Unvergessen

GeschichteDrama, Romanze / P12
Musa Riven
25.03.2016
15.09.2020
7
18.280
3
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25.03.2016 1.303
 
Prolog

Die Spezialisten und die Winx stehen geschlossen am Tor und schauen zu, wie Riven langsam das Tor nach Alfea durchschreitet. Niemand sagt ein Wort. Nicht einmal Musa, die tapfer lächelt. Niemand hätte es für möglich gehalten, dass sie sich wirklich einmal endgültig trennen würden. Selbst Helia nicht, der Riven immer am nächsten stand von den Spezialisten.
Aber lange Zeit darüber nachzudenken haben sie alle nicht, denn der Finale Kampf gegen die Trix und das Legendarium stand ihnen bevor.



Seit diesem entscheidenden Tag sind nun schon fast vier Jahre vergangen. Die Winx haben allesamt ihren Abschluss gemacht. Während sich die drei Prinzessinnen derzeit einer Ausbildung in königlicher Etikette unterziehen müssen, haben die anderen drei Winx sich selbstständig gemacht.  

Flora führt ein schönes kleines Gewächshaus am Rande von Magix. Ein kleines bezauberndes Haus liegt direkt daneben, welches sie mit Helia bewohnt. Im oberen Stockwerk befindet sich Helias Künstleratelier. Helia ist Dozent an der Roten Fontäne geworden und arbeitet nebenbei als freier Künstler.

Tecna und Timmy sind zurück auf Tecnas Heimatplanet gekehrt. Dort sind sie der königlichen Garde beigetreten und kümmern sich um das Hauptnetz von Zenith.

Musa dagegen ist, wie Flora, in Magix geblieben. Sie hat dort ein Musikgeschäft eröffnet. Während sie als Sängerin immer wieder Auftritte hat, ist ihr Geschäft ihr Rückzugsort geworden. Nach der Trennung von Riven ist Musa lange alleine geblieben, ehe sie sich doch wieder in eine Beziehung getraut hat.

Die drei Prinzessinnen sind nach ihrem Abschluss in ihre Königreiche zurückgekehrt. Stella ist bereits mit Bandron verheiratet, der neben ihr immer mehr Aufgaben im königlichen Alltag von Solaria übernimmt.

Layla ist derzeit Single, da sie keinen passenden Partner hat, dem sie zutraut an ihrer Seite zu regieren. Ihren Eltern nimmt sie bereits viele königliche Aufgaben ab und lenkt sich damit davon ab, dass sie von den restlichen Winx getrennt ist und keinen Freund hat.

Bloom pendelt regelmäßig zwischen Domino und  Eraklyon. Ihre Schwester Daphne übernimmt später die Regentschaft in Domino, weshalb Bloom sich bereits mit den Regierungsstil in Eraklyon vertraut machen möchte, da sie und Sky in wenigen Wochen heiraten wollen.

Riven ist nie mehr nach Magix zurückgekehrt. Nachdem er die Speziallisten verlassen hat, ist er erst einmal fast drei Jahre durch die Welten gereist. Doch dann zog es ihn zu einer Person zurück, die er zuvor Jahre lang nicht mehr gesehen hat.

Eine sanfte Briese umfängt den Ex-Spezialisten, als er auf einem Hügel zum Stehen kommt. Im Tal unter ihm erblickt er eine kleine Hütte aus der Rauch aufsteigt, umgeben von einem Meer aus Blumen und Pflanzen. Ein Wald hinter der Hütte hebt die Farbenpracht noch mehr hervor.
Fast kommt es Riven so vor, als sei er nie weggewesen. Mit einem leichten Lächeln macht er sich daran den Abstieg ins Tal zu machen. Ein leichter Trampelpfad führt durch die Felder direkt zum Haus, dessen Tür sich gerade öffnet.
Eine schlanke Frau mit dunkelroten Haaren tritt aus dem Haus. Ihre saphirblauen Augen sind auf den Boden gerichtet. Sie trägt ein schlichtes hellbraunes Kleid, doch sie trägt es so würdevoll, als wenn sie eines von Stellas teuren Designerkleidern an hätte.
Fast so als wenn sie seine Anwesenheit gespürt hätte, schaut sie auf. Eine zarte Narbe zieht sich über ihre linke Gesichtshälfte, eine Narbe von einer Klaue. Doch es entstellt sie keineswegs. Zumindest nicht für Riven.

„Ich habe mich gefragt, wann du hierher zurückkehren würdest.“, meint die Frau und stellt den Eimer mit Milch ab, den sie gerade aus dem Haus geholt hat. Ein sanftes Lächeln umschließt ihre Lippen, als sie die Arme an die Hüfte stemmt. „Ich kann deine Hilfe hier wirklich gebrauchen. Wie lange bleibst du dieses Mal?“ „Eine Weile.“, erwidert Riven und macht sich daran an der Frau vorbei ins Haus zu gehen. „Wir müssen das Bett unterm Dach neu beziehen.“, merkt die Frau an, ehe sie ihren Eimer wieder aufnimmt.
Riven nickt nur, was sie natürlich nicht sehen kann. „Schön, dass du wieder da bist, kleiner Bruder.“, meint die Frau, ehe sie mit ihrem Eimer Milch hinüber zum Stall geht. Riven schaut seiner Schwester nach. Er ist seiner Schwester dankbar, dass sie ihn nicht mit Fragen löchert, sondern einfach hinnimmt, dass er hier ist und ihr wieder auf dem Hof hilft.

