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Winter

von Phaemonae
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16 / Gen
OC (Own Character) Tiranu Yulivee
07.04.2016
30.11.2017
53
145.182
2
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Dieses Kapitel
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07.04.2016 970
 
Disclaimer: Die Orte und Personen sind das geistige Eigentum Bernhard Hennens. Ich verdiene damit nichts. Alle Rechte liegen beim Autor der Bücher!

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Die junge Selkie liebte die See hier, fernab des Hofes ihres Vaters Eleborn. Hier, weit vor dem Land der Elfen war die See meist äußerst ruhig und zahlreiche Unterwassergebirge ragten in die Höhe. Sie liebte es durch das Labyrinth zu schwimmen, das die Steingebilde formten. Man wusste nie, was man dort entdeckte. Einmal hatte sie sogar eine Truhe entdeckt, die bei rauer See von einem Schiff gespült worden sein musste. Als sie sie geöffnet hatte, waren darin zauberhafte Kleinode zu finden gewesen. Um diesen Schmuck hatten ihre Schwestern sie sehr lange beneidet. Er musste einst einer adligen Elfe gehört haben.
Sie beobachtete voller Staunen den Rumpf eines großen Handelsschiffs, das über ihr hinweg zog. Diese Majestät vermochten nur die elfischen Schiffsbauer zu erlangen. Aus welchem Seefürstentum es wohl kam? Neugierig tauchte sie auf, um es besser betrachten zu können. Die Flagge zeigte eine Nixe, es musste also aus Alvemer stammen. Verträumt beobachtete sie, wie es immer kleiner wurde, während es davonsegelte.
Plötzlich vibrierte die See unter ihr und instinktiv tauchte sie hinab. Das Wasser unter ihr hatte sich trüb gefärbt und das Donnern unter ihr wurde immer lauter. Als die Sandpartikel sich wieder begannen zu setzen, breitete sich unter ihr ein Bild der Verwüstung aus. Ein Gipfel war fast vollständig in sich zusammengestürzt und bildete einen weitläufigen Schuttberg an seinem verbliebenen Fuß.



Die Reise durch Langollion war anstrengend gewesen, aber es hatte sich gelohnt. Auch wenn überall die Schönheit Arkadiens beschrieben worden war, so konnten die wundervollsten Gärten nicht mit den wilden Rosenhainen und ausschweifenden Wäldern des Inselfürstentums mithalten. Auch sie wurden von den Elfen kultiviert, nur erhielten sie sich eine gewisse, trotzige Wildheit. Durch die Lage herrschte hier ein angenehmes, maritimes Klima, mit einer eher kleinen Temperaturspanne, ob der Nähe zu dem Land der Trolle.
Regelmäßig wurden die Küstenstreifen jedoch in den Herbst- und Wintermonaten von Stürmen heimgesucht, die über das Land peitschten.
Zahlreiche Steilküsten ragten in die Höhe und schützten das Inland vor der, manchmal, zornigen See. Doch das Fürstentum betrieb auch ein wenig normalen Ackerbau und zahlreiche, goldene Getreidefelder wogten im Wind und schillerten in der Sonne. Zumindest an den küstennahen Streifen neben dem Gebirge, an denen es möglich war. Es gab hier so viele schöne Motive, dass es schwer gewesen war eine Auswahl zu treffen. Aber nun hatte Rhuiwyn genug Bilder geschaffen. Nur dieses eine fehlte noch.
Der Elf saß auf einer der Steilküsten an der Nordostseite der Insel und blickte auf das Meer vor sich. Vereinzelt zogen Wolken über den klaren, blassblauen Himmel und das Meer glitzerte im Sonnenlicht. Die See war heute sehr ruhig, auch wenn das Geräusch der Wellen, wie sie gegen die Felsen trafen, noch immer ohrenbetäubend, für seine feinen Sinne, war.
In ruhigen, aber effizienten, Pinselstrichen, trug er seine Ölfarben auf die Leinwand, auf der Staffelei vor sich, auf. Dies sollte sein Meisterwerk werden, das ihn überall berühmt machen sollte. Die Fürsten würden sich nach seinen Kunstwerken reißen! Vor allem, nachdem er ihnen sein Bild vom Rosenturm präsentierte. Es war sein bisher bestes Werk. Und das Motiv war sehr dankbar. Der Turm aus hellem Marmor, an dem die Blumen, die ihm seinen Namen gegeben hatten, hochkletterten. Manchmal schimmerten die Steine zwischen den Dornenranken hindurch und die blutroten Rosen waren schöner als jegliche Steinmetzarbeit. Vielleicht, weil sie eine gewisse Wildheit verkörperten. Auch die Wehrgänge und die kleineren Gebäude um den zentralen Turm herum waren mit den Blumen des Fürstentums geschmückt. Die Dachziegel schimmerten im Sonnenlicht in zahlreichen Farben, wie auch immer die Erbauer dies geschafft hatten. Vermutlich durch Magie.
Richtung Inland breitete sich vor dem Besucher die weitläufige Gartenanlage aus, die von Rosenhecken eingerahmt war und an das Große Rosenlabyrinth anschloss. Im Garten standen zahlreiche Pavillions, die von Rosen oder anderen Rankengewächsen eine ungezähmte Note bekamen, ohne ungepflegt zu wirken. Die schmalen Pfade aus hellem Kies bildeten ein verschlungenes Muster, das sich von oben sicherlich vor dem Betrachter entfalten würde. Von unten konnte er es nur erahnen. Ein Jammer, dass die Fürsten dieses Landes so düster und undurchsichtig waren. Sie hauchten dem Land viel zu wenig Leben und Prunk ein, so abgeschieden, wie sie lebten. Obwohl der Fürst der Gefährte der Königin war. Wie auch immer dies funktionierte.
Der Elfenkünstler hatte auch die von der Magie veränderten Landstriche besucht. Sie wurden nicht grundlos als gefährlich bezeichnet. Einige seiner Bilder zeigten diese Orte. Sie waren wahrlich düster und passten zur Vergangenheit und den Herrschern dieses Fürstentums. Glücklicherweise lagen sie in den Wäldern und Gebirgen, sodass kein fruchtbares Land der Mutter der amtierenden Fürsten zum Opfer gefallen war.
Als Rhuiwyn seinen Blick wieder auf die Landschaft vor sich richtete, breitete sich ein besonderes Schauspiel vor ihm aus. Das Meer wich zurück und eine große Welle kam angerast, die jedoch durch die Steilklippe gebrochen wurde. Dies zog sich den gesamten Horizont entlang. Das musste er einfach auf einem Bild festhalten, zu ungewöhnlich sah dies aus! Wie die Welle auf den Betrachter zuraste, nur um von der Höhe der Küste aufgehalten zu werden.
Ergriffen malte er weiter, hatte sich den Anblick aber gut eingeprägt, als eine weitere der seltsamen Wellen heranraste und wieder von der Klippe gebremst wurde. Diese war vielleicht sogar noch etwas höher gewesen. Die Alben mussten ihn lieben, dass sie ihm mit einem solchen Anblick beschenkten! Etwa zehn Augenblicke später raste eine dritte Welle heran, die diesmal jedoch die Steilklippe überragte. Der Maler und seine Staffelei wurden von den Füßen gerissen und, als die Welle sich zurückzog, auf das Meer hinausgespült. Keine Spur blieb von dem ambitionierten Elfenkünstler.



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Diesmal wird der Kapitelabstand deutlich länger sein, da diese Geschichte, im Vergleich zu ihren Vorgängern, noch nicht fertig ist. Sie ist erst am Anfang. Ich hoffe ihr bringt Geduld mit.
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