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Rote Tulpe

Kurzbeschreibung
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Andreas Schweiger Frank Oehler Nils Egtermeyer OC (Own Character) Ole Plogstedt
18.03.2016
30.03.2016
16
24.870
 
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21.03.2016 1.927
 
Ich feiere Josie dezent ab :D Nils bekommt nämlich noch sein Fett weg ;) Ansonste wird sie endlich Teil des Teams! Aber lest selbst!
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Nachdem Andi und sein Team versorgt waren, setzte ich mich hinter das Lokal, um eine Zigarette zu rauchen. Sollte ich dieses Angebot wirklich annehmen? „Ach Chrissi, wie dringend bräuchte ich jetzt deinen Rat“, murmelte ich. Andre setzte sich zu mir. „Was ist los, Butterblume?“ Er nannte mich Butterblume, genauso wie er Chrissi immer Rose genannt hatte. „Andi hat mir angeboten, Teil der Kochprofis zu werden“, erklärte ich. „Das ist so eine Ehre! Mach das, Rose wäre auch dafür gewesen. Sie fehlt nicht nur dir. Das Restaurant ist leer ohne ihre Witze.“ Chrissi war meine rechte Hand und Teilhaberin gewesen. Die Gäste und das Team hatten sie geliebt, und sie fehlte wirklich an allen Ecken und Enden. „Meinst du?“ Er zog mich an sich. „Ich weiß es, Butterblume“, flüsterte er, und küsste mich auf die Schläfe. „Ist Andi noch da?“ „Ja.“ Ich erhob mich, und betrat den Gastraum. „Andi, ich nehme euer Angebot an“, verkündete ich ihm schlicht. Er stand auf, und umarmte mich stürmisch. „Na dann, willkommen im Team!“
Eine hübsche brünette mit Augen so blau wie ein Gebirgsbach, presste wütend ihre Lippen aufeinander. „Du hast nicht gesagt, dass eure neue Kollegin hübsch ist!“ schnappte sie in Andis Richtung. „Ich wollte nicht für Unmut sorgen. Ich stelle mich erst einmal vor. Ich bin Josephin oder Josie Wittgenstein, 29 Jahre alt, Sternepunk und einfach nur geehrt, dass ich Teil des Teams werden darf-sexuelle Interessen an meinen Kollegen völlig ausgeschlossen!“ Die Frau mit den Gebirgsbachaugen schaute mich misstrauisch an. „Ich will wirklich nur mit den Jungs zusammen arbeiten!“ Sie schaute nun etwas besänftigter.  „Ach, eigentlich habe ich keinen Grund mich so aufzuführen, immerhin sind wir ja seit 2 Jahren geschieden, aber manchmal geht noch der Gaul mit mir durch. Entschuldigen sie, Josie. Ich bin Marion Schweiger, Andis rechte Hand!“ „Oder auch die linke, je nachdem“, witzelte der hübsche Koch. Auch sein restliches Team stellte sich mir vor. „Okay Josie, du möchtest bitte übermorgen auf einen Probe-Dreh hier in München mitkommen. Erst einmal hinter den Kulissen!“ Andi schrieb mir auf, wann ich wo zu sein hatte.
Nach Feierabend saß ich mit Andre, Anna und Beikoch Lutz in der Küche,  und wir ließen uns unser Personalessen schmecken. „Also Kinder, übermorgen müsst ihr ohne mich auskommen, kriegt ihr das hin?“ „Aber sicher“, meinte Anna, und umarmte mich. „Das wird toll! Unsere Chefin kommt ins Fernsehen!“ „Wenn die solche Punkgören wir mich überhaupt einstellen!“  Lutz küsste mich auf die Wange. „Wen, wenn nicht dich, Jefa?“ Ich schaute besorgt drein. „Weiß ich nicht. Ach, wenn Chrissi nur hier wäre. Die hätte jetzt einen guten Rat für mich!“ Anna lächelte mich an. „Chrissi würde dir das Ohr umdrehen, wenn du dieses Angebot nicht annimmst!“ Ich stocherte gedankenverloren in meinen Nudeln herum. „Ihr habt Recht. Und Gnade euch Gott, wenn ihr mir übermorgen Schande bereitet!“  Mein Team scheuchte mich nach Hause.
Dort traf ich überraschend auf meinen Schwager. „Till? Du wolltest doch noch in Irland sein?“ Er lächelte mich an. „Bin ich aber nicht, kleine Schwägerin! Ich dachte, ich sehe mal nach dir.“ „Ich kenne dich, Till Sommer. Was ist der wahre Grund?“ „Naja…flipp jetzt bitte nicht aus.“ „Es ist eine andere Frau, richtig?“ Er schaute betreten auf den Boden. „Hat meine Schwester dir gar nichts bedeutet?“ fragte ich vorsichtig. Empörung machte sich in ihm breit. „Natürlich! Ich werde Chrissi auch immer lieben! Meine Herrn, ich habe das doch nicht geplant, Josie! Glaubst du, ich verliebe mich absichtlich neu? Weil ich Chrissi vergessen will?“ „Ich mache dir doch keinen Vorwurf. Ich frage nur. Heißt das, du ziehst hier aus?“ „Vorerst nicht.“ Wir umarmten uns, und dann erzählte ich, dass die Kochprofis mich mit auf einen Dreh nehmen wollten. Er war begeistert, und redete mir gut zu.

