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Mein turbulentes Leben

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P18 / Gen
OC (Own Character) Ole Plogstedt
29.03.2016
20.09.2016
38
66.454
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07.04.2016 1.963
 
Ich hatte beschlossen, noch nicht nach Hause zu gehen, sondern noch durch mein Berlin zu bummeln. Da kam ich an einem Babygeschäft vorbei. Ich kämpfte kurz mit mir, und betrat den kleinen Laden. Eine hübsche junge Frau mit grünen Haaren und vielen Tattoos kam auf mich zu. „Kann ich ihnen weiterhelfen?“ Ich lächelte schüchtern. „Ich bin in der sechsten Woche, und weiß noch nicht so recht, was ich brauche.“ „Ihr erstes Kind?“ „Ja, aber das vierte meines Lebensgefährten. Der würde jetzt ob meiner Verwirrung wahrscheinlich lachen.“ Sie lächelte. „Dann fangen wir doch mit ein paar Bodies an? Und Schühchen, ein Schnuller….“ ratterte sie herunter. Ich folgte ihr durch den Laden, und irgendwann war ihr Arm voller Babykleidung. Zumeist in schwarz und mit Totenköpfen bedruckt, aber das passte ja immerhin zu Ole und mir, dachte ich bei mir.
Sie gab die Beträge in ihre Kasse ein. „250,80  € bitte!“ Ich reichte ihr meine Scheckkarte. Als ich bezahlt hatte, händigte sie mir eine große Tüte aus. „Haben sie eine Visitenkarte? Ich glaube, ich komme im weiteren Verlauf der Schwangerschaft wieder.“ Sie steckte mir grinsend eine in die Tüte.
Ein halbes Jahr später war mein Bauch kugelrund, und das pendeln setzte mir doch sehr zu. Das Z&Ko hatte inzwischen einen Stern verliehen bekommen, und im Guide Michelin war ausdrücklich auf die kompetente und bezaubernde Bedienung hingewiesen worden.
Das Konzert mit In Ex hatte ich ohne Probleme gemeistert, mich aber wegen der Schwangerschaft gegen die Tour entschieden. Bald sollte mein Mutterschutz beginnen, und mir graute schon davor. Den ganzen Tag daheim rumzuhängen, während Ole unterwegs war, stand mir nicht im Sinn. Inzwischen wussten wir, dass ein Mädchen unterwegs war, und ich freute mich auch aufrichtig darauf. Ole und mein Papa hatten mir meine Ängste nehmen können. Jessy hatte gejammert. „Wir hatten eigentlich auf einen Bruder spekuliert, aber Papa kann wohl nur Mädels!“ Ole hatte sie daraufhin geknufft. „Ich freue mich auch über ein viertes Mädchen!“ Julia und Etienne kamen öfter vorbei-Sie meinte, ich könnte ja mit ihrem Knirps üben. Ich liebte den kleinen, rotblonden Wirbelwind sehr. Und zu Julia verband mich inzwischen eine gute Freundschaft. Mario und Ralf hatten mir verboten, irgendetwas Schweres zu tragen, so langweilte ich mich oft in meinem Job. Gerade saß ich auf dem Balkon, und nähte einen Knopf an eines von Oles Hemden. Herrje, wann war ich zum Hausmütterchen geworden? Ich ließ meine Gedanken frei. Womit hatte ich ein derartiges Glück verdient? Einen liebenden Partner, drei hinreißende Stieftöchter in spe, mit denen es zwar ab und an Zankereien gab, aber mit denen ich mich im großen und ganzen super verstand, meine kleine Prinzessin im Bauch, und viele neue, gute Freunde.
Als ich das Hemd geflickt hatte, sah ich, dass auf meinem Handy drei Nachrichten eingegangen waren.
