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ŊEѴЕR DІЄ - S2E1

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16 / Gen
Billy Morgan Knight Industries 3000 / KI3T Michael Knight Mike Knight / Mike Traceur Sarah Graiman Zoe Chae
23.03.2016
13.05.2021
6
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Dieses Kapitel
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03.11.2016 1.792
 
Kapitel 5

Zeit: 01:13 PM, 03.10.2009
Ort: Highway 15


Der ehemalige Fahrer des Knight Two Thousand bremste langsam den schwarzen Mustang ab. Der Highway füllte sich immer mehr mit anderen Fahrzeugen. Schon innerhalb weniger Minuten standen sie.

„Die momentane Verkehrssituation verzögert unser Ankommen um vier Stunden und Achtundfünfzig Minuten“, brach KITT Michaels innerliches Fluchen.

„Danke, KITT“, brummelte er eine Antwort hinaus und tickte ab und zu das Gaspedal an, um einen Meter vorwärts zu kommen. Weiterhin ungeduldig rutschte er auf dem Shelby Sitz hin und her.

„Die von Ihnen ausgewählte Musik scheint Sie nicht zu beruhigen. Wünschen Sie andere Musik?“, versuchte KITT ein kleines Gespräch aufzubauen.

„Es erstaunt mich, dass Du ruhig bleiben kannst. Immerhin ist Mike in Gefahr. Gibst Du mir bitte Sarah?“, lenkte der ältere Mann von der Frage ab und tippte nervös auf dem Lenkrad herum. Er sah sich das Headupdisplay genauer an. Unten in der Mitte war ein kleiner holografischer Mustang, der ihn durch das ständige Drehen noch verrückter machte.

„Sofort“, schob KITT noch hinterher, bevor schon ein Fenster mit Sarah auf dem Headupdisplay erschien.

„Hallo Michael, KITT. Habt ihr etwas Neues?“, frage Sarah mit besorgter Stimme. Ihre Augenringe zogen sich bis zu ihren Mundwinkeln. Auch die strahlenden braunen Augen waren inzwischen leicht trüb. Sie  versuchte es mit Schinke zu verdecken, doch Michael kannte Frauen nur zu gut, da nützt die auch beste und teuerste Schminke nicht.

„Nein, bedauere. Ich hoffte, Du hättest etwas Neues zu berichten...“, seufzte Michael laut.

„Was Mikes Position angeht, nein. Was den Knight Two Thousand angeht, ja. Ich habe noch mehr alte Dateien gefunden und formatiert. Ich kann Dir aber nicht sagen, was genau in den Ordnern drinsteckt. Wenn diese nicht so sehr schwierig zu entschlüsseln wären, hätte ich sie euch schon längst geschickt“, Sarah machte eine kurze Pause und legte einen Papierstapel beiseite, „ich muss mich noch bei Dir entschuldigen, Michael. Ich hätte nicht so aggressiv reagieren sollen… Weißt Du, wie dankbar ich dir bin, dass Du Mike zurückbringst?“, Sarah kniff ihre Augen zusammen und kämpfte gegen die Tränen an.

„Ach, schon in Ordnung. Ich melde mich, wenn ich weiteres herausgefunden habe. Noch habe ich ihn nicht“, sagte Michael und nickte. Das Kommunikationsfenster schloss sich von alleine und verschwand auf der unteren Leiste der Scheibe.

„Darf ich Ihnen erneut die Frage stellen, wer Ihnen wichtiger ist, Michael oder der Knight Two Thousand?“, nervte KITT weiter.

„Mike ist mein Sohn, KITT mein Partner. Gefühlt stellst Du diese Frage zum tausendsten Mal, könntest Du damit bitte aufhören“, Michael holte seine alte, orangene Sonnenbrille aus der Jackentasche der Lederjacke und setzte sie auf.


„Warum haben Sie Jennifer damals verlassen? Sie wussten von Mike. Er wusste aber nichts von Ihnen, nicht mal ihren Namen“, sprach KITT.

„Ich hatte einen Auftrag. Und zu damaligen Zeiten war eine Familie jobtechnisch nicht möglich.“

„Warum haben Sie den Two Thousand verlassen?“

„Muss ich dir jede Frage beantworten?“, Michael verdrehte seine Augen und blickte genervt aus dem Fenster.

„Ich wüsste die Antworten gerne, Mr Knight.“

„Dann gib dich mit den Antworten zufrieden, die Du in Deinem Speicher vorfindest. Ach schau, es geht weiter“, Michael atmete tief ein und aus, bevor er das Lenkrad erneut umgriff und es mit etwas geladener Kraft zusammendrückte. Er neigte vorsichtig seinen Fuß, um das Gaspedal weiter herunterzudrücken, nur so konnte er die Lücke schließen.

„In zwei Meilen befindet sich die Polizeikontrolle. Was werden Sie tun?“, wechselte KITT zur momentanen Situation.

