Meine Herrin, meine Geliebte

von Mirzah
OneshotRomanze / P16
25.03.2016
25.03.2016
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Guten Abend^^

dies hier ist meine erste Story zu Kamisama Kiss, die mir schon eine Weile im Kopf herumgespukt ist. Allerdings habe ich erst vor kurzem Band 18 gelesen, bin also nicht unbedingt auf dem neusten Stand der Dinge...  aber egal!

Das ist meine Interpretation, was passieren könnte oder was ich mir wünschen würde.
Ich hoffe, ich habe die Charaktere einigermaßen korrekt dargestellt, aber die Entscheidung überlasse ich euch^^

Viel Spaß beim Lesen!

lg
Mirzah^^
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Sanft kam die Dunkelheit über das Land und tauchte alles in eine samtene Schwärze, die nur vom silbernen Schimmer des Vollmondes und dem Funkeln der Sterne erhellt wurde.
Das Licht fiel auf das Dach des kleine Schreins, der still und einsam außerhalb über der Stadt thronte und in dem zur Zeit eine hektische Unruhe herrschte.
„Aber warum muss ich gehen und der dumme Fuchs darf bei ihr bleiben?“
„Weil sie jemanden braucht, der sich um sie kümmert und sie beschützt Mizuki.“
„Das kann ich genauso gut wie Tomoe!“

Das Zetern des Dieners ignorierend, schob Mikage ihn aus dem Gebäude und bedeutete den zwei Irrlichtgeistern, dass auch sie ihm folgen sollten, was sie etwas widerwillig, aber dennoch gehorsam taten.
Bevor auch er den Schrein verließ, drehte er sich noch einmal um und sah den zweiten Götterdiener an, der seinen Blick mürrisch, aber auch leicht irritiert erwiderte.
„Kümmer dich gut um sie und sei nicht so streng mit ihr.“
„Ja, ja.“


Tomoe seufzte und schickte seinen ehemaligen Herren zu den anderen, damit er diese dumme Schlange beruhigen konnte, bevor der Idiot Anstalten machen konnte zurückzukehren.
Nachdem er sich vergewissert hatte, dass die kleine Gruppe weg war, ging er wieder ins Innere des Gebäudes und sah leise nach, ob Nanami auch wirklich schlief, wie sie gesagt hatte.

Auf dem Weg zu ihrem Zimmer, dachte er besorgt an die Umstände, die dazu geführt hatten, dass seine Herrin so fertig war und sogar in letzter Zeit nicht in die Schule gehen konnte, weswegen er sich von ihren Freundinnen alles mitgeben ließ.
Das sein alter „Freund“ wieder in sein Leben zurückgekehrt war, hätte ihm eigentlich nichts ausgemacht, denn Tomoe war sich sicher, dass er ihn mit Leichtigkeit besiegen könnte, aber dieser hinterhältige Dreckskerl hatte seine Schwachstelle gefunden und schamlos ausgenutzt, um ihn fertigzumachen.
„Töten werde ich dich noch nicht... dass mache ich erst, wenn ich meinen Körper wiederhabe.“
Nach diesem Satz, war er verschwunden, doch das hatte Tomoe nicht weiter interessiert, denn er hatte gespürt, dass Nanami in der Nähe und ziemlich schwach war, weshalb er in die kleine Hütte gelaufen war und sie dort bewusstlos vorgefunden hatte.
Ihr Herzschlag, war sehr unregelmäßig und ihre Atmung flach, was für ihren Diener ein Hinweis war, was man mit ihr getan hatte.

Behutsam hatte er sie auf den Arm genommen und ins Hotel zurückgebracht, wo sie einige Zeit brauchte, um wieder zu Bewusstsein zu kommen und als sie wieder wach war, wollte sie tatsächlich wieder raus, um ihrer Freundin zu helfen!
Er hatte es streng abgelehnt, dass sie sich erneut in so große Gefahr begab, wenn sie so geschwächt war; dass sie seinem ehemaligen Freund fast ihre komplette Lebensenergie gegeben hatte, dass ließ er zuerst mal außen vor.
Nach einem längeren Streit hatte sie schließlich nachgegeben und ihn gebeten, dass er Ami helfen sollte.

