Back to Life

GeschichteAllgemein / P16 Slash
Atemu Seto Kaiba
24.03.2016
16.09.2020
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16.09.2020 3.402
 
Kapitel XXV

Edit:
Hallo ihr Lieben, mir war ein kleiner Denkfehler aufgefallen, deswegen betrachtet Atemu im letzten Kapitel nicht das Foto von Mokis 7. sondern 5. Geburtstag. Sorry für die Verwirrung.

"Am Ende wird alles gut, und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht zu Ende, oder wie sagt man?"
"Du bist viel zu neun mal klug für dein Alter.", schmunzelte Atemu und Yugi war froh, die Stimmung ein wenig gelockert zu haben.
"Ich hab ein gutes Vorbild."

So genossen sie einen halbwegs harmonischen Abend am Lagerfeuer, nur mit einem Zelt und ihren Schlafsäcken.
Dies würde so lange weitergehen, bis Atemu der Meinung war, dass sie lange genug untergetaucht waren, um wieder eine Wohnung zu mieten.
Yugi hoffte inständig, dass dieses Versteckspielen bald ein Ende haben würde.
So sah er in den sternenklaren Himmel und betete für das Glück seines Bruders und dass sie und die Kaibas bald wieder eine Familie sein würden. Denn wenn jemand Glück verdiente, dann sein großer Bruder.



Atemu hatte an diesem Abend noch lange wach gelegen. Yugi hatte sich irgendwann ins Zelt zurückgezogen und schlief seit einiger Zeit lautstark vor sich hin.
Der Schlaf wollte Atemu allerdings nicht einholen. Viel zu sehr grübelte er über Yugis Worte nach.
Natürlich hatte Yugi Recht, wenn er sagte, er sollte nochmal ein Gespräch mit Seth wagen, doch wenn das Aufeinandertreffen dann so enden würde wie ihr letztes…
Er erinnerte sich viel zu gut an die Schmerzen, die er durch Seths Prügel gehabt hatte, die natürlich erst zum Vorschein kamen, als sein Adrenalinpegel gesunken war.
Seufzend verschränkte er die Arme hinter seinem Kopf und sah in den dunklen Nachthimmel, der nur durch die Sterne und den zunehmenden Mond erhellt wurde.
Wie oft hatten Seth und er die Sterne in ihrem ersten Leben beobachtet, wenn der Palast schlief und sie sich an einen stillen Ort zurückziehen konnten. In diesem Leben hatten sie es auch oft gemacht, im Garten der Kaibas, als ihre Beziehung noch intakt war, sie einander noch liebten.
Noch immer klaffte die Wunde in seiner Brust, was einst sein Herz war, und erinnerte ihn jeden Tag schmerzlich daran, was er verloren hatte.
„Warum, Ra? Warum können wir nicht in Frieden leben? Haben wir in unserem vergangenen Leben nicht genug bewirkt?“
Atemu seufzte. In dieser Zeit konnte er Ras Stimme nicht hören, wohl weil niemand mehr an den Sonnengott glaubte.
„Was mache ich nur? Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie mich findet.“, sinnierte Atemu und verstand sich selbst nicht. Er war immer furchtlos an die Aufgaben und Bürden, die die Götter ihm anvertrauten, herangegangen. Doch seit Seth die Seiten gewechselt hatte, versteckte er sich, er, der große Pharao. Der Pharao, den man scheinbar aus den Geschichtsbüchern radiert hatte.
Je länger Atemu darüber nachdachte, desto wütender wurde er auf sich.
Dieses Fliehen, sich verstecken, das passte nicht zu ihm. Er war vor 3000 Jahren Herrscher von Ägypten gewesen und versteckte sich jetzt vor einem Bösewicht, nur, weil dieser jemand es geschafft hatte, seinen Hohepriester auf seine Seite zu ziehen?
Entschieden schüttelte er den Kopf.
„Ab morgen wird alles anders. Ich werde sie vernichten und mir dann meinen Hohepriester vorknöpfen.“ Entschlossenheit loderte in den Amethysten und das Udjat-Auge leuchtete wie zur Bestätigung auf.
Der Bunthaarige stand auf und krabbelte zu Yugi ins Zelt. Mit einem Ziel vor Augen schlief er ein und wurde in dieser Nacht von Erinnerungen heimgesucht.

