Give me love❤️

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18
02.04.2016
07.06.2018
36
102771
44
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 
Als ich aufwachte, ging ich sofort in die Küche, wo mir die Uhr anzeigte, dass es schon zwei Uhr mittags war.
Den Schlaf hatte ich dringend gebraucht, genauso wie das Essen, welches ich jetzt quasi in mich hineinschaufelte.
Ich hatte so derben Hunger gehabt. Kein Wunder nach den ganzen Tagen, in denen ich nichts gegessen hatte.
Zudem hatte ich wahnsinnig gute Laune. Der Gedanke daran, was gestern mit Alec passiert war, ließ auch nichts anderes zu.
Selbst die Sache mit Felix und auch...Demetri konnte ich dabei so gut wie ganz vergessen. Das einzige, was mir manchmal ein kleines Ziehen durch die Magengegend huschen ließ, war die Situation wo Afton uns unterbrochen hat. Ich hatte Alec wirklich küssen wollen. Also ich hätte nicht den ersten Schritt gemacht, aber in dem Moment wollte ich wirklich das er es tut.
Seufzend stand ich auf und stellte mein benutztes Geschirr in die Spüle.
Ich überlegte die ganze Zeit, ob das nicht etwas zu schnell mit uns ging. Vor vier Tagen hatte ich ihn irgendwie gehasst und jetzt wollte ich nicht von ihm weg und ärgerte mich, dass er sich immer so kalt von mir verabschiedete. Arrghhh, das machte mich fertig. Warum war er zum Beispiel gestern nicht mehr mit rein gekommen?  
Ich war so in meinem Gedanken vertieft, dass ich gar nicht mitbekam, wie sich jemand von hinten an mich Schlich.
Erst als mich zwei Hände an den Schultern packten, drehte ich mich mit einem  Quietschen um.
Überraschenderweise sah ich nicht in das Gesicht der sonst so üblichen Kandidaten. Sondern in das glücklich lächelnde von...Chelsea.
„Ähm....Hi.", gab ich immer noch erschrocken von mir.
Sie grinste nur weiter und zog mich dann komischerweise in eine Umarmung. Okaaay...
„Oh Aria, endlich wirst du reifer. Afton hat mir erzählt, was er gestern zwischen dir und Alec beobachtet hat. Endlich Aria, ich hab mir schon Sorgen gemacht, dass du nie erwachsen wirst. Es ist Zeit für einen Mädchen Tag."



Alec's Sicht:


Mit einem innigen Grinsen schritt ich die Treppen zum Kerker hinunter.
Ich wollte Demetri einen kleinen Besuch abstatten.
Immerhin bekam er nun schon ein paar Tage keinen mehr zu sehen. Da war es äußerst aufmerksam von mir ihm Gesellschaft leisten zu wollen.
Meister Aro hatte mir gesagt, dass seine Strafe war ihn ein paar Tage austrocknen zu lassen, bevor er wieder zum Dienst antreten durfte, der ihm erstmal keine Freizeit mehr bescheren dürfte.
Meine Laune war göttlich. Nicht nur wegen diesen Neuigkeiten, sondern auch wegen den letzten Tagen mit Aria. Wir machten endlich Fortschritte. Solange hatte ich darauf gewartet, dass es mir nun sogar unecht erschien.
Ihr so nah zu sein, war für mich einfach nur berauschend. Auch wenn ich sie noch nicht küssen durfte, durchfuhr mich jedes Mal das großartigste Gefühl, wenn ich sie so nah an mich drückte. Und das Beste war, ihr schien es ganz genau so zu gehen. Ich war mir sicher, dass sie in spätestens zwei Wochen komplett mir gehören würde und nicht mehr von mir weg wollen wird. Jetzt schon sah ich ihre enttäuschten Blicke, wenn ich mich von ihr verabschiedete. Ich wusste ganz genau, dass sie wollte, dass ich bei ihr blieb. Genau deshalb tat ich es nicht. Ich wollte, dass sie noch größeres Verlangen nach mir entwickelte und ich wollte es von ihr hören. Sie sollte mir sagen, mich bitten noch bei ihr zu bleiben. Vorher muss sie auf ein Einschlafen in meinen Armen noch verzichten. Aber die Bitte würde schon noch früh genug kommen.
