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Anderthalb Jahre

von akili94
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Dana Scully Fox Mulder
31.03.2016
09.05.2016
15
30.699
1
Alle Kapitel
10 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
15.04.2016 1.514
 
Ihr lieben heute gibt es nur ein kurzes Kapitel, ich hoffe ihr habt trotzdem Spaß beim Lesen.
Bis bald eure Aki


Scullys Wohnung, 08:30Uhr

Obwohl vor zwei Stunden der Sonnenaufgang war, war es draußen recht dunkel. Das Peitschen des Regens weckte Scully und müde drehte sie sich noch mal um. Der Wind war stärker als die letzten Tage und als sie aus dem Fenster blickte, sah sie wie Gartenmöbel und kleinere Äste durch die Gegend flogen. Erschrocken stand sie auf, ging zum Fenster, öffnete es schnell und verriegelte es mit Hilfe einer Holzabdeckung von außen. Sie ging ins Bad und in die Küche, um dort das Gleiche zu tun. Dann ging sie ins Wohnzimmer, wo sie einen schlafenden Mulder fand. Kurz lächelte sie bei diesem Anblick bevor ein Stock mit großer Geschwindigkeit gegen eines der großen Fenster flog. Schnellen Schrittes ging sie auf das Fenster zu und öffnete auch dieses. Doch anders als bei den vorherigen Fenstern schaffte sie es durch einen kräftigen Luftzug nicht direkt den Holzschutz zu erreichen. Ein Windstoß wehte ihr entgegen und hüllte sie komplett in Regen.

„Verdammt.“ Entfuhr es ihr kurz, als sie wieder versuchte nach dem im Wind wehenden Holz zu greifen. Grade als sie aufgeben und auf die Fensterbank steigen wollte, griff eine Hand über ihren Kopf hinweg nach der Schutzvorrichtung und zog sie ran.

„Danke Mulder.“ Sagte sie gehetzt, während sie zum nächsten Fenster hechtete. Bei diesem schaffte sie wieder alleine es zu zuziehen. Sie setzte sich erschöpft und durchnässt auf die Fensterbank und sah etwas verloren zu Mulder, der noch etwas verschlafen die Riegel des Fensters schloss.

„Jetzt versteh ich das mit dem zehn Uhr.“ Sagte er als er zurück zu seinem improvisierten Bett ging. Draußen hörte man immer wieder wie etwas gegen die Fensterläden flog, während es in der Wohnung durch die fehlende Lichtquelle wieder dunkel war.

Scully erhob sich, schaltete das Licht an und blickte genervt an sich runter. Sie tropfte und fror unaufhörlich.

„Sie sind ein bisschen nass Scully.“

Entnervt blickte sie zu Mulder und ging dann, ohne etwas zu sagen in ihr Schlafzimmer. Ein paar Minuten später, kam sie eingehüllt in einem dicken Pullover und einer gemütlichen Hose wieder und ging in die Küche.


Die Sachen stehen ihr wirklich gut. So locker angezogen hab ich sie selten gesehen. Es macht fast einen anderen Menschen aus ihr.
Er streckte sich und folgte ihr in die Küche wo sie grade Kaffee machte.

„Kann man Ihnen helfen?“

Sie drehte sich um und lächelte ihn an.
„Nein danke. Kaffee machen krieg ich noch hin. Ich werde jetzt gleich mal bei Levin anrufen und fragen wie es heute weiter gehen soll.“  Sie machte das Radio an und lauschte dem Nachrichtensprecher.

„Das Wetter lässt heute wieder zu wünschen übrig. Das Tief hat heute seinen Höhepunkt und bringt uns Regen, Wind und Kälte. Momentan haben wir in und um Baton Rouge eine Windgeschwindigkeit von ungefähr 130 km/h. Aber das wird sich über den Tag hinweg noch verstärken. Auch der Regen wird nicht nachlassen. Die Stadtverwaltung hat bekannt gegeben, dass sie im Laufe des Tages eine  Ausgangssperre veranlassen will, wodurch Flughäfen und Bahnhöfe geschlossen werden. Auch Schulen und Kindergärten, sowie einige Geschäfte bleiben heute geschlossen. Wer zuhause bleiben kann, sollte dies auch tun. Allen anderen alles Gute und viel Glück da draußen.“

Sie schaltete das Radio wieder aus und griff mit einem genuschelten „Na toll.“ Über sich in den Schrank, um zwei Tassen rauszunehmen und sie mit Kaffee zu füllen.

„Und was machen wir jetzt?“ Mulder stellte sich neben sie und nahm das schwarze Gold dankend entgegen.

„Ich werd nachher auf jeden Fall rausfahren. Wir müssen O´Neil finden, sonst ist er über alle Berge. Wahrscheinlich haben seine Freunde und seine Familie ihn schon darüber in Kenntnis gesetzt, dass wir ihn suchen. Und ich will ihn verdammt nochmal erwischen Mulder.“ Sie ging an ihm vorbei und öffnete ihre Wohnungstür, nur um genervt festzustellen, dass es heute wohl auch keine Zeitung gab. Also schloss sie die Tür wieder und ging ins Wohnzimmer, wo Mulder bereits sein Bett abzog und die Decken ordentlich aufeinander stapelte.

„ Ich werd jetzt ein bisschen rum telefonieren. Sie können in der Zeit duschen gehen wenn Sie wollen. Ich hab Ihnen schon ein Handtuch rausgelegt.“ Sagte sie während sie ihr Telefon nahm und die Nummer ihres Partners wählte. Mulder entschied sich zwar dazu duschen zu gehen, aber wollte erst noch mitanhören, was Anderson zu sagen hatte. Er wusste, dass es Scully nichts ausmachen würde wenn er zuhörte.

„Levin? Ja ich bins. Was denkst du? Ja. Ja da hast du Recht aber…. Jetzt lass mich doch mal ausreden. Ja. Danke. Ich will ihn festnageln Levin. Das ist mir bewusst aber… Hör doch mal, du kannst ins Büro fahren und ich fahre nochmal zu ihm in die Wohnung und in die Praxis. Aber irgendwo muss er sein. Nein, ich bin nicht verrückt. Das Wetter war auch schon schlimmer. Ja das mit der Ausgangssperre hab ich auch gehört. Nein. Ich weiß nicht Levin, aber er wird verschwinden wenn wir ihn nicht bald erwischen. Mörder warten nicht das Wetter ab um abzuhauen. Was soll das wieder heißen? Levin, ich bin die Vorgesetzte erinnerst du dich? Danke. Also gut, dann fahr du ins Büro und ich werde nachher nach ihm suchen gehen. Ok. Ach und Levin? Erkundigst du dich nachher im Motel ob da alles ok ist? Ich denke unsere Kollegen wollen auch am Fall arbeiten und nicht dem Unwetter durch die Motelfenster zusehen. Gut bis dann.“ Mit einem Augenrollen legte sie auf und bemerkte einen belustigten Blick von Mulder der auf ihr ruhte.

„Haben Sie was zu sagen Mulder?“

„Sie wollen wirklich da raus?“ Er stand auf und ging auf sie zu.

„Mulder ich werde den Kerl nicht noch einen Tag draußen rumlaufen lassen. Er hat schon sechs Menschen auf dem Gewissen.“

„Wenn Sie ihm hinterher jagen werden sie bei dem Wetter noch das siebte. Auf einen Tag kommt es doch nicht an. Wo soll er denn schon hin? Flughäfen und Bahnhöfe werden im Laufe des Tages geschlossen und auch die Highways werden nicht mehr lange zu befahren sein.“

„Umso wichtiger, dass wir ihn schnell kriegen.“

„Wir?“ Mulder hob erstaunt eine Augenbraue und leerte seinen Kaffee.

„Sie sind doch hier um zu helfen oder? Levin wird sich gleich um ihre Partnerin kümmern und nachsehen wie es im Hotel aussieht. Sie können sich ja überlegen was Sie heute machen. Sie haben ja die Wahl.“ Auch Sie leerte ihren Kaffee und räumte beide Tassen in die Spülmaschine.

„Ja die hab ich wohl. Ich werd aber erst mal duschen gehen.“ Damit verabschiedete er sich in Scullys Badezimmer.



Abrisshaus, Baton Rouge

Nervös ging er auf und hab. Der Wind wehte ihm den Regen ins Gesicht, doch das schien er gar nicht zu bemerken. Er musste hier weg. Sheila hatte ihn gestern angerufen und ihm mitgeteilt, dass das FBI nach ihm suchte. Er wusste nicht wie lange er noch hatte und wo er hin sollte. Seine Praxis war zerstört, in seiner Wohnung würden sie als erstes nach ihm Suchen. Aber sobald sie etwas mehr über ihn herausfanden, würden sie ihn auch hier bald finden. Er musste die Stadt verlassen. Er wusste nur nicht wie. Bei dem Wetter flog kein Flugzeug am Himmel und die Züge die noch aus der Stadt fuhren, waren restlos ausgebucht. In wenigen Stunden würden die Bahnhöfe dann komplett gesperrt sein. Jetzt kam es ihm gar nicht mehr so klug vor, dass er für sein Vorhaben auf die Hurrikane-Saison gewartet hatte. Hatte er jedoch gehofft, dass die Tode der Menschen auf eben diese Hurrikane zurück geleitet wurden. Jetzt saß er fest. Mit etwas Glück mussten aber auch die Beamten des FBI den heutigen Tag im Büro verbringen und ihm so doch noch eine Chance zum Abhauen geben.

Immer noch unentschlossen was er jetzt tun sollte holte er sein Handy aus der Tasche und wählte die Nummer seiner Exfrau.

„Sheila? Ich bin es James. Hör zu du musst mir helfen. Kann ich mir dein Auto leihen? Nein meins ist in der Werkstatt, aber ich muss dringend aus der Stadt? Ach das FBI? Ja klar mit denen hab ich gestern direkt geredet, die hatten nur ein paar Fragen zu meinen Patienten. Warum ich aus der Stadt muss? Nun ja also… meine Praxis ist kaputt, ein Baum ist durch das Dach gestürzt und ich muss im Nachbarort mit einem Handwerker reden. Ja leider muss das heute sein bei dem Wetter wird die Praxis schon unter Wasser stehen. Super danke, dann bin ich gegen 16uhr bei dir. Bis nachher.“

Erleichtert legte er auf. Er hatte noch ein wenig Zeit, um seine Sachen zusammen zu packen und sich sein Fluchtauto zu holen. Irgendwie würde er schon raus aus der Stadt kommen. Und wenn es das Letzte war was er tat. Er hatte nichts Falsches getan. Das einzige was er wollte war Überleben. Mehr nicht, war es denn seine Schuld, dass er nur durch diese eine spezielle Art und Weise überleben konnte? Das hatte er sich schließlich auch nicht ausgesucht. Er ging in den Keller und nahm sich einen Koffer, um ihn zu packen.
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