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One-Shot The Flame and The Blizzard

von Sortiria
Kurzbeschreibung
OneshotFantasy, Liebesgeschichte / P12 / Gen
01.04.2016
01.04.2016
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One Shot – Dragon Quest Heroes The Flame and The Blizzard

Luceus

Einige Nächte waren seit unserem Abenteuer ins Land gezogen. Wir hatten Shadrak den dunklen Drachen tatsächlich besiegt. Mein Plan war perfekt gewesen, aber seinen Schutz-schild konnten wir nur gemeinsam durchdringen. Sie und ich. Ich sah die Situation erneut vor mir: Gleichzeitig hatten wir uns aus den Augenwinkeln angesehen, zugenickt und waren ge-sprungen. Auch wenn wir vorher Angst und Respekt vor diesem Gegner hatten, in diesem Moment war die Angst einfach weg gewesen. Ich wusste, dass sie da war und das reichte mir. Instinktiv hatten wir gleichzeitig ausgeholt. War also Instinkt in diesem Fall die beste Strategie gewesen? Wollte ich sie deswegen unbedingt beschützen und ihr beistehen? Wäh-rend ich vom Balkon in den Sternenhimmel starrte, versuchte ich eine Antwort darauf zu fin-den. Wir waren die einzigen Überlebenden des Anschlags auf die Kinder des Lichts. Aber anfangs waren wir doch auch nicht so gewesen. Ich hatte stärker werden wollen. Um jeden Preis. Unermüdlich im Palast trainiert. Auch schon früh morgens. Schlagartig begann ich die Situation nochmal vor meinen Augen zu sehen.

Ich stocherte mit meinem Holzschwert etwas unsicher in der Luft herum und versuchte meine ausgedachten Gegner zu treffen. Ich war so auf mich fokussiert, dass ich nicht mitbekam wie sie versuchte die riesigen Steintreppen schnell hinunterzugehen. Ich bemerkte es erst, als es zu spät war. Sie polterte bereits die Treppen hinunter, überschlug sich mehrmals und landete mit einem großen Knall auf dem harten Steinboden.

Sie war schlimm verletzt gewesen. Und ich war schuld daran. Hätte ich mich nicht so auf mich fokussiert, wäre ich nicht so egoistisch gewesen. Ich hätte das verhindern können. Nein, ich hätte das verhindern müssen. Meine Faust ballte sich und schlug kräftig auf das steinerne Geländer des Balkons. Kurz durchzuckte der Schmerz meine Hand, auch wenn ein dicker Lederhandschuh ihn eigentlich schützen sollte. Das hatte ich wohl verdient. Ich musste einfach besser werden, wenn ich sie beschützen wollte. Egal, was und wie viel es mich kosten würde. Nach einigen Minuten war ich wieder ruhiger geworden. Ich konnte an dem, was passiert war nun wirklich nichts mehr ändern. Aber ich konnte es noch besser machen. Viel besser. Das schwor ich mir. Ich wurde gleichzeitig zum Angeklagten und zu meinem Henker. Mein Richter war sie. Wenn ich versagen würde… das durfte ich nicht. Seufzend stützte ich mein Gesicht auf der ledernen Handfläche meines Handschuhs ab und schloss für einen Moment die Augen. Meine Lungen füllten sich mit der kühlen Nachtluft. Der Wind spielte mit meinen Haarspitzen und wirbelte sie durcheinander. Plötzlich hörte ich Schritte. Ertappt öffnete ich die Augen und sah nach unten. Erleichtert atmete ich aus. Es war kein ungebetener Gast oder ein Monster, das sich in den Schlossgarten verirrt hatte. Es war sie. Ihre zierliche Statur. Ihr typisches rotes, geschlitztes Kleid, über dem sie den goldenen Brustpanzer, mit dem Wappen des Königreichs trug. Der im Mondlicht glitzernde Degen, an ihrer linken Hüfte. Das streng nach oben gekämmte, mit einer roten Schleife zusammenge-bundene, weißblonde Haar. Und die zwei Haarsträhnen, die sich nie mit in den Zopf einfügen ließen. Ich lächelte. Tausend Mal hatte sie sich darüber beschwert. Bei allen Bewohnern des Schlosses. Langsam näherte sich ihre Hand der Schleife. Ein Zug, ein Windstoß. Ich wusste gar nicht, dass sie die Haare überhaupt noch offen trug. Nacheinander regneten sie auf ihre Schultern und ihren Rücken. Dann drehte sie sich um. Ihre blauen Augen fixierten meine. Sie hatte mich wohl entdeckt. Ich hörte mein Herz pochen. Das Blut rauschte in meinen Ohren. Was war nur los mit mir? Immer wenn sie mich so ansah, dann…