Letzten Endes hatten sie es geschafft, das Mädchen zu retten und hatten auch sie in Nanamis Geheimnis eingeweiht, was sie erstaunte, sie aber sofort schwor, es niemandem zu verraten.
Den restlichen Ausflug konnte Nanami aber nicht genießen, denn sie war derart geschwächt, dass sie die gesamte Zeit nur benommen und fast schon apathisch zwischen ihren beiden Freundinnen saß, die ihr Gesellschaft leisteten und neugierige Mitschüler abwimmelten.

Am ersten Abend, als es ihr wieder etwas besser ging, hatte Tomoe sie heimlich – mit Unterstützung von Kei und Ami – in ihrem Zimmer besucht und ihr eine lange und sehr wütende Standpauke über ihren Leichtsinn, ihre Naivität und die damit einhergehenden Gefahren gehalten, die sie ohne Widerworte über sich ergehen ließ und ihn am Ende nur müde angelächelt hatte.
„Es tut mir Leid, dass ich dir so große Sorgen bereitet habe und ich hoffe, du verzeihst mir meine Fehler, aber ich bereue nichts, weil du meine Freundin gerettet hast.“
„Ähm, nun ja.... dann hoffe ich, dass du dir meine Worte zumindest ein wenig zu Herzen nimmst, denn ich habe keine Lust, dich jedes mal zu retten, wenn du dich in Schwierigkeiten bringst!“

Sie hatte nur gekichert und ihn auf seine Pflichten, als ihren Diener hingewiesen, bevor sie die Arme ausgestreckt und ihn in eine sanfte Umarmung gezogen hatte.

Die Wärme dieser Geste noch immer spürend blieb er vor dem Raum stehen, in dem sie schlief und haderte ungewöhnlicherweise mit sich, ob er nach ihr sehen sollte, aber dann erinnerte er sich an Mikages Worte und öffnete leise die Tür.

Im Raum war es dunkel und er hörte das leise, regelmäßige Geräusch ihres Atems, was ihm zeigte, dass sie tatsächlich noch im Reich der Träume war, was ihm ein leichtes Lächeln entlockte.
Er zog sich zurück und überlegte, was er denn tun könnte, um sie wieder auf die Beine zu bringen, bis ihm einfiel, dass sie bestimmt Hunger hatte, wenn sie wach wurde – was bald sein würde – und so ging er in den hinteren Teil des Gebäudes, um Vorbereitungen zu treffen.

Während Tomoe hinten am Werk war, brauchte Nanami noch eine Weile, ehe sie sich aus der Gemütlichkeit des Schlafes lösen und langsam aufwachen konnte.
Als sie die Augen öffnete, sah sie zuerst nichts, doch dann erkannte sie immer weitere Konturen ihres Zimmers, doch da war noch etwas.
Der Schrein war ungewohnt still, was sonst nie der Fall war und das beunruhigte sie ungemein, denn normalerweise war immer irgendjemand da.

Sie richtete sich auf und wartete noch einen Moment, bis sie sich sicher war, dass sie aufstehen konnte, ohne dass ihre Beine ihren Dienst versagen würden.
Doch bevor sie sich erheben konnte, hörte sie leise Schritte, die in ihre Richtung kamen und sie versteifte sich panisch in der Befürchtung, es könnte eine Einbrecher oder schlimmer, ein Dämon sein.
Allerdings blieb die Person vor der Tür stehen und Nanami hörte, wie ein Tablett auf den Boden gestellt und dann die Schiebetür geöffnet wurde.
Im Licht, welches weich in ihr Zimmer fiel, konnte sie erleichtert eine ihr sehr bekannte und vertraute Silhouette ausmachen, bevor sie die ebenso vertraute Stimme ihres Götterdieners und Freundes vernahm, der sich nach ihrem Wohlbefinden erkundigte.
„Es geht mir etwas besser.“
„Das freut mich... hast du Hunger?“

Noch ehe sie antworten konnte, meldete sich ihr Magen, wie aufs Stichwort und gab ein lautes Knurren von sich, was sie erröten, ihn aber nur leise auflachen ließ, während er das Tablett vom Boden nahm und es ihr brachte.
Sie bedankte sich und begann zu essen.

