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Anderthalb Jahre

von akili94
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Dana Scully Fox Mulder
31.03.2016
09.05.2016
15
30.699
1
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10 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
19.04.2016 2.072
 
Hallo ihr Lieben. Hier nun ein neues Kapitel meiner Story. Ich hoffe ihr habt Spaß beim Lesen und hinterlasst mir ein Feedback.



Scullys Wohnung 09:30uhr

„Und was weißt du noch über ihn?“ Scully saß an ihrem Holztisch im Wohnzimmer, ihr Telefon zwischen Schulter und Ohr geklemmt. In der rechten Hand hielt sie einen Kuli, mit dem sie sich Notizen machte. Sie horchte bei ihrem Freund nach wie es ihm ging und was er ihr alles über ihren Hauptverdächtigen sagen konnte.

„Nein ich werde versuchen ihn heute noch zu erwischen. Mitch, ich jage seit Jahren Mörder und andere Gewaltverbrecher, mit etwas Regen und Wind komme ich schon klar. Levin sollte ins Büro fahren, ich weiß nicht ob er schon da ist. Nein, nein er soll da die Stellung halten. Ich werd heute wohl erst am Abend dort sein. Hast du jetzt noch Informationen für mich? Das weiß ich schon. Levin war gestern in seiner Wohnung, er war nicht da. Ja. Kein Zweitwohnsitz? Und seine Exfrau? Nein, ich weiß, dass sie mit ihrem neuen Freund zusammen lebt, aber vielleicht hat sie eine andere Wohnung. Ja ich warte.“  Sie atmete tief aus und hörte wie die Badezimmertür geöffnet wurde.

Sie versuchte zwischen den Blättern einer kleinen Palme durch zu gucken und einen Blick auf die Person zu erhaschen, die gleich aus ihrem Bad kommen würde.  Sie war immer noch nicht darüber hinweg gekommen, was gestern im Büro des Gerichtsmediziners passiert war. Sie hatte sich zwar vorgenommen, es abzuhaken und es als Fehler abzutun, aber es fiel ihr schwerer als sie dachte. Lange konnte sie nicht einschlafen, weil sie so viel nachdachte. Nicht nur über den Kuss mit Mulder, auch über die Situation an sich. Es war absurd.

Anderthalb Jahre hatten sie keinen Kontakt gehabt, dann sahen sie sich aus reinem Zufall wieder und nach einem, zugegebener Maßen kurzen, Streit küsste er sie einfach. Einfach so und das, obwohl sie in einer Beziehung war. Und anstatt ihm gehörig die Meinung zu geigen, nahm sie ihn mit nach Hause, damit er bei ihr schlafen konnte. Natürlich auf dem Sofa, aber dennoch fragte sie sich, ob es richtig gewesen war. Als sie den Gedanken beendete stand Mulder vor ihr und lächelte sie an. Er nahm einen Schluck Saft aus einem Glas, das vor Scully stand und stellte es leer vor sie zurück. Gespielt beleidigt blickte sie zu ihm hoch, lächelte ihn dann aber an.

„Was hast du gesagt? Tut mir leid Mitch.“ Entschuldigend sah sie Mulder an, der verständnisvoll seine Hand hob und sich zu einem kleineren Fenster in der Küche gesellte, um die Fensterläden wenigstens kurz zu öffnen.

„Also nur ein altes Haus? Es soll abgerissen werden? Wann denn? Ja gut danke, ich werde nur zur Sicherheit mal vorbeifahren. Gibst du mir grade die Adresse durch? Danke. Nein ich denke heute werden wir uns eher nicht sehen. Musst du in die Kanzlei? Auch geschlossen was. Vielleicht kannst du ja Levin etwas im Büro unterstützen. Ich weiß, das Essen ich versuche es zu schaffen, aber ich entschuldige mich jetzt schon mal falls es nichts wird. Ich denke bei dem Wetter werden die Handys nicht den besten Empfang haben. Ja bis dann.“

Sie legte auf und ging zu Mulder in die Küche. Dort traf sie fast der Schlag, bei dem was sie da sah.

„Mu-Mulder, was haben Sie mit meiner Küche getan? Sie waren doch höchstens zwei Minuten alleine.“ Schockiert blickte sie durch die Küche. Unter einem der Fenster war eine riesige Wasserlache, die sich von der Arbeitsplatte bis über den Fußboden erstreckte. Ihre Küchenrolle, war über den gesamten Fußboden verteilt, und auch die Orangen und Äpfel hat es aus ihrer Obstschale durch den gesamten Raum verschlagen. Auf der Arbeitsplatte lagen Äste und Blätter und ihre weißen Schränke, die in unmittelbarer Nähe zu dem Fenster standen, welches Mulder wohl geöffnet haben musste waren mit Erde besprenkelt.

„Ich wollte nur sehen wie das Wetter mittlerweile so ist. Regnet immer noch.“ Gab er ihr nur trocken zurück, während er begann das verteilte Obst wieder einzusammeln.

