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Never did run smooth

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Fili
05.04.2016
05.04.2016
1
3.988
 
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05.04.2016 3.988
 
Das Original findet ihr hier:
http://archiveofourown.org/works/4707500/chapters/10750367
Die Autorin ist wunderbar und auch auf Tumblr zu finden.
@cersei-the-truth-bombardier​
Mich findet ihr ebenfalls auf Tumblr. Sucht einfach nach @postapocalypticstarlight.

Zusammenfassung:
Nach dem Rückzug der Orks fand Sigrid sich als Lady von Dale wieder, älteste Tochter des Königlords Bard. In nur einem Tag ist ihre Verantwortung von ihren Geschwistern auf eine ganze Stadt aus unglaublich verwundbaren, seit Kurzem heimatlosen Menschen angewachsen.
Fili ist freudig überrascht, dass er, sein Bruder und sein Onkel die Schlacht der fünf Heere überlebt haben und es ihnen möglich ist mit dem Rest der Zwerge zum einsamen Berg zurückzukehren. Nun, da das benachbarte Dale erneut neben dem Erebor aufgebaut wurde, lässt Thorins Diplomatie (oder das Fehlen dessen) Fili unzufrieden und frustriert zurück.
Sie laufen immerwieder ineinander, anfangs durch Zufall und schließlich durch geschwisterliche Ermutigung. Können sie es sich erlauben ihre Zuneigung füreinander wachsen zu lassen, wenn noch so viel Arbeit zu erledigen ist? Es ist nicht einfach zwei Königreiche gleichzeitig aufzubauen, aber der Weg der Liebe verläuft nie glatt.

Notiz der Autorin:
Die Alter wurden ein wenig verändert. Tilda ist im gleichen Alter, Sigrid wird im Verlauf der Fic 22.
Im Buch ist Bain älter als Sigrid, aber er seht so viel jünger in den Filmen aus, deshalb lasse ich es gezielt offen. Ihre Alter sind nah beieinander.

Notiz der Übersetzerin:
Ich habe versucht die Fanfiktion so gut wie möglich zu übersetzen. Einige Worte belasse ich jedoch im Original. Beispielsweise wäre dies Dale (Im Deutschen Thal) und einige Flüche. Ebenso wird es keine Wort zu Wort übersetzung, da die deutsche Grammatik das leider an einigen Stellen nicht zulässt.
Solltet ihr Anmerkungen oder konstruktive Kritik haben, so lasst mich das bitte wissen. Es ist meine erste, längere Übersetzung. Ebenso war es schwieriger als gedacht die Akzente zu übersetzen. Oft kommen sie leider nicht rüber, jedoch habe ich mein Möglichstes versucht.

Bitte beachtet, dass dieses Kapitel Beschreibungen von Nachkriegsverletzungen und Blut enthält.

Kapitel 1 - "Amputationen und Entschuldigungen."

