Broken

GeschichteThriller, Schmerz/Trost / P18
der Schlüsselmeister Dr. Marcel Droggelbecher Edna Konrad OC (Own Character)
17.03.2016
17.03.2016
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"Benni, wo gehst du hin?". Er atmete einmal tief durch und zwang sich ein Lächeln auf. Sie war wirklich extrem nervig, aber der Sex war einmalig. Das war aber auch das einzig Gute an ihr. "Ich gehe spazieren, Schatz." "Kann ich mit? Ich wollte eh in den Garten gehen." Es fiel ihm schwer sie nicht zu beschimpfen. Warum tat er sich das an? Seit vier Monaten waren sie ein Paar, jedenfalls dachte sie das. Für ihn war sie nur Amüsement, ein kleiner Spaß zwischendurch. Sie war geschickt mit ihrer Zunge, aber sonst war sie nicht zu gebrauchen.

"Nein, Schatz. Ich wollte den mal alleine den Kopf frei kriegen." Sie war enttäuscht, doch das war ihm egal. Sie war ihm komplett egal. Leider klammerte sie viel zu sehr, als dass er sie vergraulen könnte. Er hatte es die letzten  Tage mehrmals versucht. "In Ordnung, bleib aber nicht zu lange weg." "Werde ich nicht." Wer war sie? Seine Mutter?

Im fiel ein, dass er sein Lieblingsmesser vergessen hatte, allerdings stand sie in der Küchentür, also konnte er nicht mehr in die Küche zurück. Egal, seine Opfer hatten schließlich auch wunderbare Messer, die ihren Zweck erfüllten. "Krieg ich keinen Kuss?". Er war kurz darauf "NEIN" zu schreien und ihr die Gurgel zuzudrücken, doch er beherrschte sich.

Wenn er sie schon tötete, dann genüsslich und langsam. Sie wäre doch der perfekte Nachtisch für das, was er heute noch vorhatte. "Natürlich, meine Schöne." Es war schon fast schön sie zu küssen. Er entschied sich sie noch einmal zu verführen, bevor er sie ermorden würde. "Bis später."

Als er vor die Tür trat, schlug ihm ein eiskalter Wind ins Gesicht. Bald würde er garantiert nicht wieder bei ihr sein. Er richtete seine grauen Augen zum Mond hinauf. Vollmond. Naturschauspiele hatten ihn noch nie in seinen Bann gezogen, aber Magdalena liebte den Mond aus irgendeinem Grund.

Hieß sie überhaupt Magdalena, manchmal vergaß er ihren Namen. Er gab ihr sowieso die ganze Zeit nur Kosenamen und damit war sie zufrieden. Mit ihren 18 Jahren war sie sechs Jahre jünger als er. Schon fast tat sie ihm leid, sie hatte ihr ganzes Leben noch vor sich und er würde es beenden. Warum? Weil er es konnte? Er blickte auf seine Uhr. Es war 22 Uhr. Er hatte noch viel vor, allerdings hatte er die ganze Nacht dafür Zeit.

Das Haus, welches er anstrebte, konnte er nur mit dem Auto erreichen, seine Eltern wohnten außerhalb der Stadt. Er schlenderte zu seinem Porsche hinüber. Hell wurde das Auto vom Mondlicht angestrahlt. Er grinste, als er sich daran erinnerte, wie der Autohändler gewinselt hatte, bis er ihm das Genick gebrochen hatte. Das war noch ziemlich nett von ihm gewesen. Es war leider ziemlich unblutig gewesen, aber das musste ja nicht immer sein.

Immerhin hatte er den Porsche bekommen. Genüsslich ließ er ihn an. Er liebte das Geräusch des Motors. Die Straßen waren menschenleer, was verständlich war, da irgendein wichtiges Fußballspiel lief. Es war wirklich schade, dass er sein Lieblingsmesser nicht mitnehmen konnte. Jetzt musste er eben im Nachhinein die Kerben für die nächsten zwei Morde zum Griff hinzufügen.

