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Der Weg des Uhrenmachers

von dodevina
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Sci-Fi / P16 / Gen
Claire Bennet Gabriel "Sylar" Gray Nathan Petrelli Noah Bennet OC (Own Character) Peter Petrelli
11.04.2016
06.04.2017
2
1.635
1
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06.04.2017 994
 
[ Kapitel 1 ]

„Alice, was machst du da?“, Samson stand im Türrahmen. Sie blickte ihn kurz an, dann richtete sich ihr Blick auf den schwarzen Rucksack. „Ich.. ich habe noch etwas in Gabriels Rucksack gepackt. Was ist mit dem Ausflug? Wo gehen wir hin?“, versuchte sie abzulenken. Er schluckte. „Ist eine Überraschung. Wenn alles gepackt ist, dann können wir los.“, antwortete er.

Gabriel sass immer noch vor dem Fernseher, völlig vertieft in den Cartoon. Samson lief ins Wohnzimmer und setzte sich zu Gabriel. „Ich darf mich sicher hier hinsetzen oder müsste ich erst um Erlaubnis bitten?“, fragte er neckisch. Der kleine Junge, mit den pechschwarzen Haaren und den unschuldigen, braunen Augen sah ihn bloss an. Er schüttelte den Kopf. „Nein. Aber Nora muss um Erlaubnis bitten.“, er grinste seinen Vater breit an. Dieser lächelte schwach zurück und erhob sich wieder.

Währenddessen verschwand Alice in der Toilette, um sich den seltsamen Zettel genauer anzusehen. Sie schloss die Tür vorsichtig ab und begann den Zettel aus der hinteren Hosentasche rauszukramen.
Die Neugierde wuchs in ihr, mit jeder Sekunde immer mehr. Während sie versuchte, den Zettel möglichst geräuschlos aufzumachen, klopfte es an der Tür.

Beinahe fiel ihr der Zettel in die Toilettenschüssel. „Alice, es wird Zeit zu gehen. Gabriel und ich gehen schon mal zum Wagen.“, rief Samson von der anderen Seite der Tür. „Ich komme gleich.“, nervös faltete sie den Zettel auseinander. Was sie auf diesem Zettel erblickte, verstörte sie ungemein. Es war eine Zeichnung. Sie vermutete, dass dies Gabriels Werk war. Man konnte auf der Zeichnung zwei Personen erkennen. Die eine lag auf dem Boden, verletzt und voller Blut. Und die zweite Person stand daneben, war wohl der Täter. Wie kam ein 5-Jähriges Kind dazu, solch grausame Dinge zu zeichnen? Hat er irgendetwas im Fernsehen gesehen?

Sie wollte sich bei Gelegenheit direkt an Gabriel wenden. Wenn Samson davon erfahren würde.. Das würde mächtig Ärger geben. Gabriel war noch ein Kind und Alice war der Meinung, man musste mit ihm sanft umgehen. Samson hatte eine strenge und unsanfte Art, doch er war kein schlechter Vater. Gabriel sollte nicht in Angst aufwachsen. Schnell stopfte sie den Zettel wieder in die hintere Hosentasche, nahm Gabriels Rucksack und schloss die Tür auf. Die beiden Abenteurer warteten schon auf sie.

Hastig nahm sie noch ihre braune Jacke vom Kleiderhaken und zog ihre beigefarbenen Stiefel an. Nun war sie bereit, was auch immer auf sie zukommen mochte. Noch kurz kontrollierte sie, ob alles ausgeschaltet war. Der Fernseher, der Ofen, das Bügeleisen. Alles war ausgeschaltet. Mit einem sicheren Gefühl konnte Alice das Haus verlassen. Sie nahm ihre Handtasche, Gabriels Rucksack und öffnete die Tür. In der Einfahrt erblickte sie ihren Ehemann Samson und ihren Sohn Gabriel. Sie verstauten etwas im Kofferraum, setzten sich dann in den silbernen Volvo und warteten nur noch auf sie.