~ Flashback 1 ~
* vier Jahre zuvor*

Atemu schreckte aus seinem kurzen Power Nap hoch. Alle Knochen taten ihm weh, weil er einfach auf der Couch eingeschlafen war. Er musste sich einen Moment ordnen, doch dann bemerkte er, dass Seth neben ihm saß und weinte.
„Hey, Seth mein Herz, was ist denn los?“, fragte Atemu sanft und streichelte Sehts Hand, an die er in seiner liegenden Position kam. Vorsichtig setzte er sich auf und konnte sich dieses Häufchen Elend nicht erklären. Er rückte näher an seinen Freund und legte seinen Arm um ihn.
„Atemu…“ Seths Stimme zitterte, doch Atemu kannte den Grund dafür nicht. „Was passiert hier?“
Verwirrt sah Atemu sein Gegenüber an. „Was genau meinst du? Ich kann dir gerade nicht so ganz folgen.“
„Mit mir. Mit uns.“
„Was passiert denn mit uns? Wir sitzen hier auf der Couch zusammen und…“
„Das meine ich nicht…“ Vorsichtig fasste Seth an seinen linken Arm, der bei ihrer letzten Auseinandersetzung in Mitleidenschaft gezogen wurde und aktuell ruhiggestellt werden musste.
Seufzend schlug Atemu die Augen nieder, konnte sich selbst keinen Reim darauf mache, warum Seth hin und wieder die Kontrolle über sich und sein Handeln verlor. Seth, der eine millionenschwere Firma leitete. Allen gegenüber nett war. Doch seit geraumer Zeit handelte der Blauäugige nun so. Noch immer konnten sie es sich nicht erklären und Seth sprach danach nie mit ihm. Er igelte sich dann tagelang ein und Atemu bekam ihn nicht zu Gesicht.
Natürlich erschreckte ihn die Tatsache, dass sein über alles geliebter Hohepriester sich so gehen und sich von ihm nicht helfen ließ. Wie früher versuchte dieser Dickschädel alles alleine zu schaffen. Und noch mehr erschreckte er sich über die kleine Stimme in seinem Hinterkopf, die ihn immer energischer warnte, ihm immer energischer riet die Flucht zu ergreifen.
„Seth, ich weiß nicht, was mit dir los ist. Ich würde dir so gerne helfen… aber wie? Du lässt mich nach solchen Ereignissen immer nicht an dich ran, kapselst dich ab.“
„Ich will das alles nicht. Ich will dir nicht weh tun.“ Seth weinte jetzt, laut und hemmungslos. Die breiten Schultern bebten und Atemu hatte das Gefühl eins der Kinder vor sich zu haben.
„Shhht, wir schaffen das.“ Liebevoll zog er den Brünetten halb auf sich und streichelte in beruhigenden Kreisen über dessen Rücken, hin und wieder hinauf in den Nacken und durch die braune Haarpracht. Er sprach Seth gut zu, wollte für ihn da sein.
„Ich liebe dich so sehr, Atemu.“, flüsterte Seth verzweifelt und Atemu schloss die Augen. Es tat so gut diese Worte von Seth zu hören und doch war da immer der fade Beigeschmack, dass die nächste Auseinandersetzung sich bereits anbahnte.
Was sollte er nur machen?

* Flashback 1 Ende *

Atemus Augenlider flackerten, doch der Schlaf gab ihn einfach nicht frei und quälte ihn mit einer weiteren Erinnerung:

