daher rührte, dass auch er einer war. Laina war Kalevi deshalb sehr böse gewesen aber verzieh ihm alsbald wieder, als er in der Gruppe der Halbgötter, in die er wenig später als er dazu stieß, nicht recht Anschluss gefunden hatte. Laina wusste das er sich nicht gerade leicht damit tat Freundschaften zu schließen. Einstweilen machte er auf allen eher einen Feindseeligen Eindruck. Dieser beruht vermutlich auch darauf, dass Kalevi der Sohn des Gottes Loki war. Allseits bekannt für Schabernack und eben genau dem, womit man Leute recht schnell abschrecken kann. Seine Herkunft und sein innerer Zwist mit dem Bösen hatten Kalevi die zwei Gesichter eingebracht – Schizophrenie. Während Loki Kalevi als schwach strafte, konnte Laina für ihn Verständnis aufbringen. Naja. Auch wenn Kalevi sich im Kämpfen ruhig etwas fortbilden konnte. Zu lange hatten er und sie sich allein auf ihre Fähigkeiten als auf ihre Kräfte beschränkt.
Laina war die Tochter von Tyr, einem weiteren nordischen Gott. Er vermachte ihr die Kraft Waffen heraufbeschwören zu können. Seitdem sie einen schwierigen Kampf bestritten und zusammen mit ihren Freunden gewonnen hatte, besaß Laina ebenso die Fähigkeit Illusionen zum Leben zu erwecken. Zugegebenermaßen setzte ihr die damit einher gehende Veränderung ihres Geistes eindeutig zu. Allerdings hatte Jokka, eine Freundin aus der Halbgottgruppe ihr einpaar Tipps gegeben nicht vollends durchzudrehen. Jedoch wusste Laina auch nicht, inwiefern Jokka diesen Punkt schon selbst überschritten hatte.
Während Laina sich also in der Erschaffung von Illusionen übte, hatte Takeo festgestellt, dass er als Schutzschild für die anderen fungieren konnte. Er konnte es gerade mal um einen Meter um sich herum ausweiten, aber das war ein Anfang. Takeo hatte von seiner Mutter, der Göttin Shakti, die Fähigkeit der Diplomatie vererbt bekommen, womit er v.a. Menschen schnell wieder beruhigen und wenn er wollte, auch überreden konnte. Allerdings hatte er von seiner Mutter ebenso sie Gute übernommen, Menschen zu schützen und vor Unheil zu bewahren.
Kalevi stellte mitunter fest, dass er einen eigenartigen dunklen Rauch erzeugen konnte. Für ihn selbst glitzerte die Luft nur eigenartig, aber er konnte alles sehen. Die anderen teilten ihm jedoch mit, dass sie dadurch blind für alles um sie herum wurden. Wir er das jedoch einsetzen sollte, wusste er bisher noch nicht so recht und ärgerte sich, dass sie anderen Leute mit besseren göttlichen Gaben beschenkt wurden. Musste wohl an seinem umsorgenden Vater liegen, dachte er sich.
Während die drei sich also auf den weiten weg nach Xijancun machten, übten sie sich zusammen an ihren Kräften. Laina schaffte es mehrfach Kalevi in einen nicht existierenden Apfel beißen zu lassen, was Kalevi ziemlich wütend machte, Takeo schaffte es irgendwann den Schutzschild um 3 Fuß zu erweitern und Kalevi beschäftigte sich noch viel intensiver mit seiner Kraft. Er war neugierig und Hartnäckig. Nicht mal Takeo konnte ihn überzeugen eine Pause ein zu legen. Kalevi konnte ziemlich bald seinen Rauch nicht nur auf eine große Fläche, sondern bald auch auf große Distanz ausstrecken, wenn auch nicht so konzentriert oder breitflächig, wie er gerne wollte. Dennoch erstaunte es Laina und Takeo jeden Tag aufs Neue.
Seitdem Takeo einen Fuß über die nicht sichtbare Grenze seiner Heimat gesetzt hatte, hörte er nicht mehr auf zu Grinsen. Ein sehr schönes Grinsen wie Laina fand. Es steckte sie an, ob sie wollte oder nicht. Sie wusste genau wie er sich jetzt fühlte. Alsbald begann Tak von allem möglich zu erzählen. Wo es sich im Sommer, bei großer Hitze immer am besten aushalten ließ, welche Scherze er und seine Freunde hier im Dorf gemacht und erlebt hatten, welche Feste gefeiert wurden und wie sehr er die Darsteller verehrt hatte… Laina wurde nicht eine Sekunde müde ihm zuzuhören. Ganz im Gegenteil zu Kalevi der hin und wieder einpaar schiefe Töne sang, um Taks „Gelaber“ nicht ertragen zu müssen.