Zwei Tage später war ich zum verabredeten Zeitpunkt am verabredeten Ort. Nur von den vier Kochprofis (heute würden alle dabei sein, da es darum ging, mich zu beäugen), fehlte jede Spur.
Na wunderbar. Da kam endlich der Van angefahren, und Andi segelte direkt auf mich zu, nachdem er ausgestiegen war. „Josie, schön, das du da bist!“ Er umarmte mich leicht. Danach zwinkerte mir Fo zu. „Du warst schwer zu knacken, meine Liebe!“ Auch er nahm mich in den Arm.Ein großer dunkelhaariger kam auf mich zu. „Du bist also Josie? Hi, ich bin der Ole, freut mich!“ Auch er meinte, mich umarmen zu müssen. Ich versteifte mich, und er ließ direkt los. Als letztes kam der rotblonde, der den Van gesteuert hatte, auf mich zu. Er schaute mich hochmütig an. „Hey Fliederkopf, ich kann nicht glauben, dass sie dich lieber im Team wollten als mich!“ Er gab mir nur die Hand, was ihn aber direkt sympathischer machte. „Pass mal auf, Sams. Für dich zum mitschreiben: Ich wollte nicht ins Team, und jetzt habe ich nur nachgegeben, weil Andi mir gesagt hat, dass ich erst einmal zuschauen darf. Wenn es mir nicht passt, bin ich auch nicht dabei. Und wenn du noch einmal Fliederkopf zu mir sagst, dann prügle ich dich ins nächste Jahrhundert, haben wir uns verstanden?“ Nils hob abwehrend die Hände. „Sieht so aus, als müsstest du mal wieder ordentlich durchgevögelt werden! Du hast ja eine Laune!“ „Bietest du dich etwa an?“ fragte ich, und zog dabei arrogant eine Augenbraue nach oben. Und der war laut Andi nicht ätzend? Ich hasste ihn schon jetzt. „Dir? Sicher nicht, womöglich hole ich mir an dir etwas….“ Weiter kam er nicht, denn ich war auf ihn zugestürmt, und hatte ausgeholt. „Klatsch!“ Er hielt sich die Wange. „Wage es NIEMALS wieder, so mit mir zu sprechen, du arroganter Drecksack!“ Nun war es an ihm, mir eine Ohrfeige zu geben, und ehe sich alle versahen, wälzten wir uns auf dem Boden und prügelten uns wie die Straßenjungs.  Ole versuchte, mich von Nils herunter zu ziehen, aber ich wehrte mich vehement. Nun griffen auch Andi und Fo ein. „Hört ihr wohl auf, das KANN doch nicht wahr sein?“  Ich zappelte in Oles Armen. „Ich haue dir die Zähne aus, du dämlicher Idiot!“ Nils seinerseits wand sich in Fos Griff. „Lass mich los, damit ich der Schlampe Manieren beibringen kann!“ Zehn Sekunden später prügelten wir uns erneut. „Nun ist aber wirklich Schluss! JOSIE!“ fauchte Andi, und zog mich von dem rotblonden weg. „Moment mal, er darf mich beleidigen, aber ich mich nicht wehren? Aber sonst läuft es gut da oben?“ Wütend tippte ich ihm mit einem Finger gegen die Stirn. Nils schäumte immer noch. „ICH HASSE DICH!“ brüllten wir uns unisono an. „Wirst du dich wohl entschuldigen, Nils?“ meckerte Fo. „Wofür? Schaut sie euch doch an! Und so eine Asi-Braut soll einen Stern haben?“ „Asi-Braut?“ fuhr nun Andi auf. „Wegen ihrer Tattoos oder was?“ Er zog seine Jacke aus. Ich bin auch tätowiert, und habe einen Stern. Halt dich geschlossen, mein Freund!“ Er legte einen Arm um mich. „Nimm es nicht persönlich. Ich verdrehte die Augen. „Ich soll nicht persönlich nehmen, dass er mich Flittchen nennt? Du bist ja süß!“ Eigentlich hätte er meinen bissigen Unterton hören müssen, doch er lächelte mich nur lieb an. „Du bist auch süß, kleine Josie, lass dir nichts anderes einreden!“  Unwillkürlich musste ich lachen. Niedlich war er ja schon!

