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Wetten, dass...?

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P12 / Gen
Michael Jackson OC (Own Character)
27.03.2016
15.12.2018
27
46.021
4
Alle Kapitel
39 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 
27.03.2016 1.728
 
(WARNUNG: Basiert zwar auf einem wirklichen Ereignis, ist aber so unwahrscheinlich - schon allein wegen der Tatsache, dass Sarah Rosenberg meinen Wissens nach nie existiert hat -, dass niemand die Hand dafür ins Feuer legen würde. Und eine dreifache Entschuldigung an Thomas Gottschalk, der unfreiwillig auch eine Hauptperson in dieser Geschichte ist... ^^ :-*)

Michael Jackson Klappe die zweite. Also, ich weiß nicht, ob ich diese Geschichte so oft updaten werde/kann/muss/soll/soll nicht/könnte/... wie die andere. Ich weiß nicht, ob das Sinn ergibt. Also gilt die Regel: Je mehr Reviews ich bekomme ->desto größer ist vermutlich die Nachfrage -> desto mehr muss schreiben und updaten. Ich weiß, ich bin fies. Aber nur so überlebt man in dieser Welt des FF-Business *wie Vincent Prize in Thriller lach*.
Nein, ich werde natürlich versuchen, beide Geschichten regelmäßig zu updaten. Aber Skulduggery Pleasant will ja auch noch versorgt werden... Mann, Mann, Mann, da ist ja meine ganze Woche verplant! ^^'
Und nochmal: Bis auf die Tatsache, dass Michael tatsächlich an jenem Tag an jenem Ort zu jener Sendung war, ist alles andere an den Haaren herbeigezogen.


Ein Besuch im Land des Krieges

Michaels Sicht

Vor Müdigkeit fielen mir beinahe die Augen zu. Es war ein langer Flug gewesen mit sehr vielen Strapazen und Turbulenzen, richtig wohl hatte ich mich in dem leeren Passagierflugzeug auch nicht gefühlt, das einer Geisterstadt der Lüfte glich, aber ich bestand eben immer darauf. Privatjets waren mir zu unsicher und riskant, aber ich konnte es auch nicht darauf ankommen lassen, in einem vollen Passagierflugzeug zu fliegen - selbst wenn ich verkleidet wäre.

Als einer der größten Stars der Erde war ich ein ziemliches Merkmal und selbst meine Stimme war sehr verräterisch. Ich konnte kaum mal ein Getränk bestellen, sofort drehten sich alle Köpfe zu mir um, selbst wenn ich leise sprach. Und ich sprach immer leise. Vielleicht war ja genau das der Fehler.

Und auch nach dem Flug wurde es nicht besser. Ich hatte nicht einmal die Zeit, mich auszuruhen, sofort ging es los, ins Auto, auf zu meinem Treffen mit dem Moderator. Aber auch daran war ich selbst schuld. Ich hatte darauf bestanden, am vorherigen Tag noch Platten aufzunehmen und zu Proben.

Das Leben war schon nicht einfach. Vor allem nicht für mich. Allerdings musste ich auch keinen Hunger leiden oder fürchten, dass jeden Moment eine Bombe auf meinen Kopf fallen könnte. Natürlich - das Risiko bestand immer. Aber es war nicht sehr wahrscheinlich. Also konnte ich mich eigentlich nicht beschweren.

Aber oft wünschte ich mir auch einfach, ein "ganz normaler" Mensch sein zu dürfen. Einer, der auch einfach mal in den Supermarkt gehen konnte, ohne um tausende Autogramme angebettelt, angestarrt und von unzähligen Menschenmassen bedrängt und belagert zu werden.

Doch anders als bei anderen Stars gab es bei mir nur zwei Möglichkeiten. Entweder man vergötterte mich oder verabscheute mich. Es gab eigentlich keinen Mittelweg. Oder besser - kaum jemanden, der diesen Mittelweg ging. Und es gab niemanden, der mich nicht kannte. Oder besser - niemanden, der ehrlichen Herzens behaupten konnte, mich nicht zu kennen. Das machte mein Leben kaputt. Das und diese ewige Maske, die ich in der Öffentlichkeit tragen musste.