Aurora

Seine braunen Augen starrten mich an. Von oben herab. Eigentlich gefiel mir das nicht, aber bei ihm war das in Ordnung. Wir hatten eine große Schlacht hinter uns. Seitdem war das Band zwischen uns noch stärker geworden. Eigentlich hielt ich noch nie viel von Gesülze und sagte meine Meinung immer direkt heraus. Aber jetzt, jetzt stand ich einfach nur da und starrte in sein Gesicht. Ich hätte ihn zurechtweisen können, aber das tat ich nicht. Ich konnte nicht. Mein sonst so loses Mundwerk war unfähig noch irgendetwas zu sagen. Mein Körper schien wie versteinert. Ich konnte mich einfach nicht bewegen. Ich musste ihn anstarren. Dafür würde ich mich morgen sicherlich innerlich verbal ohrfeigen. Er hatte sich sicherlich auch nur einen entspannten Abend machen wollen. So sah er zumindest aus. Lehnte auf dem Balkongeländer und stützte sein schönes Gesicht auf einer Hand auf. Er lächelte. Aber warum? Ich versuchte ihn zu fragen. Aber ich bekam keinen Ton aus meiner Kehle. Also musterte ich ihn, obwohl ich sein Aussehen nur zu gut kannte. Der Mond tauchte nur eine Hälfte seines Gesichtes in Licht. Seine Hautfarbe erschien mir dabei fast wie Porzellan, ob-wohl er eigentlich eine dunklere Hautfarbe hatte als ich. Seine braunen Haare standen wie immer durcheinander von seinem Kopf ab. Ich rätselte immer noch, wie er es schaffte, dass das jeden Tag exakt gleich aussah. Ich versuchte mich loszureißen. Was hatte ich nochmal hier unten gewollt? Dabei bemerkte ich den Knauf seines Schwerts, der im Mondlicht glänzte. Wenigstens war er nicht leichtsinnig und auch nicht unbewaffnet. Dann hätte ich ihn ja beschützen müssen. Aber hätte mir das wirklich etwas ausgemacht? Er hatte immer auf mich aufgepasst, seitdem ich damals von der Treppe gefallen war. Auch wenn seine Taktiken und Pläne manchmal wirklich seltsam waren und er viel zu viel redete, bevor er zum Punkt kam oder angriff. Ich merkte erst jetzt, wie sehr ich mich schon daran gewöhnt hatte. Es wäre sicherlich auch nicht gut gegangen, wenn wir beide egoistisch gewesen wären. Ich hatte bisher immer nur daran gedacht, wie ich stärker werden könnte. Angegriffen hatte ich immer instinktiv. Ich wusste ja, dass ich mich auf meine Reflexe und meinen Körper verlassen konnte. Vielleicht sollte ich in Zukunft wirklich öfter auf ihn hören und ihn Recht haben lassen. Nicht mehr ständig versuchen meinen Sturkopf durchzusetzen und immer das zu bekommen, was ich wollte. Vielleicht. Ja, vielleicht. Ich hatte den Entschluss gefasst. Und davon würde ich mich auch nicht mehr abbringen lassen. Auch, wenn es verdammt schwer werden würde, das einzuhalten. Mein Sturkopf würde mich sicher ein aufs andere Mal testen und mir immer wieder vorhalten, dass ich doch besser auf ihn gehört hätte. Gleichmäßig at-mete ich den Nachtwind ein und wieder aus. Ich würde ab sofort auf ihn aufpassen. So wie er auch immer auf mich aufgepasst hatte. Und das nicht aus Eigennutz. Der starke Muskel in meiner Brust hämmerte gegen sein Gefängnis aus Knochen. Was war das? Was war los mit mir? Ich konnte doch nicht…

Kurz blinzelte ich, um der Situation zumindest für einen Moment entfliehen zu können, da hörte ich auch schon einen dumpfen Aufschlag auf den Boden. Ruckartig öffnete ich die Au-gen. Meine Gesichtsmuskeln verspannten sich. Erleichtert atmete ich laut aus, als ich sah, dass er auf seinen Füßen gelandet war. Warum war er da runtergesprungen? Wir wussten beide, dass das kein Problem war. Immerhin war er auch schon von einem meterhohen Zyk-lopen gesprungen. Aber warum? Ich fand einfach keine Antwort. Mit langsamen, aber langen Schritten kam er nun auf mich zu. Ich tat es ihm gleich. Irgendwann trafen wir uns in der Mitte des Scheins des Mondlichts. Nur noch wenige Zentimeter zwischen uns.
„Hauptmann.“
„Hauptmann.“
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