„Ja und das wird sich auch die nächsten 24 Stunden nicht ändern.“ Sie war sich nicht sicher, ob sie sauer auf ihn sein sollte, entschied sich dann aber dagegen. Langsam, um nicht auf dem Papier der Küchenrolle auszurutschen, ging sie zu der Abstellkammer, welche an der Küche angrenzte und hole einen Eimer und einen Schrubber heraus.

„Na jedenfalls hab ich mit Mitch geredet. Er hat mir erzählt, dass O´Neil keinen weiteren Wohnsitz hat, seine Exfrau allerdings schon. Sie wohnt zwar hier in der Nähe hat aber am anderen Ende der Stadt ein altes Haus, was sie von ihren Eltern geerbt hat. Jedoch hat sie es seit deren Tod verkommen lassen und es wird nächste Woche abgerissen.“

„Und?“ Mulder schüttelte seinen Kopf, um den darin verfangenen  Regen zu entfernen.

„Na ich werd nachher mal da vorbeischauen. Irgendwo muss O´Neil ja stecken. In seiner Wohnung ist er nicht und in seine Praxis  kann er bei dem Wetter nicht. Außer eine Tante hat er nur noch seine Exfrau zu der er kann.“

„Aber da die mit ihrem neuen Macker zusammenwohnt wird er kaum bei ihr in der Wohnung sein.“ Beendete Mulder den Satz seiner alten Partnerin und nahm ihr die nun wieder aufgerollte Küchenrolle aus der Hand.

„Warum denken Sie denn das er dann im Abbruchhaus ist und nicht bei seiner Tante?“

„Weil seine Tante in einer Einrichtung für Senioren wohnt. Ich habe denen aber gestern nur zur Sicherheit Bescheid gegeben, dass sie mich anrufen sollen, falls er doch dort auftauchen sollte. Ich hab auch seiner Exfrau gesagt sie soll sich melden wenn sie was von ihm hört, aber ich denke nicht, dass sie dieser Bitte nachkommen wird.“

„Wie kommen Sie darauf?“

„Sie waren verheiratet. Sie hatten eine ganz spezielle Beziehung. Auch wenn sie getrennt leben, so haben sie doch etwas für einander empfunden, was sie nicht vergessen werden. Ihre Beziehung war geprägt von Liebe und Vertrauen, sie würde ihm nicht in den Rücken fallen.“ Die letzten Worte flüsterte sie, als sie deren Bedeutung erfasste. Schüchtern blickte sie zum Bode, das Licht der Küche war zwar nicht besonders hell, aber dennoch wollte sie nicht riskieren Mulder in die Augen sehen zu müssen.

Auch Mulder blieb die Bedeutung von Scullys Worten nicht verborgen und er wollte grade dazu ansetzen etwas zu sagen, als er ihren schüchternen Blick sah, der ausweichend auf den Boden sank.

Wie gerne er sie jetzt in den Arm nehmen und küssen wollte, um ihr zu zeigen, dass seine Liebe immer noch da war, dass sein Vertrauen zu ihr die letzten anderthalb Jahre überlebt hatte .

Nein. Das darfst du nicht. Sie will dich nicht, sie hat jemanden an ihrer Seite, es ist ein Wunder, dass sie nach gestern noch mit dir redet.

„Scully ich-„ Doch sein Versuch etwas zu sagen schlug fehl, als aus dem Wohnzimmer ein schrilles Klingeln ertönte.

„Das ist mein Handy.“  Sprach Mulder etwas enttäuscht und machte sich dann auf den Weg zu der Quelle des Klingelns.

„Mulder. Hey Diana, alles klar bei dir?“ Mulder drehte sich verunsichert in Scullys Richtung,  um zu sehen wie sie auf Diana reagierte. Es schien jedoch den Anschein zu haben, als wenn sie das Telefonat nicht mitbekommen würde. Sie befreite ihre Schränke von der Sauerei die er eben verursacht hatte und schien ihm gar keine Beachtung zu schenken.

Ich muss ihr das irgendwie entschädigen.

„Wie bitte, was hast du gesagt? Ach so ja bei mir ist auch alles ok. Warum ich nicht im Motel war, naja als ich in der Gerichtsmedizin fertig war und ins Motel wollte, lag ein Baum quer über die Straße und es war unmöglich daran vorbei zu kommen. Nein, nein ich hab nicht in der Gerichtsmedizin geschlafen. Bei Scully. Diana? Ich konnte dich grade nicht hören. Wo bist du denn jetzt? Im Büro? Also ich denke du solltest heute auch lieber dort bleiben und Agent Anderson helfen. Bei dem Wetter wäre es zu gefährlich wenn du draußen rumläufst. Nein ich weiß nicht ob ich heute auch dorthin komme. Ich hab keinen Wagen wie du weißt und würde nur ungern bei dem Wetter laufen.“

Das er wahrscheinlich mit Scully in den Außeneinsatz fahren würde, um nach O´Neil zu suchen sagte er seiner Partnerin nicht. Er arbeitete gerne mit Diana zusammen und wollte sie nicht belügen, aber er wollte nach all der Zeit mal wieder mit Scully auf die Straße. Natürlich hätte er Diana mitgenommen, aber die Sache mit dem Wetter war nicht gelogen. Er fand es wirklich zu gefährlich da draußen und würde selber nicht rausgehen, wenn er Scully nur überzeugen konnte es auch nicht zu tun.

