Geschichte: Fanfiction / Bücher / Reckless / Besser?

Besser?

OneshotAllgemein / P12
05.04.2016
05.04.2016
1
1807
1
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
 
 
Hallo ihr Lieben^^

Ich hatte mal wieder Bock nen kleinen OS zu Jacob und Chanute zu schreiben.
Natürlich würde ich mich über Reviews freuen.(Auch von nicht angemeldeten Lesern, damit ich weiss, ob es sich lohnen würde, eine grössere Story zu den beiden zu schreiben. Bock dazu hätte ich nämlich schon^^
Und jetzt viel Spass beim Lesen^^

LG
Angel<3

P.S: >...< = Jacobs Gedanken. |...| = Chanutes Gedanken

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------



„Chanute?“ Jacob betrat die Schankstube des ‚Menschenfressers‘ und sah sich um. Der Raum war leer, bis auf eine Maus, die unter einem Tisch saß und am Rest eines Stück Brots nagte, dass auf dem Boden lag. Doch von Chanute war keine Spur zu sehen.

Aus der Küche drang ein lautes Scheppern, und Jacob dachte schon, er hätte den alten Schatzjäger gefunden. Doch an dem Fluchen, dass dem Scheppern folgte, erkannt er Wenzel, Chanutes‘ Koch.

Trotzdem ging Jacob zur Küche, den vielleicht wusste Wenzel ja, wo sich sein Arbeitgeber befand.


„Verdammte Mistviecher!“ Kam es ihm entgegen, als Jacob die Tür zur Küche öffnete. Wenzel Stand, mit einem großen Fleischmesser in der Hand, zwischen Unmengen von umgekippten Töpfen und einem offenem Sack Kartoffeln, dessen Inhalt ebenfalls auf den spröden Fliesen verteilt war.

„Drecksladen. Nichts ist sauber, überall Reste. Kein Wunder dass die Mäuse sich vermehren wie sonst was.“, fluchte der Koch weiter. „Wenn das so weitergeht, dann…“ „Wenzel!“, unterbrach Jacob ihn. Er schreckte hoch, hatte Jacob offensichtlich gar nicht bemerkt. „Ach, du bist´s nur.“, murmelte er, als er Jacob erkannte.

„Weißt du, wo Chanute ist?“

„Albert sitzt oben in seiner Kammer. Hat den ganzen Schnapsvorrat geplündert. Muss ihm echt beschissen gehen, wenn er deswegen wieder mit dem Trinken anfängt.“

Das war nicht mal so wahr. Es fiel Chanute sichtlich schwer, seinen Vorsatz zu halten und nicht mehr zu trinken, seit ihn der Alkohol seinen Arm gekostet hat, so dass Jacob die Befürchtung gehabt hatte, dass Chanute diesen nicht einmal einhalten würde. Doch er hatte es getan, aber jedem Tropfen Alkohol, der sich in Chanutes Nähe befand, einen so begehrlichen Blick zugeworfen, dass es Jacob gewundert hatte, dass der alte Schatzjäger überhaupt so lange durchgehalten hatte.

>Wie hattest du glauben können, dass er es für immer schaffen würde, Jacob?<

Dennoch verspürte er einen gewissen Zorn gegenüber seinem ehemaligen Lehrer, sein Versprechen ihm gegenüber gebrochen zu haben.

>Du hättest es wissen müssen. Du kennst ihn.<

Dennoch sagte Jacob nichts und ließ Wenzel in dem Glauben, Chanute besser zu kennen als er.

Jacob schloss die Küchentür hinter sich und stieg die knarrende Holztreppe hinauf ins Dachgeschoss, in dem sich die Zimmer befanden und ging auf die Tür zu, hinter der Chanutes Kammer lag.



Albert Chanute saß auf seinem Bett und sah schlechter aus, als Jacob ihn je in Erinnerung hatte. Die trüben Augen, die tief eingefallen in den Höhlen lagen, blutunterlaufen und mit dunklen Ringen versetzt, seine Wangen waren eingefallen und blasser als das ausgeblichene Leinenhemd, dass er trug.

   Vor Ihm auf dem Boden standen etwa ein halbes Dutzend leere Schnapsflaschen, und auf dem Bett verteil auch noch mal ein ganzes Dutzend, zum Glück aber nur angebrochene.