~ Flashback 2 ~
*vier Jahre zuvor*

„Das kannst du nicht ernst meinen, Atemu.“
„Warum sollte ich darüber Scherze machen?“
„Aber… du hast das nötige Know-How und…“
„Und keine Zeit, korrekt.“ Wütend funkelten die Amethyste die Saphire an, die ihn wiederum fassungslos ansahen.
„Wir kriegen das…“, doch Atemu unterband Seths Versuch, eine mögliche ‚Lösung‘ vorzuschlagen.
„WIR kriegen schon mal gar nichts hin, Seth. Das ist es, was ich dir seit Jahren vorbete. Was die Kinder angeht gibt es schon lange kein WIR mehr.“
„Ich lasse mir was einfallen und dann…“
„Und dann kommt wieder nichts. Ich schaffe es anders nicht, basta. Ist doch nur ein Studium, was soll’s?“, schnaubte Atemu und ihm standen Tränen in den Augen, doch er würde sich nicht die Blöße geben, diese zu vergießen, nicht vor seinem Freund, der ihn so enttäuschte.
Seth war aufgestanden und wollte den Küchentisch umrunden um seinen Freund in den Arm zu nehmen, doch Atemu hob diese in Abwehr.
„Auch deine Umarmung wird nichts daran ändern. Mokuba schreit den Kindergarten zusammen, bis ich ihn abhole. Er klebt an mir, ich kann mich nicht an meine Aufgaben setzen, da ich ja auch noch den Haushalt zu schmeißen habe und nebenher auch noch einkaufen, kochen und mit den Kindern spielen und Hausaufgaben machen muss. Ich habe keine Zeit an mich zu denken.“, knurrte Atemu enttäuscht und auch etwas verbittert.
Seth ließ die Schultern hängen und sah Atemu bittend an.
„Atemu, ich muss doch irgendetwas tun können… Bitte!“
Atemu fasste sich mit Daumen und Zeigefinger an den Nasenrücken und seufzte abgrundtief.
„Wie oft hatten wir die Unterhaltung in der Vergangenheit, Seth? Seit drei Jahren lebt Mokuba jetzt bei uns und wie oft warst du hier, um dich um ihn oder die anderen Beiden zu kümmern? Wenn wir Glück haben, hast du mal ein freies Wochenende für uns, aber das war es dann auch. Wann hast du zuletzt mit den Kleinen Hausaufgaben gemacht, mit ihnen gespielt, dich um sie gekümmert, wenn sie krank waren?“

Betretenes Schweigen breitete sich zwischen ihnen aus, nur das Ticken der Küchenuhr war zu hören.
Erneut seufzte Atemu und drehte sich um, musste seine Hände beschäftigen, in dem er anfing das Gemüse zu waschen und anschließend zu schneiden.
„Das meine ich, Seth.“, fügte er dann enttäuscht an. „Anstatt was zu sagen, nimmst du es hin und schweigst. Bis wir uns das nächste Mal streiten.“

Plötzlich spürte er einen warmen Körper hinter sich und starke Arme, die seine Taille umfingen.
„Es tut mir leid, Atemu.“
„Ich weiß, doch es ändert nichts an den gegebenen Umständen. Du machst Karriere, ernährst deine Familie und ich kümmere mich um alles Andere. Wie in einer typischen Vorzeigefamilie, mit dem Unterschied, dass wir zwei Männer sind und statt eigener Kinder unsere Brüder großziehen.“
Seth drückte ihn fester und küsste ihn sanft in die Halsbeuge.
„Ich hätte nicht so egoistisch sein dürfen. Ich habe nicht nur die Verantwortung für die Firma, sondern auch für dich und unsere Brüder.“
„Verantwortung brauchst du für mich nicht tragen. Höchstens für Seto und Moki.“
„Ich möchte es aber auch für euch tragen. Wir sind eine Familie. Und ich werde es dir beweisen, dass es mir ernst ist.“ Der Kleinere hörte die Aufrichtigkeit in den Worten seines Freundes, doch ganz daran glauben konnte er nicht. Dafür hatte ihre Beziehung in den letzten Jahren zu viele Risse erhalten und doch waren sie noch immer zusammen.
Er hoffte inständig, dass Seth endlich ein Einsehen haben würde.

* Flashback 2 Ende *

Atemu schreckte aus seinem Schlaf hoch. Irgendein Geräusch hatte ihn aufhorchen lassen und so versuchte er in der Dunkelheit etwas zu erkennen.
Nach seiner Armbanduhr tastend und auf diese schauend, stellte er fest, dass es bereits nach fünf Uhr war, höchste Zeit also, um mit Yugi vor der sengenden Sonne Ägyptens die Flucht anzutreten.
Gähnend reckte er sich und sah dann zu seinem Bruder, der friedlich vor sich hin schnorchelte.
Wie sehr diese Idylle doch täuschen konnte.

Während er Yugi weckte und sie ihr Zelt abbauten, schwelgte Atemu neuerlich in Gedanken und konnte sich sogar ein leichtes Lächeln nicht verkneifen.

