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Mein turbulentes Leben

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P18 / Gen
OC (Own Character) Ole Plogstedt
29.03.2016
20.09.2016
38
66.454
1
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12.05.2016 2.000
 
A/N: Die Plogstedts sind ja tendenziell eine harmonische Familie-aber Pia ist ein kleiner Vulkan, also seid mir bitte nicht böse, wenn dieser Vulkan jetzt mal so richtig überkocht :D Dafür gibt es eine Liebes-Überraschung ;)
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Eines Tages, ich war mitten in der Mittagsschicht im Z&Ko, klingelte dort das Telefon. „Das Z&Ko, Pia am Apparat?“ „Julia hier. Wie lange musst du noch?“ „Zwei Stunden. Ist etwas passiert?“ „Allerdings. Die Jungs drehen doch gerade in Berlin. Du musst dort hin. Jetzt.“ „Warum?“ „Keine Zeit für Erklärungen, mach schon!“ Ich nickte benommen und legte auf. Ralf hatte mir sofort den Rest des Tages freigegeben, als er mein besorgtes Gesicht sah. Ich schaute auf mein Handy. Dort blinkten mir drei Nachrichten entgegen. Eine von Julia, deren Inhalt ich bereits aus dem Telefonat kannte, und eine von Andi und Nils. Ich öffnete die Nachrichten.
„AndiMUC: Wo auch immer du bist, komm bitte sofort hier her! Meinkestraße 38, Berlin. Und bleib bitte ruhig!“
Nils hatte einfach nur eine MMS gesendet. Was ich dort zu sehen bekam, trieb mir eine Zornesröte ins Gesicht. Ich stürmte in Richtung der angegebenen Adresse, die nur wenige hundert Meter vom Z&Ko entfernt war. Ich schob mich an den vor dem Lokal wartenden Fans vorbei und stürmte wutentbrannt hinein. „Schnitt!“ brüllte Gordon. Ich hielt mich nicht mit Begrüßungsfloskeln auf, sondern war schneller als der Schall in die Küche geschneit. Mein Mann schnitt dort einträchtig mit dem hauseigenen Koch Zwiebeln. Ich packte ihn am Kragen. „Mitkommen, wenn dir dein Leben lieb ist!“ bellte ich, und zeigte demonstrativ auf sein Haiku, das auf dem Rand des Spülbeckens lag.  Ole hob überrascht eine Augenbraue. Ich zog ihn hinter mir durch den Gastraum. Gordon schob uns in den Personalraum. Dort angekommen, ließ ich Ole los, und scheuerte ihm eine. „Was zur Hölle fällt dir ein? Ich WUSSTE es, dass es nur Unglück bringt, wenn ich wieder einen Mann an mich heranlasse! Du verdammtes Schwein!“ Ich war kaum zu beruhigen. Ole versuchte, mir eine Hand auf die Schulter zu legen, doch ich schlug sie weg. Meine braunen Augen hatten sich schwarz gefärbt, was immer dann passierte, wenn ich wütend war. „Fass mich nicht an!“ Er startete einen neuen Versuch, aber ich war wieder schneller. Er hatte sein Fleischmesser in der Halterung stecken, die er auf Tour immer trug- und so auch heute. Ich zog es heraus, und hielt es ihm an die Kehle. „ich weiß, wie man mit diesen Dingern umgeht, glaube mir. Und ich zögere nicht, es zu benutzen!“ schäumte ich. „Darf ich es dir jetzt vielleicht mal erklären?“ versuchte er einen erneuten Einwand. „Bitte! Dann erkläre es. Aber das Messer bleibt dort, wo es gerade ist!