Mit einem innigen Seufzen drehte ich mich dem Fenster zu und sah mir die Landschaft an. Eine Beschäftigung, der ich manchmal stundenlang nachging, wenn lange Autofahrten auf meinem Tagesplan standen. Ich hatte während solchen Autofahrten immer sehr viel Zeit zum Nachdenken. Wie auch während des Fliegens. Allerdings war mir selten klar, worüber ich denn nachdenken sollte. Darüber, dass das Leben nicht fair war? Das wusste ich auch schon so.

Es ist kalt, die Straßen sind voller Schnee und alles ist matschig. Aber mich wundert das nicht. Immer, wenn ich nach Deutschland komme in den letzten Monaten des Jahres, sind die Straßen nass, die Häuser weiß und die Pfützen gefroren. Aber so sollte es sein. Bei uns ist es auch so.

Allerdings ist die Atmosphäre eine ganz andere. In Amerika herrscht eine angriffslustige Aura, hier in Deutschland ist sie eher... griesgrämig. Also nichts gegen die Deutschen! Aber so ist es nun mal.

"Wie gefällt Ihnen, Duisburg, Mister Jackson?", fragte mein deutscher Fahrer in einwandfreiem Englisch. Meinen eigenen hatte ich leider in Neverland zurücklassen müssen, da er momentan ein paar familiäre Probleme hatte. Aber was soll's, ich war in solchen Sachen ziemlich einsichtig. Der Deutsche hatte sandfarbenes Haar von der Länge meines Zeigefingers, das aussah, als hätte es noch nie einen Kamm gesehen. Aber bei dieser Kürze war das nicht so schlimm wie bei meinen Haaren, früher, als sie noch lang und lockig waren.

Ich sah durch die getönten Scheiben nach draußen. Da waren Häuser und Straßen und Schnee und Parkbänke und hier und da mal ein Baum neben den Parkbänken. Also im Grunde so wie in jeder anderen Stadt auch, durch die wir auf den Weg hierher gefahren waren. Und das waren eine Menge Städte gewesen.

"Es sieht... Nett aus", sagte ich zögerlich, denn mir fielen keine richtigen Argumente ein. Meine Stimme klang leise und ruhig wie immer, denn wenn ich nicht sang, dann sprach ich leise und man konnte mich leicht überhören. Darum drehten sich ziemlich viele Spekulationen. Man behauptete, ich wurde auf der Bühne ein anderer Mensch. Ob das wohl stimmte? Ich wusste es nicht. Gerne würde ich mich mal durch die Augen eines anderen betrachten können. Das wünschte ich mir ziemlich oft. Es war etwas anderes, wenn jemand anderes mir zusah oder wenn ich mir selbst Aufnahmen ansah. Denn ich wusste noch genau, wie es war. Ich konnte nichts nachfühlen, weil mir alles noch im Gedächtnis blieb.

"Nett", sagte der Fahrer bitter und knapp, "Ich bin hier geboren, zur Schule gegangen, habe meine Frau kennengelernt und arbeite hier, um meine Kinder, mit denen ich hier lebe, zu versorgen und der größte Popstar unserer Zeit bezeichnet den Ort, in dem ich mein ganzes Leben verbracht habe, als nett."

Ich hätte mir mal wieder die Zunge abhacken können. Mal wieder typisch ich. Wenn ich den Mund aufbekam ohne zu singen, tat ich gleich wieder irgendetwas Falsches. Am besten sollte ich mir die Zunge raus operieren lassen und auf der Bühne nur noch mit versteckter CD singen.

"Ich wollte nicht...", begann ich, aber zu spät, denn der deutsche Fahrer ließ bereits die Trennscheibe nach oben fahren und stierte mit finsterer Miene auf die Straße.

Ich für meinen Teil sah aus dem Fenster auf die Landschaft, die ich einfach nur als "normal" beschreiben konnte, und ließ dann meinen Kopf gegen die Fensterscheibe sacken.

'Das hast du ja mal wieder toll hingekriegt', dachte ich bei mir, 'Wenn du ganz großes Glück hast, lässt er den Wagen jetzt gegen einen Baum fahren, um dir zu zeigen, wie toll sie hier beerdigen können...'

