Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Tanz ins Glück?

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Andreas Schweiger Frank Oehler Nils Egtermeyer OC (Own Character) Ole Plogstedt
31.03.2016
25.04.2016
14
19.998
1
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
01.04.2016 1.417
 
„Lass das nicht Enzo sehen“, stöhnte Ole erneut. Ich rollte genervt mit den Augen. „Noch einmal das Wort Enzo, und ich rufe Mama und Papa an!“ „Und was willst du denen erzählen?“ „Dass du mich behandelst, wie eine Aussätzige!“ Ole lachte, und schlug nun seinerseits nach mir. „Damit würdest du ja auch noch durchkommen, nicht wahr?“ Andi schlug sich die Hände vors Gesicht. „Zwei Plogstedts sind definitiv einer zu viel!“  Ole und ich setzten unseren patentierten Todesblick auf, und Nils trat vor Lachen fast auf die Bremse. „Mirja, du gefällst mir!“ „Mal sehen, ob du das immer noch sagst, wenn ich mit dir fertig bin!“
Wir kamen am Restaurant an, das von außen so gar keinen guten Eindruck machte. „Graffiti, Zigarettenautomat, na lecker!“ fasste Andi das Gesehene zusammen. Wir traten ein, und die Gaststube wirkte doch recht gemütlich. Ich hielt mich im Hintergrund, während die Jungs das Team begrüßten-was sich als Fehlentscheidung herausstellen sollte, denn wir waren im Restaurant von Enzos Nonna gelandet! „Cara!“ kreischte die mir auch direkt entgegen. Ich erhob mich, und küsste sie mit falscher Freundlichkeit auf ihre runden Wangen. „Nonna Francesca, darf ich dir meinen Bruder Ole vorstellen?“ Ich zeigte auf eben den.  „Und das sind seine Kollegen Nils und Andi. Ich bin Nils‘ Trainerin, deswegen bin ich dabei.“ Die Luft war so dick, dass man sie schneiden konnte.
Nonna Francesca und ich hassten uns nämlich aus tiefstem Herzen-was daran lag, dass ich eine flatterhafte „Tedesca“ war, die nicht einmal anständig kochen konnte. Und ich sah nicht ein, wegen diesem Drachen als Heimchen am Herd zu enden. Ich liebte das Tanzen, und wollte auch auf jeden Fall noch eine Spielzeit mitmachen, danach würde ich wohl als Trainerin arbeiten. Aber so genau wusste ich das nicht-immerhin war ich ja noch jung.
Und so lief das Testessen völlig zu meinen Ungunsten. Pierluigi, mein Schwiegervater in spe (und mir noch verhasster als seine furchtbare Mutter) hatte spitz bekommen, dass ich mit von der Partie war, und so war das Essen der Jungs durchweg genießbar, und meines entweder versalzen, verbrannt oder beides gleichzeitig. Ich seufzte auf, und Nils fütterte mich mit einer Gabel seiner Pasta. Oles Mund verformte sich immer mehr zu einem Strich. Nach dem dritten versalzenen Gericht, das vor mir landete, schnappte er mich, und zog mich vor die Tür.
„Du solltest dich von diesem Idioten trennen! Sieh nur, wie seine Familie dich behandelt!“  „So sind sie seit 5 Jahren, und das weißt du auch-und ich KANN mich nicht von Enzo trennen!“ brüllte ich ihm entgegen. „Und warum nicht?“ „Weil er mich dann umbringt?“ „Hat er dir das angedroht?“ „Mehrfach, ja.  Er hat auch offene Drohungen gegen euch ausgesprochen. Ich liebe ihn doch schon lange nicht mehr!“ Nun weinte ich in den Armen meines Bruders dicke Tränen. „Ach, mein Dummbauchi, auch wenn wir uns oft foppen: Ich liebe dich, und ich kann es nicht ertragen, dich so zu sehen. Schieß ihn in den Wind, zum Kuckuck!“ „Aber wenn er den Jungs was tut? Und dann habt ihr mich noch länger auf dem Pelz? Und wenn er mich wieder schlägt?“ „WAS HAT DER?“ donnerte Ole los. „Naja, ich glaube, ich war selbst schuld…“ Er legte mir einen Finger unters Kinn, und zwang mich so, ihn anzusehen. „Mirja Elaine Plogstedt! Red dir nicht so einen Unfug ein! Und kein Mann der Welt wagt es, an mein Baby Hand anzulegen! Wenn ich DEN erwische!“ „Lass es, großer Bruder-er ist wirklich unberechenbar in seiner Eifersucht.“ Ole küsste mich liebevoll auf den Mund, was ich gerne erwiderte. „Ich passe schon auf dich auf“, murmelte er, und wir gingen nach drin.
Leider hatte die Familie Perroni schon Familienrat per Telefon gehalten, und Enzo rauschte wenig später zur Tür herein. Er baute sich bedrohlich vor mir auf. „Das ist also dein angebliches Training, du Miststück?“ „Certo, aber erst das Essen, dann das Tanzen, weißt du doch.“ Ich zeigte auf Nils. „Das ist mein Schützling, das ist sein Kollege Andi, und Ole muss ich dir wohl nicht vorstellen.“  Enzo schaute Ole wütend an. „Ach ja, der Herr, der immer meint, ich sei nicht gut genug für dich?“ „Bist du auch nicht“, bellte mein Bruder. „Meine Kleine hat etwas Besseres verdient, als dich elenden Neandertaler!“ „Ole, nicht!“ versuchte ich ihn, zur Ordnung zu rufen. Doch der hatte sich erhoben, und packte Enzo am Kragen. „5 Jahre lang sehe ich zu, wie meine Schwester unter dir leidet! Aber damit ist jetzt Feierabend! Verschwinde aus Mirjas Leben, oder ich drehe dir den Hals um!“ „OLE!“ Ich versuchte, ihn von Enzo weg zu zerren, aber das war nicht wirklich von Erfolg gekrönt. „Sitzt hier nicht wie Lots Weib als Salzsäule, helft mir!“ schnauzte ich Andi und Nils an, in die sofort Leben kam.