Gabriel sass still auf dem Rücksitz und beobachtete seine Mutter, wie sie die Haustür zuschloss. Er wendete sich kurz mit dem Blick nach vorne, zu seinem Vater. Dieser blickte in den Rückspiegel, ein Ausdruck von vollkommener Zufriedenheit war erkennbar. Aber etwas war anders, als sonst. Alice näherte sich dem Wagen, öffnete die Beifahrertür und setzte sich hinein. „Haben wir nun alles eingepackt? Können wir los?“, fragte Samson nach. Er blickte Alice, dann Gabriel an. Beide schwiegen. Samson deutete das Schweigen als Zustimmung. Er startete den Wagen und fuhr los. Gabriel blickte aus dem Fenster und starrte das Nachbarhaus an. Er sah Nora draussen auf der Veranda stehen.

Sie winkte ihm zu. Gabriel winkte zurück, hielt die rechte Hand gegen das Fensterglas. Der silberne Volvo fuhr langsam weg und Nora rannte bis zum Ende der Strasse, um dem Wagen zuzuschauen, wie er sich immer weiter entfernte. Hoffentlich wird mein bester Freund bald wieder zurückkommen.
Gabriel war ihr einziger Freund. Alle anderen Kinder behandelten sie so, als wäre sie ein Parasit, infiziert mit einem hochansteckendem Virus.

Nora konnte sich nicht erklären, warum sie niemand mochte. Gabriel war der Einzige. Doch seit dem letzten Mal schien er distanzierter. Dabei wollte sie ihm nur einen neuen Zaubertrick zeigen, den sie erlernt hatte. Sie befürchtete, dass er sie nun auch nicht mehr mochte. Der Gedanke machte sie traurig, denn ohne Gabriel ging es ihr nicht gut.
Wie versteinert stand Nora am Strassenrand und hoffte, dass die Familie Gray plötzlich wieder zurückkam. Er hat nicht gesagt, wann sie wieder zurück kommen werden.
Sie zitterte am ganzen Körper. Der Wind wehte ihr durchs Haar und eine Träne kullerte ihr die Wange herab. „Nora, wo steckst du nun schon wieder?!“, hörte sie eine kreischende Frauenstimme. „Ich komme!“, rief sie zurück, wischte sich die Träne weg und rannte zu ihrem Haus zurück. Sie rannte pausenlos, auch wenn ihre Beine schmerzten. Sie wusste, wenn sie nicht augenblicklich bei ihrer Tante war, so würde sie bestraft werden. Ausser Atem hielt sie sich am Briefkasten fest und blickte umher.

Wütend stampfte ihre Tante aus dem Haus und Nora wusste, dass sie heute ohne Abendessen ins Bett gehen würde. „Was bildest du dir eigentlich ein, hm? Komm jetzt rein!“, unsanft packte sie Nora am Arm und zerrte sie ins Haus. Ängstlich tat sie das, was ihr ihre Tante befahl. Alle nannten sie Tante Ally, weil sie es so wollte. Seit dem Tod ihrer Eltern, gab es nur noch Tante Ally. Und sie machte ihr das Leben unheimlich schwer. „Tante Ally, E-es tut mir Leid. Ich will nicht, dass du sauer auf mich bist.“, entschuldigte sich Nora und spürte, dass ihre Worte nichts brachten. Ally war ziemlich herzlos. Sie mochte wohl keine Kinder, aber war gezwungen auf Nora aufzupassen.

„Hör mir jetzt gut zu, Kleine. Ich bin hier, weil deine Eltern tot sind. Und da ich die Schwester deines Vaters bin, da kann ich auch nicht viel ändern. Ausserdem geben ich mein hart verdientes Geld für dich aus und mit dem Geld hätte ich in die Karibik gehen können. Du wirst mir von nun an gehorchen, sonst wird es unangenehm.. Verstanden?“, sie kam Nora bedrohlich nahe. Nora nickte ängstlich.
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