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Tanz ins Glück?

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Andreas Schweiger Frank Oehler Nils Egtermeyer OC (Own Character) Ole Plogstedt
31.03.2016
25.04.2016
14
19.998
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12.04.2016 1.401
 
Zwei Wochen später stürmte ein aufgebrachter Nils durchs Gartentor. Ich war gerade dabei, Blumen zu pflanzen, was mit meinem Bauch nicht gerade einfach war- „Kleine Raupe!“ brüllte es da schon. „Mein Schatz! Was machst du denn hier? Ich habe dich so vermisst!“ Tränen wallten in mir hoch, denn Nils nicht mehr täglich um mich zu haben, war meine persönliche Vollkatastrophe. So warf ich mich in seine Arme, und weinte bitterlich. „Na, na, meine Raupe, wer wird denn da weinen?“ gurrte er. „Ich. Seit Krümelchen da ist, weine ich quasi dauernd.“ Er küsste mich liebevoll auf den Mund. „Jetzt bin ich ja hier. Aber ich muss dir zuerst etwas sagen. Bitte reg dich nicht auf!“ Ich schaute ihn erwartungsvoll an. Hatte er etwa etwas mit Elvis angefangen? „Wir drehen doch heute bei deinem Liebsten im Schloss. Naja…in einer Drehpause…er und die Restaurantleitung…in flagranti…“ „DAS GENÜGT!“ donnerte ich. „Wo ist dieser verdammte Autoschlüssel? Ich bringe ihn höchstpersönlich um!“ „Ich fahre dich, meine Süße. Nicht, dass du mein Patenkind noch umbringst“
Nach zwanzig Minuten stürmte ich wie ein Racheengel auf den Hintereingang des Restaurants zu. „MARKUS!“ grollte ich. „MARKUS!!!!“ Fos Küchenchef kam angelaufen. Wir waren gute Freunde geworden. „WO ist ER? Ich bringe ihn UM!“ Der dunkelhaarige zog mich erst einmal an sich. „Nicht aufregen. Denk an das Baby.“ „Das macht der doch auch nicht! Wenn ich den ERWISCHE!“
Markus drückte mich auf den Pass. „Hinsetzen! Aufessen!“ „Dein Ernst? Ich will Fo töten, und nicht etwa deine neueste Kreation probieren!“  Doch Markus duldete keine Widerworte. Nils war wieder zu den anderen verschwunden. Auf einmal drang aus dem Gastraum lautes Gebrüll. „Das ist meine SCHWESTER. Du größter aller Volltrottel! Und sie trägt DEIN KIND unter dem Herzen!“  Mein Ole. Ich lächelte versonnen. Ich konnte mich zurücklehnen, und warten, bis der mit ihm fertig war.
„Ich bin auch nur ein Mann!“ hörte ich da Fo bellen. „Und seit sie schwanger ist, ist Mirja ein Rühr-mich-nicht-an! Ich habe auch Bedürfnisse!“ Falscher Satz. „Bedürfnisse? Ich dachte, du LIEBST meine Schwester? Ich hätte sie dir NIE anvertraut, wenn ich gewusst hätte, was für ein SCHWEIN du bist!“ „Natürlich liebe ich sie, aber wie gesagt, ich habe auch Bedürfnisse!“ Klatsch! Ole hatte Fo wohl eine gescheuert, und ich musste kichern. Markus grinste breit. „Das gefällt dir wohl?“ „So muss ich es nicht selbst tun“, meinte ich verächtlich.
Andi kam hereingestürmt. „Ich glaube, dein Bruder bringt Fo gerade um!“ „Na und?“ Er zog mich an der Hand nach draußen, und tatsächlich prügelten sich die beiden wie die Straßenjungs. „Ole, geh runter da“, meinte ich halbherzig. „Wieso?“ „Weil es ohnehin vorbei ist. Ich komme wieder mit nach Hamburg. Ich bleibe keine Minute mehr unter einem Dach mit einem FREMDGEHER!“
Ole erhob sich. „Du bist für mich gestorben!“ bellte er. „Komm Bruderherz, wir gehen! Es gibt noch Kisten zu packen!“ Nils und Andi schlossen sich wortlos an. „Wie, du gehst? Ich will aber nicht, dass du gehst“, maulte Markus. „Wir zwei bleiben in Kontakt, ist doch klar!“ Ich umarmte ihn, und wir verließen die Speisemeisterei.
Im Haus angekommen, raffte ich das nötigste zusammen. „Kann ich bei euch im Hotel unterkommen?“ fragte ich die Jungs. „Natürlich“, meinte Andi sanft, und legte mir einen Arm um die Schulter. „Wie ist die Zimmeraufteilung?“ Andi schnaubte. „Ich habe den Joker gezogen, und wohne bei Schnarchi.“ Er zeigte genervt auf Ole. „Fein, mein Schatz, dann können wir zwei einmal wieder ausgiebig kuscheln!“ schmachtete ich in Richtung Nils, dessen Gesicht sich sofort erhellte. „Mit dir doch immer, meine kleine Raupe. Für dich könnte ich direkt hetero werden.“ „Dann tu es! Du bist wenigstens nicht so ein Riesenarsch wie Enzo oder Fo!“ Nils küsste mich. „Hetero werde ich nun nicht, aber ich biete mich als Papa an. Wir lassen meine Vaterschaft eintragen, und ziehen Krümelchen gemeinsam groß-wie klingt das?“ Ole brummte. „Sie hat auch noch uns!“ „Aber Krümelchen braucht einen Papa!“ „Ich finde die Idee großartig, ich hätte dich gerne als Papa, mein Schatz!“ Und so war es beschlossene Sache.
Ich kehrte nach Hamburg zurück, sehr zur Begeisterung meiner Neffen, meines Lieblings-Pfarrers, und Martin. Nur Julian war etwas traurig, aber er hatte sich in Stuttgart gut eingelebt, und bald waren Nils und ich auch auf seiner Hochzeit eingeladen, Auch Elvis war glücklich, mich wieder an der Elbe zu wissen. Ich stand inzwischen kurz vor der Entbindung, und hatte jeden Versöhnungsversuch von Fo erfolgreich abgeblockt. Nils wich mir kaum noch von der Seite, und erwies sich als der rührendste Papa, den Krümelchen sich wünschen könnte. Es würde ein Junge werden, und wir hatten gemeinsam entschieden, den Namen, den Fo und ich ausgesucht hatten, zu verwerfen. Er würde Marten Julian heißen, Julian, Elvis, Andi und Markus würden die Taufpaten werden.
Gerade versuchte ich, das Gitterbettchen für Marten aufzubauen, als Nils zur Tür herein schneite. „Raupi, was machst du denn? Das ist viel zu anstrengend!“ Er wollte mich schon verscheuchen. „Lass mich doch-immerhin hast du uns schon aufgenommen, und opferst so viel von deiner Zeit, da werde ich ja dieses olle Bett aufbauen können?“ Hinter Nils polterten Ole, Beate und meine Neffen zur Tür herein. „Nein kannst du nicht“, meckerte meine Schwägerin und bugsierte mich auf den Sessel, der im Raum stand. „Das machen wir jetzt.“ „Ach Mirja, ehe ich es vergesse: Hier ist ein Brief von Fo!“ Ole drückte mir das Dokument in die Hand, doch ich schaute es nur wütend an. Dann nahm ich einen Kuli und schrieb in fetten Lettern „Annahme verweigert, du elendes Arschloch!“ darauf.
Ole lächelte. „Das ist meine Kleine!“ Nils nahm mich in den Arm. „Du brauchst Fo nicht mehr, immerhin hast du mich-und bald auch unseren Sohn.“ Er war wirklich herzerwärmend, und ich hing sehr an ihm, auch wenn wir immer nur Freunde sein würden.
Doch das, was Nils mir gab, war so viel mehr, als ich erwarten konnte. Wieder einmal stiegen Tränen in mir auf.  Leon reichte mir ein Taschentuch. „Tante Mirja, du bist so eine Heulsuse!“ Ole kicherte. „Früher war sie das taffste Mädel von ganz Köpenick, und jetzt?“ „Bin ick immer noch taff!“