Mein Grinsen wuchs noch mehr, als ich vor der einzigen belegten Zelle zum stehen kam.
Demetri saß in der Mitte auf dem Boden und schaute überrascht auf. Als er jedoch mich erkannte, knurrte er sofort wütend auf.
„Na, was bist du denn so unhöflich? Freust du dich nicht mich zu sehen?"
„Verzieh dich, Alec!", zischte er mir entgegen und erhob sich.
Wahrscheinlich war es ihm zu peinlich, dass ich auf ihn heruntersah. Doch auch jetzt wo er stand und größer war als ich, würde er nie an das heran kommen, was ich war. Dafür würde mein Rang immer sorgen.
„Ich dachte es würde dich vielleicht interessieren, wie es Aria da oben geht. Aber wenn ich gehen soll...nun dann bitte."
Ich drehte mich wieder um und machte kehrt.
Kurze Zeit kam nichts von Demetri, bis ich hörte wie er gegen die Gitter schlug und abermals aufknurrte.
„Was ist mit ihr?"
Mit einem Schmunzeln auf den Lippen, wandte ich mich wieder zu ihm.
„Ihr geht es gut, uns geht es gut."
Seine Augen blitzen wütend auf.
„Was heißt „Uns""?
„Das heißt, dass du mir unfassbar mit dem Sexgerücht und der Ohrfeige geholfen hast. Ich hab dir zu danken.", klärte ich ihn fröhlich auf, was ihn wütend aufschreien ließ.
„Du bist ein elender Hund! Wenn du Aria nicht anders an dich binden kannst, dann bist du einfach nur armselig."
Dies ließ mich nun wiederum wütend werden.
„Ich liebe sie und das weiß sie! Das ist der Grund, der sie an mich bindet."
„Du weißt selber, dass du dir das nur einredest! Wäre die Sache zwischen mir und Aria nämlich anders gelaufen, dann würde sie nun oben sitzen mit mir und sich über dich aufregen! Denn ich liebe sie auch und weißt du was? Es beruht bei uns auf Gegenseitigkeit! Zwar ist es eine andere Art von Liebe, aber immerhin wird sie erwidert.", warf er mir laut entgegen.
Der Zorn brodelte immer mehr in mir und ich zog ihn am Kragen gegen die Gitter, sodass er mit dem Gesicht volle Wucht dagegen knallte.
„Eure Liebe scheint aber nicht stark genug zu sein, denn als Felix ihr berichtet hat, dass du hier unten sitzt, war ihr das sowas von egal! Und an deiner Stelle würde ich vorsichtig sein mit dem was du sagst! Denn ich muss nur einmal mit dem Finger schnipsen und sorge dafür, dass du Aria nie nie wieder siehst."
Falls sie das nicht schon von ganz alleine beschlossen hatte.
Aria redete kein Wort mehr über ihn.
Dabei war davor in jedem zweiten Satz sein Name.
„Ich hasse dich.",zischte er wieder.
Ich lachte laut auf.
„Ja, ich dich auch. Aber ich kann darüber hinwegsehen, denn ich habe Aria. Du nicht."
Damit ließ ich ihn ruckartig los, sodass  er nach hinten knallte.
Viel Spaß beim austrocknen, Demetri, dachte ich nur noch, bedachte ihn nochmals mit einem bösen Blick und ging dann.
„Sag ihr, dass es mir verdammt nochmal leid tut.", schrie er mir noch hinterher.
Ich knackte wütend mit meinen Fingerknöcheln und bog in einen Gang ein, indem sich unsere Gefangenen Menschen befanden. Ich musste meine Wut auslassen. Dieses Gespräch hatte ich mir anders erhofft.



                                        ***


Zwei Stunden und vier tote Menschen später, hatte ich mich etwas beruhigt. Dieser Mistkerl! Warum zum Teufel musste es ihn geben? Aria und meine Beziehung wäre von Anfang an leichter gewesen ohne ihn.
Aria.
