Die lange Reise zurück ins Glück

GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
OC (Own Character)
29.03.2016
17.07.2016
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Hallo zusammen!
Schön das ihr zu meiner Geschichte gefunden habt. Es ist meine aller erste die ich hier auf Fanfiktion veröffentliche...
Sie ist vom Manga/Anime "Ao Haru Ride" inspiriert worden aber hab meine eigene kleine Veränderungen bzw. Charaktere eingebracht.
Würde mich über Reviews und Verbesserungsvorschläge freuen damit ich daran arbeiten kann


Viel Spass beim lesen!


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Aiko


Der Regen strömte in Massen vom Himmel herab auf die Straßen Tokyos.
Ich konnte meine Schritte hallen hören, während ich durch den harten Weg zur
Bushaltestelle lief.
Ganze zwei Stunden hatte ich gewartet, doch er war nicht gekommen.
Vor einigen Tagen bat mich noch mein bester Freund, Shouta Kyoya, ihn ans Tanabata Fest zu begleiten.
Wieso kam er heute nicht? Ich verstand es nicht, hatte er es sich doch anders überlegt?
Es war bestimmt schon seit einer Stunde stockdunkel geworden, dies lag nicht nur am bewölkten Himmel der sich gerade leer goss.
Unter des Daches der Haltestelle konnte ich mich endlich vom Regen schützen.
Meine Schuhe waren leider bereits hin, wenn ich meine Zehen bewegte spürte ich das akkumulierte Wasser in den Socken.
<Ist er wütend auf mich?>
Zwar hatte ich in der Schule gesagt dass ich Jungs hasse, ER war aber nicht gemeint gewesen.
Hoffentlich merkte dieser Idiot dies, irgendwie musste ich ihm sagen können was ich für ihn empfand!
Doch dass er nicht zu unserem Treffen gekommen war, konnte nur eines bedeuten...
Nein, ich wollte es einfach nicht wahr haben. Er würde mich doch nicht stehen lassen, nicht so.
Je mehr ich darüber nachdachte desto wütender wurde ich auf ihn.
Selbst auf meine unzähligen Nachrichten die ich ihm geschickt hatte antwortete er nicht.
Bei Anruf kam ich nicht einmal durch, die Nummer schien dem Anbieter nicht bekannt zu sein.
Das war auf jeden Fall eigenartig.
-"Ich bin da“
Die Reaktion meiner Mutter erahnte ich schon. Im Spiegel betrachtete ich, wie ich triefend nass da stand.
-"Gott Aiko wie siehst du denn aus“
Die schallende Stimme meiner Mutter liess mich kurz zusammen zucken. .
Wie von Zauberhand hatte sie bereits ein Handtuch in den Händen mit dem sie mich abtrocknete.
Schweigend liess ich es über mich ergehen.
-"Willst du mir sagen was genau passiert ist?“, fragte mich meine Mutter.
Mit gesenktem Blick schüttelte ich den Kopf ohne ein Wort zu sagen.
Selbst wenn, ich konnte nicht die richtigen Worte finden.
Mutter drückte mich kurz ehe sie mir das Handtuch über den Kopf legte.
Durch ihre Schritte nahm ich an das sie sich wieder ins Wohnzimmer begeben hatte.