Tomoe blieb die ganze Zeit über bei ihr, sagte aber kein Wort und wartete einfach stumm, bis sie fertig war und das Tablett wegstellte.
Sie hatte die ganze Zeit über jeglichen Blickkontakt vermieden, denn sie erinnerte sich noch gut an seine Standpauke und wie wütend er gewesen war, dass sie Kirihito oder besser Akura-ou fast ihre ganze Lebensenergie gegeben hatte.
Auf Okinawa hatte sie ihn - nach seinem Ausbruch -  nur angelächelt und ihn in ihre Arme geschlossen, in der Hoffnung, es würde ihn besänftigen, aber die restlichen Tage hatte er kaum mit ihr gesprochen und das nagte an ihr; sie wollte nicht, dass er wütend auf sie und ihre noch so junge Beziehung schon derart erschüttert war.
Sein jetziges Verhalten irritierte sie aber im Moment, denn er war wieder sehr fürsorglich und freundlich und das machte ihr irgendwie Angst.
Er schien ihre Gefühle und Gedanken zu erahnen und seufzte tief auf.
„Keine Sorge, ich werde nicht mit dir schimpfen... das habe ich doch schon getan und einmal reicht.“
Während er sprach, hatte er eine Hand nach ihr ausgestreckt und gedankenverloren mit einer Haarsträhne gespielt.

Nanami sagte nichts, blickte aber auf und sah ihm direkt in die Augen.
„Bist du denn noch wütend?“
„Natürlich bin ich wütend. Richtiggehend sauer, aber du hast deinen Fehler doch eingesehen, wie du sagtest und von daher wäre es unangebracht, wenn ich jetzt noch mal nachlege, obwohl ich es gerne tun würde.“
„Das glaube ich...“
„Werd nicht frech!“

Er zog leicht an der Strähne, aber sie hörte den amüsierten Unterton in seiner Stimme, was sie erleichterte.
Eine Weile waren sie beide still und hingen ihren Gedanken nach, doch dann entzog sich Nanami Tomoe und versuchte aufzustehen.
„Was soll das werden, wenn es fertig ist?“
„Ich wollte ins Badezimmer.“
„Warum?“
„Geht es dich was an?“
„Ja.“

Damit war für ihn die Diskussion beendet und sie gab sich geschlagen; sie hatte keine Lust, sich jetzt schon wieder mit ihm zu streiten.
„Ich wollte ein Bad nehmen.“
„Wie du wünschst.“


Er stand auf, nahm sich das Tablett und ging aus dem Zimmer, mit der Bitte an sie, dass sie noch einen Moment sitzen bleiben sollte, was sie ohne Widerworte tat; zu sehr war sie von seinem Verhalten irritiert.
Ein paar Minuten später kam ihr Diener wieder und ging auf sie zu.
Bei ihr angekommen, hielt er ihr seine Hand hin, die sie ergriff und sich aufhelfen ließ, doch Tomoe machte etwas, was sie nicht erwartet hatte, denn er hob sie plötzlich hoch und bevor sie sich versah, hatte er sie im Brautstil auf dem Arm und ging mit ihr in Richtung des Badezimmers.
„Tomoe, was soll das?“
„Ich bringe dich ins Badezimmer, dass siehst du doch.“
„Ich kann durchaus selber gehen!“

Er ignorierte ihren Widerstand jedoch und ging unbeirrt weiter, bis sie beide vor dem Badezimmer standen.

Tomoe öffnete die Schiebetür, trat mit seiner Herrin ein und schloss die Tür wieder, während Nanami anfing zu zappeln und zu schimpfen, dass er sie gefälligst runter und allein lassen sollte.
Er versicherte sich noch, dass niemand einfach so in den Raum platzen konnte und setzte Nanami dann vorsichtig ab, genau wissend, dass sie immer noch zu geschwächt war, um allein stehen zu können, was ihr Körper ihr auch sofort zeigte, indem ihre Beine fast sofort nachgaben und sie gefallen wäre, hätte er nicht schnell reagiert und sie gestützt.
„Wie ich sehe, kannst du sehr gut selber gehen.“
„Halt die Klappe!“

Sie murrte, lehnte sich aber unbewusst mehr an ihn.