>Du kennst ihn.<

„Verdammt, Chanute!“, rief Jacob und riss dem alten Schatzjäger die Flasche aus der Hand, bevor er erneut daraus trinken konnte. Doch Chanute kümmerte das nicht, er griff einfach nach einer neuen Flasche.

Jacob schlug ihm auch diese aus der Hand und ging zum Bett, sammelte alle Flaschen, die noch Inhalt besaßen ein und schmiss sie gegen die Tür, wo sie in tausende Scherben zerbarsten.

>Meinst du das bringt etwas? In diesem Haus gibt es immer irgendwo etwas zu Trinken.<

„Hast du vergessen, dass dich der Alkohol deinen Arm gekostet hat?“, schrie er Chanute an. „Du hattest mir etwas versprochen.“ Chanute stierte auf die Fußbodenleiste neben der Tür und antworte nicht.

„Verdammt.“, fluchte Jacob erneut. „Rede mit mir, Chanute!“ Als der Alte wieder nicht antwortete, nahm Jacob eine der leeren Schnapsflaschen und schmetterte sie mit aller Kraft gegen die Wand hinter Chanute.

Dieser zuckte zusammen und sah Jacob an.

>Lass es, Jacob, jetzt ist es sowieso schon zu spät.<

Doch er war sauer auf Chanute. Weil er sein Versprechen gebrochen hatte.

„Was zum Henker hat dich dazu gebracht, wieder mit dem Trinken
anzufangen? Du hattest mir etwas versprochen!“, wiederholte er.

„Wozu ein Versprechen an jemanden halten, der nie da ist?“, knurrte Angesprochener.

Bevor Jacob auch nur den Mund aufmachen konnte, lallte Chanute fort.

„Außerdem, ich bin alt. Meine Karriere als Schatzjäger ist vorbei, und hier gibt es keinen Menschenfresser, der mich den zweiten Arm kosten könnte.“, er machte eine Pause und schnaufte. Die Worte kamen ihm so schwer über die Lippen, als hätte seine Zunge sich mit dem Schnaps vollgesaugt wie ein Schwamm und wäre zu schwer zum Sprechen.

„Und selbst wenn“, fuhr er fort. „Der ‚Menschenfresser‘ läuft nicht mehr so wie er laufen sollte, wozu brauche ich dann meinen anderen Arm noch?“

Jacob wollte etwas erwidern, hielt jedoch inne. Er hatte Chanute noch nie so deprimiert erlebt. Er wusste, dass er seine Jahre als Schatzjäger vermisste. Jacob würde es wahrscheinlich nicht anders gehen. er liebte die Schatzjagt, und mochte sich gar nicht vorstellen, was es für ein tristes Leben sein musste.
Ein Leben ohne Abenteuer, ohne wirkliche Herausforderungen.

Auch wenn Jacob wusste, dass sein Beruf fast noch lebensgefährlicher war, als der eines Soldaten der Kaiserin, der in den fordersten Reihen gegen die Goyl kämpfen musste, liebte er ihn.

Und Chanute hatte den Beruf ebenfalls geliebt, und diese Leidenschaft auf
Jacob übertragen.

>Sag etwas, Jacob.<

„Chanute…“, setzte Jacob an, wurde jedoch unterbrochen.

„Jetzt fang nicht wieder damit an, ich solle mir selbst keine Vorwürfe machen, ich hätte mir das ja alles selbst zuzuschreiben, wäre ich doch damals in der Höhle des Menschenfressers nicht betrunken gewesen, wäre ich, hätte ich…
Ich kann es nicht mehr hören, Jacob Reckless.

Und ich will es auch nicht mehr hören, Jacob. Und ich will auch deine Versuche, mir weis zu machen, ich wäre immer noch der bessere Schätzjäger von uns beiden, nicht mehr hören.

Ich weiss, dass du das alles nur sagst, damit ich mich gut fühle und die alten Zeiten nicht so sehr vermisse.“

Chanute war inzwischen aufgestanden und schwankte bedenklich.  

„Aber glaubst du nicht, ich weiss nicht, wie erfolgreich du inzwischen bist, Jacob?

Glaubst du, ich kriege gar nichts mit?