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Als ich zum ersten Mal etwas mit Shouta zu tun bekam, war es an einem Herbsttag gewesen.
Die Sonne schien noch am Morgen, nichts deutete darauf hin das es regnen würde.
Auf dem nach Hause weg erwischte es mich dann, weshalb ich bei einem kleinen Laden Schutz suchte.
Es war mir nicht bekannt, dass dieser Laden Shoutas Mutter gehörte.
Noch weniger, das ihr Sohn aushalf wenn es sich ergab.
-"Willkommen“
Die leise, nuschelnde Stimme sagte mir im ersten Augenblick nichts. In der Schule war ich die Einzelgängerin.
Viele machten sich über meine Schüchternheit lustig oder hatten ihren Spaß daran mich zu provozieren.
Aus diesem Grund hatte ich nicht wirklich viele Freunde.
Ich nahm inzwischen die meisten Leute an der Schule gar nicht mehr wahr, isoliert versuchte ich Tag für Tag durchzuhalten.
Einige Gesichter aber hatten sich in mein Gedächtnis geprägt.
Die von den Schülern die keine Mühe hatten sich mit Leuten anzufreunden. Quasi die beliebtesten der ganzen Schule.
Zu diesen Personen sah ich auf, eines Tages wollte ich genauso sein.
-"Sawada? Was machst du denn hier“
Erst als ich meinen Namen hörte wanderte mein Blick zum Tresen.
Meine Wangen liefen sofort rot an, ich konnte sogar schwören dass meine Ohren bereits rauchten.
Kein anderer als Shouta Kyoya, der beliebteste Junge der Schule, stand einige Meter von mir entfernt und sah mich an. Woher kannte er überhaupt meinen Namen? Ich hatte noch nie ein Wort mit ihm gewechselt.
Vor Schreck stolperte ich, als wäre es nicht schon peinlich genug völlig durchnässt im Laden zu stehen.
Shouta lachte wie erwartet, doch anstatt einen blöden Spruch zu bringen kam er zu mir, streckte mir seine Hand entgegen.
-"Du musst vor mir doch keine Angst haben. Ich bin ja kein Geist.“
Es war nicht leicht ihn zu verstehen da er leise sprach, um wohl möglich seine hohe Stimme zu vertuschen.
Unsicher legte ich meine Hand in die seine.
Shouta stattdessen zögerte nicht sie gleich fester zu packen um mich vom Boden hoch zu ziehen.
-"Danke“, stotterte ich leise.
Genau solche Ereignisse führten dazu dass sich die Leute über mich lustig machten.
Beschämt starrte ich meine Füsse an, ich brachte es einfach nicht über mich Shouta anzusehen.
Ich vernahm wie mein Mitschüler erschrocken schnaubte
-"Ah je du bist ja völlig nass. Bei dem Regen wundert es mich auch nicht, hast du denn keinen Schirm dabei?“
Seine Frage brachte mich etwas aus der Fassung. Das sich Leute, außer meiner Mutter, um mich kümmern, war mir neu.
-"Hm, nein ich habe vergessen die Wettervorhersage anzugucken“
Für einen Augenblick linste ich zur Seite, an der ich Shoutas Silhouette vernommen hatte.
Auf seinem Gesicht war ganz deutlich ein schwaches Schmunzeln zu erkennen. Was hatte ich so lustiges gesagt?
Es irritierte mich, dass er mich so ansah.
Plötzlich vernahm ich wie er ein Handtuch aus dem Regal nahm und es mir über den Kopf legte.
-"Hier trockne dich ab. Sonst wirst du noch krank“
Er sagte es mit so einer Selbstverständlichkeit, dass ich wütender wurde.
Schnell riss ich das Handtuch herunter
- "Aber das steht zum Verkauf! Ich habe gerade doch kein-“
Während ich ausrufen wollte legte mir Shouta seine Hand über den Mund. Was sollte das jetzt?!
Erst als ich seine “sei Still“- Geste vernahm gab ich Ruhe.
Da nutzte er die Gelegenheit und riss das Preisschild vom Handtuch ab.
Verwirrt starrte ich ihn an, wobei ich gar nicht merkte dass er mir das Handtuch wieder auf den Kopf gelegt hatte.