Einmal musste er Magdalena davon abhalten es weg zu werfen, weil ihr der Griff zu kaputt war. Bald musste er sich ein neues Messer für die Kerben zu legen, da hatte sie halb recht. Der Griff war mit Kerben übersät. Es würden nur noch höchstens fünf darauf Platz haben. Kurze Zeit später, so kam es ihm vor, fuhr er auf den Parkplatz seiner Eltern. Mittlerweile war es halb zwölf. Schöne Sache, dass seine Eltern nachtaktiv waren.

Eltern, dieses Wort klang so bitter und schmeckte so eklig. Sie waren der Grund, warum er zu dem geworden war, was er eben war. Doch was er genau war, musste jeder selbst entscheiden. Er stieg aus seinem Wagen und schloss ihn ab. Eltern. Er spuckte auf den Boden. War es normal seine Kinder blutig zu schlagen, weil sie unerlaubt einen Keks zu essen? Er erinnerte sich an jedes Wort, dass sie ihm an den Kopf geworfen hatten.

Er erinnerte sich an jeden Tritt und jede Ohrfeige. Das würden sie zurück bekommen. Jetzt, da sie sich acht Jahre nicht gesehen hatten, obwohl sie so nah beieinander wohnten. Er war damals sobald er konnte, ausgezogen. Pfeifend lief er zur Haustür und klingelte. Es dauerte einige Sekunden bis die Tür geöffnet wurde. "Was willst du denn hier?", knurrte man ihm entgegen.

Sein Vater, er verdiente den Namen nicht, sah ihn abschätzig an. "Dir auch einen guten Abend, Bruno", sagte er freundlich und drängte sich an ihm vorbei ins Haus. "Ich habe dich nicht herein gebeten", schnauzte sein Vater ihm hinterher. "Ist mir egal", rief er und ging zum Ende des Flurs, wo die Küche abging. Er brauchte ein Messer. Die Küche war leer, wie wunderbar.

"Was willst du hier und was erlaubst du dir?". Er wirbelte herum und trat seinem Vater heftig in den Bauch, sodass er gegen die Flurwand stieß und an ihr herunter sackte. Er wandte sich der Anrichte zu. Wo waren die Messer? Ah, dort. Neben dem Waschbecken stand ein Messerblock. Zufrieden nahm er sich das größte Messer heraus und strich über die Klinge. Sie war so scharf, dass er sich in den Finger schnitt. Welch schönes Gefühl.

Er leckte sich den Finger ab und wandte sich dann dem Mann zu, der schwer atmend im Flur lag und ihn hasserfüllt ansah. "Wo ist meine Mutter?". Das Wort Mutter hob er besonders hervor. "Anna ist nicht da", presste Bruno hervor und wollte sich aufrichten, doch er hielt ihm das Messer vors Gesicht. "Wo ist sie?", knurrte er. "Ihr Auto steht da, ich weiß, dass sie da ist." "Ich sag doch, sie ist nicht da."

Er fing an freudlos zu lachen und setzte sich seinem Vater gegenüber. "Es ist ritterlich von dir, dass du sie beschützen willst, aber spätestens wenn du schreist, wird sie angerannt kommen." "Was willst du von uns?", knurrte Bruno. "Wir wollen dich hier nicht." "Ach." Er tat so, als wäre er überrascht. "Das habe ich ja gar nicht gemerkt. Ihr habt mich ja immer so liebevoll behandelt, stimmts? Ihr wart die perfekten Eltern und habt mich nie geschlagen. Was werde ich wohl von euch wollen?".

"Du warst die reinste Enttäuschung." "Ihr seid eine Enttäuschung. Wo ist Anna?". Brunos Augen brannten vor Hass. Er biss sich auf die Lippen. "Gut, dann eben anders", seufzte er gespielt und rammte das Messer in Brunos Bein. Sein Vater schrie auf. "Bruno?". Das war die Stimme seiner Mutter aus dem oberen Stockwerk. Er hörte, wie sie die Treppe runter rannte. "Bruno, was ist.." Sie brach ab, als sie ihren Sohn sah. Blankes Entsetzen war ihr ins Gesicht geschrieben.

