Grimm

GeschichteRomanze, Thriller / P16
Derek Morgan OC (Own Character)
19.03.2016
30.06.2016
50
62.802
8
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19.03.2016 618
 
Da ist sie nun also doch, die Fortsetzung von Hitchcock. Und ich weiß, ich habe gesagt, sie würde wenn noch ein bisschen auf sich warten lassen, aber ich hatte dann doch so viele Ideen, dass ich einfach angefangen habe, zu schreiben. Ich hoffe, euch gefällt auch der zweite Teil so gut wie der erste und ihr lasst mir ein paar Reviews da. Ach, und für Neueinsteiger: Kenntnisse des ersten Teils sind von Vorteil, aber nicht zwingend nötig.
Und jetzt viel Spaß mit "Grimm"!



Prolog: Schönheit


Royale, Washington D.C. – 27. Januar 2015


It is amazing how complete is the delusion that beauty is goodness. – Leo Tolstoi

Bemerkt zu werden ist eine Kunst.

Es ist ein Zusammenspiel aus den richtigen Bewegungen im richtigen Ausmaß, der richtigen Menge von Lachen und Lächeln zur richtigen Zeit, und dem richtigen Outfit, das genau die richtige Menge an nackter Haut enthüllt. Und wenn man diese Kunst nicht perfekt beherrschte, dann ging man in einem Club wie dem Royale einfach unter.

Lou war eine Meisterin dieser Kunst. Das war ihm in den Moment klar, in dem sein Blick sie das erste Mal traf. Sie zog die Blicke – neiderfüllte von den Frauen, lustvolle von den Männern – wie ein Magnet auf sich, und er wusste auch genau, warum.

Erstens, sie war schön. Nicht einfach nur hübsch, sondern atemberaubend schön. Ihre langen dunklen Haare fielen ihr in sanften Wellen bis auf den Rücken hinab, und ihr Gesicht war von einer perfekten Symmetrie, die an antike Statuen erinnerte. Sie trug ein enges, blutrotes Kleid, dass kaum bis zur Hälfte ihrer Oberschenkel reichte und ihre perfekte Figur zur Schau stellte, und wenn sie lächelte, was sie genau im richtigen Maß tat, gab sie den Blick auf schneeweiße Zähne zwischen roten Lippen frei.

Zweitens, sie wusste, wie man sich bewegte. Wenn sie tanzte, dann wirkte es, als würde die Musik ihr folgen, und nicht sie der Musik, und das flackernde Licht der Stroboskope schien von ihrer karamellfarbenen Haut angezogen zu werden, sodass sie beinahe wie ein Traumbild wirkte, das aus dem Nebel der Nebelmaschinen hinaufstieg.

Und drittens, und das war der Hauptgrund, warum er den Blick nicht von ihr lassen konnte: Sie würde perfekt für seine Sache sein.

Unbeirrt schlängelte er sich durch die tanzende und gaffende Menge, ignorierte ein paar wütende Kommentare, als er die Tanzenden unsanft zur Seite drängte, bis er schließlich direkt vor ihr stehen blieb.

Von nahem war sie noch atemberaubender, und er fragte sie sich, warum sie immer noch alleine tanzte. Sie hätte genug Gelegenheiten gehabt, da war er sich sicher, und wenn sie gewollt hätte, hätte sie allein in der letzten Stunde mindestens drei Männer verführen können. Aber das hatte sie nicht, und ein raubtierhaftes Lächeln schlich sich auf seine Lippen. Er mochte eine Herausforderung.

Sie bemerkte ihn, und der Blick aus ihren dunklen Augen wanderte prüfend an ihm herauf und herunter. Sein Lächeln wurde noch breiter. „Hallo, schöne Frau.“, sagte er. Ein Anflug von Verachtung angesichts dieser plumpen Begrüßung blitzte in ihren Augen auf, bevor sie sich wieder von ihm abwandte und damit fortfuhr, sich im perfekten Einklang mit der Musik zu bewegen.

Langsam, ganz langsam, machte er einen Schritt auf sie zu, bis sein Mund direkt neben ihrem Ohr war und seine Arme um ihre schmale Taille lagen. Bevor sie sich wehren oder ihm eine verpassen konnte, flüsterte er ihr ins Ohr: „Du siehst noch besser aus, als man mir versprochen hat, Lou.“

Er konnte spüren, wie die Anspannung abrupt aus ihrem Körper wich, als sie sich in seiner Umarmung umdrehte und ihm ein anzügliches Lächeln schenkte. Ihre Stimme war süß wie Honig und über den wummernden Bass kaum zu verstehen, als sie sagte: „Du kommst spät, Jamie.“
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