Der weiße Wächter

GeschichteAbenteuer, Romanze / P18
Alistair Der Wächter (männlich) Leliana Morrigan OC (Own Character)
27.03.2016
13.06.2019
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Vorwort

Hallo meine lieben und teuren Leser. Ich heiße euch zu diesem neuen Projekt herzlich willkommen. Nachdem ich zu Mass Effect schein einige wirklich gute self-inserts gelesen habe, wuchs in mir der Wunsch auch einen zu schreiben. Doch da es zu Mass Effect bereits einige gute gibt, schreibe ich einen zum anderen Bioware Epos: Dragon Age. Wer self-inserts nicht mag, der hat jetzt noch die Chance, sich in allen Ehren zu entfernen.
Nach der Warnung möchte ich noch Isaro, Trix87 und XXLangeLexyxx für die Inspiration und Motivation danken.
Nun genug der Danksagungen und des Vorgeplänkels. Viel Spaß!


Bevor das erste Kapitel beginnt, wünsche ich all meinen Lesern einmal ganz herzlich Frohe Ostern! Ich hoffe ihr habt wunderschöne Feiertage.
Und nun viel Spaß!


Mein Tag begann so wie, eigentlich jeder Tag in meinem an sich schönen Leben. Der Wecker klingelte und ich quälte mich aus dem aus dem Bett. Ich hatte zwar keinen Grund, zu einer bestimmten Zeit aufstehen, aber ich hasste es nun mal, den Tag zu verschlafen. Gerade wenn man, so wie ich, gerade sein Studium abgeschlossen hat und nun erst einmal Ferien genießt, bevor man sich der Tücken des Arbeitslebens stellt.
Das dumme war nur, ich war alles andere als ein Morgenmensch. Immer wenn ich mein Bett am Morgen verließ, blieb mein Kreislauf aus Prinzip liegen. Ich stand also etwas grantig auf, ging ins Badezimmer, betrachtet mich im Spiegel und dachte mir dasselbe wie eigentlich jeden Morgen: Mann, siehst du scheiße aus!
Normalerweise bin ich mit meinem Aussehen eigentlich ganz zufrieden, aber nicht wenn ich gerade aufgestanden bin. Aus dem Spiegel blickten mich mürrisch zwei hellblaue Augen an, von überdurchschnittlich langen Wimpern geziert. Wenigstens war meine Nase halbwegs unauffällig. Mein Schmollmund wurde durch meinen kurzen Vollbart kaschiert, denn ich seit etwa drei Jahren mit demselben Stolz trug wie ein Zwerg. Mein nackenlanges brünettes Haar  stand wirr in alle Richtungen und lehnte jede Art von Ordnung und Organisation mit einer Vehemenz ab, wie man das sonst nur von den Studentenbewegungen der 60er und 70er kannte. Das würde wieder in eine Frisiererei ausarten. Ich hasse frisieren. Ich bin schließlich ein Mann.
Also weiter: Die übliche Prozedur. Zähneputzen, waschen, anziehen, frühstücken. Dabei meinen Vater begrüßen. Meine Mutter war schon auf der Arbeit. Ja ich gebe es zu. Ich bin mittlerweile 22 Jahre alt und wohne noch bei meinen Eltern. Ich sehe einfach keinen Sinn darin, nur für mich eine eigene Wohnung zu nehmen. Sollte ich einen Mitbewohner finden, oder im Idealfall, eine Freundin, wäre es schon eher eine Überlegung wert. Doch alleine würde ich wohl durchdrehen. Auch wenn ich gerne meine Ruhe habe, bin ich ungern einsam, aber von Zeit zu Zeit doch gerne mal allein.
Ich warf beim Frühstück einen Blick aus dem Fenster. Heute war endlich mal wieder schönes Wetter. Der Winter schien endlich seiner Bestimmung zu folgen und das Feld dem Frühling zu überlassen. Es war endlich mal sonnig und angenehm mild. Mit anderen Worten: Perfekt für einen Spaziergang. Gedacht, getan. Nach dem Frühstück, zog ich mir die Schuhe an, Handy, Schlüssel und Geldbeutel in die Hosentaschen und nichts wie raus. Ich wusste auch schon genau, wo ich hin wollte: In den Waldabschnitt vor der Stadt. Ich liebte es dort. Perfekt um nachzudenken.
