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Tanz ins Glück?

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Andreas Schweiger Frank Oehler Nils Egtermeyer OC (Own Character) Ole Plogstedt
31.03.2016
25.04.2016
14
19.998
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18.04.2016 1.142
 
Wieder klingelte es an der Tür, und Ole stand davor. Oh nein, das würde Zunder geben, denn er war denkbar schlecht auf Fo zu sprechen-auch nach drei Jahren noch. „Hey Bruderherz“, begrüßte ich ihn schüchtern. „Reg dich bitte nicht auf. Fo ist hier.“  Er zog seine Augenbrauen zusammen. „WIE BITTE?“ „Ole. Er ist trotz allem sein Vater. Ja, Nils hat mich weichgekocht.“ „SCHWAGER!“ donnerte mein Bruder da. „Schwager?“ fragte Andi. „Erm…“ „Seid ihr verheiratet?“ „Ja“, piepste ich kleinlaut.
„IHR SEID VERHEIRATET?“ donnerte er nun fassungslos. „Ich sagte doch bereits ja!“ schnauzte ich zurück. „Und ihr haltet es nicht für NÖTIG, uns darüber zu informieren?“ „Es war doch damals nur Formsache, wegen Marten. Aber inzwischen ist wirklich Liebe daraus geworden. Andreas Schweiger, dass du dich aber auch immer gleich aufregen musst!“ Er umarmte mich frech. „Ach Mirja, ich dachte nur, wir wären so etwas wie Freunde!“ Inzwischen drang lautes Gebrüll aus Martens Zimmer. „Ma, warum streiten Onki Ole und Fo?“ piepste es da vor mir.
„Spielst du ein bisschen mit Julius, mein Schatz?“ „Dürfen wir Spongebob?“ „Von mir aus. Andi, hilfst du den beiden?“ Andi nickte, und ich schoss in den Raum, aus dem der Lärm kam. „Ole Plogstedt und Frank Oehler! Ihr seid ja wohl die Höhe! Wie könnt ihr vor meinem KIND so ein Fass aufmachen?“  Ole senkte seinen Blick, und knabberte betreten an seiner Unterlippe, so wie er es immer machte, wenn man ihn zur Rede stellte. Fo schnaubte nur. „Was zur Hölle ist dein Problem, Ole? Ich spiele hier in aller Ruhe mit meinem Sohn, und alles ist gut, bis du hier rein stürmst.“ „Was mein Problem ist? Du hast meiner Schwester das HERZ gebrochen! Das ist mein Problem!“ „Ole, das ist über drei Jahre her, Fo ist inzwischen verheiratet, und ich, wie du weißt, auch. Meinst du nicht, wir sollten nach vorne sehen?“ „Moment mal“, keuchte Fo. „Du bist verheiratet? Mit NILS?“ „Geh, Fo, was schimpfst du denn jetzt? Du bist doch selber mit Marie…“ „Das war gelogen“, gab er zu. „Das ist mein alter Ehering-du weißt schon, Sabine.“ „Was, bei Oles gestreifter Unterhose hast du dir DABEI gedacht?“ Nun wurde ich auch lauter. „Mirja….Ich liebe dich immer noch. Ich bereue meinen Fehler schon so lange. Aber du hast mir nie die Möglichkeit gegeben, mich zu erklären.“ Seine Stimme war fast ein Flüstern.