-"Kein Wort zu meiner Mutter oder sie reißt mir den Kopf ab“, flüsterte er mir zu.
Ich war noch viel zu baff von seiner Aktion, also nickte ich bloss stumm. Was anderes konnte ich im Moment gar nicht. Zögerlich begann ich mir die Haare zu frottieren, während ich wieder in Gedanken versank.
In der Schule hörte man so einiges über Shouta, aber er bestätigte es gerade persönlich.
Seine Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft waren bemerkenswert.
Kein Wunder das er so beliebt war, dazu sah er auch gut aus.
Ich erwischte mich selbst wie ich Shouta verträumt anstarrte, ob mir das Ganze zu Kopf hoch stieg?
Bevor er mich dabei erwischte, setzte ich wieder mein Pokerface auf, so würde es nicht noch peinlicher werden für mich.
Zum Glück kam dann ein Kunde herein, es wäre meine Chance ohne noch Groß zu reden dem Laden zu marschieren.
Shouta kehrte mir nämlich den Rücken zu.
Mein schlechtes Gewissen hielt mich aber davon ab, es war nicht meine Art wenn ich so gehen würde.
Immerhin hatte er mir ein Handtuch geschenkt, zumindest konnte man es auf diese Weise ansehen.
Während er zum Kunden sprach blickte ich auf seinen Hinterkopf.
Seine Haare gingen unten wie Vorhänge auf, da hatte man freien Blick auf seinen Nacken.
Shouta war nicht sonderlich gross, wir beide waren auf gleicher Höhe praktisch.
Eher unbewusst schnupperte ich leicht seinen Duft ein. Er roch nach Shampoo, einen Hauch von Schweiß konnte ich auch vernehmen, was mich aber nicht weiter störte. Es war ein natürlicher Duft.
Meine Aktion blieb nicht unbemerkt, er schien gespürt zu haben dass ich geschnuppert hatte, denn Shouta legte sich eine Hand an den Nacken und blickte kurz über seine Schulter zu mir.
Beschämt drehte ich mich auf meinen Fersen um und verliess den Laden.


~~~~~~~~~~~~~~~


Die Sommerferien vergingen sehr langsam, kein einziges Mal melde sich Shouta bei mir.
Sogar Yamato Suzumura, ein ziemlich guter Freund von ihm und Mitschüler, wusste von nichts.
Ich nahm mir vor Shouta selbst in die Mangel zu nehmen sobald die Schule wieder anfing.
Schockierender Weise erschien Shouta in den ersten Tagen gar nicht.
Dieses unwohle Gefühl welches mir über den Ferien im Magen gesessen hatte, wurde dadurch grösser.
Auch die Tatsache das Yamato schon seit längerem nichts mehr von ihm gehört hatte. Beunruhigte mich.
Shouta war nicht, es passte nicht zu ihm.
Der blonde Lockenkopf begleitete mich gerade auf dem Weg zum Lehrerzimmer.
Wir beide hatten fast vergessen dass wir unsere Anmeldungen für die Clubaktivitäten abgeben sollten.
Da hörte ich einige Jungs aus unserer Parallelklasse miteinander sprechen.
-“Hast du das von Kyoya-kun gehört?“
Es war nicht meine Art andere Leute zu belauschen, da aber Shoutas Name fiel konnte ich es nicht verhindern.
-"Ja, er ist anscheinend während den Ferien umgezogen. Schon komisch ihn nicht mehr bei uns an der Schule zu haben“
Die Worte fühlten sich an wie ein Faustschlag in mein Gesicht.
Shouta war umgezogen? Wohin? Warum wusste ich davon nichts! War er deshalb nicht gekommen?
Der Schock saß tief, den ganzen Tag folgte ich dem Unterricht abwesend, ich konnte nur an Shouta denken.
Auf dem Weg nach Hause kam mir langsam die Realität entgegen.
Ich fühlte mich im Stich gelassen, mein Alltag würde wieder trist und einsam werden.
Vor dem Treffpunkt an dem ich auf ihn gewartet hatte brach ich in Tränen aus.
Nie wieder würde ich Shouta sehen können. Ihm meine Gefühle gestehen.
Er war einfach aus meinem Leben verschwunden.
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