Ich hatte in den letzten beiden Stunden jegliche Emotionen ausgeblendet. Doch der Gedanke an Sie, ließ nun auch das letzte bisschen Wut verglühen.
Ich musste sie jetzt sehen. Auch wenn wir die ganze Nacht zusammen Schach gespielt hatten, sehnte sich mein Körper nun nach ihr. Ihr und niemand anderem.
Also räumte ich mein hinterlassenes Chaos in den Zellen auf und schritt nach oben.
Bevor ich sie suchen konnte, musste ich dringend unter die Dusche und frische Kleidung anziehen. Ich war vollkommen mit Blut beschmiert und sie war zu jung um an einem Herzinfarkt zu sterben.
Sie war zu jung um überhaupt zu sterben, zum Glück würde es nicht mehr lange dauern, bis sie ein Vampir werden würde. Ich sah es schon vor mir. Dieses unfassbar perfekte Mädchen, mit noch besseren Kurven, noch schönerer Haut und feuerroten Augen. Ihre langen Haare würden noch seidiger werden und ihre Lippen noch einen Ticken voller. Ich freute mich schon darauf ihr nochmals erhöhtes Temperament bändigen zu müssen und mit ihr den Blutdurst unter Kontrolle zu bringen. Sie würde so unfassbar heiß werden als Vampir. Ich wollte sehen, wie sie einen Menschen in den Hals biss und ihr dann das restliche Blut von den Lippen lecken.
Auch wenn ich wusste, dass Aria es noch nicht mal kommen sah, dass sie bald verwandelt werden würde, auch wenn ich wusste, dass der Drang zum töten sie psychisch fertig machen würde, konnte ich es kaum abwarten. Sobald ich Ihre Gefühle komplett für mich gewonnen hatte, würde die Verwandlung einschreiten, hatte Meister Aro mir versprochen. Sie würde mich durch die Verstärkung der Gefühle nur noch mehr begehren und dadurch, dass ich ihr durch all die neuen Dinge helfen würde, würde das Begehren wahrscheinlich sogar zur Verehrung werden.
Gott, die Gedanken daran machten mich verrückt. Aria machte mich verrückt.
Zum Glück kam ich relativ schnell an meinem Gemach an und schmiss mich sofort unter das Wasser, um den Schmutz von mir zu bekommen.
Ich drehte die Temperatur auf eiskalt. Mein Körper musste nach diesen Gedanken erst einmal abkühlen, denn so konnte ich Aria definitiv nicht aufsuchen. Wie konnte man nur so süchtig nach einer Person sein?

Als ich fertig angekleidet war, machte ich mich sofort auf den Weg zu ihrem Zimmer und hoffte sie dort anzutreffen. Als ich der Tür näher kam, bemerkte ich mein Glück, denn ich hörte ihren wachen Herzschlag.
Mit einem Lächeln erhob ich die Hand und klopfte.
„Jaaaa.", trällerte es von drinnen.
Merkwürdigerweise erklang die Stimme von Chelsea. Verwirrt öffnete ich die Tür und sah die beiden jungen Frauen auf dem Bett sitzen.
„Chelsea, schön dich zu sehen.", begrüßte ich sie.
„Freut mich auch, aber ich denke nicht, dass du wegen mir hier bist."
„Ich hatte dich zumindest nicht erwartet."
Aria hielt sich aus dem Gespräch raus und starrte mich nur an. Ich grinste in mich hinein, da ihr Herzschlag schneller wurde.
„Naja, ich werde euch dann wohl alleine lassen. Hat mir Spaß gemacht, Aria."
Sie küsste mein Mädchen auf die Wange und stand dann auf. Mich lächelte sie nochmal an und ich machte ihr den Weg zur Tür frei. Kurz bevor sie rausging, erhob sie nochmal Wort: „Benehmt euch und denk an die Verhütungsmittel, die wir besprochen haben."
„Ich...", setzte Aria an, doch da war Chelsea schon weg und die Tür fiel ins Schloss.
Meine Hübsche lief unfassbar rot an und konnte mir wohl nicht mehr in die Augen sehen, denn sie vergrub ihr Gesicht in den Händen.
„Wie geht es dir, Süße?", ignorierte ich die Situation und setzte mich nun an den Platz, den Chelsea vorher eingenommen hatte.
