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ŊEѴЕR DІЄ - S2E1

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16 / Gen
Billy Morgan Knight Industries 3000 / KI3T Michael Knight Mike Knight / Mike Traceur Sarah Graiman Zoe Chae
23.03.2016
13.05.2021
6
11.433
 
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25.03.2016 1.801
 
Kapitel 2


Zeit: Samstag 00:47 AM, 03.10.2009
Ort: Excalibur Hotel & Casino



Seufzend zog der langbeinige, in die Jahre gekommene Lockenkopf die Vorhänge des Fensters wieder auf. Sein Blick führte zu seinem hellblauen Chevrolet Oldtimer, den er sich vor einigen Jahren zugelegt hatte.

Viel Zeit steckte er in diesen Wagen, irgendwie war es nicht vergleichbar mit dem fast unzerstörbaren KITT. Sein Partner, den er vor 23 Jahren in der Foundation zurück lassen musste.

Nach Devons Tod, war die Organisation für Recht und Verfassung endgültig gestorben. Und es ist ein Jahr her, dass Charles Graiman ihm einen neuen Job mit KITT angeboten hatte. Er wollte KITT modernisieren. An die heutige Zeit anpassen, um gegen neue Verbrecher zu kämpfen.

Michael hatte abgelehnt. Für rasante Verfolgungsjagden war er zu alt geworden.


Wieder starrte er auf den Parkplatz.


Ihm tat es leid, dass er seinen Kumpel verlassen musste. Was Graiman mit ihm gemacht hatte, wäre bestimmt mal interessant.


Sein Blick ging auf die Tropicana Avenue. Viel Verkehr war nicht um diese Zeit.


Morgen wollte er los, um Bonnie, die ehemalige Mechatronikerin von KITT zu besuchen. Auch sie hatten sich 20 Jahre nicht gesehen, bis sie an seine Telefonnummer kam.

Nach der Zeit bei der Foundation ging sie wieder zurück an die Stanford Universität um als Professorin Vorlesungen zu halten. Im Gegensatz zu Bonnie wohnte Michael nun am Ende eines Sees und verbrachte die meiste Zeit alleine mit dem Chevy.

Er schob die Lesebrille auf seiner Nase etwas herunter um besser die Straßen zu beobachten.

Plötzlich wachte er wieder aus seinen Gedanken auf, bei dem Anblick eines neuen großen schwarzen Mustangs auf einem Anhänger. Er erkannte den bewegenden Streifen auf der Motorhaube.

„KITT?“, fragte er das Fensterglas und zog die Vorhänge zu. Schnell griff er auf dem alten hüfthohen Schrank nach dem Autoschlüssel des Chevys und rannte den Flur in dem Excalibur Hotel herunter zu dem Wagen.

Richtig hatte er nicht darüber nachgedacht, warum er aus diesem Grund handelte. War es die Sehnsucht, KITT wieder zu sehen? Nein, es war etwas anderes. Ein Gefühl. Ein Gefühl, dass KITT sich in Gefahr befand.

Mit schnellen Bewegungen drehte er den Schlüssel in dem Zündschloss um und der Chevrolet sprang wie ein Neuwagen sofort an. Mit quietschenden Reifen verließ er den Parkplatz des Hotels und raste auf die Tropicana Avenue, dem Van hinterher.

Die Fahrer des GMCs hatten zum Glück keine Eile, langsam bogen sie auf den Las Vegas Freeway.

Ohne große Anstrengung näherte der Lockenhaarige sich dem Fahrzeug.

Auf dem Highway wurden sie dann etwas schneller, doch die 55 Meilen pro Stunde- Grenze übertrafen sie nicht. Mit lautem Geracker in dem Motor des Oldtimers folgte er ihnen weiterhin.



Ort: ¼ Meile vor dem Chevrolet, in dem GMC Van

„Ray?“, fragte der Beifahrer des GMCs.

„Was denn, Tico?“, drehte Ray genervt seinen Kopf zu dem Mexikaner.

„Kannst Du mal bitte bei der nächsten Tanke kurz halten?“

„Wieso warst Du nicht im Pub?“

„Da musste ich noch nicht… Komm schon, Du musst nur die nächste Ausfahrt nehmen… Ich mach einfach hinterm Baum.“

„Okay, aber ich werde ein Stückchen weg parken, falls Du erwischt wirst“, antwortete Ray genervt.

Kurz darauf bog er auch schon wieder von dem Freeway ab auf die Russell Road Richtung Einkaufspark.


Nach den wenigen Meilen stellte sich Ray quer auf einige Parkplätze und zündete neben dem Wagen eine Zigarette an, nachdem er ausgestiegen war. Tico verschwand in der Zeit hinter den Bäumen.