„Sieh einer an, du bist wohl doch noch zu schwach.“
„Ich sagte, du sollst die Klappe halten, du blöder Fuchs.“

Trotz ihres schroffen Tonfalls, war er nicht beleidigt, denn er spürte, dass sie es nicht böse meinte.
Er schlang seine Arme um ihre Mitte und begann vorsichtig den Knoten des einfachen Kimonos zu lösen, den sie sich angezogen hatte.
„T-tomoe, was soll das?“
„Keine Sorge, ich bereite dich nur für das Bad vor.“
„D-das kann ich doch auch alleine machen?“
„Nein, du kannst ja nicht mal alleine stehen, da glaube ich kaum, dass du es schaffst dich allein auszuziehen.“
„Aber..“
„Nur die Ruhe meine Süße. Ich tu nichts, was du mir nicht ausdrücklich erlaubst.“
„Also, dass du mich ausziehst, habe ich dir nicht gestattet!“
„Ich weiß, aber du hast es mir auch nicht verboten.“

Darauf wusste sie nichts zu erwidern und blieb still, während sie sich von ihm den störenden Kimono vom Körper streifen ließ.

Als der Stoff auf den Boden fiel, hob sie instinktiv die Hände und hielt sie sich vor ihre Brüste, um diese zu bedecken, obwohl sie nicht wusste, warum sie das genau tat; Tomoe stand hinter ihr und hatte sein Gesicht außerdem in ihren Haaren vergraben, während er sie nur im Arm hielt.
Doch als er spürte, was sie tat, seufzte er und ließ von ihr ab.
„Warum tust du das?“
„Was?“
„Dich verstecken... du bist wunderschön und ich werde dich nicht verspotten.“
„Wirklich nicht?“
„Warum wäre ich mit dir zusammen, wenn du mich nicht interessieren oder sogar anwidern würdest?“
„Anwidern?“


Oh!
Er hatte mal wieder ein Fettnäpfchen erwischt und nun hatte er sie anscheinend beleidigt, denn er spürte, wie sie sich versteifte und sich kleiner machte.
„Nanami, bitte. Das habe ich nicht so gemeint.“
Sie drehte ihm ihr Gesicht zu und in ihren Augen konnte er einen Schmerz erkennen, der ihn tief im Herzen traf.
„Das heißt, wenn ich nicht eine Nachfahrin von Yukiji wäre, hättest du dich nie auf mich eingelassen?“
„Was? Nein um Himmels Willen, das meinte ich nicht... außerdem habe ich mich doch auch damals schon in dich verliebt und nicht in sie!“

Das stimmte und Nanami schämte sich sofort für ihre Reaktion auf seinen Satz.
„Entschuldige bitte.“
Erleichtert über ihre Antwort kam Tomoe wieder auf sie zu und nahm sie in den Arm, was sie geschehen ließ.
Nun, da sie die Sache geklärt hatten, fuhr er fort, seine Herrin zu entkleiden, um sie – als sie schließlich nackt und mit dem Rücken zu ihm gewandt dastand – wieder auf den Arm zu nehmen und sie in die Badewanne zu setzten, die darauf wartete ihren Dienst tun zu können.

Nanami schloss genüsslich die Augen, seufzte wohlig auf, lehnte sich zurück und begann sich zu entspannen, doch sie wusste, dass Tomoe den Raum nicht verlassen hatte, weswegen sie ein Auge öffnete und nachsah, was er machte.
Ihr Diener stand nur da und sah sie mit einem Ausdruck an, den sie nicht deuten konnte und das machte sie wieder ein wenig nervös.
„Äh Tomoe?“
„Hm?“
„Ist etwas?“
„Nein.“
„Und warum siehst du mich dann so an?“

Er gab keine Antwort, sondern kam zu ihr, beugte sich zu ihr hinunter und strich mit seinen Lippen vorsichtig und sanft über ihre.
„Wenn ich so eine Schönheit vor mir habe, dann darf ich doch wohl starren?“
Sie errötete heftig und drehte ihr Gesicht von ihm weg, was ihn aber nur erneut auflachen ließ.