„Okay, nimm deine Jacke, wir gehen spazieren“, meinte ich. Er nickte nur, und ich wandte mich danach an Ole. „Wenn ich meinen Frieden mit ihm machen konnte, kannst du das auch, Großer.“ Er küsste mich. „Und woher kommt dein Sinneswandel?“ „Marten. Ich bin es meinem Kind schuldig, dass er seinen leiblichen Vater um sich haben darf.“  Nils nahm mich in den Arm, und küsste mich liebevoll. „Du tust das richtige. Mein Liebling.“ Manchmal war er geradezu widerwärtig verständnisvoll, dachte ich mir, aber genau das war einer der Gründe dafür, dass ich ihn so sehr liebte. Ich nahm Fo bei der Hand, und zog ihn zur Tür hinaus. „Wohin gehen wir?“ fragte er. „Auf den Turm-da lässt es sich am besten sprechen.“
Eine halbe Stunde später saßen wir, wie schon vor vier Jahren, auf dem Glockenturm und schauten auf das abendlich beleuchtete Hamburg. „Also, ich warte auf eine Erklärung“, meinte ich. „Ja…“ Er kratzte sich am Hinterkopf. „Das ist nicht so einfach, weißt du? Ich war ein Idiot. Das ist die wohl logischste Erklärung für das Ganze. Ich habe dich immer geliebt, auch heute noch. Aber weißt du, die Schwangerschaft war nicht gerade einfach. Du hast dich so von mir zurückgezogen und…“ Ich legte ihm einen Finger auf die Lippen. „Fo, du bist ein riesiger Dösbaddel, das muss man dir lassen. Wir hätten doch über alles sprechen können? Also bevor es zu dieser Marie-Sache gekommen ist?“  Er brummte traurig. „In den Jahren ist viel passiert. Nils hat immer zu mir gestanden, und war immer bedingungslos für mich da-und deswegen liebe ich ihn von ganzem Herzen. Wir sind seit fast zwei Jahren verheiratet-es tut mir leid. Ich habe dich in den Jahren oft auch vermisst, eben weil du Martens Vater bist, aber mein Herz gehört Nils. Freunde?“  Er schaute mich traurig an. „Ihr liebt euch wirklich, nicht wahr?“ „Ja, das tun wir.“ „Dann muss ich wohl damit leben-es tut mir so unendlich leid, Mirja.“  Ich legte meine Hand auf seine. Ja, wenn ich darüber nachdachte, hatte ich ihn wohl wirklich vermisst. „Es ist okay, Fo. Ich war auch nicht besser-ich hätte dir damals zuhören können.“ „Darf ich dich umarmen?“ fragte er schüchtern. „Na klar!“  Und so umarmten wir uns-nach so vielen Jahren. „Habe ich doch richtig gehört! Frau Egtermeyer!“ „Plogstedt, ich habe meinen Mädchennamen behalten, Herr Pfarrer.“ Ich musste mich nicht umdrehen, um zu wissen, wer gesprochen hatte. „Und wieder mit Frank? Aber diesmal spüre ich keine Liebe zwischen ihnen, naja, bei ihnen schon, Frank.“ Ich lächelte den Mann warm an. Er erwiderte das. „Aber Frau Plogstedt, ich muss schon sagen. In all den Jahren waren sie konsequent-ist ihr Mann etwa nicht der Mann ihres Herzens?“ „Natürlich, aber das haben wir erst vor kurzem festgestellt-also dass es beiderseits so ist.“
Fo schaute mich verwirrt an. „Ja, aber das soll nicht das Thema sein, schau, die Sonne geht unter.“
Wir beobachteten den Sonnenuntergang, und Fo griff nach meiner Hand. Ich ließ ihn gewähren-Nils würde eher erfreut als eifersüchtig sein. Erwähnte ich bereits, dass er geradezu widerwärtig harmoniesüchtig ist?
„Hunger?“ fragte ich Fo, nachdem wir eine Weile nur stumm dagesessen hatten. „Und wie!“ „Dann sollten wir uns beeilen, sonst kriegen wir keine Latkes mehr!“  „Du hast Latkes gemacht? Das war mit das Beste an unserer Beziehung“, neckte Fo mich, und ich schlug spielerisch nach ihm.
Als wir wieder in der Wohnung angekommen waren, stürmte mir schon Alex entgegen. „Mirja, Mayday!“ „Was ist denn jetzt schon wieder?“  „Ole und Nils prügeln sich halbwegs, weil Nils Fo verziehen hat, und Ole eben nicht.“ Ich schob den quirligen brünetten zurück in die Wohnung.  „Lass mich das mal machen.“ Leider war es schon fast eskaliert. „Hört ihr wohl auf?“ schnaubte ich genervt. „Da ist man mal kurz weg, und schon schlagt ihr euch die Zähne aus. Ihr seid Schwager, ihr riesigen-Andi, halt Marten mal bitte die Ohren zu-Vollidioten!“  Alex nickte bekräftigend.
Die beiden schauten mich kleinlaut an. „Du hast ja recht, kleine Raupe. Wir sollten uns wirklich zusammennehmen“, meinte mein Mann zerknirscht. Fo ging einen Schritt auf Ole zu. „Ich wollte deiner Schwester nie das Herz brechen-und dich als Freund verlieren wollte ich noch weniger. Kannst du mir verzeihen, alter Kumpel?“ Er streckte seine Hand aus. Ole schaute ihn misstrauisch an. „Nun nimm sie schon!“ motzte ich, und mein Bruder ergriff sie. „Aber wenn du meinen Neffen unglücklich machst, breche ich dir wirklich die Beine!“
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