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Ein Wiedersehen nach vielen Jahren

von Inery
Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie / P12 / Gen
Ingrid Rischke OC (Own Character) Prof. Dr. Gernot Simoni
22.03.2016
15.05.2018
35
43.610
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01.04.2016 1.140
 
„In einem Moment war die Oberschwester unglaublich sauer, weil ich dich gestern gebeten habe die Schicht zu tauschen, dann steht dieser Mann in der Tür und mit einem Mal scheint das alles vergessen. Du hättest ihr Gesicht sehen sollen, als sie ihn gesehen hat und wie sie ihm dann um den Hals gefallen ist. Danach sagte sie nur noch, dass ich ihr beim nächsten Mal Bescheid geben sollte, wenn ich einen Dienst tauschen möchte und es nicht einfach hinter ihrem Rücken tun.“ sagte Arzu.
„Ich habe dir gleich gesagt, dass ich es für keine gute Idee halte und du ihr sagen solltest, dass du frei brauchst.“ antwortete Yvonne.
„Jaa, ich weiß. Nächstes Mal rede ich wirklich mit ihr. Aber wer war dieser Mann?“
„Vielleicht hat sie wieder jemanden kennengelernt. Gönnen würde ich es ihr, die Trennung von Professor Simoni liegt ja doch schon einige Zeit zurück.“
„Ich weiß nicht. Er sieht so jung aus, ich würde ihn höchstens auf Ende 30 schätzen, eher erst Anfang oder Mitte 30...“
„Na und? Männer haben auch oft junge Frauen an ihrer Seite, bei Frauen scheint das immer ein Problem zu sein, obwohl es eigentlich das Gleiche ist.“
„Zu dir würde er deutlich besser passen.“ grinste Arzu.
„Haben Sie nichts zu tun?“ fragte Ingrid, als sie ins Schwesternzimmer kam.
„Doch, natürlich.“ Arzu verließ schnell das Schwesternzimmer und Yvonne befasste sich mit der Krankenakte.
„Gregor ist nicht mein neuer Partner.“ sagte Ingrid.
„Gregor?“ fragend schaute Yvonne auf.
„Der Mann, von dem Arzu erzählte.“
„Es geht uns ja auch gar nichts an.“
Ingrid schaute Yvonne nachdenklich an. Sie wollte kein Geheimnis daraus machen, wer Gregor war und was sie beide verband, doch zuerst musste sie mit Gregor über die Vergangenheit sprechen und aus dem Weg räumen, was zwischen ihnen stand.

Etwas später machten Yvonne und Arzu zusammen Mittagspause und gingen in die Cafeteria. „Da hinten in der Ecke, das ist der Mann von vorhin.“ sagte Arzu und deutete möglichst unauffällig mit dem Kopf in seine Richtung.
„Wissen Sie, wer der Mann ist?“ fragte Charlotte die beiden sofort.
Yvonne zuckte die Schultern. „Nicht ihr neuer Partner, das hat sie zu mir vorhin gesagt, genauer nachfragen wollte ich dann aber nicht, da sie das nur erzählte, weil sie gehört hatte, dass Arzu von ihm gesprochen hatte.“
„So wie sie mit ihm umgegangen ist, könnte man das aber meinen.“ sagte Charlotte.
„Das gleiche dachte ich auch.“ meinte Arzu.
„Irgendwie kommt er mir ja bekannt vor, aber ich kann einfach nicht sagen, an wen er mich erinnert.“
Arzu und Yvonne schauten sich an und zuckten die Schultern. „Vielleicht kennen Sie ihn von früher? Die beiden scheinen sich ja schon einige Zeit zu kennen, sich jedoch lange nicht gesehen?“
„Er hätte ja fast gesagt, wann sie sich das letzte Mal gesehen haben, aber die Oberschwester fiel ihm ins Wort. Es scheint jedoch einige Jahre her zu sein.“
„Etwas komisch ist das schon, aber sie scheint auch nicht darüber reden zu wollen.“ meinte Yvonne. „Theoretisch, wenn man ihn so sieht könnte er sogar ihr Sohn sein, aber da hätte sie ihn doch bestimmt schon mal erwähnt...“
Arzu und Charlotte zuckten die Schultern, dann setzten sich Yvonne und Arzu an einen Tisch.