"Anna, renn!", rief Bruno. Sofort tat sie wie geheißen und rannte zur Tür. Flink warf er das Messer. Er war gut darin. Es grub sich tief in ihren Rücken. Sie schrie auf vor Schmerz und knallte mit dem Kopf gegen die Tür, die sie gerade hatte aufreißen wollen. Ohne viel Federlesen griff er nach Brunos verletztem Bein und zog ihn zu seiner Mutter hinüber. Sein Vater kniff die Augen zu vor Schmerzen. "Warum tust du das?".
Wortlos zog er das Messer aus ihrem Rücken, drehte er sich um, ging in die Küche und füllte sich ein Glas Wasser. Dann schlenderte er zurück in den Flur und goss es der ohnmächtigen Frau über den Kopf. "Na, gut geschlafen?", fragte er spöttisch, als sie wieder die Augen aufschlug. "Was willst du A-." "Sag meinen Namen nicht!", zischte er. "Wehe du wagst es meinen Namen zu sagen."

Er lächelte sie an und versenkte genüsslich und langsam das Messer in Brunos anderem Bein. Er hörte seinen Vater aufschluchzen, aber sein Blick blieb auf seine Mutter geheftet. Grinsend griff er in ihre Hosentasche, wo sie ihr Handy verstaut hatte und steckte es ein. "Was ich will, hast du glaub ich gefragt." Ihre Augen waren voller Schmerz. Immerhin hatte er ihr ein Messer in den Rücken geworfen.

"Willst du wissen, wie man mich nennt?". "Willst du damit sagen, dass du Freunde hast", brachte seine Mutter höhnisch hervor. Er grinste. "Nein, aber wenn ich dir die Schlüsselbeine breche, weißt du es dann?". Sie riss die Augen auf. Ob aus Entsetzen oder der Tatsache, dass er sich direkt neben sie setzte und begann sanft auf ihre Wunde zudrücken, konnte er nicht sagen.

"Du bist der Schlüsselmeister", krächzte sie. "Einen wundervollen Namen haben die Medien mir da gegeben", kicherte er. "Und passend, du weißt gar nicht wie viel Spaß es macht Schlüsselbeine zu zertrümmern. " "Du bist ein Monster", schluchzte Bruno. Er sah ihn an. Sein Vater sah so verletzlich aus, fast schon, als hätte er Gefühle. "Ich bin das Monster, das ihr aus mir gemacht habt", flüsterte er. "Du hast ein sehr schönes Schlüsselbein."

Sanft strich er über die Konturen des Knoches, der unter Brunos T-Shirt hervor schaute. "Anna?". Es schmerzerfülltes Keuchen war die Antwort. "Weißt du warum es so viel Spaß macht Schlüsselbeine zu brechen?". Er wandte sich wieder ihr zu. "Es geht so einfach." Kurzerhand zog er Annas Handy aus seiner Hosentasche, holte aus und schlug so fest er konnte gegen Brunos Schlüsselbein. Ein lautes Knirschen war zu hören, ein lautes Keuchen und Bruno sackte zu Boden.

Eine halbe Stunde später verließ er das Haus. Sein weißes Hemd war Blut bespritzt. In seinen Ohren hallten immer noch ihre Schreie nach. Er hatte die beiden in den Keller verfrachtet, dort hatte niemand die Schreie hören können. Annas Blut beschmiertes Handy hatte er behalten, nicht als Souvenir, sondern um die Polizei zu verständigen. Er liebte es zu sehen, wie ratlos die Polizisten waren. Niemand konnte ihn fangen. "Polizei Notruf, wie kann ich ihnen helfen?". "Wackerstraße 3", flüsterte er ins Handy. "Der Schlüsselmeister hat die Schlüssel gedreht." Er legte auf.

Jetzt musste er schleunigst weg und das Auto musste er auch los werden. Außerdem musste er die Stadt verlassen, neue Identität, neues Leben, doch zuerst musste er sich noch um Magdalena kümmern. Fünf Monate hatte er hier gelebt, nach all der Zeit hatte er heraus gefunden, wo seine Eltern lebten oder gelebt hatten. Jetzt taten sie es schließlich nicht mehr.