~ Flashback 3 ~
* dreieinhalb Jahre zuvor *

„Wo willst du mit mir hin?“, fragte Atemu zum gefühlt hundertsten Mal an diesem Abend.

Seth hatte sich ihn spontan gepackt, beziehungsweise hatte er eine Stunde vorher angerufen, dass sie am heutigen Abend ausgehen würden, Atemu sich also anziehen sollte.
So hatte er sich schnell fertig gemacht, duschen, rasieren, frisieren und stand nun geschniegelt im Wohnzimmer. Als Yugi und Seto ihn ansahen, pfiff Yugi anerkennend und Seto grinste nur wissend.
Über diesen Umstand kniff Atemu die Augen zusammen. „Was weißt du über das Vorhaben deines Bruders, Seto?“, fragte er lauernd, doch Seto grinste ihn nur an. Dieses überhebliche Grinsen, was er sich von Seth abgeschaut hatte.
„Sei locker und du selbst, Ati. Es wird dir gefallen. Wir haben es abgesegnet.“
„Du auch?!“
Yugi nickte daraufhin entschuldigend und lächelte Atemu dennoch an.
„Seto verspricht dir nicht zu viel. Genießt den Abend, wir wuppen das hier schon mit Mokuba.“

Zweifelnd sah der Älteste die Kinder an.
„Na, ich weiß ja nicht. Ihr seid ja selbst noch nicht alt genug…“
„Vertraust du uns etwa nicht, Nii-chan?“, fragte Yugi bestürzt, mit bebender Unterlippe und Hundeaugen.
„Doooch.“, kam es gedehnt. „Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich mir Sorgen mache.“
„Nii-chan, es ist Freitagabend. Sonst hängen wir um die Zeit auch mit dir hier rum und stellen nichts an.“
„Ich habe euch auch nicht unterstellt, dass ihr etwas anstellt.“, kam es schmollend von Atemu und Seto lachte nur verhalten.
„Keine Angst, ich passe auf die Beiden auf. Versprochen, Ati.“

Lange sah Atemu Seto an und seufzte schließlich.
„In Ordnung. Aber wenn etwas passiert, ruft mich sofort an. Wenn hier Fremde kommen, dann…“ Seto und Yugi sprachen fleißig jedes Wort mit, welches Atemu sagte und beendeten seine Anweisungen mit „Jaaaa, Mama!“

Atemu lief rot an und wollte etwas erwidern, als er in die Arme seines Geliebten und stürmisch geküsst wurde.
Bei der Intensität des Kusses vergaß er sogar, dass sie sich noch vor den Kindern befanden.
„Na mein Hübscher, bereit?“, hauchte Seth verliebt und Atemu hatte Seth lange nicht mehr so euphorisch und zärtlich erlebt.
„Bereit für was auch immer. Die Kinder?“, fragte er dennoch nach und sah Yugi und Seto die Augen verdrehen, sich dann aber wieder ihrem Videospiel widmeten.
„Die Beiden werden das wuppen und Roland ist immer in der Nähe. Sollte also irgendetwas verdächtiges passieren, ist er zur Stelle und wird uns informieren.“

Die Information stimmte Atemu zufrieden und er entspannte sichtlich.
„In Ordnung. Dann bin ich gespannt, auf das was kommen wird.“
Als sie den Raum verließen sah er die beiden Kleinen grinsend auf der Couch sitzen und war wirklich gespannt, was sie zusammen ausgeheckt hatten.

Und so hatte Seth sich einen romantischen Abend ausgemalt, wie Atemu überrascht feststellte. Ausgegangen waren sie seit Mokuba bei ihnen wohnte nicht mehr, umso überraschter war er über diesen Umstand und musste sich eingestehen, dass er diesen Abend bisher sichtlich genoss. Endlich mal etwas anderes, als haushalten und die Kinder hüten. Insbesondere Mokuba war da ein kleines Problemkind, der fast ausschließlich an Atemu hing.

