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Erst wenn man ganz unten ist, weiß man was wichtig ist.

von Julkaa03
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Het
André Matthäus Jule Polanski Klaus Wiebel OC (Own Character) Paul Richter Stephan Sindera
18.03.2016
19.09.2021
194
231.451
21
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
15.09.2021 1.030
 
„Hannah hat mich gewarnt.“, war das erste das Stephan sagte, als Paul das Haus verlassen hat. „Sie hat dir von meinem Glitzer Streich erzählt?“, hatte ich kurz Hoffnung, die mein bester Freund aber direkt mit „Und das das ein Cover für das Rasenmähen ist.“ zerstörte.
„Keine Sorge, das hab ich nicht wirklich vor. Maximal Paul dazu zwingen. Oberkörperfrei...“, ich biss mir auf die Unterlippe als ich mir meinen Ehemann, mit nacktem Oberkörper, beim Rasenmähen vorstelle. Wie der Schweiß ihm über die Brust ran und einzelne Grashalme an seinem Körper klebte. „Daria?“, Stephan schnipste vor meinem Gesicht umher und riss mich so aus meinem Traum. „Alles gut? Du hast auf mal aufgehört zu reden, was vielleicht ganz gut war, und nur noch vor dich hingestarrt.“, Stephan riss seine Augen auf, „Oh!“.
Verlegen fuhr er sich durch die Haare und fing dann an zu lachen: „Dann kann ich immerhin sicher sein, dass du den Rasen nicht anfasst.“.
Und er behielt Recht. Während er sein Spiel auf der Spielekonsole spielte, las ich den fünften Harry Potter Band zu ende und wollte mir das nächste Buch aus dem Lesezimmer im ersten Stock holen, als ich mit einem Ruck wieder aufs Sofa gezogen wurde. „Dein Po bleibt auf dem Sofa. Maximal gehst du auf die Toilette.“, brummte Stephan ohne seinen Blick vom Tv-Bildschirm zu lösen. „Und was ist, wenn ich wirklich dahin wollte?“, wollte ich wissen und stand wieder auf. „Dann komme ich mit.“, Stephan pausierte sein Spiel und legte den Controller auf dem Couchtisch ab. „Du willst mit mir auf die Toilette kommen? Ich mag dich echt gerne, aber das geht selbst mir zu weit.“, scherzte ich und ging in Richtung Flur. Stephan folgte mir direkt.
„Bodyguard?“, ich sah meinen besten Freund verzweifelt an und hatte Angst das er mich wirklich in das Bad folgen würde. „Ich warte draußen, keine Sorge. Aber ich kenne dich. Sobald du aus dem Bad bist, kochst du vielleicht noch was. Oder kommst auf die Idee oben was zu starten.“, erklärte Stephan und lehnte sich an das Treppengeländer gegenüber der Badezimmertür. „Gut zu wissen.“, erleichtert atmete ich aus und konnte so endlich auf die Toilette gehen.
Kaum hatte ich das Badezimmer wieder verlassen, sah Stephan von seinem Handy auf und hielt mir seinen Arm hin. „Allein laufen schaffe ich gerade noch.“, brummte ich augenrollend und ging in die  Richtung des Wohnzimmers, um im letzten Moment nach links zu gehen und somit die Treppe hinauf. „Daria? Was genau wird das?“, Stephan war direkt hinter mir. „Was denkst du denn?“, langsam stieg Wut in mir auf. Alle behandelten mich wie ein rohes Ei. Klar, Kirsten hat gesagt ich soll jeden Stress vermeiden, aber das ich mich nicht mal mehr frei in meinem eigenen Haus bewegen konnte war nie Thema. „Ich hoffe für dich das du einfach mal Lust hattest die Treppe hoch und dann direkt wieder runter zu gehen.“, ich hörte es seiner Stimme an das er kurz davor war Laut zu werden.
„Nöp.“, war meine kurze Antwort, als ich oben ankam und in das Lesezimmer ging. „Daria komm schon. Du weißt das du auf das Sofa gehörst.“, Stephan bleib im Türrahmen stehen und verschränkte seine Arme vor der Brust. Wütend verschränkte ich ebenfalls meine Arme vor der Brust und starrte stur auf das Bücherregal vor mir.
So blieben wir einige Minuten stehen bis ich stumm anfing zu weinen. Stephan schien davon im ersten Moment nicht zu bemerken, aber als ich das Beben meiner Schultern nicht mehr unterdrücken konnte, hörte ich die Schritte meines besten Freundes auf mich zukommen. Sanft legte er mir von hinten seine Arme um die Schultern und zog mich an seine Brust: „Sprich mit mir.“.
Ich brauchte einige Minuten um mich zu beruhigen, solange hielt Stephan mich einfach nur fest an seine Brust gepresst. „Ich bin es leid. Ich darf keine zwei Meter gehen ohne das direkt jemanden von euch sauer auf mich ist. Darf mich in meinem eigenen Haus nicht frei bewegen. Ich hab wirklich versucht für meinen Sohn durchzuhalten, aber ich kann langsam nicht mehr. Dabei ist es gerade erst der dritte Tag.“, sprach ich mir alles von der Seele. Ich wollte noch so viel mehr sagen, wusste aber nicht wie meine Gedanken formulieren sollte. „Wieso hast du nicht eher was gesagt?“, Stephan strich mir über die Oberarme und ich spürte wie er schwer schluckte. „Ich hab mich geschämt und wollte euch nicht enttäuschen.“, gab ich kleinlaut zu und ließ mich in seine Umarmung fallen. „Ach, Dornröschen. Du kannst uns nicht enttäuschen wenn du dein Bestes gibt. Wir haben vielleicht auch etwas übertrieben mit unserer Sorge. Was hältst du davon, morgen kommt doch eure Hebamme her. Dann können du und Paul genau mit ihr besprechen was du darfst und was nicht.“, schlug Stephan vor und ich nickte stumm. „Können wir jetzt runter?“, bat mein bester Freund und ich versteifte mich direkt wieder. „Nein, nicht weil du aufs Sofa gehörst. Sondern weil ich weiter spielen will und deine Hilfe bei dem Level brauche.“, gestand Stephan und ich fing an zu lachen. „So gefällst du mir besser.“, er drückte mich noch einmal an sich und löste sich dann von mir.

„Wieso hast du mir denn nichts gesagt?“, Paul sah mich traurig an und ich konnte ihm nicht lange in die Augen schauen, daher sah ich wieder auf meinen Teller. Stephan war noch geblieben, nachdem Paul heim kam und hat mir geholfen das Problem bei Paul anzusprechen. „Ich wollte dich nicht enttäuschen.“, nuschelte ich und schob die Tomatenscheibe auf meinem Teller hin und her, „Ich hab es nicht mal drei Tage ausgehalten.“.
Ohne noch weitere Worte zu verlieren stand Paul auf und zog mich von meinem Barhocker. „Ich bin stolz auf dich, denn du hast dein bestes gegeben. Und solange du das tust, werde ich niemals, und ich wiederhole mich gerne, niemals enttäuscht von dir sein.“, sanft strich mit mein Mann eine Haarsträhne hinter das Ohr. „Wie Stephan schon vorgeschlagen hat, sprechen wir das morgen mit Kirsten ab. Dann wissen wir alle voran wir sind.“. Ich lehnte meine Stirn an die Brust meines Mannes und atmete tief durch. „Ich liebe dich.“, hauchte ich tonlos und spürte wie mir ein riesiger Stein vom Herz fiel.
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