He is gone

von Julirot
OneshotFreundschaft / P12
Kensi Blye Marty Deeks
27.03.2016
27.03.2016
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Guten Abend,

damit ihr mich nicht vergesst, hier mal wieder eine kleine Densi Geschichte.

Dieser One-shot kam mir in den Sinn als ich letztens die Folge "Expiration Date" aus Staffel 6 mal wieder angesehen habe.
Ich hoffe euch gefällt es. Ich finde ja in der Serie wird immer viel zu schnell über solche Sachen wie Trauer hinweg gegangen.  

LG und bis bald.

Julirot

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He is gone


Er wirkte wie in Trance, saß einfach nur da auf der oberen Stufe der Treppe. Er hatte die Beine aufgestellt und die Arme darauf gelegt. Seine Hände hielt er so, dass sich seine Finger ineinander verflechten konnten. Sie sah, dass er zitterte, auch wenn er es gekonnt kaschierte. Ein Fremder hätte ihn wahrscheinlich nicht sofort durchschaut, aber sie schon. Sie kannte ihn. Sie kannte ihn schon lange und sie liebte ihn, was es nicht einfacher machte, ihn leiden zu sehen. Sie schaute zu ihm auf und sah ihn an, doch er wich ihrem Blick aus, starrte nur wieder gedankenverloren auf seine Hände. Sie wollte mit ihm reden, doch er war gerade ziemlich weit weg. Eine Weile stand sie so da und beobachtete ihn, sah wie seine Wangenmuskeln sich immer wieder anspannten und fragte sich was sie tun konnte. Irgendwann hielt sie es nicht mehr aus und stieg die Stufen hinauf, setzte sich neben ihn und legte ihre Hände auf die seinen. Er blickte auf und sie sah Tränen in seinen blauen Augen stehen.
„Thapa war ein Freund...“, begann er leise, doch seine Stimme brach mitten im Satz. Kensi nickte und sagte:
„Ich weiß.“ Dann schwiegen sie wieder. Sie sahen zu wie das Krankenhaus langsam wieder zum Leben erwachte. Sahen wie Ärzte und Schwestern die Gänge hinauf und wieder hinunter eilten. Sie beobachteten gemeinsam wie ihre Kollegen sich zum Aufbruch bereit machten. Callen hatte sie entdeckt und warf ihnen einen fragenden Blick zu. Kensi nickte ihm nur kurz zu und er nickte zurück. Er hatte verstanden. Der Trubel löste sich auf und sie saßen immer noch auf der Treppe, schauten sich nicht an, hielten sich nur an den Händen.
„Willst du darüber reden?“ fragte sie und er schüttelte mit dem Kopf. Sie zog ihn in ihre Arme und hielt ihn fest. Er ließ es geschehen. „Okay“, flüsterte sie an seinem Ohr und strich ihm über den Rücken. Mehr konnte sie nicht tun.
„Wenn man sich mit ihm unterhalten hat, dann hatte man immer das Gefühl die Weisheit würde einem geradezu ins Gesicht springen“, murmelte er plötzlich vor sich hin.
„Ich weiß was du meinst. Er war ein sehr kluger Mann“, bestätigte Kensi.
„Er hat mir viele gute Tipps gegeben.“
„Ach ja?“ fragte sie.
„Er war ein Gurkha und kein Mönch.“ Deeks blickte sie an und ein kleines Lächeln erschien auf seinem ansonsten ziemlich blassen Gesicht.
„Was hat er dir gesagt?“ fragte sie und merkte, dass sie diesen doch bisweilen recht merkwürdigen Typen ebenfalls zu vermissen begann.
„Oh, viele Dinge, viele schlaue Dinge was Beziehungen betrifft, aber auch was das Leben angeht. Es ist einfach nicht fair.“
„Nein das ist es nicht.“
„Ich hätte gerne noch mehr von seinen Gurkha-Weisheiten erfahren.“
„Da bin ich mir absolut sicher“, meinte Kensi und stupste ihn leicht in die Seite, was Deeks mit einem schiefen Grinsen erwiderte.
„Willst du mit mir zurück kommen?“ fragte sie nach einer Weile, in der sie wieder nur schweigend nebeneinander gesessen hatten. Deeks konnte sich einfach noch nicht entschließen das Krankenhaus, in dem sein Freund gerade gestorben war, zu verlassen und zum Alltag zurück zu kehren.
„Ich glaube ich bleibe noch eine Weile hier sitzen“, meinte er und Kensi nickte.
„Okay, ich fahre zurück ins Hauptquartier und warte dort auf dich.“
„Ja, bis nachher.“ Kensi strich ihm über die Wange und er griff nach ihrer Hand, hielt sie fest und drückte sie gegen seine Haut. Kensi erhob sich und schaute nun auf ihn hinab.
„Vielleicht solltest du immer an seine letzten Worte denken Deeks, das macht es leichter.“ Damit legte sie ihm noch einmal ihre Hand auf den Kopf und ging dann die Stufen hinab in Richtung Ausgang. Er blieb sitzen und verschränkte wieder die Finger ineinander, schloss die Augen und dachte an Thapa. Er versuchte sich ins Gedächtnis zu rufen, was sein Freund ihm gesagt hatte kurz bevor er für immer gegangen war. Schließlich begann er zu lächeln und hatte beinahe das Gefühl  Thapa sehen zu können. 'Besuche mich in jedem Lächeln.'
„Das werde ich“, flüsterte Deeks, strich sich kurz mit beiden Händen übers Gesicht und erhob sich dann, um seiner Partnerin zu folgen.


ENDE
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