Nils packte sich seinerseits Ole, und Andi und ich zerrten an Enzo.
„Auseinander, ihr Idioten!“ polterte ich. „Ole, du machst so etwas nie wieder!“ „Aber Kleines….“ „SCHNAUZE, verdammt!“ „Und zu dir, Enzo Perroni: Wir sind ab dem heutigen Tag geschiedene Leute! Ich will dich NIE wiedersehen!“  
Mein jetzt wohl Ex erhob die Hand. „Das werden wir noch sehen!“ „Nein, die Zeiten sind vorbei“, knurrte ich. Dieses Mal beließ er es nicht bei der bedrohlichen Geste, sondern schlug wirklich zu. Das jedoch hatte zur Folge, dass Aufnahmeleiter Gordon und Kameramann Andi auf ihn zu stürmten.
Das Ende vom Lied war ein abgebrochener Einsatz, ein Veilchen für Ole, ein gebrochener Arm bei Enzo, ein daraus resultierender Polizeieinsatz, und eine Anzeige gegen Gordon.
Ich war vor das Restaurant geflohen, und weinte bitterlich. So hatte ich das auch nicht gewollt! Das Team würde mich bestimmt in der Luft zerreißen. Ein hübscher, junger Polizist mit roten Haaren trat zu mir. „Frau Plogstedt, möchten Sie Anzeige erstatten? Gegen Herrn Perroni?“  Ich schüttelte den Kopf. „Lieber nicht, sie machen sich kein Bild“, seufzte ich. Er legte einen Arm um mich. „Kam das öfter vor, dass er sie geschlagen hat?“ „Das war das zweite Mal heute. Wie lange habe ich Zeit, Anzeige zu erstatten?“ „30 Tage, ich gebe ihnen mal meine Karte.“  „Danke, Herr….Zimmling“, meinte ich, und der junge Mann befragte kurz darauf einen immer noch tobenden Gordon.
Andi kam zu mir. „Alles gut?“ „Nein. Ich schäme mich so. Der ganze Tumult, nur wegen mir“, jammerte ich. Andi nahm mich in den Arm. „Keiner ist dir böse. Wir machen uns eher Sorgen um dich, mit diesem Enzo ist wirklich nicht zu spaßen. Wie gesagt, meine Zimmertür und meine Ohren stehen dir immer offen!“ „Baggerst du gerade meine Trainerin an?“ schaltete sich Nils ein. Andi lachte ein grollendes Lachen, dass mir Schauer auf dem Rücken bescherte. „Vielleicht?“ Der rotblonde schmollte. „Und Nils, wenn du denkst, heute wird nicht trainiert, dann hast du dich geschnitten!“
Der rotblonde zog eine Augenbraue nach oben.  „Wir haben nur eine Woche Zeit, und ich muss auch noch eine Choreografie aus dem Ärmel schütteln“, erinnerte ich ihn. Er seufzte schicksalsergeben. „Fein, dann ziehe ich mich nachher gleich um.“ Herr Zimmling stand wieder vor mir. „Ich brauche noch ihre Zeugenaussage, Herr Wüst und Herr Perroni haben sich gegenseitig angezeigt.“ Ich erzählte dem jungen Kommissar alles, was ich wusste. Sein Kollege, der sich mir als Herr Hintzen vorstellte, schaute mich fragend an. „Entschuldigen Sie, ich will nicht aufdringlich wirken, aber sind sie DIE Mirja Plogstedt?“ „Wie meinen?“ „Naja, die Musicaldarstellerin.“ „Ja, die bin ich. Habe ich jetzt Promibonus?“ Der smarte grauhaarige zwinkerte mir zu. „Das nicht, aber meine Frau ist so ein Fan von ihnen-würden sie mir ein Autogramm für sie geben?“  Ich unterschrieb geduldig auf dem Papier, das er mir entgegen reckte.  „Und für mich bitte auch eines, unter dem Protokoll“, grinste Herr Zimmling.
Als der Papierkram erledigt war, fuhren wir ins Hotel zurück. „Nils, wir treffen uns in zehn Minuten! In Jogging-Kleidung bitte!“  Ich flitzte in das Zimmer, zog mich um, und band mir die Haare zu einem Dutt. „Kleines, du willst doch jetzt nicht wirklich trainieren?“ fragte Ole besorgt. „Wir haben nur eine Woche Zeit, wie stellst du dir das vor?“ Er nahm mich in den Arm. „Tut’s eigentlich sehr weh?“ fragte ich, und zeigte auf sein Veilchen. „Das geht schon. Aber ich muss doch die Prinzessin vor dem bösen Drachen beschützen!“ Ich küsste ihn, und verließ das Zimmer. Zeitgleich traten Andi und Nils aus ihrem. Auch Andi hatte sich in T-Shirt und Jogginghose geworfen. „Du joggst mit? Sehr cool“, freute ich mich aufrichtig. Andi nickte. „Bin fett geworden in der letzten Zeit.“ Ich schaute an seinem Körper herunter. „Ist klar, aber jetzt geht’s los!“
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast