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Mein turbulentes Leben

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P18 / Gen
OC (Own Character) Ole Plogstedt
29.03.2016
20.09.2016
38
66.454
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04.04.2016 1.904
 
Eine Viertelstunde später waren wir vor meinem Wohnhaus angekommen. „Na, dann komm mal mit rauf“, lockte ich meinen neuen Freund. Er grinste. „Viertes Stockwerk, kein Lift“, lachte ich. „Willst du einen alten Mann umbringen?“ „Würde ich nie tun, aber einen Lift gibt es wirklich nicht.“ Und so machten wir uns auf den Weg nach oben. Als wir in meiner Wohnung angekommen waren, staunte Ole nicht schlecht. „Für eine Kellnerin ganz schön groß?“ Ich lächelte. „Ach weißt du, die Wohnung ist nicht so teuer, wie sie vielleicht aussieht. Ich wohne hier nämlich nicht alleine.“ Just in dem Moment betrat mein Cousin und Mitbewohner Andre den Raum. „Ah, schau her. Der Schnuckel von vor 6 Monaten!“ Ole gab ihm die Hand. „Du bist also ihr Mitbewohner?“ „Nicht nur ich, sondern auch mein Freund Carsten. Der ist gerade aber auf Dienstreise. Aber ich lasse euch Turteltauben dann mal alleine“, zwinkerte er uns zu, und verschwand.
Ole meinte „Ihr habt wieder ein enges Verhältnis zueinander, oder?“ „Ja, wir haben uns ausgesprochen, und sind wieder unzertrennlich.“ Er küsste mich liebevoll. „Ich bin so froh, dass dir nichts passiert ist. Ich hätte es nicht ertragen, wenn dieses Monster dir etwas angetan hätte.“ Ich suchte Zuflucht in seiner Umarmung. „Keine Sorge. Er hasst mich zwar, aber ich denke, doch nicht so sehr.“ Er strich mir sanft über den Rücken. „Ich bin ja jetzt da, und passe auf dich auf.“

Drei Wochen später, Kochprofis-Dreh, Berlin:
„Andi, ich habe eine Überraschung für dich!“ gluckste Ole. „Hä?“ kam es wenig geistreich von seinem Kollegen. „Naja, du meintest ja, wir sollten einen Service-Coach für Julie organisieren. Schau mal nach rechts!“ Andi schaute in die geforderte Richtung, und war mit zwei Schritten bei mir. „PIA!“ quietschte er. „Hey, zerquetsch mich nicht! Schön, dich wieder zu sehen!“ lachte ich, drückte ihn aber meinerseits fest an mich. Fo, der dritte im Bunde, lächelte. „Endlich lerne ich dich mal persönlich kennen. Oles Liebesgesäusel war schon unerträglich!“ Er umarmte mich auch einfach. „Aramis?“ murmelte ich. Er grinste breit. „Ja.“ „Jetzt hast du verloren. Ich weigere mich, dich jemals wieder los zu lassen“, wagte ich einen Scherz. Der grauhaarige legte einen Arm um meine Schulter. „Fein, dann können wir ja mit einander durchbrennen!“ Ich wackelte mit den Augenbrauen. „Drei Straßen weiter ist ein Standesamt!“ Ole und Andi schauten sich entsetzt an, während Fo und ich schallend lachten. „Willkommen im Team!“ gluckste der Allgäuer.
„Was genau soll ich jetzt hier?“ Die drei Jungs klärten mich auf. „Heiligs Bimberle!“ entfuhr es mir. Andi starrte mich an. „Du schwätzsch ja genau wie i!“ „Liegt dro, dass mir aus de selbe Ecke von Deutschland kommet!“ Fo stieg ein, und so unterhielten wir uns in unserem Dialekt. Ole rollte mit den Augen. „Hallo? Geht das auch in Hochdeutsch?“ „Noi“, kam es unisono von uns dreien zurück.