Die Gruppe war an einem Turm aus Smaragden gestartet, dem „Jadeturm“ der Laina und Kalevi jedoch nicht bekannt war, dafür Takeo umso mehr. Der Jadeturm war eine Legende, in dem Dorf, aus dem er kam, weil die Asiaten nicht zu den reisefreudigsten Menschen gehörten. Takeo hatte den Turm das erste Mal mit eigenen Augen gesehen und konnte nun bestätigen, dass die Pracht, von der man sich erzählte, tatsächlich wahr war: Die wunderschönen Panoramen in den Smaragdmauern, der prachtvolle Garten… Die anderen sprachen von einem sehr luxuriösen Aufenthalt der für Erholung und konzentriertes Training sprach. Vielleicht, oder gerade deshalb, trainierten drei Ausreißer untereinander sehr viel. Laina konnte sich von Takeos Kampfkünsten einiges abgucken und er profierte davon gegen ihre Waffen trainieren zu können. Kalevi war ja, wie schon gesagt, eher der Faulere. Laina vermutete, er würde eines Tages Meister seiner Fähigkeiten sein, allerdings mit dem Opfer, dass die Kampfkunst weiter darunter litt.
Während die drei sich ihrem Zielort, der Gemeinde von Xijancun näherten, durchquerten sie viele Dörfer. Manche schienen von ihnen gehört zu haben. Es machte den Eindruck, als hätte der große Rum der anderen Halbgötter auf sie aufgefärbt. So konnten sie hin und wieder von ein paar Freigetränken oder –mahlzeiten profitieren.
Als sie gerade in Bazhon ankamen, wie Takeo ihnen sagte, stellten sie fest, dass sie geradezu in einen großen Tumult gelaufen waren. Soldaten hatten sich unter die Menschen auf dem Wochenmarkt breit gemacht, die die Leute zusammen trieben. Der Markt war fast so groß wie das Dorf und schien den Leuten am Herzen zu liegen, diese bestanden jedoch fast nur aus alten und wehrlosen Menschen. Die drei warfen sich Blicke zu, die sowohl aussagten, dass hier mal wieder etwas Unerhörtes im Gange sein musste, als auch, dass sie nicht einfach das Dorf durchqueren würden, ohne diesen Aufstand zu beenden. Naja. Außer Kalevi, der stand abseits an einem Stand mit Backwaren und konnte sich nicht entscheiden.
„Kalevi!“ donnerte Laina strafend. Kalevis Kopf zuckte zwischen seine Schultern, als hatte er erwartet Laina oder der Feind stehe schon mit erhobenem Schwert hinter ihm und drehte sich dann langsam rum. Mechanisch nahm er gleichzeitig eine Art rundes, glänzendes Brötchen aus der Hand der Verkäuferin, die sich hektisch verbeugte. Danach nahm sie das, was als ihre Kasse fungierte und sah, dass sie davon kam.
„Ich hab Hunger! Mit leerem Magen kann ich nicht kämpfen…!“ erklärte sich Kalevi und nahm einen großen Bissen von dem Brötchen. Laina sah erst jetzt, dass es mit Rosinen gespikt war und rollte stöhnend mit den Augen.
„Du kannst auch so nicht kämpfen.“ Sag Tak ihn bedeutend an und brach sich ein Stück von Kalevis Brötchen ab, bevor Levi etwas dagegen tun konnte. Jetzt steckte Haru, Taks kleiner pelziger Begleiter die Nase aus dessen Rucksack. Ob es wegen dem Tumult war, oder weil er das Essen gerochen hatte war schlecht zu sagen. Tak gab ihm trotzdem etwas ab.
„Wenn ihr dann mal fertig gegessen habt, sollten wir uns um diese Menschen da kümmern.“ Sagte Laina und deutete mit der Spitze ihres Schwertes, dass soeben in ihrer Hand erschienen war, auf einen Mann, der im Genick gepackt und weggeschleudert wurde. Kalevi brummte hetzt und stopfte den Rest seines Brötchens in seinen Mund um sich danach die Hände abzuputzen.
„Mach dich mal nützlich, mit deinem Rauch.“ Sagte Laina und beobachtete Levi. Dieser kaute umständlich runter und hustete dann leicht.
„Etwas zu trinken wäre jetzt nicht schlecht, aber na gut! Was man selbst gerne hätte, wird hier wohl wenig beachtet!“ Kalevi atmete dann tief durch und breitete die Arme aus. Dunkle Nebenschwaden waberten scheinbar aus dem Nichts auf und trieben sich wie ein Keil zwischen Soldaten und Opfer. Kalevi lächelte zufrieden, als einige der Soldaten verwirrt von ihren Opfern ab zu lassen begannen, die dann das Weite suchten, als weiter hinten in der Menge plötzlich Kampfgeräusche laut wurden.