„Wir werden nichts machen, immerhin sind wir auch nur Verkehrsteilnehmer. Oder versteckst Du im Kofferraum irgendetwas Auffälliges?“

„Negativ. Warum sollte ich?“

Michael bremste den schwarzen Wagen ab und brachte ihn wieder zum Stehen. Er lies das Lenkrad los und lehnte sich etwas zurück. Noch immer hatte er keine Ahnung, wer diese Personen waren, und ob sie Mike etwas antaten. Es machte ihn nervös, im Dunklen zu tappen.


Zeit: 02:30 PM, 03.10.2009
Ort: Highway 15


Nach einer Stunde, in der sie nur die Rücklichter des davorstehenden Wagens anstarrten, war der schwarze Shelby an der Polizeikontrolle angelangt. Auf jeder Spur des Highways stand jeweils ein Polizist. Pro Minute wurde ungefähr ein Fahrzeug durchgelassen.

Auf der linken Spur hielt die Polizistin ihre Hand mit der flachen Seite Michael entgegen. Mit der anderen Hand bildete sie eine Pfeilbewegung,die er so deutete, dass er auf die rechte Spur wechseln solle.
So betätigte Michael den rechten Blinker und rollte vorsichtig auf die andere Spur. Der dortstehende Polizist winkte das Muscle Car auf den Feldweg.

Ein weiterer Polizist, diesmal mit einer eher weniger strandtauglichen Figur, kam auf Michaels heruntergelassene Fenster zu.

„Guten Tag, ich muss Sie bitten, das Fahrzeug zu verlassen und mir zu folgen. Sie sind wegen Überfalls festgenommen. Am besten Sie erzählen gleich mal, wo Sie Ihre Komplizen und die Beute gelassen haben“, griff der Polizist Michael am Kragen und zog ihn zum schmalen Fenster hinaus. Er öffnete die Fahrertüre von außen und verdrehte ihm geschickt den Arm, sodass Michael mit dem Oberkörper an KITTs Seite gepresst wurde.

„Hören Sie mir zu! Es liegt hier ein gewaltiges Missverständnis vor! Ich bin kein Verbrecher!“, brüllte Michael. Der Schmerz in seinem Arm verstärkte sich mit jedem Wort, der durch den Griff des Polizisten ausgeübt wurde.

„Durchsucht das Auto! Und Sie, Mr Knight, sparen Sie Ihre Worte für den Richter“, rief der Polizist und drückte mit der anderen Hand Michaels Oberkörper mit mehr Kraft gegen die Karosse.

Mit dem Gesicht zur Seite gedrückt, beobachtete Michael, dabei den Polizisten, der für das Durchwinken der Fahrzeuge auf der Autobahn verantwortlich war, wie er die Handschellen aus seiner Hosentasche holte und sie mit einem Daumendruck aufschnappen lies.

„Durchsuchen Sie ruhig das Fahrzeug. Sie werden überrascht sein, Sie finden nichts“, krächzte Michael.

„Wir werden schon irgendetwas finden, das Sie zum Täter macht. Nicht wahr, Jim?“, lachte der dickere Polizist. Er griff kräftig in den Nacken und schob den Expolizisten zu dem Ford Crown Victoria Polizeiwagen. Für einen kurzen Moment ließ er Michael los, öffnete die Hintertür und quetschte Michael hinein. Mit einem kraftvollen Schwung wurde die Tür zugeschlagen. Durch die verdunkelten Scheiben konnte Michael nicht mehr nach außen sehen.


Der genannte Jim riss die Beifahrertür des Shelbys auf und setzte sich auf den Sitz.

Er staunte über das Headupsystem und tippe mit seinen Fingern auf der Scheibe herum. Jede Fingerbewegung hinterließ einen fettigen Streifen auf der Windschutzscheibe.

„Interessantes Fluchtfahrzeug. Die Technik muss doch ein Vermögen gekostet haben… Erstaunlich, was man sich mit gestohlenen Dingen so kaufen kann“, murmelte Jim und strich mit seiner anderen Hand seine schulterlangen Haare hinter die Ohren.

„Könnten Sie es bitte unterlassen, auf dem Bildschirm wahllos irgendetwas anzutippen? Und ja, ich habe ein Vermögen gekostet. 36 Millionen Dollar, um genau zu sein“, kam KITT zu Wort, er hatte einen freundlichen Unterton.

Jim erschrak und sah sich sofort um. Eine typische Reaktion, wenn KITT anfing zu sprechen.

„Es befindet sich nur eine Person in diesem Fahrzeug. Sie sprechen mit dem automatischen Verteidigungsprogramm. Bitte verlassen Sie unverzüglich das Fahrzeug, sonst werden Maßnahmen ergriffen“, KITTs Stimmprozessor verschärfte sich sein Ton.

Als der Polizist keine Anstalten machte auszusteigen, knallte KITT seine Tür mit Kraft zu. Jim erschrak erneut und klopfte mit aller Kraft an die Türscheibe.

„Lassen Sie Mr Knight wieder frei, so lasse ich Sie wieder frei. Sie können das elektronische Megafon benutzen“, meinte der Wagen und sog langsam Luft aus seinem Inneren.