Die restlichen zwei Tage unseres Einsatzes waren lustig, aber auch arbeitsintensiv. Ich hatte aus der völlig unfähigen Julie eine halbwegs passable Kellnerin gemacht, und das Finale lief super. Mario und Ralf hatten mir für den Einsatz frei gegeben, aber nur unter der Prämisse, dass ich sie auch auf einen ihrer Einsätze begleiten würde. Andi und ich waren freundschaftlich etwas näher zusammen gerückt, und Fo hatte so etwas wie die Vaterrolle übernommen. Das Band zwischen Ole und mir hatte sich gefestigt. Nachdem die Jungs ihre Abschiedsrede gehalten hatten, trat ich vor das Lokal, um eine Zigarette zu rauchen. Dort stand ein riesiger Pulk Fans, zumeist weiblich. Gordon, der Aufnahmeleiter, hatte mir die Genehmigung erteilt, evtl. wartende Fans herein zu lassen. Also öffnete ich den Damen die Tür, und sie fielen wie die berühmten Heuschrecken über die drei Männer her. Andi warf mir einen verzweifelten Blick zu, als ich wieder rein kam, da sich eine hübsche brünette an seinem Po zu schaffen machte. Ich trat auf die junge Frau zu. „Autogramme und Fotos sind erlaubt, anfassen leider nicht. Ich habe keine Lust auf eine peinliche Befragung durch Andis Freundin“, erklärte ich ihr. Sie rückte beleidigt ab. Ich ließ meinen Blick schweifen, und sah, dass Ole, der sich etwas abseits hingesetzt hatte, damit kämpfte, eine dralle Blondine von seinem Schoß zu bekommen. Ich wandte mich an Fo. „Isch des bei euch immer so?“ Der grauhaarige lachte. „Bloß bei denne zwei. I hab do mei Ruh.“ Ich ging zu Ole und Blondie. „Autogramme und Fotos sind erlaubt, anfassen leider nicht.“ „Ach, und wieso?“ „Weil ich es nicht so schätze, wenn sich hübsche junge Damen auf dem Schoß meines Verlobten (dieses Wort betonte ich) räkeln. Du bist zwar ein echt heißer Ofen, aber the boy is mine“, grinste ich breit. Sie erhob sich, und verließ fluchtartig das Lokal. Ich setzte mich meinerseits auf Oles Schoß. „Dein Verlobter?“ echote er. „Wolltest du sie loswerden oder nicht?“ Er küsste mich liebevoll. „Danke, mein Schatz.“ Gordon kam zu uns. „Pia, wir sollten dich in Zukunft immer als Security dabei haben!“ gluckste er. Ich lachte. „Ich wusste ja, dass die vier bei den Frauen gut ankommen, aber dass es SO krass ist?“ Ole schmunzelte. „Nils hat eher das Problem mit den männlichen Verehrern. Er ist so etwas wie unsere Schwulenikone.“
Nach der ganzen Aufregung gingen wir noch ins Moonshadow. Andre strahlte, als wir hereinkamen. „Pia, wir haben uns ja ewig nicht mehr gesehen!“ rief da auch schon Carsten, der an der Bar saß. Ich küsste ihn auf den Mund. „Würdest du nicht so viel arbeiten, mein Schatz, würden wir uns öfter sehen.“ Andi und Fo staunten nicht schlecht, weil Ole gelassen daneben stand. „Und wer küsst mich?“ motzte mein Cousin. Auch er bekam einen Kuss. „Mein Cousin und sein Liebster“, klärte ich die beiden auf.
Fo und Andi ließen sich auf die Barhocker neben Carsten fallen. Ole und ich setzten uns auf Carstens andere Seite. „Andre, machst mir eine Caipirinha?“ rief ich meinem Cousin zu. „Mach halt selbst!“ tönte es zurück. Ich trat hinter den Tresen, und begann mit geradezu meditativer Ruhe, Limetten zu achteln. Andi grinste „Wenn du schon dabei bist, ich nehme auch eine!“ Ole und Fo bestellten je ein Bier. Fünf Minuten später hatte ich die Getränke fertig. Ich servierte sie den Jungs mit einem Lächeln. Carsten meinte „Wir könnten dich ja einstellen?“ Ich zog die Stirn kraus. „Ich gehe nicht aus dem Z&Ko weg, das kannst du vergessen!“ Der blonde Hüne lachte. „Wollen wir dir ja auch gar nicht absprechen. Aber du hast ein Händchen für Cocktails.“ Nach drei Stunden trennten sich unsere Wege. Andi und Fo wollten ins Hotel zurück gehen, Ole und ich zu mir nach Hause. Carsten und Andre würden nach Ende ihrer Schicht nachkommen. In der Wohnung ließ ich mich erst mal auf unser Sofa fallen. Es war eine gemeinschaftliche Anschaffung von uns dreien gewesen, und wir liebten die braune Cord-Couch sehr. Ich streifte mir meine Schuhe von den Füßen und seufzte auf. „Das tut gut!“ Ole setzte sich neben mich. „Die letzten drei Tage mit dir waren wunderschön. Ich würde mir wünschen, dass es immer so ist.“ Ich schaute ihn verwirrt an. „Wie meinst du das?“ „Naja, die Distanz Berlin-Hamburg ist jetzt nicht so groß, aber ich hätte dich einfach gerne jeden Tag um mich. Wie wäre es, wenn wir zusammenziehen?“ „Meinst du das Ernst?“ „Na klar meine ich das Ernst.“ Ich küsste ihn stürmisch. „Ich würde auch gerne mit dir zusammenziehen. Aber was wird aus meinem geliebten Job?“ Er knuffte mich. „Das ist das einzige, worum du dich sorgst?“ Ich lachte auf. „Ich liebe Mario und Ralf. Ich wäre todtraurig, wenn ich dort kündigen müsste.“ „Du liebst sie mehr als mich?“ Ole schob gespielt beleidigt seine Unterlippe vor. „Natürlich nicht.“ Blaugraue Augen sahen mich treu an. „Heißt das ja?“ „Ja.“ Er zog mich fest an sich. Ich schloss die Augen und genoss seine Berührung. Nach Micha hatte ich mit der Herrenwelt eigentlich abgeschlossen gehabt, aber Ole hatte meine Mauern komplett eingerissen, und ich war sehr glücklich damit.