Die drei sahen sich verwirrt an. Es klang eindeutig nach Metall auf Metall. Das konnten schlecht die Marktbesitzer sein. Kalevi zog seine Nebel zurück und sahen dann eine schmale Gestalt wie besessen gegen 3 Soldaten gleichzeitig kämpfen. Sie schwang ihren Streitbogen durch die Kehle eines Soldaten und Millisekunden darauf schon wieder Pfeile auf die anderen Männer in Rüstung. Die beiden sahen ihr gespannt zu, wie sie sich unter den Schwerthieben ihrer Gegner hindurch wandte und selbst mit einem kleinen Dolch zustach. Sie kam erstaunlich gut klar und die anderen waren sich sicher, dass sie ebenso eine Halbgöttin sein musste. Als sie jedoch die Oberhand zu verlieren schien, stiegen die anderen drei in den Kampf ein und mischten die Soldaten mit auf. Sie stellten ihr Gepäck ab. Kurz darauf kletterte der kleine Panda hinaus und verschwand. Laina schickte als erstes einen Greifvogel auf die Köpfe der Gegner los, ihre momentan beste Übung, der die Soldaten dazu brauchte vor Schreck ihre Gefangenen fallen zu lassen. Die Opfer der Soldaten rannten weg und Laina stellte sich ihrem Angriff. Takeo zog das Schwert seines Vaters und wehrte die Angriffe der Soldaten ab, nachdem er zwei andere von der Seite überrascht hatte. Tak wollte sich eigentlich zu der Halbgöttin durchschlagen um ihr zu Hilfe zu kommen, sah dann aber zu seiner Verblüffung, dass Kalevi  schneller war. Als Tak einen zweiten Blick auf die hübsche Gestalt der Fremden warf, war er allerdings nicht mehr zu verblüfft.
Kalevi stellte sich auf dem Weg zu ihr nicht so dumm an, wie Tak und Laina es vermutet hätten. Jedoch wurde der Kreis aus Soldaten um ihre Feindin bereits sehr dicht und Kalevi musste sich sehr anstrengen. In der Zwischenzeit gingen der Halbgöttin die Pfeile aus. Sie hing ihn wieder über ihren Rücken und zog stattdessen schnell das Schild nach vorne um die auf die nieder prasselnden Hiebe abzuschirmen. Unter den Schlägen wurde sie sichtbar immer kleiner. Auch Kalevi kam bald gegen den Ansturm nicht mehr alleine an und verzog wütend das Gesicht. Er ließ sein Schwert, Schwert sein und holte tief Luft. Als jemand, der sich seit jeher mehr auf sein Feuer spezialisiert hatte und sich mit Aurora und anderen feuerbändigenden Halbgöttern befassen musste, war er beinahe ein Meister der Feuerbeherrschung. Er erzeugte einen Feuerball und blies eine Feuerfontäne ihn durch die Menge der Soldaten. Die sich um sie versammelt hatten. Viele sahen dies nicht kommen und hielten sich vor Schmerzen das Gesicht. Auch Laina und Tak hatten mittlerweile den Großteil der Soldaten in die Flucht geschlagen. Der Rest floh aus Angst. Levi streckte einen der letzten Soldaten nieder, die noch so kühn waren, es mit ihnen aufzunehmen. Laina setzte wieder ihren wildgewordenen Greifvogel auf die letzten beiden an, der sie im Sturzflug attackierte. Da ergriffen sie die  Flucht. Laina und Tak lachten und gesellten sich zu Kalevi, erleichtert, wie nach einer getanen Arbeit. Kalevi schnaufte tief durch. So viel hatte er ja in den letzten Wochen schon lange nicht mehr machen müssen.  Dann sah er hinab zu der Fremden, die hinter ihrem Schild hervor lugte, um zu sehen, ob die Luft rein wäre. Sie stand dann rausch auf, aber versteckte sich weiter hinter ihrem Schild.
„Wer seid ihr?“
„Wer bist du, Halbgöttin?“ fragte Takeo grinsend, frei heraus. Serapia sah skeptisch zwischen den dreien hin und her. Befand sie aber dann wohl aus vertrauenserregend.
„Ich heiße Serapia, Tochter von Tlaloc…“
„Tlaloc, hm? Hört sich stark nach Aztuura an, wenn ihr mich fragt.“ Wandte Laina lächelnd ein.
„Was hattest du hier zu suchen? Zwischen diesen ganzen Soldaten? Du hättest drauf gehen können!“ wandte Kalevi ein. Immerhin war es für ihn selbst auch nicht gerade ein Kinderspiel gewesen. Serapias Blick zuckte zu Kalevi und sie meinte nur schelmisch:
„Du hast mich ja gerettet.“ Laina und Takeo warfen sich einen fragenden Blick zu, dass beschlossen sie gemeinsam das Dorf zu verlassen und ihr Lager aufzuschlagen.