Plötzlich hörte sie etwas Rascheln und als sie spürte, wie sich das Wasser bewegte, drehte sie ihren Kopf wieder um und sah nur noch, wie Tomoe zu ihr in die Badewanne stieg.
„Tomoe?“
„Ja?“
„Was tust du da?“

Er lächelte nur leicht, legte seinen Arm um ihre Schultern und zog sie näher zu sich, wobei er ihren leisen Aufschrei ignoriere.
„Ich will nicht, dass du mir ertrinkst, deshalb bleibe ich hier.“
„Warum sollte ich in der Badewanne ertrinken?“
„Weil du noch immer sehr schwach bist.“

Er hatte recht, wie sie sich bitter eingestehen musste und so ließ sie ihn machen, entspannte sich wieder und lehnte sich an ihn, was er mit einem entspannten aufseufzen kommentierte.

Er hatte sich eigentlich zurückziehen und sie in Ruhe baden lassen wollen, aber als er sie sah, wie sie entspannt in der Badewanne saß, umgeben vom warmen Wasser, da hatte er den spontanen Entschluss gefasst, sich einfach zu ihr ins Wasser zu setzen.
Ihre Verwirrung und leichte Empörung hatte er geflissentlich übergangen und sie in seine Arme geschlossen.
Als er spürte, wie ihr Körper die Anspannung fallen ließ, durchfuhr ihn eine Erleichterung und er drückte sie ein wenig fester an sich.

Beide sagten zuerst kein Wort, sondern genossen die Stille und Gesellschaft des jeweils anderen.
Tomoe hatte geistesabwesend angefangen seine Finger über den Körper seiner Herrin fahren zu lassen und sie zu liebkosen, was sie kommentarlos duldete und die Augen geschlossen hatte, um sich voll und ganz auf die Berührung seiner schlanken Finger konzentrieren zu können.
Doch irgendwann durchbrach sie die angenehme Stille mit einer Frage.
„Tomoe... was bin ich für dich?“
„Was?“
„Was siehst du in mir, deine Herrin oder deine Freundin?“
„Warum interessiert dich das denn?“
„Ich will Gewissheit haben.“

Das konnte er nachvollziehen, wenn er sich an ihre Vergangenheit erinnerte, die er vor einiger Zeit gesehen hatte.

Männer hatten im Leben seiner Freundin nie eine große Rolle gespielt und anfangs hatte sie sogar felsenfest behauptet, dass sie keinen Mann an ihrer Seite brauchte und wollte. Außerdem war ihr Vater kein gutes Beispiel eines annehmbaren Gefährten gewesen, der sogar nach dem Tod seiner Frau seine eigene Tochter im Stich gelassen hatte!
Das sie jemals einem Mann und dann auch noch einem Yokai ihr Herz öffnete und schenkte, grenzte für Tomoe schon fast an ein Wunder und das letzte, was er wollte war sie zu enttäuschen, deshalb legte er seine Finger unter ihr Kinn, hob es sachte an und sah ihr in die erwartungsvollen Augen.
„Du willst wissen, was du für mich bist?“
Sie nickte, aber er sah, dass sie etwas ängstlich wirkte.
Dieses dumme Mädchen.

Er senkte den Kopf und legte seine Lippen auf ihre, um ihr einen Kuss zu rauben, bevor er sie ernst ansah.
„Du bist meine Herrin... aber gleichzeitig so viel mehr.“
„Mehr?“

Er nickte und nahm sie dann in den Arm.
„Was du für mich noch bist, ist noch wichtiger, denn du bist nicht nur meine Herrin, sondern auch meine Freundin, Geliebte und am wichtigsten: meine Rettung.“
Mit der letzten Bezeichnung bezog er sich einerseits auf seine Rettung vor dem Tod durch den Fluch, aber auch auf seine Einsamkeit die sie linderte, indem sie einfach bei ihm war.
Sie war der Seelenbalsam, den er brauchte, damit er sein Leben nicht mehr so langweilig und öde fand.
Ihre Reaktion auf seine Worte ließ nicht lange auf sich warten, denn sie schlang nun ebenfalls ihre Arme um ihn und legte ihren Kopf auf seiner Brust ab.
„Das hast du schön gesagt.“
„Gut, denn jetzt bist du dran.“
„Hä?“
„Wenn ich schon gesagt habe, was du für mich bist, dann möchte ich von dir erfahren, was ich für dich bin.“