"Ich brauche hier drüben ein paar Verbände!"
"Bringt mir sofort Ringelblumen und Mohn!"
"Wer hat meine gute Säge?"
Die Stimmen der erschöpften, aber engagierten Medizi füllt die Luft als sich Sigrid ihren Weg zwischen den Zelten und Kochfeuern suchte. Selbst zwei Wochen nach dem schrecklichen Kampf war das Feld vor dem Einsamen Berg immernoch mit Körpern bedeckt - lebendig oder tot oder irgendwas dazwischen. Nach dem Rückzug der Orks machten die Menschen, Elben und Zwerge kurzen Prozess mit den Nachzüglern. Die Arbeit war jedoch noch nicht beendet.
Es gab noch viele Verwundete; Thranduil, Thorin und Dáin, und Bard haben alle einem zentralen Krankenlager am Flussbett zugestimmt.
Nun, zentral genug, dachte Sigrid als sie versuchte herauszufinden, wo sie langgehen musste. Die Menschen hatten sich mehr oder weniger voneinander getrennt und da Wasser im Moment der wichtigste Faktor war, entstand entlang des Flussufers ein zwei Meilen langes Camp, mit den Zwergen am Nächsten zum Berg und den Menschen am Nächsten zu Dale. Thranduil hat seine Elben etwas vorhersehbar auf der anderen Seite des Flusses untergebracht, was Sigrid überhaupt nicht störte. Die beiden Elben, die die Orks zu ihrem Haus verfolgten, scheinen Aussenseiter zu sein - der Rest von ihnen schienen Menschen und Zwerge gleichermaßen zu verabscheuen und in diesem Moment konnte sie wirklich auf riesige Quälgeister, die sie hochnäsig ansahen, verzichten.
"Oi, Mädchen, wenn du nix zu tun hast, dann tu mir ein' Gefallen.", rief ein Mann ihr von der offenen Plane eines vergilbten Zeltes zu.
"Uhm.." Sigrid wollte protestieren, doch er war bereits im Inneren verschwunden. Sie huschte hinter ihm hinein, stoppte am Eingang um ihre Augen an das Dämmerlicht, welches durch die Stoffwände gedämpft wurde, zu gewöhnen. Ein großer, blonder Mann lag fast bewusstlos dort, seinen Arm wiegend, welcher nun am Ellbogen endete. Der Rest seines Körperteils lag auf dem Boden unter dem Tisch, auf dem der Mann lag. Derjenige, der sie zuvor rübergerufen hatte, deutete darauf und begann damit einige Kräuter in einer Schüssel zu zerdrücken. "Würdest du dich für mich darum kümmern?"
Sie starrte einen Moment. "Was... der Arm? Wie??"
"Eh, wirf es einfach in eines der Feuer, mit dem sie sich um die Orks kümmern.", antwortete er ohne sie anzusehen. Er goss etwas Wasser in die Schüssel und vermischte das Gebräu gleichmäßig, ein paar Prisen hinzugebend als er ging.
Sigrid wartete einen Moment, unsicher ob er es ernst meinte. Als allerdings kein zusätzlicher Auftrag kam, schürzte sie ihre Lippen und nahm einen tiefen Atemzug. "In Ordnung...", murmelte sie zu sich selbst und kniete sich hin. Das Gras war zu einem gelben, matschigen Durcheinander zertreten, das an den Knien ihrer Leggings und in die Falten ihrer Handinnenflächen klebte. So schnell sie konnte griff Sigrid unter den Tisch und packte die Gließmaße am Handgelenk. Einen Blick auf den Medikus sagte ihr, dass sie bereits vergessen war. So stand sie auf und verließ das Zelt ohne ein Wort.
Der Arm fühlte sich seltsam in ihrer Hand an. Er war immernoch etwas warm und schwer. Stücke von Gras und Schlamm klebten in den Haaren und unter den Fingernägeln. Ein süßlicher Geruch stieg von einem schrecklichen Schnittwunde am Unterarm aus - eine Wirrnis aus grün und gelb und schwarz. Kein Wunder, dass er ab musste. Sigrid verzog die Nase und beschleunigte ihre Schritte je näher sie dem Scheiterhaufen kam. Der Gestank, der von dem Feuer ausging, war grauenhaft und je schneller sie es erledigen würde, umso schneller konnte sie zurück zu ihrem Pa und die Nachricht überbringen, mit der sie losgeschickt wurde.