„Toady: Na, wie ist es? Geht es dir gut? Wir vermissen dich, komm mal wieder vorbei! :*“
„RichyR: Habt ihr schon einen Namen für das Baby? Wir bei ESJ warten täglich auf neue Nachrichten!“
„AndiMUC: Da könnte man direkt neidisch werden. Ole strahlt hier gerade über das ganze Gesicht. Du machst ihn wirklich sehr glücklich-leider“
Ich tippte die Antworten:
„Queeny an Toady: Alles bestens, ich langweile mich hier zu Tode, morgen nach meiner Mittagsschicht schaue ich kurz bei euch rein, Liebe euch alle :*“
„Queeny an RichyR: Gibs zu, Achim und Jerrit haben dich auf mich angesetzt ;) Noch kein Name in Sicht. Ich melde mich bei euch! LG nach München!“
„Queeny an AndiMUC: Leider? Du hast doch deine Esther? Was ist denn los? Call me!“

Zehn Sekunden später läutete mein Handy und Andi war tatsächlich dran. „Hey Andi“, begrüßte ich ihn freundlich. „Ich habe mich von Esther getrennt.“ „Und warum das?“ „Ich habe gemerkt, dass ich dich liebe!“ Ich ließ erst mal das Handy fallen. Als ich es aufgehoben hatte, stammelte ich entsetzt „Wie bitte? Ich meine, also, äh, WAAAS?“ „Du hast mich schon verstanden. Aber ich sehe ja auch, dass Ole und du einfach zusammen gehört. Ach Scheisse!“ „Ach, mei, das tut mir jetzt irgendwie leid.“ „Muss es ja nicht, ich wollte nur, dass du es weißt.“ „Wo drehnd ihr no glei?“ „In Schduegerd. Sondersendung beim Fo, weisch doch!“ „Gib mir en halbe Tag!“ Ich legte auf.
Daraufhin rief ich Richy an. „Reinert?“ „Ich bin’s, Pia.“ „Gibt’s was Neues vom Baby?“ „Nein. Ich wollte dich fragen, ob du mich in der nächsten Maschine von Hamburg nach Stuttgart auf Standby setzen kannst?“ „Klar, mache ich. Aber du meldest dich wegen der Zwergin?“ „Eh. Danke dir!“
Eine Stunde später stand ich am Flughafen. Ich konnte trotz der Tatsache, dass ich auf Standby war, direkt in der nächsten Maschine mitfliegen. „Frau Werner?“ „Ja?“ „Wenn sie schon mal einsteigen möchten? Schwangere und Familien mit Kindern werden bevorzugt!“ meinte die nette Stewardess. „Danke!“
Ich bekam einen Platz in der ersten Reihe zugewiesen. Neben mir saß eine hübsche Blondine, mit einem ca. zweijährigen auf dem Schoß. „Mama, warum ist die Frau so dick?“ fragte der auch direkt. „Emil, so etwas fragt man nicht!“ Ich lächelte. „Hallo Emil, ich heiße Pia. Und ich bin so dick, weil da ein Baby in meinem Bauch wohnt.“ „Hast du es aufgegessen?“ „Nein, das würde auch nicht so gut schmecken. Es wächst jetzt, und wenn es groß genug ist, kommt es heraus, und dann freuen sein Papa und ich uns ganz doll.“ „So wie Papa und ich uns über dich gefreut haben.“ „War ich auch in deinem Bauch, Mama?“ „Na klar!“ Sie gab mir die Hand. „Ich bin Sabine, und das ist Emil. Wir fliegen nach Hause.  Wir waren hier auf Heimaturlaub.“ „Ich bin Pia, und das Baby hat noch keinen Namen. Ich fliege zu meinem Lebensgefährten, der in Stuttgart in einem Restaurant Dreharbeiten hat.“ Sie runzelte die Stirn. „Dann bist du Oles Pia?“ „Ja, die bin ich.“ „Ich bin Sabine Oehler.“ Ich umarmte sie, so gut das in einer Sitzreihe im Flugzeug eben ging. „Was für ein schöner Zufall!