Unerwartet wurde die Ruhe der Nacht gestört, als ein alter Wagen auf das Gelände fuhr und nur ein paar Meter von dem Geschlepp zum Stehen erlag.

Die Augen verdrehend ging Ray mit Zigarette zwischen den Fingern zum Beifahrerfenster, wo der Fahrer schon wartete.

„Privatgrundstück, ich muss Sie bitten, das Grundstück wieder zu verlassen“, sprach Michael ihn an.

„Das ist ein öffentlicher Parkplatz, hier darf jeder stehen wann und wie er will und nun hau wieder ab!“, wollte sich der dunkelhäutige kräftig gebaute Mann wieder zu dem GMC umdrehen.

„Es ist tagsüber ein öffentlicher Parkplatz und gehört auch immer dem Einkaufszentrum. Entweder Sie fahren wieder oder ich muss Sie verhaften“, hakte Michael weiter nach.

„Aha, Du bist also Bulle“, knurrte Ray und umrundete den Oldtimer bis er bei der Fahrertüre ankam.

„Ich bin kein Bulle, aber ich stehe sehr gut in Kontakt mit denen“ Michael stieg aus und versetzte Ray einen Faustschlag in den Bauch. Kurzzeitig stockte er mit dem Luftholen, doch Michael schlug erneut zu bis Ray ohne Gegenangriff auf den Boden sackte.

Mit schnellen Schritten begab sich Michael zu dem aufgeladenen Mustang und öffnete die Türe.

Doch bevor er einsteigen konnte, kam eine zweite Person mit lautem Geschrei auf ihn zu.

„Lass den Wagen in Ruhe!“, schrie dieser.

Michael drehte sich wieder um und gab dem Mexikaner ebenfalls ein paar Hiebe in den Bauch. Tico setzte sich zur Wehr und gab dem Fahrer des Chevys auch ein paar Tritte und Boxschläge gegen alle möglichen Stellen am Körper.

„Uff… Ich muss mehr trainieren“, stöhnte Michael und gab Tico den letzten Stoß gegen den Rücken. Damit war dieser auch ausgeschaltet.

Der damalige Ex-Cop ging zwei Schritte und saß auf dem Fahrersitz des Mustangs. Er huschte kurz mit dem Blick über das Armaturenbrett. Keine zahlreichen bunten Knöpfe, lediglich eine schwachblau leuchtende Kugel in der Mitte.

Michael drückte auf den Powerknopf des Motors und rückwärts fuhr er mit Krawall vom Anhänger herunter. Ein kurzes Reißen der Bänder und das Gegenschlagen gegen die Karosserie war die Folge.  Dies brachte Michael nicht von seinem Plan ab. Die Stoßstangen kratzen mit fürchterlichen Tönen auf dem gepflasterten Boden und gefühlt rissen auch ein paar Verbindungen auf dem Unterboden ab.

„Ich hätte vielleicht doch zuerst die Rampen ausklappen sollen...“ drehte er den Wagen geschickt um 180° und fuhr zurück auf die Straße. Mit geschickten Handdrehungen war er in kürzester Zeit schon zurück auf dem Freeway. Das Hotelzimmer war ihm im Moment entflogen. Er musste zuerst den Wagen in Sicherheit bringen.


Mit langsamen Durchdrücken des Gaspedals stieg auch die Geschwindigkeit. Innerhalb weniger Sekunden standen 350 Kilometer pro Stunde auf dem schwach leuchtenden Headupdisplay, was sich auf dem unteren Streifen der Windschutzscheibe befand.

„Hach, diese Geschwindigkeiten… 20 Jahre ist es her… Aber ich muss sagen, Graiman hat das Design sehr schlicht gehalten. Kein Flugzeugcockpit mehr. KITT?“, er starrte auf die flackernde Kugel in der Mitte.

„Ich würde mich freuen, wenn Du überhaupt etwas sagst, Kumpel. Oder hab ich doch nur einen normalen Mustang gestohlen? Was wollten die Typen von Dir?“, Michael versuchte weiterhin den Computer zum Sprechen zu bringen.

„Bis zur Stanford University sind es fast 8 Stunden. Möchtest Du die Zeit wirklich still verbringen?“, versank Michael langsam in Gedanken.

Er musste zu Bonnie. Nicht nur, weil sie sich verabredet hatten, Nein jetzt kam auch noch KITT dazu. Es amüsierte ihn an das Gesicht zu denken, welches sie machen würde, wenn sie KITT wieder sprechen hörte und gar sah.

Die folgenden Stunden genoss er das sanfte Vibrieren der Schwingungen des Motors. Als er losfuhr kratzten noch einige Karosserieteile auf dem Asphalt, inzwischen war es still. Ob die Teile abgefallen waren?