“ Er nickte. „Ich weiß nicht, was die Jungs gesagt oder getan haben. Fakt ist, die junge Frau, die ich heute umarmt habe-und ganz ehrlich, wir sind lange genug verheiratet. Du solltest wissen, dass es nur dich für mich gibt, ist Aimees beste Freundin Clara. Sie wohnt hier in Berlin, und hat mir nur von unserer Tochter ausgerichtet, dass wir einen Enkelsohn bekommen! Aber wenn du bei so einer Lappalie schon das Messer ziehst, sollte ICH vielleicht mal über Scheidung nachdenken!“ Ich ließ das Messer sinken. „Scheiße, Ole! Das wollte ich nicht! Mir sind einfach komplett die Lichter ausgegangen!“ Ich sank an der Wand herunter, und begann hemmungslos zu weinen. Er setzte sich zu mir, und nahm mich in den Arm. „Ich bin ziemlich enttäuscht darüber, dass du mir einen Betrug zutraust. Wir sind so lange ein Paar, und seit du in meinem Leben bist, interessieren mich keine anderen Frauen mehr.“ „Kannst du mir meinen Ausbruch verzeihen, mein Schatz?“ fragte ich vorsichtig. Anstatt einer Antwort zog er mich auf die Beine, und scheuerte mir ebenfalls eine. „Jetzt sind wir quitt, würde ich sagen. Verzeihen kann ich dir, aber vergessen kann ich das nicht. Du hast mich mit dem Messer bedroht! Ich bitte dich!“ Daraufhin verließ er wütend den Personalraum und würdigte mich keines Blickes mehr.
Nils kam mir entgegen. „DU!“ bellte ich. „Jetzt bin ich schuld? Ole hat doch….“ Ich ignorierte ihn, und verließ niedergeschlagen das Lokal. Was war nur mit mir los? Ich kannte meinen Mann doch lange genug? Warum vertraute ich ihm auf einmal nicht mehr? So in Gedanken trottete ich zurück ins Z&Ko. Da hörte ich ein Quietschen, einen Schlag, und auf einmal war es dunkel um mich.
Das nächste was ich mitbekam, war, dass ein aufgelöster Andi neben mir saß. Ich schaute mich um, und stellte fest, dass ich wohl in einem Krankenhausbett lag. Andi hielt meine Hand, und strich immer wieder behutsam mit seinem Daumen über meinen Handrücken. „Schätzle? Was machst du denn hier?“ krächzte ich. Er sah mich besorgt an. „Wache halten. Ole holt gerade die Kinder von Julia und Nils ab, und wollte dann direkt mit den beiden hier herkommen. Wir halten seit einer Woche abwechselnd Wache bei dir. Ole sowieso, dann Nils, Micha, Specki, deine Chefs, Andre, Carsten, deine Papas, Fo und ich. Endlich bist du aufgewacht! Wir hatten schon Angst, den Kindern erklären zu müssen, dass ihre Mama nicht mehr ist!“ Er küsste mich freundschaftlich auf die Schläfe. „Eine Woche? Was ist überhaupt passiert? Ich erinnere mich nur noch, dass ich zurück ins Z&Ko wollte. Dann hat es fürchterlich gekracht.“ Andi strich mir eine Strähne aus dem Gesicht. „Du bist direkt vor ein Auto gelaufen. Ralf hat dich gefunden, und hat Ole erst mal beinahe das Nasenbein gebrochen, und ihn geschlagene drei Tage nicht in dieses Zimmer gelassen. Mario redet immer noch nicht mit ihm.“ „Aber es war doch meine Schuld! Die junge Frau…war Mes beste Freundin. Wir bekommen einen Enkelsohn!“ schniefte ich. Andi nickte. „Ole hat uns bereits alles erzählt. Wir haben wohl echt überreagiert, indem wir gleich Alarm gemacht haben, hm?“ Ich schenkte ihm mein schönstes Lächeln. „Nein. ICH habe überreagiert. Wahrscheinlich habe ich Ole für immer verloren durch diese Aktion! Und ich könnte es ihm nicht mal verdenken.“ Andi schüttelte den Kopf. „Ole ist fast umgekommen vor Sorge. Er macht sich erbitterte Vorwürfe. Er liebt dich unendlich, glaube mir.“