Ich setzte mich zum Team, und beobachtete, wie sie Nils‘ Veilchen überschminkten. Ein Anflug von Stolz überkam mich. Wie konnte er es wagen, mich so zu behandeln? Ich hatte doch nur Andis und Fos Bitte nachgegeben? Warum feindete er mich derart an? Ich beobachtete die Jungs, wie sie routiniert und Hand in Hand zusammen arbeiteten. Als Nils sich durch die Haare fuhr, machte es bei mir Klick. Das war DER Nils Egtermeyer! Wir waren gemeinsam auf dem Gymnasium gewesen-eine super teure Privatschule in den Alpen. Er hatte Chrissi immer schöne Augen gemacht, doch sie hatte ihn auflaufen lassen. Danach hatte er es bei mir versucht. Als ich ihm schon völlig verfallen gewesen war, hatte er mich fallen lassen, wie eine heiße Kartoffel. Sein Racheplan war nicht aufgegangen, denn Chrissi hatte sich da bereits in Till verliebt gehabt. Ich hatte diesen Vorfall inzwischen gut verdrängt gehabt, aber nun wallte wieder Ärger in mir auf.
In einer Drehpause rief ich ihn zu mir. „Nils?“ Er brummte. „Was willst du?“ „Du erinnerst dich nicht mehr an mich, richtig?“ „Sollte ich?“ „Und wie. Christine Wittgenstein, da müsste es doch klingeln? Ich bin die Zwillingsschwester, die du emotional ausgenutzt hast“, bellte ich. „Moment, du warst doch pummelig und blond?“ „Jetzt bin ich etwas gewachsen und lila auf dem Kopf.“ Er senkte betreten die Augen. „Also habe ich das hier wohl zu Recht?“ Er zeigte auf sein Auge. „Offensichtlich. Was SOLLTE das damals?“ „Ich war 18, meine Güte! Da macht man solchen Unfug!“ Wütend funkelte ich ihn an. „Macht man NICHT, du Vollidiot!“ Er reckte mir seine Hand entgegen. „Ich entschuldige mich in aller Form für damals. Neuanfang?“ Ich ergriff sie. „Neuanfang. Hallo, ich bin Josie, und vermutlich bald deine neue Kollegin.“ „Nils, dein neuer Kollege, willkommen im Team!“  Zögerlich  umarmten wir uns. „Lass dich ansehen, bis auf das Flieder und die Tattoos bist du ja eine hübsche Maus geworden!“ „Tja, hättest du mich damals nicht abserviert, wäre das jetzt alles deins“, gab ich augenzwinkernd zurück. „Wie geht es Chrissi eigentlich? Ist sie immer noch mit diesem Till liiert?“ Tränen liefen mir in Sturzbächen über die Wangen. „Sie ist tot, Nils.“ Er zog mich an sich. Er roch wie damals nach CK One, und ich musste kurz lächeln. „Ja, sie war bis zuletzt mit Till verheiratet, und sie war schön wie der junge Morgen. Aber wem erzähle ich das?“ Er strich mir über die Haare. „Tut mir Leid, ich wollte keine Wunden aufreißen.
So fand und Andi. „Was ist denn hier für eine Party?“ „Wir haben uns vertragen. Wir kennen uns von früher, sind aber erst vorhin darauf gekommen.“  Der smarte Bayer beließ es bei einem Kopfschütteln.
Am Finaltag waren wir fünf bereits unzertrennlich. Ja, auch Nils und ich. Ich saß auf dessen Schoß und er versorgte mich mit Pommes. „Fliederkopf, wie kann man so viel essen?“ zog er mich auf. „Noch ein Veilchen gefällig?“ Wir lachten schallend, und Nils küsste mich frech auf die Wange. Andis Augen funkelten wütend.
Ole nahm mir den Teller weg. „Genug gefuttert, jetzt wird gekocht! Naja, wir vier kochen, und du machst dir ja wieder einen lauen Lenz!“ „Ich kann auch helfen?“ Fo grinste gemein. „Dann schälst du mit mir draußen 20 Kilo Kartoffeln!“ Und so saßen wir einträchtig da. Fo begann, leise vor sich hin zu singen, und ich stimmte ein. Eine Stunde und gefühlte zwanzig Lieder später gaben wir die Kartoffeln in der Küche ab. „Hat Andi nicht zu viel versprochen“, lobte mich Fo. „Du bist ein klasse Mädel! Wenn ich könnte, würde ich dich adoptieren!“ Ich lächelte ihn aufrichtig an. „Nee, lass mal, meine Eltern genügen mir da vollauf!“ Ole schnappte nach Luft, und griff theatralisch nach der Hand seines Freundes. „Unser Kind liebt uns nicht, was machen wir denn da nur?“ Um Andi und Nils war es geschehen, und sie brüllten los vor Lachen. „Outtake!“ freute sich Gordon, der Aufnahmeleiter.
„Und Josies Einstand, würde ich sagen“, setzte Gunnar hinter der Kamera noch einen drauf.
„Okay, dann adoptiert mich halt. Wer von euch ist dann die Mama?“ wandte ich mich an die beiden ältesten unseres Teams. Nun hoben sie abwehrend die Hände. „Lassen wir das lieber!“ Andi war inzwischen aus der Küche gestürmt. Sollte ich ihm hinterher gehen?
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