Bei diesem Gedanken schob sich ein Grinsen in mein Gesicht, da ich ja wusste, er hatte Kinder zuhause. Und er wirkte auf mich nicht wie jemand, der es riskieren würde, seine Kinder ohne Vater aufwachsen zu lassen.

Ob ich selbst jemals in den Genuss des Nachwuchs kommen würde? Ich hoffte es, denn im Grunde besteht die Hauptaufgabe der einzelnen Vertreter einer Art darin, Kinder zu zeigen und somit das Überleben ihrer Spezies zu sichern. Das klang jetzt zwar sehr biologisch, aber es ist die Wahrheit.

Ich liebe Kinder. Liebte sie schon immer. Ihre Art, wie denken, lachen, schauen... Einfach alles an ihnen.

Aber ich will nicht schon wieder vorgreifen.

Das Leben ist nicht einfach, wenn man Michael Jackson ist. Popstars haben nie ein leichtes Leben und schon gar nicht, wenn man als "King of Pop" betitelt wird. Ich habe nie um diesen Titel gebeten.

Entgegen all dem Ruhm, dem Applaus und den Fans ist mein Leben alles andere als einfach. Aber wie soll sich ein Leben schon anders entwickeln, wenn man mit drei Jahren das erste Mal auf der Bühne steht? Mit sechs Jahren war ich mit meinen ältere Brüdern in der Band die "Jackson 5" und später waren wir dann "The Jacksons", als dann mein jüngerer Bruder Randy dazukam. Hatte ich mir dieses Leben ausgesucht? Ganz sicher nicht. Aber so war es nun einmal und das konnte man nicht ändern.

Ich sah durch das Fenster den anderen Kindern zu, wenn sie auf dem Spielplatz spielten, während ich Platten aufnehmen musste.

Wahrscheinlich liebe ich Kinder deswegen auch so. Es war mir immer vergönnt gewesen, selbst eines zu sein...

'Okay, Michael! Genug Selbstmitleid gehabt!', sagte ich zu mir selbst. Irgendwie hatte ich das Gefühl, der Fahrer fuhr nun etwas ruppiger, doch ansonsten war alles normal.

Als wir schließlich ankamen, bremste er so stark, dass ich nach vorn geschleudert wurde, doch ich fing mich schnell und setzte mein nettestes Showbusiness-Lächeln auf, als mir der Fahrer die Tür öffnete.

"Bitte sehr", sagte er knapp.

Ich wollte ihn nicht kränken, also drückte och ihm ein ordentliches Trinkgeld in die Hand, da kam auch schon ein Mann mit blonden Engelslocken, einer Fliege und einer karierten Jacke auf mich zu.

"Michael, wie schön, Sie bei uns in Duisburg begrüßen zu dürfen!", rief Thomas Gottschalk auf Englisch und schüttelte mir höflich die Hand.

"Hallo", sagte ich, denn das war bis jetzt das einzige deutsche Wort, das ich kannte und konnte, außer der Satz: 'Ich liebe euch.', dann schaltete ich ebenfalls auf Englisch um, "Ja. Es ist sehr...", ich zögerte, "nett hier."

"Ja, das ist es, nicht wahr", sagte Thomas strahlend, "Nett. Aber auch nicht mehr. Aber sagen Sie das lieber nicht dem Fahrer...", flüsterte er nun, "Der kann es nämlich gar nicht leiden, wenn man seinen Heimatort als nett bezeichnet..."

"Hab ich schon gemerkt", erwiderte ich im selben Flüsterton.

Thomas zog eine Grimasse, als hätte er gerade in eine Zitrone gebissen. "Ich lasse Ihnen in Zukunft einen anderen Fahrer zuteilen", versicherte er mir. Dann heilt er mir die Tür auf. "Wollen wir?", fragte er.

"Aber immer", sagte ich lächelnd und war froh, dass mein Besuch hier nur angekündigt, aber nicht näher datiert worden war.

Damit schlängelte ich mich an ihm vorbei durch die Tür in das Gebäude. Meine Ohren fühlten sich ohne das stetig anhaltende Gekreische meiner (meist weiblichen) Fans unglaublich befreit.

It's Showtime, Baby...
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