Jetzt hatten sie also in einem angesehenen Lokal in der Stadt ein romantisches Essen, an einem abseits gelegenen Tisch, genossen um sich in der Öffentlichkeit auch mal an der Hand halten zu können und kleine Zärtlichkeiten auszutauschen.
Nach dem unheimlich leckeren Essen hatte Seth ihn ins Kino geschleppt – was sie auch seit Jahren nicht gemacht hatten. So genoss er auch diesen Teil des Abends, konnte er sich in der Dunkelheit vertrauensvoll an seinen Freund kuscheln und die Nähe zu ihm genießen. Er kam sich vor wie in ihrem letzten Schuljahr: frisch verliebt und bereit, im Schutz der Dunkelheit aneinander zu fummeln, denn nichts anderes hatte Seth während der Vorstellung gemacht.

Als sie das Kino dann kichernd verlassen hatten, hatte Atemu sich glücklich wie schon lange nicht mehr gefühlt.
„Vielen Dank, Seth.“, hatte Atemu gesagt, als sie zu Fuß die Straße entlang gegangen waren – Händchen haltend. Seth lächelte ihn geheimnisvoll an und beugte sich für einen Kuss hinunter.
„Der Abend ist noch nicht vorbei.“, hauchte er an Atemus Lippen, was diesen überrascht die Augen aufreißen ließ.
„Noch nicht? Aber du hast doch schon so viel geplant…“, stammelte Atemu, doch Seth zog ihn lächelnd einfach weiter.

Skeptisch sah Atemu seinen Freund an, als sie immer näher Richtung des Festplatzes der Stadt kamen. „Du willst nicht ernsthaft auf den Jahrmarkt!“, lachte Atemu, wusste er doch, wie sehr Seth diese großen Menschenmengen hasste.
„Für dich mache ich auch gerne mal Ausnahmen.“
Atemu wusste nicht, was er sagen sollte. Wie sehr hatte er diese fürsorgliche Seite an Seth vermisst?
So begaben sie sich auf den Jahrmarkt und Atemus Augen leuchteten, wie die kleiner Kinder, an Weihnachten. Es gab so viel zu sehen und er wusste gar nicht, wo er anfangen sollte.
Sie ließen sich von der Menge mitreißen, wurden eins mit der Menge.

Irgendwann stand er mit Seth in der Schlange zum Riesenrad und sie warteten darauf, ihr Ticket kaufen zu können. Während sie in der Schlange warteten, teilten sie sich verliebt eine Zuckerwatte und ignorierten die neugierigen, sowie ungläubigen Blicke derer, die Seth wiedererkannten.
Atemu war viel zu glücklich um sich daran zu stören und solange sie keiner blöde anmachte, sollte es ihm auch egal sein, was die Menschen sagten. Seth war immer derjenige gewesen, der es nicht öffentlich machen wollte mit einem Mann liiert zu sein, doch das schien heute anders zu sein.
Als sie dann endlich in der Gondel saßen und darauf warteten, nach oben zu kommen, merkte Atemu auf einmal, dass Seths Haltung sich änderte. Mit einem Mal hatte er das Gefühl, seinen Teenie-Bruder vor sich sitzen zu haben, so nervös, wie Seth auf seinem Platz hin und her rutschte.
„Ist bei dir alles in Ordnung?“, fragte Atemu daher und für einen kurzen Moment, sah er den panischen Blick seines Freundes, den er aber schnell zu verstecken versuchte.
„Ja, alles bestens, ich kann es nur nicht erwarten oben zu sein.“
Die Augenbraue hochziehend sah Atemu Seth skeptisch an, zuckte dann jedoch die Schultern und schaute neugierig aus dem Fenster.
„Atemu…“, begann Seth auf ihrem Weg zum Höhepunkt der Riesenradfahrt, „wir kennen uns jetzt seit über fünf Jahren. Ich war in den letzten Jahren alles andere als einfach und bin dir sehr dankbar, für alles, was du in dieser Zeit für mich – für uns – getan hast.“
Atemu sah überrascht zu Seth. Warum fing er auf einmal mit solchen Dingen an…? Wollte er etwa Schluss machen?
Sie hatten die höchste Stelle beinahe erreicht und Seth linste aus dem Fenster, was Atemu dazu veranlasste, ebenfalls hinauszusehen.
„Daher möchte ich dich fragen…“ In diesem Moment gingen auf dem Festgelände die Lichter aus, lediglich auf einem freien Platz sah er Schriftzeichen auf dem Boden, die Seth gerade parallel aussprach: „willst du mich heiraten?“

