Only a Shadow

GeschichteAbenteuer / P12
24.03.2016
01.09.2016
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Sie nannten sie die verlorenen Wälder.

Tief, dunkel und immer von dichtem Nebel umhüllt den selbst der stärkste Sturm nicht zu durchdringen vermochte.
Die finstersten Kreaturen, manche empor gestiegen aus der Dunkelheit selbst fanden in dem Zwielicht das im tiefsten Punkt der Wälder zu finden war, dort wo kein einziger Sonnenstrahl mehr durch die dichten Baumkronen dringen konnte, ihre Zuflucht.
Diese Wälder waren mehr als gefährlich, wenn nicht sogar tödlich. Und sie zogen sie unweigerlich an. Linkle suchte das  Abenteuer, wie konnte man es ihr auch verübeln? Schliesslich lebte sie seit sie denken konnte auf der alten Hühnerfarm, vollkommen alleine fernab von jeder menschlichen Seele.

Linkle öffnete das Gatter, welches ein unangenehmes Knarzen von sich gab als sich auch schon gackernd ihre fedrigen Freunde um ihre Beine scharrten, wohlwissend um die Körner in ihrer geballten Faust.

Kluge Tiere, dachte sie sich. Die Hylianerin war wirklich froh auf der Farm zu leben.

Sie war ihr zu Hause, alles was sie hatte und besass, alles das ihr etwas wert war, abgesehen von ihrem Kompass.
Das runde, goldglänzende Metallstück hatte wie üblich zwei Wegweiser aus filigranem Silber, einer in leuchtendem Blau der Andere in strahlendem Rot und an seinem Rand waren Wörter in einer fernen Sprache eingraviert.
Dies war das einzige richtige Erbstück das sie besass und damit auch der einzige Gegenstand der sie an ihre unbekannte und schwer vermisste Familie erinnerte.

Rasch warf Linkle ein paar Körner in den Sand auf die sich die Hühner augenblicklich gierig stürzten.
Mit einem etwas traurigen Lächeln sah sie zu und dachte weiter über ihre verlorene Familie nach.

Irgendwann würde sie herausfinden warum. Irgendwann.

Aber bis dahin zeigte ihr der Kompass immer den richtigen Weg...und sollte er tatsächlich mal nicht weiterhelfen hatte sie immer noch ihre gute alte Doppel-Armbrust...die hatte ihr schon in früheren Situationen genauso gute Dienste geleistet wie jede andere Waffe und dank ihr konnte sich Linkle mit genügend Nahrung versorgen um ein genügsames Leben zu führen.

Sie drehte ihren schweren Kompass den sie an einer Kette um ihren Hals trug vorsichtig in der Hand. Wenn er geschlossen war erkannte man auf seiner Vorderseite das königliche Wappen.      

Früher, in ihrer Kindheit hatten sie ab und zu einige Feen besucht die aus dem verschlungenen Wald herausfanden, da die Aura der jungen Hylianerin sie magisch anzog. Sie hatten ihr viele Geschichten über Monster, Helden und insbesondere über die Königsfamilie und das heilige Triforce erzählt.
Das hatte wahrscheinlich ebenso zu Linkles wachsender Abenteuerlust beigetragen wie die Tatsache das sich eine unglaublich mächtige Waffe tief in den Wäldern versteckt halten soll, fernab von jedem menschlichen Einfluss.
Und sie wollte es finden.
Den Feen hatte sie von diesem irrwitzigen Gedanken nie erzählt, schliesslich wollte sie nicht das sie sich unnötig Sorgen machten. Linkle mochte die Feen sehr gerne und die Feen erwiederten die Zuneigung des abenteuerlustigen Kindes.
Ebenso war es mit allen anderen Lebewesen bis auf ihr eigenes Volk, Monster, Tiere und andere Geschöpfe, alle fanden sie den Weg zu ihr aber kein einziges menschliches Wesen. Doch das konnte sie auf Dauer einfach nicht glücklich machen.
Aber sie konnte ihre einziges Zuhause nicht so einfach verlassen. Was sollte aus ihren Hühnern werden? Falls sie nicht wiederkam...
Daran durfte sie nicht denken. Das alles war sowieso eine vollkommen verrückte Idee. Allein in die verlorenen Wälder ohne jegliche Orientierung? Reiner Selbstmord.

Mit diesem letzten Gedanken, der ihr nicht mehr aus dem Kopf gehen sollte schloss Linkle entschlossen das Gatter und ging zurück zu ihrer behaglichen Hütte.
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