Serapia erzählte ihnen im ihre halbe Lebensgeschichte.  Wo sie aufgewachsen war, wie es dazu gekommen war, dass sie mutterlos in einem Dorf von fremden aufgenommen wurde, was sie konnte und wie sie kämpfen gelernt hatte. Bald wussten die drei so viel über Serapia, sodass sie nicht zögerten ihr von ihren Geschichten zu erzählen.
„Wow. Ihr habt ganz schön was erlebt. Scheint so, wenn man sich eurer Gruppe anschließt gerät man ganz schön in Schwierigkeiten. Vermutlich hänge ich jetzt schon mit drin.“ Scherzte Serapia. Die anderen wussten allerdings, dass sie nicht ganz Unrecht hatte und verkniffen sich die Wahrheit an dieser Stelle.
In den nächsten zwei Tagen würden die drei und mittlerweile ergänzt durch Serapia Xijancun erreichen. Serapia hatte erzählt, dass sie sich auf Reisen begeben hatte um ihre Heilerfähigkeiten weiterzubilden. Sie wusste, dass sie eines Tages zurück nach Aztuura musste, aber offenbar war das nicht innerhalb der nächsten Wochen notwendig.
Als Laina und Takeo sich in der Nähe eines Bauchlaufs schlafen legten, sah Laina Levi und Serapia noch zusammen am Feuer sitzen. Sie hatten gesagt, sie würden auch gleich schlafen gehen, aber danach sah es nicht aus. Laina wusste nicht so recht, was sie davon halten sollte. Kalevi konnte ein Aufreißer sein, daran war Laina gewohnt. Aber diesmal war es anders. Das spürte sie, auch wenn sie sie von hier durch das gurgeln des Baches nicht hören konnte. Kalevi und Laina waren untereinander immer die einzigen gewesen, sie sich einander geöffnet hatten. Dass Laina diesen Platz seitdem sie Sandviken verlassen hatte, nicht mehr besaß, schmerzte ihr jetzt.
Kalevi war nicht der Typ für lange, langweilige Gespräche. Aber Serapia genoss nun seine volle Aufmerksamkeit. Nicht zuletzt, weil sie über Feuer und Eis sprachen.
„Du kannst also Feuer beherrschen?“ fragte Serapia, als Laina und Takeo ihre Schlafstätten bezogen hatten.
„Und du offenbar nicht.“ Erwiderte Kalevi nur und stocherte in ihrem Lagerfeuer mit einem Stock herum. Serapia schnaubte belustigt.
„Nein. Ich beherrsche das Eis.“ Sagte sie. Kalevi erwiderte interessiert ihren Blick und nahm zum ersten Mal ihre blauen Augen wahr, die von ein paar feinen, blonden Strähnen umrahmt waren und deren Blick sich in seine Augen bohrten. Levi räusperte sich.
„Eis… Kommt mir bekannt vor.“
„Schon witzig, oder? Du kommst aus dem eisigen Norden und bist verwoben mit dem Feuer. Und ich komme aus dem Süden, aber durch meine Adern fließt eine starre Kälte…“ sagte sie nachdenklich. Dann lachte sie auf, „Verschiedener könnten wir wohl kaum sein!“
„So witzig finde ich das gar nicht.“ Widersprach Kalevi und stocherte weiter mit starrem Blick in dem Feuer herum. Pias Lächeln schmolz zu einer Linie und sie schluckte.
„Du hattest damit wohl auch so deine Probleme, was?“ fragte sie an. Levi warf ihr nur einen bedeutungsvollen Blick zu. Serpia nickte nach einem Moment und strich sich die Haarsträhnen hinter die Ohren.
„Ich weiß, wie das ist. Das kannst du mir glauben. Wenn man sich fragt, was einen ausmacht, was man ist. Warm oder kalt.“ Sie zog die Beine an und schlang die Arme darum, als wäre ihr das Thema unangenehm. Kalevi warf ihr einen Blick aus den Augenwinkeln zu und atmete tief durch. Die beiden sprachen noch eine ganze Weile miteinander. Es stellte sich raus, dass Serapia mehr von ihm hatte, als er selbst zugeben wollen würde. Er wollte es sich selbst nicht eingestehen, aber er wollte nicht, dass ihr Gespräch je aufhörte. Am Ende, kurz bevor seine Augenlider zu fielen, wusste er nicht mehr ob es dabei um das Thema, das Verständnis, dass sie aufbrachte oder ihre Stimme ging, die er keine Sekunde vermissen wollte.
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast