Der Weg des Uhrenmachers

von dodevina
GeschichteDrama, Sci-Fi / P16
Claire Bennet Mr. Bennet Nathan Petrelli OC (Own Character) Peter Petrelli Sylar
11.04.2016
06.04.2017
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[ Prolog ]


„Gabriel, vergiss deinen Rucksack nicht. Ich habe für dich schon alles eingepackt.“, erwähnte Alice, während sie ihm kniend die Jacke zuschnürte. Sie klang glücklich und ein bezauberndes Lächeln zierte ihr Gesicht. Ihre langen, schwarzen Haare waren zu einem Dutt gebunden. Gabriel lächelte zurück. „Danke Mama.“

Sie gab ihm einen Kuss auf die Wange und erhob sich. Gelassen lief sie zur Küche, um noch ein paar Einzelheiten vorzubereiten. Auf der Theke stand eine leere Flasche, welche sie mit der linken Hand nahm. Sie steuerte direkt auf das Waschbecken zu, um die Flasche mit Wasser zu füllen.

„Wo gehen wir denn hin, Mama?“, fragte er nach. Das Wasser lief, füllte die Flasche langsam. Sie blickte von der Flasche nicht ab. „Nun, wir dachten uns, wir könnten einen kleinen Ausflug machen. Es war eigentlich die Idee deines Vaters. Und ich bin ebenfalls der Meinung, dass wir mehr miteinander unternehmen sollten. Immerhin sind wir eine Familie. Wir gehören zusammen.“, sie lächelte und drehte das Wasser zu.

Er sah sie erwartungsvoll an. „Ich werde nicht mehr alleine zu Hause sein?“, sie drehte sich um. Ihr Gesichtsausdruck veränderte sich zu einer traurigen Miene. Auf die Frage ihres Sohnes konnte sie leider keine richtige Antwort finden.

„Ach, mein Engel. Wir haben es im Moment nicht leicht. Dein Vater befürchtet, dass wir das Haus nicht mehr bezahlen können. Darum musste ich auch einen Job suchen. Und du bist auch nie lange alleine hier. Wenn es dir mal zu viel wird, kannst du jeder Zeit zu Nora gehen. Sie würde sicher gerne mit dir spielen.“

Gabriels Mundwinkel zuckten kurz, dann wischte er sich eine Haarsträhne von der Stirn. „Nora ist komisch. Sie macht mir Angst, Mama.“, sie blickte ihn überrascht an. „Liebling, du magst doch Nora. Warum ist sie jetzt plötzlich komisch? Hat sie dir etwas getan?“

„Nein.. Sie ist einfach nur komisch.“, antwortete er. Seine Mutter verzog das Gesicht, als hätte sie in eine bittere Zitrone rein gebissen. „Liebling, manchmal versteht man sich mit Anderen nicht so gut. Das ist normal. Aber es war bestimmt nicht ihre Absicht, dir Angst einzujagen.“, erklärte sie ihm. Gabriel biss sich auf die Unterlippe, fast so, als wollte er ihr etwas verschweigen.

Er wendete sich ab und ging ins Wohnzimmer, zum Fernseher. Alice beobachtete ihn, wie er sich seelenruhig vor den Fernseher setzte und gebannt den Cartoon schaute, welcher gerade lief. Sie machte sich Sorgen. Sie wusste, dass sich die finanzielle Lage verschlechterte. Und sie konnte es nicht verhindern. Samson, ihr Ehemann, redete kaum noch über sein Berufsleben. Er wirkte oft sehr gestresst und distanziert.

Das Einzige, was sie wusste, war: Er arbeitete in einer Firma, die Papier herstellte. Samson wirkte immer wie ein Mensch, der eine wichtige Mission hätte. Doch in letzter Zeit verstand sie ihn noch viel weniger, als sonst. Vor ein paar Wochen teilte er ihr mit, dass die Wirtschaftskrise sich bemerkbar machen würde und es die Firma nun auch getroffen hätte. Und das bedeutete, dass er zur Zeit sehr mager ausbezahlt werden konnte. Sie machte sich Sorgen und hoffte, dass er keine Kündigung erhielt. Das würde noch fehlen.

Alice stellte die Wasserflasche auf die Theke und lief in Gabriels Zimmer. Die Tür war leicht zugezogen, die Sonne schien sanft durch die Rollläden. Langsam schob sie die Tür auf und trat ein. Der schwarze Rucksack lag auf dem Bett, vollgepackt mit Reiseproviant und Ersatzkleidern. Nur für alle Fälle. Sie wusste genau, dass Gabriel den Rucksack vergessen würde, also nahm sie den Rucksack an sich und wollte das Zimmer wieder verlassen. Plötzlich fiel ihr etwas auf.

Auf dem Schreibtisch lag ein zerknüllter Zettel. Sie näherte sich dem Tisch und nahm den Zettel in die Finger. Vorsichtig begann sie den Zettel aufzumachen. Doch ein lautes Räuspern liess sie aufhorchen. Schnell stopfte sie den Zettel in ihre hintere Hosentasche und blickte auf.

„Alice, was machst du da?“, es war Samson.
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