Die Hitzewand war so intensiv, dass Sigrid nicht sehr nah an den Scheiterhaufen herankam. Sie schleuderte den Arm mit aller Kraft, um sicherzustellen, dass er liegen bleiben würde. Trotzdem rollten Stücke von wer-wusste-was umher. Sie blieb nicht um zuzusehen.
~*~
Sigrid betrat den Zwergenteil des Lagers und steuerte direkt auf das größte Zelt zu, das sie finden konnte. Die Chancen standen gut, dass Dáin und ihr Pa sich dort treffen würde, Gerüchten zufolge übernahm Dáin alles, während Thorin heilte. Bevor sie das Zelt betrat, nahm sie eine schnelle Bestandsaufnahme an sich selbst vor. Sie war verdreckt.
"Nun", sie zuckte mit ihren Schultern, "Nichts zu tun." Sie rieb ihre Hände an ihren Leggings ab. "Das muss gut genug sein."
Sie stellte fest, dass ihre Augen sich nicht erst anpassen mussten. Die Zwerge hatten Laternen, Kristalle und Spiegel aufgestellt, die das Licht so hell wie am Tag hielten. Bard und Dáin standen, zu ihrer Überraschung, um den überaus wachen Thorin Oakenshield. Er saß gegen einen Stumpf gelehnt, den jemand herein gerollt hatte, der Ausdruck so hitzig wie eh und je, während ihr Pa verärgert wirkte. An Thorins Seite lagen die Brüder, die in ihrem Haus geblieben waren, bis der Drache kam. Sigrid runzelte die Stirn als sie Kili im selben Zustand sah, wie dem in dem sie ihn zum ersten Mal traf. Würde dieser arme Zwerg jemals eine Pause bekommen? Und jetzt auch Fili, der so treu an der Seite seines Bruders geblieben war und sein Leben riskierte, um auch ihres...
"Sigrid? Was bringt dich hierher?" Bards Frage unterbrach ihre Gedanken und sie blinzelte schnell.
"Pa.", sie lächelte und näherte sich dem provisorischen Rat. "Ich habe eine Nachricht für dich aus Dale."
Dáin nickte ihr scharf zu und Thorin.. starrte nur. Sie merkte erst jetzt, dass sie sich dem König unter dem Berg näherte. "Uhm.." Wie nannte man jemanden, der aus der eigenen Toilette kroch, nun aber die Krone seines Großvaters über den Brauen trug?
"Thorin, du erinnerst dich an meine Tochter, Sigrid. Und Sigrid, das ist Dáin Ironfoot, Sohn von Náin, Lord über die Eisenberge." Die formale Ansprache lag ihrem Vater schwer im Mund, seine Bewegungen waren steif.
Sigrid lächelte wieder und knickste ungeschickt. "Meine... Lords.", vermutete sie. Besser als nichts. Wahrscheinlich.
Die Zwerge nickten ihr zu, blieben aber still. Ihr Vater sah für einen Herzschlagen zwischen ihnen her, führte sie dann aber beiseite. "Was gibt es, Sig? Und wo sind dein Bruder und deine Schwester? Nicht hier, hoffe ich."
"Nein, Pa, Bain hilft Mr. Potts Regale zu bauen und Tilda spielt mit Cammy und Gemma. Mrs. Potts sagt, sie wird nach ihnen sehen." Sie warf einen Blick über ihres Vaters Schulter zu den Zwergen, die sich nicht bemühten so auszusehen, als würden sie ihnen nicht zuhören. "Mr. Potts sagte mir, dass er und Mr. Wilkinson Nobby Dibbler dabei sahen, wie er versuchte den Fluss bei der alten Mühle zu stoppen, obwohl Mr. Wilkinson versuchen wollte sie wieder in Gang zu setzen. Sie möchten, dass du herunterkommt und ihm sagt, dass er aufhören soll."
Bard seufzte und rieb sich den Nacken. "Aye, ich werde in Kürze nach unten kommen. Wir sind hier gerade fertig. Geh zurück nach Dale und schau, ob du und Bain nicht etwas Arbeit am Haus fertig bekommt, hörst du?" Er umarmte sie schnell und küsste ihre Stirn, schob sie dann aber sanft weg. "Ich werde bei Sonnenuntergang zuhause sein."
"Ja, Pa.", antwortete sie. "M'Lords.", fügte sie lauter mit einem schnellen Knicks hinzu.
Als sie sich zum Gehen wendete, warf sie einen letzten Blick zu den Brüdern auf dem Boden. Kili schlief noch, furchte die Stirn entweder unter Albträumen oder Schmerzen. Allerdings war Fili irgendwann aufgewacht, nachdem sie eingetreten war. Er beobachtete sie, obwohl er kaum seine Augen offen halten konnte. Die Mundwinkel hoben sich zu einem schiefen Lächeln und alles was Sigrid machen konnte, war sich nicht im Zelt umzusehen. Nein, sie wusste, dass ansonsten niemand da war. Sie lächelte zu ihm zurück und zog den Kopf ein, während sie herauslief.
Er schien sich nach Allem an sie zu erinnern.