Damit sollte es jedoch zwei Wochen später vorbei sein. Seit zehn Stunden lag ich nun schon in den Wehen, und brüllte mir die Seele aus dem Leib. Nils war ganz aufgelöst. „Hach, meine kleine Raupe! Wenn ich dir den Schmerz doch nur abnehmen könnte!“ Ich fauchte. „Kannst du aber nicht, also SCHNAUZE!“ Drei Stunden später waren wir beide erlöst, und der junge Arzt legte mir Marten in den Arm. Er war zum Glück ein waschechter Plogstedt-selbst vor unseren etwas prominenten Ohren hatte die Natur nicht halt gemacht. Nils betrachtete ihn verliebt. „Hallo Sohnemann“, gurrte er. „Willst du ihn halten?“ fragte ich. Er nickte, und in diesem Moment schien alles andere unwichtig. Für mich zählte nur noch mein Sohn, und der Mann, mit dem ich ihn aufziehen würde.
Als ich wieder zurück auf dem Zimmer war, flog direkt die Tür auf, und Fo trat ein. Mein Blick verdunkelte sich, und ich versuchte, Marten vor seinen Blicken zu schützen. „Mirja…“ „Raus hier! Wer hat dich überhaupt informiert?“ „Das war ich“, piepste Markus kleinlaut im Hintergrund. „Markus bleibt, Fo geht. Aber augenblicklich!“ „Aber das ist mein Sohn!“ „Das ist NILS‘ Sohn! Und das wird er auch immer bleiben! Marten Julian EGTERMEYER! Und nicht etwa Oehler!“  Fo zuckte getroffen zusammen. „Nils?“ „Ja, Nils. Er wird Marten gemeinsam mit mir großziehen. DU hast jedes Anrecht auf dieses Kind verwirkt. Und jetzt raus, das ist die Säuglingsstation!“
„Darf ich ihn wenigstens sehen?“ „Nein.“ Markus schob Fo sanft zur Tür heraus, und setzte sich an meine Seite. „Was hast du dir dabei gedacht?“ „Er bereut es, Mirja.“ „Es ist zu spät. Wenn du dein Patenkind auf den Arm nehmen möchtest, musst du warten, bis er aufwacht.“
„Du bist mir böse, richtig?“ „Und wie! Was fällt dir ein DEN DA mitzubringen?“ „Er ist Martens Vater!“  Ich schnaubte. „Das hat ihn auch nicht gejuckt, als er eure Restaurantleitung gebumst hat!“
Nun quäkte mein Sohn leise. „Du darfst ich nehmen“, meinte ich nur abwesend zu Markus, der sofort an sein Bettchen trat. „Nein, bist du ein süßer Fratz! Ganz die Mama!“ säuselte er, und nahm den kleinen Mann vorsichtig auf den Arm. Wieder schob sich Fo nach drin. „Nein, du darfst ihn nicht sehen-geh bitte einfach“, bat ich, aber ich merkte, dass meine Stimme brüchig wurde. Warum quälte er mich nur so?
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