Atemu hatte nicht mitbekommen, wie Seth sich hingekniet und ihm die samtene Schachtel mit dem Ring hinhielt. Er wusste nicht, war er sagen sollte. Er wollte vor Freude schreien, doch vor Überraschung kam ihm nicht ein Ton über die Lippen. Also schluchzte er auf, als die Tränen über seine Wange liefen und er entschieden nickte, seinem Verlobten um den Hals fiel und sich an dessen Hemd festkrallte.
Es dauerte einige Minuten ehe Atemu in der Lage war einen vernünftigen Satz zu formulieren, fuhren seine Gedanken und Gefühle doch gerade Achterbahn. Zum einen natürlich die Freude, doch zum anderen auch eine gewissen Angst wegen Seths unbeständigen Gefühlsregungen. Doch aktuell und nach diesem Tag überwog ganz klar die Freude.
So ließ er es über sich ergehen, als Seth sein Gesicht in beide Hände nahm und ihn ausdauernd küsste, anschließend ihre Stirnen aneinanderlegte.
„Ich bin so froh, dass du Ja gesagt hast.“, flüsterte Seth und Atemu genoss diesen intimen Moment.
„Ich bin froh, dass du mich gefragt hast.“

Sie saßen so lange beieinander, bis ihre Gondel unten andockte und sie diese anschließend verließen, nicht jedoch, ohne Atemu den Verlobungsring an den Finger zu stecken.

Sie waren noch einige Zeit über den Jahrmarkt geschlendert und Atemu strahlte vor Glück und als Seth ihm noch ein Kuscheltier kaufte, dass ihn an ihn erinnerte – ein Drache in blauer Farbe – war der Abend perfekt.
Gemütlich schlenderten sie durch den Park zurück nach Hause und als sie die Wohnung betraten, waren die Kinder natürlich gespannt. Als Atemu glücklich seinen Ring zeigte fielen ihm die Kinder um den Hals und er wusste nicht, wann er sich das letzte Mal so glücklich und ausgeglichen gefühlt hatte.

* Flashback 3 Ende *


„Atemu? Hey, alles in Ordnung?“ Yugi versuchte seinen Bruder schon seit einigen Minuten anzusprechen, doch scheinbar war er gedanklich so weit weg, dass er schlichtweg kein Glück hatte.
„Hmm?“, überrascht sah Atemu zu seinem Bruder. „Ja, alles in bester Ordnung. Sorry, ich war in Gedanken.“, entschuldigte der Ältere sich und Yugi hob eine Augenbraue.
„Das habe ich gemerkt. Du warst ganz schön weit weg.“

Atemu nickte und sah sich das Dorf an, in welches sie gerade kamen. Augenblicklich stellten sich seine Nackenhaare auf.
„Verdammte Scheiße!“, sprach er aus und sah sich zu allen Seiten um, erblickte jedoch nichts Unauffälliges.
„Was ist denn los?“
„Sie haben uns.“
„Was? Wie kommst du darauf, hier ist doch niemand…“

Und gerade als Yugi diesen Satz ausgesprochen hatte, wurde er von einer großen, schwarzen Hand umfasst und sogleich verschwand er darin.

„Yugi!!!“

~*~ tbc ~*~

A/N:

Hallo ihr Lieben,

es freut mich, dass ihr euch erneut hierhin verirrt habt :D
Wie ihr gemerkt habt, geht es so langsam auf den Höhepunkt zu und ich denke, der ein oder die andere wird mich morcheln wollen :D Aber damit kann ich leben.

Jetzt wurde Yugi also entführt und das alles, weil Atemu in Gedanken war…?
Ich würde mich freuen, wenn ihr auch im nächsten Kapitel dabei seid und ich entschuldige mich nochmals, dass jetzt so viele Flashbacks kommen, aber das ist in der Erzählung einfacher als das alles als Gegenwart bis zu dem jetzigen Zeitpunkt zu beschreiben. Außerdem kann mir so noch das ein oder andere gemeine einfallen :P

Liebe Grüße
und danke an alle, die diese Geschichte lesen, sich die Zeit nehmen, mir ihre Gedanken zu hinterlassen, sowie die lieben Schwarzleser und Favorisierer. Tausend Dank!

BlackDeath
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