“ An Emil gewandt meinte Sabine „Das ist die Freundin von Onkel Ole!“ Er grinste mich breit an. „Onkel Ole ist der Papa?“ fragte er, während er auf meinen Bauch zeigte. „Ja, ist er.“ Wir plauderten den ganzen Flug über, und Emil zog irgendwann auf meinen Schoß um. Als die Zwergin zutrat, war er ganz erstaunt. „Das Baby bewegt sich! Mama! Das Baby lebt ja!“ Sabine musste einen Lachkrampf unterdrücken. „Du kannst eigentlich direkt mit uns fahren“, bot sie an. „Wenn es euch keine Umstände macht?“ „Würde ich es dir anbieten, wenn es mir Umstände machen würde?“ Ich verneinte. Kaum waren wir gelandet, schleppte sie mich zu ihrem schicken Cabrio. „Und da passen 3,5 Leute rein?“ fragte ich zögerlich. Sie schmunzelte. „Da passen sogar mehr rein. Also komm schon, wir wollen Ole doch nicht warten lassen?“ Ich stieg ein. Zwanzig Minuten später fanden wir uns vor der Speisemeisterei wieder. „Wow! Nette Hütte!“ kommentierte ich den Prachtbau trocken. Sabine schob mich in Richtung der Dreharbeiten. Andi sah mich schon von weitem, und gab mir ein kurzes Zeichen. Ich verschwand einigermaßen unauffällig in die von ihm signalisierte Richtung. Er kam auf mich zu, mit einem breiten Grinsen im Gesicht, und seine stahlblauen Augen funkelten lebenslustig. „Hey, du bist jetzt aber nicht wegen mir hier?“ „Naja, ich konnte das nicht so stehen lassen. Ich will unsere Freundschaft nicht gefährdet wissen.“ „Ich auch nicht, aber ich kann einfach nichts für meine Gefühle. Du hättest uns doch beide nehmen sollen.“ Ich küsste ihn liebevoll auf die Wange. „Das wäre nicht gut gegangen. Ole war von Anfang an der Mann, der mein Herz erobert hatte. Eigentlich schon in dem Moment, als er mir im Pub das Bier gereicht hat.“ Andi lächelte. „Du hast sein Herz auch direkt erobert. Er geht uns mit seinem Gesülze derart auf den Keks. Wenn er es ist, der dich glücklich macht, muss ich das schweren Herzens hinnehmen.“ Ich umarmte ihn. „Hey, die Zwergin hat mich getreten!“ meinte er begeistert. „Sie will eben hallo sagen!“ witzelte ich. Er ging vor mir auf die Knie. Dann nahm er meinen Bauch in beide Hände und sprach „Dann bringen wir dich wohl mal zu Papa, hm?“ „Du bist süß“, meinte ich. Er stand auf, und bot mir seinen Arm an. Ich hakte ihn unter. Da kam uns auch schon Ole entgegen. „Was machst du denn hier? Das ist aber eine tolle Überraschung!“ Er nahm mich stürmisch in den Arm. Ich sah ihn verliebt an. „Wir hatten Sehnsucht nach dir!“ Andi erntete ein kurzes Zwinkern. „Ich auch nach euch. Sabine und Julia sind auch da.“ Da kam Gordon auf mich zu. „Pia, wunderbar! Wir machen Interviews mit euch Frauen, und danach kommt ihr in die Blue Box, alte Folgen kommentieren.“ Ich lachte. „Kaum hier, schon eingespannt!“ Gordon streckte mir die Zunge heraus. Im Interviewraum angekommen, wurde ich stürmisch von Julia umarmt. „Cool, dass du auch da bist! Des wird a Gaudi!“ Ich nickte stumm, und ließ mich verkabeln. Dann begann mein Interview. Fans hatten Fragen zusammengetragen, die sie uns Frauen stellen wollten. „Bist du eifersüchtig auf die Fans deines Mannes?