Alternatives Kapitel 44

KurzgeschichteAngst, Tragödie / P12
Andrej "Tschick" Tschichatschow Maik Klingenberg
16.03.2016
16.03.2016
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Alternatives  Kapitel 44

Stöhnend drehte ich meinen kopf. Mein Hals tat fürchterlich weh und mein Kopf brummte. Panisch schaute ich zur Seite und kriegte in dem Moment den Schreck meines Lebens. Tschick hatte eine Menge Blut im Gesicht und rührte sich nicht. „TSCHICK!“ schrie ich, doch immer noch regte er sich kein Stück. Also versuchte ich ihn anderweitig irgendwie aufzuwecken. Ich streckte also meine, nebenbei bemerkt ebenfalls von Blut bedeckte und zitternde, Hand aus und rüttelte irgendwie an seinem Arm. „Verdammt, das ist nicht lustig!“ Ich hatte Angst, wahnsinnige Angst. Und die Tatsache, dass ich Lärm von draußen hört, machte es auch nicht besser. Ich griff erneut nach Tschicks Arm, diesmal jedoch um seinen Puls zu suchen und verzweifele, als ich diesen nicht finden konnte. Ich fühlte einfach nichts. „Nein... Bitte lass mich nicht alleine. Ich brauche dich doch, ohne dich schaffe ich es nicht...“ Ich flehte immer wieder, doch Tschick rührte sich nicht, atmete nicht.

Meine eigenen schmerzen waren mir in dem Moment völlig egal. Ich wollt meinen besten Freund zurück, ich hatte Angst und ich fühlte ich wahnsinnig schuldig. Nach einiger Zeit wurde es doch extremst schmerzhaft in dieser Position, also kämpfte ich meinen Weg aus dem Auto und ging zur Beifahrerseite, wo ich schwankend die Tür aufriss und mich neben Tschick fallen ließ. Nicht nur, dass ich jetzt nicht alleine sein wollte, ich wollte ihn auch nicht alleine zurücklassen. Mir war klar, dass ich große Probleme kriegen würde, doch in dem Moment war mir alles egal. Einfach alles, außer Tschick.

Es macht einfach alles keinen Sinn mehr. Ich wünschte, ich konnte die Zeit irgendwie zurückdrehen. Ich wünschte ich hätte vernünftiger gehandelt oder früher gebremst, oder im Krankenhaus jemand anderen angerufen, oder... Hauptsache irgendwas, was nicht mit einem Tod geendet hätte. Vielleicht hätte ich mich einfach weigern sollen, das Auto zu steuern, oder ich hätte nicht versuchen sollen zu überholen. Oh Gott, es tat mir alles so schrecklich leid. Und während ich da saß, mit Tschick im Arm und hemmungslos weinte, hörte ich wie irgendwo jemand Hilfe rief und aufgeregt den Krankenwagen verständigte.

Ich war mir nicht einmal sicher, ob ich gerettet werden wollte. Ich hatte es nicht verdient, obwohl auch an mir der Aufprall nicht spurlos vorbei gegangen war. Mein Bein schmerzte wie sonst was, mir war Übel und zwischendurch verschwamm meine Sicht auch immer mal wieder. Die schlimmste Verletzung befand sich jedoch in meinem Herzen und diese Verletzung werde ich auch immer bei mir tragen. Diese schmerzhafte Erinnerung, an den Tag, als ich einen besten Freund verlor...
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