Da auf dem Weg dorthin nichts Aufregendes passiert ist, nutze ich die Zeit, um mich kurz vorzustellen. Mein Name ist Joachim. Ich bin 22 Jahre alt, Österreicher und bis vor kurzem Student der Geschichte. Ich wohne in einer beschaulichen Kleinstadt, die mir wirklich ans Herz gewachsen ist. Ich liebe alles, was alt und episch ist. Ich bin Fan von Metal- und Rockmusik, den Werken von J.R.R. Tolkien und Computerspielen. Darunter vor allem Dragon Age und Mass Effect. Mittelerde und Thedas, in diesen Welten verbrachte ich meine Freizeit. Hin und wieder lese ich auch. Gerade eben wieder einmal das Silmarillion. Wunderbare Literatur, gerade wenn man sich Glaubensfragen stellte. Irgendwie erschien mir Tolkiens Welt- und Schöpferbild plausibler als das, der „richtigen“ Religionen. Ich glaube an einen Schöpfer, war aber eher geneigt, zu Illuvatar und den Valar zu beten. Keine Ahnung warum. Ich bin der Ansicht, wenn es einen Gott gibt, dann ist es dem ziemlich egal, wie ich ihn nenne, und deshalb nenne ich ihn, wenn es mir gerade gefällt. Auch zum Erbauer und der Asarigöttin Athame habe ich schon gebetet. Wer sagt denn, dass Gott überhaupt ein Geschlecht hat? Aber genug der Theologie. Sonst haltet ihr, die ihr diese Zeilen lest, oder euch in Ermangelung eigener Kenntnisse vielleicht vorlesen lasst, mich noch für einen religiösen Spinner. Und das bin ich nicht. Im Gegenteil. Ich sage, jeder soll glauben, was er für richtig ist und den Rest der Welt in Ruhe lassen. Der Glaube ist eine ureigene Privatsache und ich erzähle euch das alles nur, weil Glaubensfragen für mein tägliches Leben bald wichtiger werden sollten, als ich selbst je gedacht hätte.
Doch zurück zum eigentlichen Geschehen. Ich hatte das Waldstück erreicht und stieg die Baum bewachsenen Hänge hinauf. Oben angekommen setzte ich mich hin und dachte nach. Wenn man sein Studium hinter sich hat, endet ein Lebensabschnitt und man denkt über Vergangenheit und Zukunft nach. Das ist zwar eigentlich sinnlos, aber unvermeidlich.
Ich wollte mir den schönen Tag aber nicht mit Trübsinn vermiesen lassen. Und so setzte ich meine Ohrenstöpsel ein und hörte über mein Handy etwas Musik. Ich ging dabei auch ein wenig auf und ab als mir plötzlich etwas auffiel.
Im Hang war ein Riss. Sofort war meine Neugier geweckt und ich kraxelte dorthin. Als ich mich hinkniete und ihn den Riss hineinschaute, da gab die Erde unter mir plötzlich nach und ich fiel. Zum Glück nur wenige Meter, aber angenehm war der Aufprall trotzdem nicht. Ich rappelte mich auf, prüfte kurz, ob alles noch heile war und blickte mich um. Ich war in einer Art kleiner Höhle, im inneren des Hügels. Im inneren waren Felsen, die wie Hinkelsteine aussahen und bei näherer Betrachtung fiel mir auf, dass sie bemalt waren. Mit Symbolen die ich als Junghistoriker als keltisch erkannte. Ein Hügelgrab? Wohl kaum, denn dann müsste es ein Skelett und Grabbeigaben geben. In der Mitte der Höhle, war aber nur ein großer, flacher Stein, wie ein Tisch oder ein Altar und bemalte Findlinge rundherum. Eine Kultstätte offenbar. Ich freute mich wie ein Schneekönig. Es ist wohl der Traum jedes Historikers, beim Spazieren so etwas zu finden. Ich fragte mich, ob ich diesen Fund melden sollte. Und wenn ja, wem?
„Nicht gleich“, sagte ich mir. „Erst mal siehst du selbst, was du hier rausfinden kannst. Du bist schließlich auch ein Fachmann und nicht auf die Eierköpfe von der Uni angewiesen.“
Also leuchtet ich mir mit dem Handy uns untersuchte die Symbole, musste jedoch zu meiner Enttäuschung feststellen, dass mir die meisten nichts sagten. Schon ein wenig frustrierend. Da fiel mir auf einmal ein Lied von einer meiner Lieblingsbands ein, das irgendwie in die Situation passte. Falls es jemanden interessiert, werte Leser, hier ein Link. Ich nahm mein Handy, spielte das Lied ab und tanzte wie es im Text heißt: „Tanz dreimal im Sonnensinn um die alte Stätte hin. Beim dritten Mal wird offen stehen, die Anderswelt du wirst sie sehen.“
Also tanzte ich dreimal im Sonnesinn um den Stein und drehte mich auch noch um die eigene Achse. Das Resultat war, dass mir schwindlig wurde.