~*~
Eine Woche später und Sigrid hatte genug. Seit ihr Pa den Drachen tötete, wollte ihn jeder als neuen König, oder Bürgermeister oder Herren  oder irgendeinen anderen, herrschenden Titel, der ihnen einfiel. Und somit wollten sie bei ihm einen neuen, besseren Eindruck hinterlassen. Leute kamen täglich zu ihrem Haus, boten an diese Wand neu aufzubauen oder diesen Boden neu zu legen oder diese Fenster einzubauen oder das Dach zu decken. Es war alles sehr nett und großzügig, aber niemand ließ sie selbst irgendwas machen.
Nachdem Sigrid von der Arbeit aus ihrer eigenen, verdammten Küche verscheucht wurde, gab sie auf und steuerte auf das Lager zu. Jemand würde nach ihren Geschwistern sehen. Das war sowieso ihr gesamtes Problem: Zu viele Helfer. Gesegneter Frieden und Ruhe kam ihr schließlich auf der kurzen Strecke zwischen der Stadt und dem Krankenlager zu.
Hinter ihr lag die im Entstehen begriffene Stadt der Menschen und sein noch führungsloses Chaos, voran Hunderte von Verwundeten und im Sterben Liegende und jene, die Wenigen, die hektisch versuchten, sie zu retten.
Zumindest hatte es den Mann, als sie zuletzt im Lager war, nicht interessiert, ob sie die Tochter des Bogenschützen war.
Statt sich nutzlos zu fühlen, fühlte sie sich lieber beteiligt, Menschen dabei zu helfen ihr Leben zurück zu bekommen als Anderen dabei zuzusehen, wie sie alles für sie taten. Nun, warum nicht zurückkehren und Handanlegen?
Wie sie zuvor dachte, dauerte es nicht lange, bevor sie zur Arbeit gezogen wurde. Es schien egal zu sein, wo sie war, immer brauchte jemand etwas. Sigrid kochte Bandagen und brachte Essen und Wasser. Es dauerte nicht lang und die Medizi trauten ihr zu Wunden mit heißem Wein, Knoblauch und Tymian auszuspülen, schmerzstillenden Tee aus Mohnblättern zu machen und Wunden in allen Formen und Größen zu verbinden. Als sie schließlich dachte, dass sie eine Pause von der Action hatte, kam sie kaum am Rande des Flusses an als sie die Schreie hörte.
"Nein! Ihr nehmt mir nicht mein Bein, es wird wieder in Ordnung. Ihr braucht ihm nur Zeit zum Heilen geben!"
Eine große Frau und ein Zwerg rangen fast mit einem jüngeren Zwerg, der eindeutig nicht in absehbarer Zeit heilen würde. "Komm schon, Gror, alles wird gut. Ich bin sicher jemand aus Thorins Gruppe kann dir etwas anfertigen. Dein Bein zu verlieren wird dich nicht töten, aber es zu behalten schon."
Der Kampf schwand aus den Augen des Zwergs und er schob rotes Haar aus seinem Gesicht. "In Ordnung, fangt an." Ab da begannen die Medizi alles zusammenzustellen, was sie brauchten und Sigrid sah mit Faszination zu.
Schliesslich bemerkte die Frau sie und deutete ihr zu herüber zu kommen. "Du bist die Kahnführertochter, oder?"
"Ja, Ma'am.", antwortete Sigrid vorsichtig, "aber ich helfe hier den gesamten Tag."
"Aye, das kann ich sehen. Ich bin Caryl, das ist Borin." Sie streckte ihre Hand aus um Sigrids zu schütteln. "Warum holst du nicht ein paar saubere Verbände und etwas, auf das Gror beissen kann? Es dauert eine Weile um durch das dicke Zwergenbein zu kommen."