Zufällig lese ich regelmäßig Zeitung, seit ich meine freie Zeit nicht mehr damit verbringe, nach irgendwelchen gläsernen Schuhen oder Kämmen oder sonst was zu suchen?

Glaubst du, ich sehe die Zeitungsartikel nicht?

Glaubst du, ich habe hier im ‚Menschenfresser‘ noch nie jemanden über dich reden hören?

Ich weiß, dass du der persönliche Schatzjäger der Kaiserin oder wie auch immer man das nennt warst, bis du so dumm warst, sie dir zur Feindin zu machen. Auch, wenn du es für deinen Bruder getan hast.“

Chanute schnaufte schwer und ließ sich schwerfällig zurück aufs Bett fallen.

„Es ist nicht so, als hätte ich dir den ganzen Erfolg nicht gegönnt, Jacob, und das weißt du auch. Ich habe mich unglaublich für dich gefreut. Es war, wie noch
einmal seinen Sohn erwachsen werden zu sehen.

Du weisst, dass du für mich immer…wie ein Sohn warst.

Aber es hat sich auch so angefühlt, als würde ich genau diesen Sohn wieder verlieren.

Du hast dich immer weiter von mir entfernt. Natürlich warst du immer mal wieder da.  Aber auch das wurde mit den Jahren immer seltener.

Ich hatte das Gefühl, ich wäre dir nicht mehr wichtig. Ich…“, er brach ab.
Jacob lehnte sich gegen den Türrahmen. So hatte er Chanute noch nie erlebt.
Und er hatte auch nicht geahnt, dass ihn das alles so mitgenommen hatte.

>Vielleicht kennst du ihn doch nicht so gut wie du meinst, Jacob.<

„Jacob, du weißt, dass du mir immer sehr wichtig warst. Und ich weiss auch, das ich dir das vielleicht nicht immer so gezeigt habe, wie ich es hätte tun
sollen“

Allerdings. Schläge waren schon ein sehr skurriler weg, jemandem zu zeigen, dass er einem wichtig war. Trotzdem liebte Jacob Chanute. Er war immer ein
Vater für ihn gewesen, trotz der Schläge.

Auch, wenn Jacob Chanute vielleicht nicht all das anvertraut hatte, was man einem Vater so anvertraut.

>Trotzdem ist er immer noch dein Vater. <

„Aber…Gott, ich hätte nicht gedacht, das ich, Albert Chanute, einmal so etwas sagen würde.“ Er lachte verbittert auf. „Muss wohl der Alkohol sein.“ Er stupste
eine der leeren Schnapsflaschen an und rollte sie in Jacobs Richtung.

„Jacob, auch wenn ich dich oft nicht so behandelt habe, wie du es verdient hattest, du bist ein wichtiger Teil meines Lebens geworden, Jacob. Vielleicht sogar ein zu wichtiger.“ Chanute sah Jacob aus traurigen Augen an.

Dieser wusste erst nicht, was Chanute meinte.

|Tja, was hast du erwartet, Chanute. Jacob braucht dich nicht mehr. Du magst diese Gefühle vielleicht haben, aber du hättest wissen müssen, das er sie nicht hat. Zumindest nicht für dich. Jacob hat Fuchs. |

Der alte Schatzjäger lachte erneut auf.  Doch wieder klang es nicht fröhlich.
Dann stand er auf und taumelte auf Jacob zu.

|Tu es einfach, Chanute. Du hast nichts zu verlieren.|

Außer das wenige seines Sohnes, der nie seiner gewesen war, das ihm noch geblieben war.

|Tu es.|, flüsterte die Stimme in seinem Kopf erneut.

|Nein!|, zischte die andere. |Du wirst ihn ganz verlieren!|

Chanute ignorierte die zweite Stimme einfach und folgte der ersten.

Sie hatte Recht. Das wenige, was ihm von Jacob noch geblieben war, war ein
Witz, auch, wenn er sich verzweifelt daran klammerte.

Er konnte also nur mehr gewinnen.

Es konnte nur besser werden.

Er suchte Halt an dem Türrahmen, an dem Jacob lehnte, und ohne noch ein mal nachzudenken, presste er seine Lippen auf die Jacobs.

Es kann nur besser werden.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Natürlich würde ich mich über Reviews freuen^^
Review schreiben