Da ging die Tür auf, und Ole stand vor mir. Maria sauste zu mir, und kletterte auf mein Bett. „Mama, hast du ausgeschlafen?“ Ich lächelte. „Ja, jetzt bin ich wieder wach. Ich habe lange genug geschlafen.“ Ich küsste sie auf den Scheitel. „Flo, kommst du auch zu Mama?“ Mein Sohn lächelte schüchtern. „Mama wach!“ jodelte er, und Ole setzte ihn zu mir. Ich strich ihm über sein schwarzes Haar, das im Gegensatz zu Marias nicht gelockt war. „Ja, Mama ist jetzt wieder wach, und kommt bald nach Hause.“ Ich war glücklich. Maria und Flo waren das wichtigste im Leben für mich, und ohne sie würde ich mich leer fühlen. Ich liebte sie mehr als mein eigenes Leben. Und nun lagen sie selig neben mir. Maria erzählte mir, was sie mit ihren Opas und Onkels in der letzten Woche erlebt hatte, und Flo drückte mir Fant in den Arm. „Fant macht Mama sund!“ erklärte er daraufhin. Andi schaute die beiden an. „Onkel Andi hat Hunger, kommt ihr mit? Ich kaufe euch auch einen Schokoriegel!“ Die beiden ließen sich von ihm bereitwillig abführen. Ole setzte sich nun zu mir ans Bett. „Mein Schatz! Ich bin so froh! Ich liebe dich so sehr. Ich hätte es nicht ertragen, dich zu verlieren. Egal was war, ich habe dir schon längst verziehen!“ Ich nahm müde seine Hand. „Ich möchte mich entschuldigen. Ich habe mich unmöglich verhalten. Ich hätte dich anhören sollen. Ich liebe dich über alles, Ole!“ Er küsste mich liebevoll. „Es ist alles gut, mein Schatz. Jetzt sehen wir erst mal zu, dass du wieder gesund wirst. Wir schaffen das.“  Ich kuschelte mich an ihn. „Ich liebe dich, Herr Plogstedt!“ Er erwiderte meinen Blick mit genau so viel Gefühl. „Ich dich auch, Frau Plogstedt!“ Viel mehr Zeit zu zweit war uns nicht vergönnt, denn meine Väter stürzten ins Zimmer. „Engelchen!“ keuchte Papa. „Andi hat angerufen, dass du wieder wach bist, wir sind so schnell gekommen, wie wir konnten!“ setzte Frank nach. „Langsam, Papas! Immer der Reihe nach!“ Frank schob Ole unsanft weg. „Mach Platz, Schwiegersohn!“
Ole murrte, machte aber Platz. „Dich kann man keine fünf Minuten alleine lassen“, schimpfte Frank, aber ich hörte einen besorgten Unterton heraus. Ich warf ihm einen halb liebevollen, halb genervten Blick zu. „Frank, ernsthaft. Ich war einfach unaufmerksam. Keine Bemutterung mehr nötig.“ Papa schob nun seinerseits Frank zur Seite. „Was heißt hier, Bemutterung nicht notwendig? Wir sind deine Väter!“ Ole grinste. „Und wann ist noch gleich die Hochzeit?“ Papa nahm Franks Hand. Ich riss die Augen auf. „Euer Ernst?“ Frank nickte. „Klingt bescheuert, aber eine gemeinsame Tochter schweißt einen wohl doch mehr zusammen, als man glaubt. Und gerade in der Sorge um dich haben wir begriffen, dass wir nicht nur gute Freunde sind.“ Ich rang nach Luft. „Das heißt, meine Väter sind nun ein Paar?“ Papa seufzte. „Ja, mein Schatz, das heißt es.