Nanami blickte hoch, direkt in Tomoes Gesicht, der sie neugierig ansah.
Sie lächelte und lehnte sich dann wieder an ihn.
„Du bist... wie soll ich sagen... mein Freund, mein Beschützer und einer, der wenigen Männer in meinem Leben, der mich nicht enttäuscht.“
Nachdem sie diese Worte unsicher von sich gegeben hatte, traute sie sich nicht sofort ihm wieder in die Augen zu sehen, doch er half ihr und hob erneut ihr Kinn an, um ihr wieder einen, diesmal intensiveren Kuss zu stehlen, der ihr einen Schauer über den Rücken jagte.

Er bemerkte ihre Reaktion auf seinen Kuss, was für ihn schon als Ermutigung reichte, sie sanft gegen den Wannenrand zu drücken und sich über sie zu lehnen.
„Du wirst mutig Fuchs... oder frech.“
Er grinste und zwickte sie leicht ins Ohrläppchen, was ihr aber nur ein Kichern entlockte.
„Ich würde sagen, beides Herrin.“
„Herrin... hm, die Bezeichnung gefällt mir, wenn sie von dir kommt.“
„Gewöhne dich nicht dran, denn so werde ich dich nur nennen, wenn wir unter uns sind.“
„Schade. Dann muss ich wohl gucken, dass wir öfter allein sind.“
„Eine gute Idee, denn wenn ich dich schon nicht für mich alleine haben kann, dann will ich wenigstens mehr Zeit mit dir verbringen, als die anderen!“

Diese Bemerkung brachte Nanami zum lachen, denn so erinnerte Tomoe sie an einen kleinen Jungen, der sein Lieblingsspielzeug vor anderen Kindern beschützen möchte.
Aber eine Frage hatte sie noch, die sie ihm sogleich stellte.
„Machst du dein Versprechen irgendwann wahr?“

Tomoe, der sich inzwischen in der Liebkosung ihres Halses verloren hatte, hob den Blick und sah sie etwas verständnislos an.
„Versprechen?“
„Das du mich zu deiner Frau machst.“
„Ach das... du hast doch damals gesagt, dass du schon meine Frau bist und das reicht doch. Außerdem zeigt wohl schon die Tatsche, dass du mich an deiner Seite akzeptierst, dass du mir gehörst, so wie ich dir gehöre.“
„Schon, aber werden andere nicht trotzdem versuchen sich an dich oder mich... nun ja ran zu machen?“


Als sie diesen Satz von sich gegeben hatte, hielt Tomoe vollkommen in seinem Tun inne und sah sie mit einem Blick an, der zu fragen schien, ob sie noch alle Tassen im Schrank hätte. Dann erhob er sich und sein nun ernster, schon leicht wütender Blick, ließ sie zittern.
„Wenn ich jemals einen Mann in deiner Nähe sehe, dann kannst du dir sicher sein, wird er es bereuen!“
„Und... und wenn eine Frau ihr Glück bei dir versuchen möchte?“
„Dann werde ich ihr eine Abfuhr erteilen, so einfach ist das!“
„Aber, was wenn diese Frau eine sehr schöne ist, die mich locker in den Schatten stellt? In der Dämonenwelt gibst es solche ja zu Hauf.“


Ach daher wehte der Wind!
Tomoe knurrte kurz auf und biss Nanami etwas fester in den Hals, was sie mit einem schmerzerfüllten, leisen Schrei kommentierte.
„Was soll das?“
„Du verstehst es nicht Nanami!“
„Was?“
„Ich liebe dich nicht nur, weil ich dich schön finde, sondern weil du ein gutes Herz besitzt, großmütig, sanft und unschuldig bist. Wenn sich eine andere Frau zwischen uns drängen will, dann wird sie kein Glück haben!“

Er spürte, wie sich ihr Körper versteifte und sah ihr ins Gesicht, dass von Erstaunen gezeichnet war, doch dann breitete sich ein warmes Lächeln aus und sie legte ihre Hände um sein Gesicht, um ihn näher zu sich zu ziehen und ihn zu küssen.
Er erwiderte diesen Kuss gierig, doch unterbrach ihn schon kurz darauf, denn er wollte seinen Trieben noch nicht nachgeben.

