Finsterglimmer

von Nairalin
DrabbleAllgemein / P6
OC (Own Character) Thranduil
03.04.2016
03.04.2016
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Ein alter Text, den ich erst jetzt wieder gefunden habe.
An gewissen geflügelten Leuchtviechern sind Obviously, Ilarié und Co schuld.

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Neugierig starrte er den feinen Funken in der Finsternis nach, die sich tanzend in der Luft hoben und senkten. Wie Sterne am Firmament glimmerten die kleinen Tierchen und erinnerten ihn an die Zeit der alten Dunkelheit, in der noch keine Sonne und kein Mond den Himmel erleuchteten. Es waren harte Zeiten gewesen, aber ihn überkam die Nostalgie, wenn er an das Meer von einst zurückdachte, an welchem Cuivienen gelegen hatte.
Eine Zeit, in der seine Mutter noch gelebt hatte, wo Wölfe noch nicht seine Albträume heimgesucht hatten. Doch als eine schlanke Gestalt zwischen den Bäumen hervortrat, wurde seine Aufmerksamkeit weggelenkt von der Vergangenheit hin zur Gegenwart.
„Du denkst zu viel, Melethron“, vernahm er ihre Stimme, ehe ihre Hand sich auf seine breite Brust legte und ihre hellen Augen ihn sanft anblickten. „Thranduil?“ Sorge schwang nun leicht mit.
„Ich musste an Cuivienen denken, Mithriël“, erwiderte er leise und legte die Arme um sie. Der Wald war so dunkel, dass er selbst es schon als unglaublich finster ansah. Eryn Lasgalen erblühte immer in saftigem Dunkelgrün, welches nachts samtschwarz wirkte.
„Dann hoffe ich, an die schönen Zeiten“, meinte sie leise. Er vergrub wortlos sein Gesicht in ihren dunklen Haaren, ehe er tief einatmete.

Er ließ seine junge Gemahlin erst wieder los, als die Kälte deutlich spürbar wurde. Schnee mochte hier im Wald nicht liegen, das dichte Blätterdach verhinderte dies, aber die frostigen Krallen des Windes waren trotzdem spürbar.
Immer noch schwirrten Glühormchen herum und fasziniert beobachtete Thranduil die kleinen Wesen, wovon sich eines direkt auf Mithriëls dunklen Haaren niederließ und einen starken Kontrast bewirkte.
„Die Dunkelheit hat mich an die Zeit vor den großen Gestirnen erinnert“, sagte er und deutete fragend in die Richtung, in der die Tore zur Heimat lagen. Nickend legte sie einen Arm um ihn herum und so schlenderten sie den warmen Hallen entgegen.
„Dir geht es gut?“, fragte sie mitfühlend.
„Sobald wir im Warmen sind nochmals um Welten“, lachte er und legte die Hand besitzergreifend auf ihre Taille. „Ich bevorzuge immer noch den Frühsommer vor dem tiefen Winter.“ Ein Schnauben erklang, wenn auch amüsiert. Mithriël liebte die kalte Jahreszeit, den Schnee und die eisig glitzernden Eiszapfen. Nicht umsonst trug sie mit Vorliebe die Farben des Winters und Schmuck mit weißen Edelsteinen.
Warm betrachtete er sie, bedachte ihre trainierte, wenn auch kurvige Gestalt mit tiefem Wohlwollen. Er wusste, was er heute noch machen würde.
Und es würde den Winter vertreiben.
 
 
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