"Hey, Kleine, lass mich rein", säuselte er in die Sprechanlage. Der Summer wurde betätigt. "Benni, wo warst du solange. Du hast dein Handy hier gelassen und.. Benni! Was ist passiert?". Ach ja, er war ja Blut überströmt. "Es ist alles gut, Süße, ich muss nur weg von hier." Sie starrte ihn an. Fassungslos stand sie in der Tür. "Benni, bitte sag mir, dass das dein Blut ist und du nur gestolpert bist."

Der Schlüsselmeister erklomm die Stufen und stand schließlich vor ihr. "Es ist nicht mein Blut und jetzt brauch ich mein Messer." "Das ist doch n Scherz." Ihre Stimme war leicht hysterisch. "Was willst du mit dem Messer? Sag mir was los ist?". Sie folgte ihm in die Küche. "Du wolltest doch wissen, wieso dieses Messer voller Kerben ist, oder?".

Sie zitterte. "Ja", hauchte sie. "Komm er ", sagte er. Sie blieb, wo sie war, am anderen Ende der Küche. Mit dem Rücken an die Tür gepresst. Er seufzte gespielt, nahm ein anderes Messer zur Hilfe und ritzte zwei Kerben in den übersäten Griff. "Du wolltest doch wissen, was die Kerben bedeuten, Schatz." Er ging zu ihr hinüber und grinste. "Jede dieser Kerben bedeutet ein Menschenleben."

Ängstlich und verwirrt starrte sie ihn an. "Es sind dreißig", flüsterte er. "Und jedem einzelnen von ihnen habe ich, teilweise auch nachträglich, das Schlüsselbein gebrochen." "Der Schlüsselmeister." Ihre Stimme war kaum ein flüstern. "Und ich habe dich geliebt." "Ja, das ist schön für dich", sagte er unwirsch. "Tut mir leid, Magdalena, aber du darfst nicht leben. Du weißt wer ich bin."

"Ich heiße Maria." Tränen rannen über ihre Wangen. "Ach, ich wusste, es war was mit M." "Das war alles nur gespielt?". Ihre Beine schienen sie nicht mehr halten zu können, also schubste er sie kurzer Hand auf einen Stuhl, der am Küchentisch stand. "Der Sex war gut", sagte der Schlüsselmeister. "Aber sonst, ja." "Warum?". Sie schluchzte. "Hör auf zu heulen, das habe ich gerade zur Genüge ertragen."

"Wen hast du getötet?". "Soll ich dir jetzt alle aufzählen?", er lachte kalt. Er hatte sich an die Anrichte gelehnt und spielte mit dem Messer in seiner Hand. "Wenn du fragst, wenn ich eben getötet habe, meine Eltern." "Deine was? Deine Eltern wohnen hier, warum.." "Wenn du nicht aufhörst zu nerven, breche ich dir das Schlüsselbein, bevor ich dich töte und dann wird das alles andere als schön für dich."

"Du bist krank", flüsterte sie. Er grinste. "Da hast du recht, meine Eltern sind daran schuld und um deine Frage zu beantworten, ich bin nur hier her gekommen um meine Eltern zu finden, ich wusste, dass sie hier wohnen und vor kurzem habe ich ihren Wohnort heraus gefunden." Er stieß sich von der Anrichte ab und kniete sich vor sie.

"Und nein, ich habe dich wirklich nie geliebt." Langsam ließ er das Messer in ihrem Herz verschwinden. Zentimeter für Zentimeter schob er es weiter in ihr Fleisch. Schade, aus dem Sex war wohl nichts mehr geworden. Egal, ihm schauten die Frauen scharenweise hinterher.

Er nahm einen Briefbeschwerer vom Tisch, warum auch immer er dort stand, holte aus und brach ihr das Schlüsselbein.Und solange eine reiche dabei war, war alles gut. Schnell suchte er sich das wertvollste, was er besaß zusammen, inklusive dem Messer, das er akribisch abwusch.

Zwanzig Minuten später war er bereit zu gehen. Mittlerweile sollte die Polizei beim vorherigen Tatort angekommen sein, genug Zeit um ungesehen zu verschwinden. Außerdem war es mal wieder Zeit ein Auto zu entsorgen.
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