Einen Monat später saß ich auf gepackten Kisten. Mein Weg würde mich also nach Hamburg führen. Specki, Anne, Ralf, Mario, Micha, Robin und Lea wuselten mit mir durch die Wohnung und unterstützten mich nach Kräften. Carsten war wieder einmal auf Dienstreise, und Andre saß tränenüberströmt auf dem Sofa. „Jetzt haben wir uns doch erst wiedergefunden!“ schluchzte er. Ich strich ihm sanft über sein flammend rotes Haar. „Ich bin doch nicht aus der Welt, mein Schatz“, flüsterte ich. Ole beobachtete die Szene gerührt. PiSo thronte auf Marios Armen und zappelte, als er auf mich zukam. „Pia!“ Ich nahm mein Patenkind an mich, und drückte sie fest. Ich küsste sie auf die Wange. Sie quietschte begeistert auf. „Pia lieb!“ Meine Augen füllten sich mit Tränen. „Ich werde dich vermissen, Prinzessin!“ Anne seufzte. „Und wir dich erst. Jetzt hatten wir dich mal ganz nah bei uns, und du verduftest einfach. Eigentlich sollte ich böse auf Ole sein.“ Der schnaubte empört. „Und ich soll auf sie verzichten?“ Micha lachte dröhnend. „Nein, wir geben sie dir ja mit, aber gesteh uns bitte zu, dass es uns nicht leicht fällt.“ An mich gewandt, meinte er „Na, Küchenkönigin? Wie sieht es aus?“ Ich verstand seinen Wink sofort, und überreichte PiSo wieder Mario. Micha zog mich an der Hand in die Küche. Wie immer checkte er den Kühlschrank, und ich machte mich an die Verarbeitung der Zutaten, die er mir andiente. Ich begann, bitterlich zu weinen. Micha legte das Messer weg, mit dem er gerade noch den Tofu geschnitten hatte, und nahm mich in den Arm. „Du solltest eigentlich zerspringen vor Glück, was ist denn los?“ „Weißt du, ich freue mich schon, mit Ole zusammen zu leben, aber was mache ich ohne euch?“ Er strich mir beruhigend über den Rücken. „Wir sind doch immer nur einen Anruf entfernt? Und du pendelst doch jeden Tag ins Z&Ko?“ Mein Tränenstrom verstärkte sich nur. „Ich will nicht weg von euch!“ Micha seufzte. „Du liebst Ole doch?“ „Ja, ich liebe ihn. Sehr sogar.“ „Was ist dann dein Problem?“ „Ich weiß es nicht“, schniefte ich an seiner Schulter. „Lass‘ es auf dich zukommen. Du wirst sehen, Ole ist der richtige Mann für dich.“ Er küsste mich auf die Stirn. „Und jetzt lass uns weiterkochen!“ Eine Stunde später verließen wir die Küche wieder, mit einer riesigen Platte Asia-Nudeln mit Tofu und Gemüse.
Ole grinste mich breit an. „So wie das riecht, kann ich meine Küchenjacke wohl an die Wand hängen?“ Wieder brach ich in Tränen aus. Ich zog den verdatterten Micha wieder hinter mir her, und verschwand mit ihm auf den Balkon. „Ich kann das nicht!“ jammerte ich. Er hielt mich einfach nur im Arm, und wartete, bis meine Tränen versiegten. „Mein Mädchen, das schaffst du!“ ermutigte er mich. Ich merkte, wie mir schlecht wurde. Ich raste so schnell ich konnte ins Bad, wo ich mich erst mal übergab. Es klopfte an der Tür. „Schatz?“ hörte ich Oles besorgte Stimme. „Hau ab, schick mir Anne!“ keifte ich. „Aber Schatz, was ist denn…“ versuchte er, erneut zu mir durchzudringen. „VERPISS DICH!“ brüllte ich. Ich hörte, wie seine Schritte sich tatsächlich entfernten. Kurz darauf stand Anne einfach hinter mir. „Was ist los, Süße? Ole ist total verstört.“ „Mir egal. Ich kann das einfach nicht.“ Weiter kam ich nicht, denn ich musste mich wieder übergeben. Anne zwinkerte. „Ich hab da etwas für dich. Ich hatte die letzten Wochen so einen Verdacht.“ Sie kramte in ihrer Tasche und förderte einen Schwangerschaftstest zutage. Ich ergab mich meinem Schicksal, und verwies sie des Bades, damit ich den Test in Ruhe durchführen konnte.
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