Das tat es tatsächlich. Caryl und Borin arbeiteten so schnell sie konnten, wechselten sich an der Säge ab, während Sigrid Grors Hand hielt und später mit ihrem gesamten Körpergewicht auf seinen Schultern lag um ihn still zu halten. "Ich kann nicht glauben, dass du noch bei Bewusstsein bist.", keuchte sie, ihren Kopf schüttelnd.
"Ich könnte das Gleiche über dich sagen, Mädchen." Eine Stimme erklang hinter ihr. Sie reckte ihren Nacken und versuchte etwas zu sehen, aber ein besonders qualvoller Schrei von Gror zog ihre Aufmerksamkeit auf sich.
"Fast fertig, Gror, das Schlimmste ist vorbei." murmelte sie als sie sah wie Borin endlich durch die Gliedmaße drang. Es war eine Lüge, natürlich. Borin kam Momente später mit einem heißen Eisen zum Kauterisieren der Wunde zurück, welches einen neuen Anfall gequälter Windungen hervorrief. Als Caryl den Stumpf vernähte, entspannte Sigrid ihren Griff um Gror und setzte sich in den Schlamm. Sie schob ihre krausen Locken aus ihrem Gesicht, legte dann ihren Kopf auf die Knie. Ihre Leggings waren wieder schmutzig, wie sie bemerkte, von den Knien den ganzen Weg hinunter zu ihren Füßen. Fantastisch. Sie würde sie jetzt über Tage einweichen müssen.
"Prinz Fili! Ich bin so froh, Euch wieder laufen zu sehen und das nach gerade einmal drei Wochen!" Borins Stimme schreckte sie aus ihrer Träumerei heraus.
Sigrid Augen flogen auf und sie kämpfte sich auf ihre Füße. Natürlich, da stand der blonde Zwerg mit dem albernen Schnurrbart. Er sah irgendwie blass aus und kleiner, als sie in ihrer Erinnerung. Obwohl, das konnte auch daran liegen, dass er nicht mehr fünf Schichten an Kleidung und Waffen trug. Stattdessen war er in eine einfache Hose und eine Tunika gekleidet, und sie konnte die dicken Bandagen um seine Brust und Schulter sehen. Und er war ein Prinz? Sie versuchte es zusammenzusetzen, ohne zu viel zu verraten. Thorin war nun König unter dem Berg, also musste Fili... sein Neffe sein? Sicherlich würde sie sich erinnern, wenn er sein Sohn wäre. Irgendjemand musste ihr das erklären..
"Danke, Borin.", antwortete Fili gnädig, obwohl er seine Augen nicht von Sigrid nahm. "Bitte lass dich nicht von deinem Patienten abhalten. Ich wollte nur Lady Sigrid Hallo sagen."
"Ich bin nicht..", stoppte Sigrid. Eigentlich, vermutete sie, war sie es. Wenn sie wirklich ihren Pa zum Lord von Dale, König von Dale, wie auch immer, machten, dann wäre das der nächste, logische Schritt. "Uhm. Dann ist alles in Ordnung, Borin? Caryl?" Aber sie winkten sie weg, von Einwickeln und Säubern in Anspruch genommen. Sie sah zu Fili zurück, dessen schiefes Lächeln sich in den Zöpfen auf jeder Seite seines Mundes zuspitzte. "Ehm.. Hallo, Prinz Fili. Sehr nett von Euch hier anzuhalten. Wenn Ihr nichts dagegen habt, würde ich zum Fluss gehen und ein bisschen waschen."
"Darf ich dich begleiten?", fragte Fili, "Ich wollte selbst dorthin als ich dich bei der Arbeit sah." Er machte eine Pause, fügte dann "Solltest du nicht in Dale bei deiner Schwester und deinem Bruder sein?" hinzu. Sigrid stieß einen übertriebenen Seufzer aus, einen Weg von den Zelten weg ansteuernd. "Um Himmels Willen, sie sind in Ordnung. Ehrlich, das ist die größte Ruhe, die ich seit Wochen habe. Die Leute sind so eifrig, dem Herren von Dale zu helfen, dass sie eher eine Last als ein Segen sind, und das schließt das Aufpassen auf Bain und Tilda ein. Natürlich, ich brauchte mein Essen seit einer Woche nicht mehr selbst kochen, aber mein Zuhause fühlt sich nicht wie meines an. Ich hatte keine zwei Sekunden für mich selbst, seit ihr aus meiner verdammten Toilette hochgekommen seid." Ihr Mund schnappte zu und ihre Augen wurden größer. "Oh scheiße, es tut mir leid, es tut mir leid, es tut mir leid. Ich... es tut mir leid. Ich sollte nicht fluchen, ich sollte nicht einmal..."