Nach dem dritten Mal stolperte ich, stürzte über den Stein und kam daneben zu liegen. Ich hatte aber keine Zeit mich darüber zu ärgern, denn plötzlich gab es einen grellen Lichtblitz. Ich dachte mir noch: What the…, da fühlte ich mich plötzlich so komisch.
Mir war so… leicht zumute. Auch sah plötzlich alles anders aus. Irgendwie verschwommen, wie in dichtem Nebel. Ich rappelte mich auf und merkte, dass ich auch nicht mehr in der Höhle stand, sondern auf etwas das aussah, wie eine felsige Ebene.
„Was ist denn jetzt los?“, dachte ich, als ich plötzlich, ein paar Meter vor mir eine Gestalt bemerkte. Hoch gewachsen und anscheinend männlich.
Er sah irgendwie erhaben aus und trug eine lange weiße Robe mit Kapuze. Und er schien irgendwie von innen heraus zu leuchten. Er wandte sich mir zu, sah mich an und lächelte. Auch von seinen Augen ging ein seltsames, berührendes aber auch beruhigendes Licht aus. Ein edler schwarzer Bart zierte sein Kinn.
„Sei gegrüßt, Joachim“, sagte er.
„Ihr kennt meinen Namen“, fragte ich perplex. Fragt mich nicht, warum ich die mittelalterliche Anrede „Ihr“ benutzte. Sie gefällt mir einfach sehr gut und schien hier passend zu sein.
„Natürlich“, entgegnete er freundlich.
„Dann habt Ihr mir etwas voraus“, sagte ich. „Wer seid Ihr, und wo bin ich hier?“
„Ich habe viele Namen“, antwortete er. „Azrael, Hades, Osiris, König der Toten, Geist des Wissens, doch du darfst mich Námo nennen.“
Mir blieb der Mund offen stehen. Doch dann dachte ich: „Ja ist klar. Ich muss einen vollkommen verrückten Traum haben. Offenbar habe ich das Silmarillion etwas zu intensiv gelesen.“
„Nein, du träumst nicht“, sagte Námo.
„Könnt Ihr Gedanken lesen?“, fragte ich erschrocken.
„Nein. Nur Empfindungen. Und so spüre ich, dass du verwundert bist und nach einer rationalen Erklärung suchst. Wie so viele, die vor mich treten. Irgendwie habt ihr Menschen in deiner Welt den Glauben an Wunder verloren.“
„Dann seid ihr es wirklich?“, fragte ich. „Námo der Wissende, der Herr von Mandos?“
Er nickte und in mir kam ein ganz blödes Gefühl auf, denn das ließ nur einen Schluss zu.
„Dann bin ich tot?“, fragte ich bang.
Wieder lächelte er. „Eine interessante Frage.“
Er machte eine Kunstpause, in die ich ihm jedoch reinplatzte: „Bitte keine Harry Potter- Zitate! Aus dem Alter bin ich raus!“
Námo lachte leicht. „Na schön“, sagte er dann. „Dann lass mich dich beruhigen. Du bist nicht gestorben. Aber du hast die Grenzen deiner Welt überschritten.“
Das haute mich um. Und verwirrte mich. „Aber wie?“, fragte ich. „Durch den Keltenschrein?“
„Ja. Eure Vorfahren wussten mehr, als ihnen heute zutraut. Du kennst doch die Geschichten von den Toren zur so genannten Anderswelt.“
„Natürlich! Sie entsprechen also der Wahrheit?“ Meine Verblüffung war wohl nur noch mit „Blödsinniges Staunen“, zu beschreiben. Was Námo wieder leise lachen ließ. „Das erklärt immer noch nicht, wo ich hier bin“, sagte ich, leicht schmollend darüber, dass er sich scheinbar auf meine Kosten amüsierte.
„Sieh dich um!“, sagte er. „Und dann sag mir, wonach es für dich aussieht!“
Ich ließ den Blick schweifen. Alles war verschwommen und schummrig. In der Ferne machte ich die Umrisse seltsamer Gebilde aus. Ich überlegte. Dann sagte ich: „Sieht aus, wie das Nichts aus Dragon Age.“
„Sehr gut!“, meinte Námo. „Genau dort bist du auch. Um es verständlich auszudrücken: Dein Tanz im Schrein hat den Schleier zerrissen und du hast deinen Körper verlassen“, erklärte er.