„Gut.", hauchte Aria, sah mich aber immer noch nicht an.
Ein wenig sehr störte mich das ja schon. Ich wollte ihre Augen sehen.
Also räusperte ich mich.
„Aria, wir müssen reden."
Sie ließ ihre beiden Hände fallen und starrte mich immer noch mit roten Wangen an.
„Das mit den...Verhütungswegen...das...sie hat einfach damit..."
„Nicht darüber.", lachte ich.
Dazu würden wir schon früh genug kommen.
Sie wirkte sofort erleichtert und als sie mir nun richtig in die Augen schaute, wuchs ein wunderschönes Lächeln auf ihrem Gesicht.
„Ich war heute im Kerker bei Demetri.", rückte ich sofort mit der Sprache raus.
Und da war das Lächeln wieder weg. Schade.
„Wieso?", fragte sie zögernd.
„Ich wollte für dich mal mit ihm reden."
„Aber ich hab doch gesagt, dass es mir egal ist."
„Ich weiß aber, dass es nicht so ist. Und auch wenn es mir nicht gefällt, er ist ein Teil von dir. Ich wollte ihn fragen, ob er sich nicht vielleicht mit dir verwöhnen möchte. Aber, er meinte, dass ihm nichts mehr leid tut. Er hat aus Wut gehandelt und die Wut betitelt er als berechtigt."
Aria's Augen wurden ganz groß und ich konnte schon nach Millisekunden sehen, wie sie immer glasiger wurden.
„A-Aber...Felix..er meinte doch zu ihm..er hat gesagt, es tut ihm leid.", stotterte sie sich zusammen.
„Wahrscheinlich war er wütend, weil du meinest, dass es dir egal ist. Es tut mir so leid, Aria."
Nun tropften ihr Tränen auf die Wangen und ich zog sie sofort in meine Arme. Nicht eine Sekunde lang versteifte sie sich und dieses Gefühl ließ den Kummer darüber, dass Demetri ihr anscheinend doch nicht so egal war, fast vergessen.
Leise fing das Mädchen in meinen Armen an zu schluchzen. Aber nicht hysterisch, sondern ganz ruhig. Das war doch ein gutes Zeichen, oder?
Ich wollte nicht das sie weinte und schon gar nicht wegen ihm.
Auch wenn ich sie theoretisch zum weinen gebracht hab durch meine Lüge, hatte ich kein schlechtes Gewissen. Ich wollte doch einfach nur, dass sie Demetri vergas. Für unsere Beziehung.
„Wieso hat...e-er sich so verändert? I-In nicht mal...vier Tagen?", wimmerte sie und ich drückte sie fester.
Ach Baby. Du kannst dich auf keinen verlassen. Außer auf mich, ich werde immer für dich da sein.
Ich hielt sie, bis sie aufhörte zu weinen und noch länger. Aria schloss irgendwann die Augen und lehnte sich einfach an mich. Lächelnd schaute ich von ihr auf ihre Uhr.
Halb elf. Auch wenn sie wahrscheinlich bist mittags geschlafen hatte, sollte sie nun wieder zu Bett gehen. Ein normaler Schlafrhytmus war doch für Menschen wichtig.
Also ließ ich sie vorsichtig los, was mir einen verwirrten Blick bescherte.
„Du solltest schlafen gehen.", klärte ich sie auf und stand von ihrem Bett auf.
Auch sie begab sich in eine andere Position und sah mich unglücklich an.
Nur zu, Aria, sag es. Sag, dass ich bleiben soll.
„Ich wünsche dir eine Gute Nacht.", sagte ich, als nichts kam und ging zur Tür.
Aria antwortete nicht mehr und sah nun sogar relativ bockig aus.
Komm schon, frag mich.
Doch anstatt den Mund aufzumachen, zog sie ihre Decke über sich und legte sich hin.
Seufzend verließ ich ihr Zimmer. Ein anderes Mal.
Überraschenderweise kam ich jedoch nur wenige Schritte weit, als sich ihre Tür wieder öffnete.
„Bitte bleib.", hörte ich ihre Stimme leicht verzweifelt und grinste.
Review schreiben