Fili berührte ihren Ellbogen sanft. "Es ist in Ordnung. Ich kenne das Gefühl."
Am Rande des Flusses kniete Sigrid sich in den Sand herunter, wo das Wasser ihre Knie umspielte. Gewissenhaft schrubbte sie Sand zwischen ihre Hände und auf ihre Arme, bekam Gänsehaut überall dort, wo das kalte Wasser sie berührte.
Es erklang ein schwerer Laut hinter ihr als Fili sich ebenfalls fallen ließ. Sobald ihre Hände zu ihrer Zufriedenheit sauber waren, setzte sie sich aus dem Wasser heraus hin und schrubbte den Schlamm aus ihren Leggings. "Pa wird mich in diesem Zustand nie wieder aus dem Haus lassen. Das ist das zweite Paar, das ich in den letzten Wochen ruiniert habe."
"Aye, ich hab mich darüber gewundert. Warum sind es immer deine Knie?" Er grinste sie bei ihrem verwirrten Ausdruck an. "Deine Knie waren auch beim letzten Mal schmutzig, als ich dich in Onkels Zelt sah."
Sigrid erstarrte. "Prinz Fili, ich weiß nicht was Ihr mit dieser Aussage andeuten wollt! Die Wahrheit ist, dass ich unter einen Tisch kriechen musste, um das was von dem Arm eines armen Mannes dort lag, zu nehmen und wegzuwerfen."
Schweigen. Dann, "Das ist dein Ernst?"
"Aye, Ein Mann hatte seinen Arm ab, genau wie Gror, und ein Mann fragte mich, ob ich mich darum kümmern konnte. Also machte ich es. Ich warf ihn in einen der Scheiterhaufen, die für die Orks benutzt wurden."
"Mahal, Mädchen, du erstaunst mich immerwieder."
"Was, weil er schwer war? Er wog nur etwa zehn Pfund."
"Nein, nein.", gluckste Fili, "Es ist einfach so, dass man Geschichten über Menschen und deren Damen hört und wie empfindlich diese sind. Jungfrauen geraten in Not, fallen wegen eines Fingerstreifs in Ohnmacht, diese Art."
"Das ist der größte Haufen Scheiße, den ich je gehört habe.", höhnte Sigrid, "Ich war auf dem Weg zu König Thorins Zelt, da ich meinen Pa dort vermutete und dieser Mann bat um meine Hilfe. Und ich konnte es machen, also tat ich es. Das Gleiche gilt für heute."
"Es ist nur, man sieht nicht viele Ladies der Menschen, die dabei helfen einem Zwerg das Bein zu amputieren."
"Caryl ist eine Lady.", gab sie zurück.
"Aye, sie ist eine Frau, aber sie ist keine Lady", wies Fili auf.
"Ich auch nicht, nun, eigentlich nicht. Ich versuche nur mein normales Leben wieder zu bekommen." Sigrid erhob sich von ihren Knien und sank erneut in das Wasser, um alles herauszuwaschen. "Obwohl es jetzt wahrscheinlich nie wieder normal sein wird. Ihr wisst, dass nichts davon passiert wäre, wenn Ihr nicht aufgetaucht wärt." Sie stand auf und wischte ihre nassen Hände an ihrer Jacke ab.
Er öffnete seinen Mund um Einwand zu erheben, aber sie hatte Fahrt aufgenommen. "Uns ging es gut, wisst Ihr, bis ihr alle kamt. Und du und dein Bruder und wie-auch-immer-er-heißt blieben so lang bis wir angegriffen wurden! Von Orks!" Sie ging auf ihn zu, ihren Finger anklagend erhoben. "Mein Haus wurde von Zwergen, Orks und Elben zerstört und ich hatte es kaum wieder zusammen als der Drache angriff! Was niemals passiert wäre, wenn der Rest von euch dummen Kreaturen ihn nicht sauer gemacht hättet! Und dann. Und dann! Besaß Thorin die Frechheit meinem Pa zu sagen, dass sie ein Abkommen für das Gold machen mussten, dass ihr uns versprochen hattet als ihr zu allererst in sein Boot gestiegen seid, nur damit Dale diesen Winter nicht verhungern würde. Und Thranduil ist eine ganz andere Geschichte. Es gab diesen Morgen Frost, wisst Ihr, wir hatten keine Zeit uns zu beklagen, wenn unsere Saat und Vieh auf dem Grund des Sees liegt!"