“ Ole ließ sich geräuschvoll auf einen Stuhl fallen. „Naja, wenigstens habe ich keine böse Schwiegermutter dazu bekommen“, war alles, was ihm dazu einfiel. „Und wer fragt mich? Ich habe zwei Väter, die beide an mir rumerziehen, und jetzt sind sie für immer und ewig ein Doppelpack! Einzeln war das ja zu ertragen, aber doppelt? Heiligs Bimberle!“ Die beiden lachten, und in meinen Augen blitzte etwas Hoffnung auf. „Ihr verarscht mich? Sagt mir bitte, dass ihr mich verarscht?“ „Nein. Wir sind wirklich ein Paar“, erklärte Frank. „Papa? Wirklich?“  Auch Papa bestätigte es nochmal. „Und wann ist die Hochzeit?“ Die beiden drucksten herum. „PAPAS! Wann-ist-die-Hochzeit!“ versuchte ich, zu ihnen durchzudringen. „Vorgestern“, nuschelte Frank. „VORGESTERN! Ja seid ihr noch gescheit? Und darauf, dass eure Tochter, euer Schwiegersohn, und eure Enkel dabei sein wollen, seid ihr nicht gekommen?“ Frank lachte. „Diesmal haben wir dich verarscht. Wir haben noch keinen Termin. Aber den wird es geben.“ Ich drehte mich wütend weg. Papa versuchte, zu mir durchzudringen. „Verpiss dich, Hartmut Werner, sonst erwürge ich dich mit meinem Infusionsschlauch!“ Ole legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Die macht das, glaub mal“, redete er auf ihn ein. Frank versuchte seinerseits sein Glück. „Du auch, Frank Rosin“, brummelte ich. „Ich freue mich ja, dass ihr zusammen gefunden habt, aber wenn ich nicht zur Hochzeit eingeladen werde, bringe ich euch um!“ Meine Väter lachten aus vollem Halse. „Als ob wir dich nicht einladen würden, Engelchen!“ zwinkerte Papa.
Drei Tage später durfte ich wieder nach Hause. Ich hatte Glück im Unglück gehabt, und mir lediglich das rechte Bein gebrochen, sowie eine Rippe geprellt. Ole schonte mich, wo er nur konnte. Die Kinder hatten mit Filzstiften meinen Gips bemalt, und Specki, der auch ein begnadeter Graffitikünstler war, hatte sich angeschlossen. Mit meiner Laune war es allerdings nicht zum Besten, da mich das Nichtstun nervte. Ole ließ mich noch nicht einmal staubwischen. Nicht einmal die Kinder durfte ich zu Bett bringen.
„Ole, kommst du mal bitte?“ rief ich aus dem Wohnzimmer, wo ich die Socken der Kinder stopfte. Das durfte ich erstaunlicherweise. Mein Mann steckte den Kopf durch die Tür. „Was habe ich jetzt schon wieder angestellt?“ witzelte er. Ich warf das Knäul Garn nach ihm, das auf dem Tisch lag. „Mir ist langweilig! Was nützt es mir, wenn Bein und Rippe wieder heil sind, wenn ich aber vor Langeweile eingegangen bin?“ „Du hast Glück! Papa Ole hat tatsächlich eine Idee! Deine Laune ist ja nicht auszuhalten!“ „Die da wäre?“ „Wir brauchen mal wieder einen Servicecoach bei den nächsten Dreharbeiten. Das wäre doch was für dich, mein Schatz?“ Ich schaute ihn misstrauisch an. Zuhause durfte ich nicht einmal einen Feudel halten, aber Servicepersonal durfte ich coachen? Er bemerkte meinen Blick. „Schau nicht so, mein Schatz. Das ist tatsächlich mein Ernst. Ich glaube es selber kaum, dass ich das sage. Nils und Fo haben aber auf dich als Coach bestanden!“ Ich freute mich aufrichtig. „Das beste kommt noch“, erklärte mir mein Mann. „Die Kinder dürfen mitkommen!“ Na bravo, das könnte chaotisch werden, dachte ich mir im Stillen.
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