Nicht, wenn Nanami zu schwach war, um mit ihm mithalten zu können.
Also beschloss er dies auf ein anderes mal zu verschieben und sie jetzt erst einmal ein wenig zu verwöhnen und so zog er sich von ihr zurück und begann ihr zuerst das Haar und danach den Körper zu waschen, was sie im ersten Moment ein wenig verwirrte, sie es dann aber geschehen ließ und sich dadurch dankbar zeigte, dass dasselbe bei ihm tat, wenn auch eher verhalten und etwas schüchtern; er war der erste Mann, mit dem sie so intim umging, doch er sah es ihr nach und zeigte Verständnis.
Danach blieben sie noch solange im Badezimmer, bis das Wasser langsam kalt wurde.

Erst dann erhob sich Tomoe, stieg aus der Wanne und hob Nanami hoch, die er sachte auf ihre Füße stellte, ein großes Handtuch nahm und es um ihren zierlichen Körper wickelte. Dann nahm er ein zweites, kleineres Handtuch und begann ihr Haar zu trocknen.
Während der gesamten Prozedur sah sie ihm in die Augen und ein leichter Rot schimmer lag auf ihren Wangen, was sie sogar noch schöner aussehen ließ und er irgendwann seinem Begehren ein wenig nachgab und ihren Kopf mit dem Handtuch zu sich zog, seine Arme dann wieder um sie schlang und ihr einen besitzergreifenden Kuss raubte.
Als er sich wieder von ihr zurückzog, sah er sie an und grinste, denn der Schimmer auf ihren Wangen hatte noch an Intensität zugenommen und der Schauer, der ihren Körper durchfuhr, war ihm ebenfalls nicht entgangen.
„Setz dich, ich bringe dich gleich wieder in dein Zimmer.“
Sie tat gehorsam, was er wollte und wartete, bis er fertig war. Dann hob er sie wieder hoch, brachte sie in ihr Zimmer und ging dann schnell wieder ins Badezimmer, um noch alles sauber zu machen.

Dann, als er fertig war, ging er zurück zu ihr ins Zimmer, wo sie im Bett sitzend auf ihn gewartet hatte und wollte ihr eigentlich nur eine angenehme Nacht wünschen, doch sie winkte ihn zu sich her.
„Brauchst du noch etwas?“
„Irgendwie schon.“

Fragend hob er die Augenbrauen und sah sie erwartungsvoll an.
„Was wünschst du?“
„... bleibst du bei mir?“

Er verstand die Frage nicht direkt, weswegen Nanami etwas direkter wurde und seine Hand nahm, die sie drückte.
„Legst du dich zu mir?“

Da sie den Blickkontakt wieder vermieden hatte, sah sie das Lächeln, dass sich auf sein Gesicht schlich nicht, aber sie spürte, wie er sich neben sie setzte, sie in seine Arme schloss und sich mit ihr zusammen hinlegte.
„Natürlich.“
Er nahm die Decke und legte sie über sie beide, bevor er Nanami noch näher an sich drückte und ihr sanft über die Wange strich.
„Schlaf schön Nanami.“
„Du auch Tomoe.“

Er gab ihr noch einen leichten Kuss auf die Stirn und machte es sich dann mit ihr gemütlich, um bald darauf in einen angenehmen Schlaf zu driften.

Beide waren – eng umschlungen – im Reich der Träume, als die anderen Bewohner des Schreins wieder zurückkamen.
Mikage war der erste, der leise die Schiebetür öffnete und die beiden mit einem breiten Lächeln betrachtete. Als dann jedoch Mizuki kam, schloss der Gott zügig die Tür und hielt den Götterdiener streng davon ab, in das Zimmer zu platzen und die beiden zu wecken.
Auch den beiden Irrlichtgeistern gestattete er nicht nach ihrer Herrin zu sehen.

Die beiden Liebenden sollten mal ein paar schöne Stunden für sich haben, denn das war für ihre noch junge Beziehung sehr wichtig und durch die momentane Lage, in der sie sich befanden nur selten möglich.
Doch diese Gedanken verdrängte er sofort und wünschte den beiden still eine gute Nacht.
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