„Und was heißt das jetzt für mich?“, fragte ich ängstlich.
„Normalerweise würde ich dich einfach wieder zurücksenden, doch deine Ankunft hier war vorgesehen. Dein Schicksal liegt anderswo. Und dorthin soll und werde ich dich senden.“
„Wohin?“, fragte ich unsicher.
„Du kennst es als Thedas.“
„Das gibt es wirklich?“, fragte ich ungläubig.
Wieder lächelte er. „Oh ja! Nicht alle der Welten aus euren Geschichten sind erfunden. Die meisten sind es natürlich, doch Thedas existiert und sein Schicksal ist ungewiss. Du sollst es in Bahnen lenken, damit das Zeitalter des Drachen einen möglichst guten Ausgang nimmt.“
„Wie das?“
„Du kennst die Spiele“, erklärte er. „Du weißt, wie viele Möglichkeiten es gibt. Du weißt, was Segen und was Kummer bringt.“
„Aber warum gerade ich?“, fragte ich. „Schließlich gibt es viele Fans, die das auch alles wissen. Vielleicht sogar besser.“
Námo antworte: „Nun, vor allem, weil du als einziger von denen bisher ins Nichts gelangt bist. Doch sei beruhigt, es hat sicher noch andere Gründe.“
„Moment mal!“, unterbrach ich, erst jetzt wirklich realisierend, was er da sagte. „Ihr schickt nach also nach Thedas?“
Er nickte.
„Mittelerde wäre mir lieber gewesen“, murmelte ich.
Námo hatte es wohl gehört, denn er lachte. Als ich ihn fragend ansah, meine er nur schmunzelnd: „Nein, wäre es nicht.“
„Woher wollt Ihr das wissen?“, fragte ich etwas trotzig.
Námo blinzelte kurz und ich sah in dem Moment das Bild einer gewissen Person aus dem Dragon Age Universum vor mir. „Oh, Ihr seid gemein!“, murrte ich und fühlte mich ertappt.
Er lachte nur und sagte: „Hab keine Furcht! Wolltest du nicht immer deiner Welt den Rücken kehren und in einer anderen leben. Einer, die weniger kompliziert ist, weniger vom Geld beherrscht wird und in der es mehr gibt, als nur Menschen?“
Ich kam nicht umhin, zuzugeben, dass er mir aus der Seele sprach. „Damit ich das richtig verstehe“, fragte ich nach. „Ich soll also nach Thedas und den Helden, der Dragon Age Spiele beistehen, damit die Welt sich so gut wie möglich entwickelt.“
„Richtig“
„Also quasi so wie Gandalf in Mittelerde?“, fragte ich nach.
Er schien kurz nachzudenken, bevor er antwortete: „Ach du meinst Ólorin. Ja etwa so, wie Gandalf in Mittelerde.“ Seine stimme veränderte sich kurz: „Vielleicht ermutigt dich dieser Gedanke.“
Ich erkannte das Zitat und das machte mir in der Tat Mut.
„Ich sehe, dass du noch viele Fragen hast, aber die müssen warten. Manche werde sich dir vor Ort beantworten, andere kannst du mir später stellen. Wir haben sicher nicht das letzte Mal miteinander gesprochen. Einstweilen viel Glück und Illuvatars Segen!“
Dann hob er die rechte Hand und ich fühlte mich wieder seltsam. Plötzlich lag ich auf etwas, das sich anfühlte wie Erde und Gras. Ich stand auf. Über mir war blauer Himmel und um mich herum eine Sumpflandschaft. Als ich mich selbst betrachtete, fiel mir auf, dasss ich andere Kleider anhatte. Ich trug typische fereldische Bauernkleidung. Na immerhin. So fiel ich wenigstens nicht gleich auf. Plötzlich kam mir ein Gedanke. Ich eilte zu einem der Tümpel und blickte hinein. Mein Spiegelbild sah aus wie immer: Brünettes Haar, blaue Augen, Vollbart. Wenigstens das.
Ich war mir immer noch nicht sicher, das alles nicht nur zu träumen, also zwickte ich mich kräftig. Es tat weh. Also kein Traum.
„Na gut“, sagte ich zu mir selbst. „Mal sehen, wo genau ich hier eigentlich bin.“
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