„Ich werde mich bei dir melden wenn es etwas Neues gibt. Ich denke, dass du Anderson eine Hilfe sein wirst. Er wird alleine im Büro sein, durch die Ausgangssperre werden nicht besonders viele Polizisten zur Arbeit kommen. Ja du auch auf dich. Bis später.“
Er legte auf und atmete tief durch.

„Mulder?“

Mulder drehte sich zu der Stimme um die nach ihm rief und blickte in die Augen seines rothaarigen Gegenübers.

Dieses Blau. Ich könnte in ihnen ertrinken wie in einem Meer.

„Alles klar mit Ihnen?“

„Ja na klar.“

„Ich werde jetzt duschen gehen, in der Zeit können Sie den Rest von dem Chaos bereinigen, das Sie in meiner Küche angerichtet haben.“

„Ich kann Ihnen auch helfen was anderes zu reinige.“ Sagte er mit einem belustigten Unterton und zwinkerte ihr gespielt zu. Scully erwiderte seine Bemerkung mit einem aufgesetzten Lächeln und warf ihm einen Putzlappen entgegen, welchen er leicht auflachend auffing.



FBI Büro, Baton Rouge, 11:00Uhr

„Mitch was tust du denn hier?“

Levin, der zusammen mit Diana noch mal alle Akten durchging und per Telefon nach ihrem Verdächtigen suchte, blickte erstaunt auf, als er seinen Bruder durch die Tür kommen sah.

„Ich habe heute Morgen mit Dana gesprochen, meine Kanzlei hat wegen dem Wetter heute zu, da dachten wir ich könnte euch hier etwas zu Hand gehen, wenn ihr Infos braucht, an die ihr nicht so schnell ran kommt. Patientenakten oder so.“

„Und Sie kommen da dran?“

„Mitch hat bessere Verbindungen zu FBI und CIA als ihr Vorgesetzter Agent Fowley. Er hat einige wichtige Fälle für unsere Regierung geführt.“

„Und dann arbeiten Sie in einer Kanzlei in Baton Rouge?“ Verdutzt aber sehr interessiert blickte Diana zu Mitch und wartete seine Antwort ab.

„Ich wollte etwas kürzertreten. Bei meinem letzten Fall gab es ein paar Schwierigkeiten, die mir fast das Leben gekostet. Unangenehme Angeklagte.“ Fügte er beiläufig hinzu, als er sich ein Bonbon von Levins Schreibtisch in den Mund schob.

„Also bin ich in die Nähe meines kleinen Bruders gezogen, hab hier eine kleine Kanzlei eröffnet und helfe dem FBI ab und an vor Gericht, oder eben wie hier mit Informationen.“

„Und was denkst du, wie du uns hier helfen kannst? Dana ist sich sicher, dass O´Neil der Täter ist.“

„Ja. Das denke ich auch. Aber ihr habt ihn noch nicht oder? Und wenn ihr ihn heute nicht erwischt, dann wird er aus der Stadt verschwinden und untertauchen. Da bin ich mir sicher. Also wollte ich heute alle Grenzen anrufen, ihnen das Foto von O´Neil schicken und ihnen sagen, dass sie alle Autos kontrollieren sollen, bis sie ihn haben, oder von mir was anderes hören.“

„Und die werden bei dem Wetter auf Sie hören und extra Leute dahin stellen?“

„Die werden alles tun worum ich sie bitte. Er wird nicht über die Grenze kommen, dass verspreche ich Ihnen Agent Fowley.“  

Diana beobachtete ihn, als er das Büro wieder verließ, um in das nebenan zu gehen, auf dessen Tür sie den Namen *Dana Scully*lesen konnte. Sie konnte nicht bestreiten, dass sie diesen Mann attraktiv fand.

So ein Mann ist doch viel zu gut für eine Frau wie Scully. Was findet der nur an ihr? Aber so lange sie ihn hat lässt sie wenigstens Fox in Ruhe. Aber tat sie das wirklich? Immerhin hatte er diese Nacht bei ihr geschlafen. Wut stieg in ihr auf. Ich kann mir schon denken, womit ihr die Nacht verbracht habt.

Sie schaute Mitch noch nach, bis er die Türe hinter sich schloss, dann schaute sie kurz zu Levin rüber, der in einem Buch über Selbstmord las. Daraufhin widmete sie sich wieder der Akte auf ihrem Schoß, während ihre Gedanken begannen, einen Plan auszuhecken, um Scully eins auszuwischen.


So das wars schon wieder. Ich hoffe es hat eich gefallen, auch wenn in diesem Kapitel nicht viel in Sachen Fall passiert ist. Bis bald eure Aki
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