Als Ingrid Feierabend hatte machte sie noch eine kurze Übergabe mit Yvonne, die sie in den nächsten eineinhalb Wochen während ihres Urlaubs vertreten würde, dann ging sie in die Cafeteria und sah Gernot am Tisch von Gregor stehen.
„Darf ich mich zu Ihnen setzen?“ fragte Gernot.
Gregor schaute auf die Uhr. „Ja, kein Problem. Ich müsste sowieso gleich abgeholt werden von m...“
„Hallo Gregor.“ kam Ingrid nun dazu, unterbrach ihn unwissend und lächelte ihn an. „Herr Professor.“ nickte sie Gernot zu.
„Oh, du bist ja fast pünktlich.“ grinste Gregor.
„Natürlich, schließlich werde ich erwartet.“ grinste Ingrid. „Können wir gehen?“
Gregor nickte und lächelte sie an. „I'm just waiting for you.“
„Dann komm.“
Gregor nahm seine Sachen, stand auf und schaute Gernot nochmal kurz an. „Auf Wiedersehen.“
„Wiedersehen...“ sagte Gernot langsam. „Und einen schönen Urlaub, Ingrid.“
„Danke. Schönen Abend noch.“ lächelte Ingrid Gernot an, dann ging sie mit Gregor.
„Wo hast du eigentlich dein Gepäck gelassen?“ fragte Ingrid Gregor, während sie nach draußen gingen.
„Am Bahnhof eingeschlossen. Ich bin mit der Bahn vom Flughafen in die Stadt gefahren und habe mir dann ein Taxi zur Klinik genommen.“
„Dann fahren wir wohl am besten erst zum Bahnhof und holen dein Gepäck?“
Gregor nickte, dann legte er seinen Arm um sie. „Ich bin froh wieder hier zu sein, bei dir.“
„Und ich bin sehr froh, dich endlich wieder zu sehen nach all den Jahren.“ lächelte Ingrid ihn an.
„Ich habe immer noch so viele Fragen.“
„Du wirst Antworten auf alle bekommen.“ Ingrid blieb stehen, drehte sich zu ihm und schaute ihm in die Augen. „Wir haben schließlich vereinbart, dass wir über alles sprechen werden, weil es einfacher ist persönlich miteinander zu reden, als darüber zu schreiben. Ich hätte dir die Antworten damals schon gerne gegeben, aber es war so vieles passiert und du warst plötzlich weg, ohne dich noch einmal zu melden...“
„Es tut mir so leid...“
Ingrid schüttelte den Kopf. „Das muss es nicht. Ein wenig konnte ich dich sogar verstehen, auch wenn es dennoch weh tat... Aber jetzt lass uns weitergehen.“ Ingrid gab ihm einen Kuss auf die Wange und sie gingen weiter, wobei Gregor seinen Arm um sie gelegt liegen ließ.
Gernot hatte die beiden von seinem Platz aus beobachten können, ob er wollte oder nicht und er fragte sich, wer dieser junge Mann war, mit dem sie scheinbar ihren Urlaub verbringen würde und wo sie ihn kennengelernt hatte.

„Bist du umgezogen in den letzten Jahren? Du wolltest doch damals Richtung Gohlis, oder?“ fragend schaute Gregor Ingrid an, während sie auf dem Weg vom Bahnhof zu Ingrids Wohnung waren. Da die Straßenbahn recht gut besetzt war standen sie.
Ingrid nickte. „Bin ich damals dann auch, aber seit ungefähr 3 Jahren wohne ich schon in der Kochstraße. Dazwischen habe ich aber auch noch wo anders gelebt.“
„Ich habe mich schon gewundert, warum wir Richtung Connewitz fahren, aber im letzten Jahr hätte ich dich ja auch schon  mal nach deiner Adresse fragen können.“
„Ich habe ja auch nicht daran gedacht, aber es war auch wichtig, in gewisser Weise. Hätte ich dich vorher erreichen können, hätte ich dir meine neue Adresse schon nach meinem Umzug mitgeteilt.“
„In Zukunft wirst du mich immer erreichen können, das verspreche ich dir. Mir wird erst jetzt so langsam bewusst, wie sehr ich dich vermisst habe in den letzten Jahren.“ Gregor legte wieder seinen Arm wieder um Ingrid, sie lehnte sich an ihn. Obwohl es noch so vieles gab über das sie sprechen mussten, reden wollten, wenn sie sich nun endlich wieder sahen, genossen sie es nun einfach nur nach all den Jahren, die sie ohne Kontakt zueinander verbracht hatten, wieder beieinander zu sein.
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