„Danke, Saphira.“, wispert er leise, ehe er ins kleine Haus tritt. Es ist schlicht eingerichtet. Der Hauptraum umfasst eine kleine Küche mit einer Feuerstelle, einer gemütlichen Sitzecke, die auch als Essplatz dient. Das einzig moderne ist ein Laptop, der in der Ecke auf einem Schreibtisch steht.
Eine Leiter steht am Ende des Raumes, die Riven sogleich anpeilt. Er bewohnt den Dachboden, wenn er hier ist, weil die Hütte nicht viel Platz bietet.
Doch Riven hat es nie gestört. Im Gegenteil er ist dankbar, dass seine Schwester im diese Möglichkeit bot. Egal wie lange er bleiben wollte. Und das ohne Fragen zu stellen.



Hart rammt Riven den Sparten in den Boden. Seit nun fast einem Jahr ist er bei seiner Schwester auf der Farm und hilft ihr bei der täglichen Arbeit. Seine Spezialistenuniform hat er an den Nagel gehangen und gegen einfache Arbeitskleidung getauscht. Erneut rammt er den Sparten in den Boden, ehe er sich den Schweiß von der Stirn wischt.

„Ganz schön schweißtreibend.“, merkt eine ruhige und Riven bekannte Stimme an. Grinsend schaut Riven auf. „Du kannst ja mit anpacken. Ein paar Muskeln würden dir gut tun, Helia.“, meint der ehemalige Spezialist und stützt sich auf dem Sparten ab, während er seinen Freund anschaut.
Kurz nachdem Riven hier bei seiner Schwester unter gekommen ist, hat Helia ihn gefunden und besuchte ihn seitdem regelmäßig. „Ich freue mich auch dich zu sehen.“, meint Helia ruhig wie immer. Er hat die Hände lässig in den Hosentaschen. „Wie geht es dir?“, fragt er und schaut Riven dabei ein wenig besorgt an. Dieser schnaubt nur und macht sich daran weiter den Acker zu bearbeiten. „Mir geht es prächtig. Aber du siehst aus, als würdest du jemanden gleich sagen müssen, dass er stirbt.“, merkt Riven an und weiß, dass ihm das Gespräch schon jetzt keinen Spaß mehr macht.

Helia verzieht leicht das Gesicht, da er sich von Riven ertappt fühlt. „Ich muss dir auch was sagen, was dir nicht passen wird.“, beginnt Helia in seiner ruhigen Art. „Musa wird in einem halben Jahr heiraten.“ Welche Reaktion sich Helia von Riven auch erhofft hat, so ist es bestimmt nicht: „Schön für sie.“
„Riven, du …“, setzt Helia an, doch er wird harsch von Riven unterbrochen: „Ich muss gar nichts Helia. Zwischen Musa und mir ist Schluss. Sie soll glücklich werden mit wem auch immer.“ Wütend wirft Riven den Sparten in den Acker und rauscht an Helia vorbei in Richtung Stall.

„Was ist passiert?“, erklingt ruhig hinter Helia die Stimme von Rivens Schwester Saphira. „Entschuldige den Aufruhr.“, entschuldigt sich Helia und lächelt die Frau an, die mit einem Wasserkrug in der Hand auf  ihn zukommt. Ohne etwas zu sagen, stellt Saphira den Krug auf einem Baumstamm ab und hebt den Sparten auf.
„Was ist vorgefallen?“, fragt sie direkt und schaut zum Stall, wo Riven gerade das große Tor hinter sich schließt. „Ich habe ihm erzählt, dass Musa heiraten will und er hat es aufgenommen, als sei es ihm egal.“, berichtet Helia, woraufhin Saphira nur milde lächelt. „Ich glaube, dass es ihn doch sehr getroffen hat. Er spricht nicht viel über sie, aber ich denke, dass er sie noch immer liebt.“
Gekonnt rammt sie den Sparten in den Boden. „Du solltest besser gehen, Helia. Ich glaube nicht, dass Riven heute noch mal mit dir reden wird.“, erklärt sie unberührt, nimmt ihren Krug und lässt Helia alleine auf dem Acker stehen.

Der junge Künstler ist die abweisende Art von Rivens Schwester schon gewohnt. Doch heute kommt sie ihm besonders unterkühlt vor. Scheinbar scheint es in der Familie zu liegen. In einem Punkt gibt er ihr jedoch Recht, Riven wird heute nicht mehr mit ihm reden.
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