„Schon gut! Schon gut! Wo muss ich draufdrücken?“, schnappte der junge Polizist nach kaum vorhandenen Sauerstoff.

„Sprechen Sie einfach.“

„Jeff, lasst Knight wieder frei! Ich kriege kaum noch Luft!“, quälte Jim aus sich heraus. KITT ließ sofort nach und pumpte wieder Sauerstoff in sein Inneres.

Mit großem Luftholen quälte Jim ein kleines „Danke“ heraus.

KITT öffnete die Fahrertüre, der junge Polizist übernahm seine Kräfte und fiel seitlich vom Sitz herunter.

Mithilfe seiner Sensoren beobachtete die Künstliche Intelligenz, wie das ehemalige Foundationmitglied äußerst höflich aus dem Polizeiwagen herausgelassen wurde.

Dieser nickte ernst dem älteren rundlichen Polizisten zu und nahm seine Beine in die Hand, sodass er nach wenigen Sekunden auf dem Shelby Sitz saß. Der Motor grummelte und die Räder drehten durch als der schwarze Mustang die Polizeikontrolle verließ.

„Danke, KITT“, lächelte Michael und umgriff das Lenkrad fester.

„Sie müssen mir nicht danken, ich bin programmiert meinen Fahrer zu schützen. Ich empfehle, wir nehmen den Gefechtsmodus mit Blaulicht um die Kilometer aufzuholen“, sprach die monotone Stimme des Mustangs.

„Einverstanden“, nickte der ehemalige Ex-Cop und legte eine ernste Miene auf.

„Initiiere Transformationssequenz“, kündigte der Wagen an.

Im Inneren spürte Michael wie die Nanotechnologie auf der Karosserie anfing zu arbeiten.
Wieder klappte sie sich um und ließ die angreifende Kobra erwachen. Zusätzlich erschien ein rot-blaues Polizeilicht auf dem Dach.

„Transformation abgeschlossen“, meinte KITT. Die Polizeisirene schrillte im ganzen Innenraum.

„Gut, dann lass uns mal Vollgas geben. Darf ich fragen, wie Du den Polizisten dazu überredet hast, mich wieder frei zu lassen?“, guckte der lockenhaarige Mann die Schneekugel mit dem blauen Hintergrund und rot aufleuchtenden Streifen an. Wenn er genau hinsah, konnte er die alten drei länglichen Streifen vom Knight Two Thousand  beobachten. Mit einem direkten Unterschied, die junge Programmierung sprach sehr vorsichtig.

„Ich habe sprichwörtlich die Luft herausgelassen“, KITTs Stimme hatte einen belustigen Unterton.

Michaels Gesichtsausdruck verwandelte sich in eine fragende Miene.

„Spricht das nicht gegen Deine Direktiven? Oder hast Du Dir einen Virus eingefangen?“, lenkte der Fahrer hastig hin und her um an den Autos auf dem Highway vorbeizukommen.

„Meine oberste Direktive ist, Michaels Leben beschützen und keinem Menschen schaden. Es gab eine 89,819202 prozentige Wahrscheinlichkeit, dass der Polizist innerhalb zwei Minuten seinen Sauerstoff in seinen Lungen wieder eingeatmet. Dazu schwebt Michaels Leben immer noch in höchster Gefahr. Zu meinen Systemen: mein Kerncomputersystem arbeitet in normalen Parametern, der Luftdruck der Reifen befindet sich im normalen Bereich.  Die Nanolegierung liegt bei 78 Prozent Standhaftigkeit. Unsere momentane Geschwindigkeit beträgt Dreihundertsechzig Meilen pro Stunde“, zählte KITT auf.

„Mit anderen Worten, Du hast instinktiv gehandelt und Dir geht es gut?“, fragte Michael nach.

„Ich handle nicht instinktiv, ich habe nach logischen Schlussfolgerungen gehandelt“, wehrte KITT sich, „Es kommt ein unbefugter Anruf über meine Stimmmodulationssequenz herein. Ich kann den Anruf nicht blockieren. Meine „gute Gesundheit“ wird gleich beendet werden“, verwandelte sich die belustigte Stimmung in eine Ernste.

„Weißt Du wer das ist?“, fragte Michael irritierend.

„Negativ. Ich empfehle, Sie deaktivieren mich für einen kurzen Zeitraum, um größere Schäden in meinem System zu vermeiden“, bat der Mustang und drosselte seine hohe auf eine mäßige Geschwindigkeit.

Michael bohrte seine Fingernägel in das mit leichtem Stoff überzogene Lenkrad und drückte mit aller Kraft auf das Bremspedal. Innerhalb weniger Sekunden und Metern stand der schwarze getunte Ford auf dem Überholstreifen der Schnellstraße

„Vergiss es! Ich schalte Dich nicht ab! So etwas haben wir auch schon früher durchgestanden! Hör auf Dich wie eine Memme zu benehmen!“, schnauzte der Fahrer.



03.11.2016
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