Zeit: Samstag 4:30 AM, 03.10.2009
Ort: Barstow-Bakerfield-Highway


Langsam quälte er sich seine müden Augen offen zu halten. Schon seit 36 Stunden war er auf den Beinen, oder anders ausgedrückt, auf einem Autositz. Doch waren die Mustangsitze um einiges bequemer als die des Chevys. Die Geschwindigkeit war ebenfalls um einiges höher.

Inzwischen hatte Michael es aufgegeben den Wagen zum Quasseln zu überzeugen. Er hielt weiterhin die Klappe. Wenn er in dem alten Pontiac säße, wüsste er genau welchen Knopf er drücken müsste. Hier waren keine Knöpfe. Nur schwach-leuchtendes Blau auf der Windschutzscheibe mitten im Blickfeld.

Das Schweigen verunsicherte ihn das Richtige getan zu haben. Immerhin hatte er den Knight Foundation Wagen gestohlen.

„Nein, nicht gestohlen. Nur befreit und ausgeliehen...“, sprach er seine Gedanken aus, „Vielleicht bist du auch gar nicht KITT… und deswegen so schweigsam...“ Seine Müdigkeit öffnete ihm neue Ansätze für Vermutungen. Gleichzeitig spürte er KITT's Anwesenheit, so wie damals, als die junge hübsche Frau den Computerfreak überzeugte, KITT's Zentraleinheit in einen Karton mit Zeitung als Abfall zu entsorgen. Es war nur ein Gefühl… Es verband beide miteinander und dieses spürte er hier wieder. Zwar anders, aber es war da.


Er lenkte auf die Abfahrt des Highways zu. Mit einer Landkarte auf seinem Handy verfolgte er die Strecke. Ein kurzer Abstecher zu McDonalds musste sein, alleine schon, um den leeren Magen mit einem Hamburger zu füllen und einen Kaffee zu trinken. Ganz genau wusste er nicht, ob ihm vielleicht andere Fahrzeuge dieser Typen von Las Vegas aus folgten oder die Position mit verfolgen konnten, es war auf jeden Fall am sichersten, ohne weitere Stopps an seinem Ziel anzukommen.


Von der Richland-Street fuhr er direkt auf den Schnellimbissparkplatz. Mit einer geschickten Drehung stellte er den Wagen in eine Parklücke.

Im Laufschritt ging er anschließend in den Laden hinein.


Sicherheitshalber wagte er kaum einen Blick zur Seite. Wenn jetzt jemand den Wagen mitnehmen würde, säße er endgültig in der Stadt fest.

Nach schneller Bedienung reichte die junge Frau hinter dem Tresen Michael seine Tüte.
Gierig schnappte er danach und lief zurück zu dem Mustang und setzte sich hinter das Lenkrad.

Genüsslich legte er die Tüte auf den Beifahrersitz und biss in seinen Hamburger. Schmatzend nahm er gelegentlich ein paar Schlucke von dem Kaffee.

Als er den Burger im Magen hatte, stieg er nochmals aus und umrundete den Wagen.
Sein Blick blieb an der kratzfreien Stoßstange hängen. Keine Delle, kein abgerissenes Teil. Um sicher zu gehen, streifte er mit der Hand darüber.

„Es ist nicht mehr der Lack, der es einmal war...“, seufzte er und strich mit dem Zeigefinger auf der Karosserie entlang.

Erneut hielt er an. Diesmal war es keine Beule, sondern ein kleines flaches rundes leuchtendes Teil über dem roten Scanner auf der Motorhaube.

„Von Innen sah man das gute Stück gar nicht...“, versank er in Gedanken. War es vielleicht das Teil, was KITT zum Schweigen gebracht hatte?

Vorsichtig versuchte Michael es am Rand umgegriffen hochzuheben. Es rührte sich nicht.

Weiter tastete er es ab. Das Ding hatte sich förmlich in das Metall gesaugt.

Er tastete weiter um es ein wenig zu erforschen.

Mit leichtem Druck aus seinen Fingern, sank die leuchtende Mitte ein paar Millimeter herab und fuhr die nanozentimeterkleinen Krallen an der Außenseite ein. Mit Leichtigkeit hob Michael es nun ab und begab sich zurück in das Insassen des Wagen.

Mit einem Stöhnen und Hoffnung zog er die Tür zu und legte das Etwas auf den Beifahrersitz neben die McDonalds Tüte.

„KITT?“, fragte Michael flüsternd.

„Starte Backupdateien“, gab der Wagen endlich ein paar Worte von sich. „Backupdateien vollständig geladen, schnelle Selbstdiagnose durchgeführt und abgeschlossen. Primären Systeme ausgefallen. Guten Tag, Mr Knight. Ich muss Sie bitten, die von dem Fett durchweichte Papiertüte von meinem Sitz unverzüglich zu entfernen.“
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