Fili blinzelte. Offenbar war es ihm noch nie so klar gesagt worden. Leise duckte er seinen Kopf und antwortete, "Wir haben dir sicherlich sehr viel Schmerz verursacht, Lady Sigrid. Ich hoffe, wir können es in Zukunft wieder gut machen. Ich werde... mit meinem Onkel sprechen."
Sie drehte ihm den Rücken zu und starrte lieber auf den See als in sein Welpengesicht zu sehen. "Geht voran und macht das, Euer Hoheit."
Als sie nichts weiter dazu sagen wollte, fügte Fili hinzu. "Die Wahrheit ist, ich hatte gehofft dich heute zu sehen, weil ich dir dafür danken wollte, was du für Kili und mich in Lake Town getan hast."
"Das war ich nicht einmal, das war die Elbin." Sigrid schnippste mit den Fingern als wenn sie die Idee aufscheuchen wollte. "Tauriel, oder? Sie war diejenige, die tatsächlich wusste, was zu tun war."
"Hör auf dich selbst niedrig zu verkaufen, Lady Sigrid. Du nahmst uns auf, als wir in Not waren, und hast uns selbst bei großer Gefahr bleiben lassen. Du hast meinen Bruder verteidigt und deine Geschwister geschützt und wir hätten es nie ohne dich zum Erebor geschafft. Du hast ihn gehalten als wir dein Haus verließen... Kili ist... Er ist alles, was ich gerade habe. Und abgesehen vom Brudersein ist er gerade mein Erde. Ob du es wolltest oder nicht, du hast die Linie der Durins gesichert." Fili seufzte und starrte auf seine Füße. "Du hast recht, wir haben nichts außer Leid im Gegenzug erbracht."
"Wie geht es ihm? Kili?", fragte Sigrid leise, das Meiste ihrer Wut war von seiner Trauer ausgelöscht. "Er war ebenfalls verletzt als ich ihn zuletzt sah."
"Er wird wieder. Tauriel blieb hier zurück, was ihm sicherlich half vorwärts zu schauen. Sie besucht ihn von Zeit zu Zeit, hebt seine Stimmung etwas."
"Nun, ich hoffe dass ihr euch von nun an gegenseitig aus Ärger heraushaltet. Ihr hattet genügend Tod für einen Jahr." Sigrid drehte sich mit einem Lächeln zu ihm, nicht vorhandenen Schmutz von ihren Händen streifend. "Und ich auch. Also sollte ich vor meinem Pa nach Hause, ansonsten könnte ich den Morgen nicht mehr sehen."
"Und ich muss in die andere Richtung. Bitte sende die besten Grüße zu deinem Vater und sage ihm, dass ich mit meinem Onkel sprechen und sehen werde, was wir machen können, um die Dinge richtig zu stellen." Fili erhob sich und verneigte sich halb, die Augen funkelnd. "Meine Lady."
Sigrid rollte mit den Augen, beugte jedoch ihre Knie ein wenig. Seine Formalität neckend, antwortete sie "Euer Hoheit."
Als sie südlich entlang des Ufers ging, musste sie sich eingestehen, dass sie sich besser fühlte, nachdem sie den Zwergenprinzen angeschrien hatte. Vielleicht konnte diese "Lady von Dale"-Sache doch funktionieren. Sie musste im Laufe des Tages nur etwas zu tun finden. Dann wäre jeder aus ihrem Haar und sie könnte einmal etwas verdammten Frieden haben. Und wer weiß, vielleicht würde Fili erfolgreich sein, wo Pa gescheitert war, und Thorin würde seinen Eid einhalten, den er am anderen Ende des Sees gemacht hatte.

Sie würde den Atem nicht anhalten.
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