“ Ich grinste. „Nein, gar nicht. Immerhin beweist es, dass mein Mann nicht nur ein grandioser Koch ist, sondern auch Charme und Charisma hat. Ich bin stolz auf ihn.“ Danach antworteten die beiden anderen. „Was ist dein Lieblingsgericht von deinem Mann?“ „Jetzt komme ich in Teufels Küche. Mein Lieblingsgericht sind nämlich die Pastagerichte von meinem wunderbaren Chef Mario Kotaska.“ Julia und Sabine prusteten los. „Ole wird ewig beleidigt sein.“ „Das nehme ich in Kauf!“ lachte ich. „Wie oft seht ihr euch?“ „Mal wochenlang gar nicht, da Ole ja auch noch Tourcatering macht, dann mal drei Wochen am Stück. Also in Summe eigentlich genau so oft wie andere Paare.“ Danach waren wieder die beiden anderen dran. Eine Stunde später waren wir erlöst. „Was die Fans nicht alles wissen wollen“, stöhnte Sabine. „Ihr müsst noch in die Blue Box!“ Wir verdrehten die Augen. Aber das war der witzige Teil der Sache. Wir bekamen Einspieler aus sämtlichen Folgen der Kochprofis sowie Outtakes präsentiert und mussten sie kommentieren. Als Fo Ole einen spielerischen Heiratsantrag machte, konnten Sabine und ich nicht an uns halten. Julia wischte sich verstohlen Lachtränen aus den Augen, während Sabine meine Hand nahm. „Pia, ich liebe dich! Willst du mich heiraten?“ Ich sah ihr verliebt in die Augen, und strich ihr liebevoll über die Wange. „Ja, ich will!“ Gunnar, der hinter der Kamera alles festhielt, röhrte vor Lachen. „Ich sterbe!“ „SCHNITT!“ brüllte Gordon. Wir Frauen klatschten ab. Eine weitere Stunde später waren wir erlöst. Meine neue Ehefrau und ich hielten verliebt Händchen, als wir zu unseren Männern traten. Julia kicherte unentwegt. Fo und Ole schauten uns mit tellerrunden Augen an. „Was ist denn hier los?“ „Wir lieben uns“, platzte Sabine heraus. Ole nickte verstehend. „Ihr habt unseren Outtake gesehen, nicht?“ Julia prustete los. „Haben wir. Daraufhin hat Sabine Pia einen Antrag gemacht, und sie hat angenommen!“ Mein Liebster schaute Sabine eingeschnappt an. „Na vielen Dank auch!“ Ich löste mich von Sabine und kuschelte mich an ihn. „Du weißt, dass ich nur dich liebe!“ Er küsste mich liebevoll. „Ich liebe dich auch, mein Schatz!“ Nils würgte. „Da bekommt man ja Diabetes!“ Julia gab ihm einen Klaps. „Sei doch ned so!“ Andi legte seine Hände auf meinen Bauch. „Sie hat schon wieder getreten!“ Ich lächelte ihn an. „So oft, wie sie dich begrüßt, müsste ich dich fast zum Patenonkel machen!“ Andi wurde blass. „Im Ernst jetzt?“ „Natürlich im Ernst!“ Er warf mich fast um vor Begeisterung. „Bedank dich bei Ole, du bist sein Favorit.“ „Und deiner?“ fragte Fo neugierig. „Andre, glasklar.“ „Nicht etwa Specki oder Micha?“ fragte Ole. „Nein, die können ja beim nächsten Kind ran!“ Mein Liebster starrte mich an, als hätte ich drei Hörner auf dem Kopf. „Nächstes Kind?“ „Hab ich etwas Falsches gesagt?“ Anstatt einer Antwort umarmte mein Ole mich schwungvoll und küsste mich leidenschaftlich.
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