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Im Bann des Grünblatts

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12
Celebrían Elrond Ereinion / Gil-galad Galadriel Glorfindel Thranduil
16.03.2016
03.04.2016
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21.03.2016 2.710
 
Galwene blickte von ihrem Haus auf den Garten und erspähte durch die Büsche Gilbrennil und Celebrian. Die beiden jungen Elbinnen spazierten an den von Gilbrennil selbst angelegten Beeten vorbei und dichteten für das heutige Fest einen neuen Gesang. Sie hatten bereits in den frühen Morgenstunden damit begonnen und noch immer steckten sie ihre Köpfe zusammen. Galwene war sich sicher, dass die beide noch andere Dinge zu besprechen hatten.
Galadriel trat zu ihrer Schwester und folgte ihrem Blick in den Garten.
„Unsere beiden Töchter sind erwachsen geworden, Nene.“ sagte die ältere Schwester leise und lächelte bei dem Anblick der beiden jungen Frauen.
„Ja“ seufzte Galwene tief auf, aber dann zauberte sich ein Lächeln auf ihre Lippen. „Sie sind beide wunderschön und werden sicherlich auf dem Fest die Aufmerksamkeit einiger Elbmänner auf sich ziehen.“
„Dieser Ansicht bin auch ich.“ Galadriel nahm die Hand ihrer Schwester und streichelte über diese.
„Sei nicht in Trauer um den Lauf der Zeit, Nene.“ sprach sie leise.
„Nein, das werde ich nicht. Nel ist nun 60  Jahre alt und zu einer schönen jungen Frau herangewachsen.“
Galwene vernahm das Lachen ihrer Tochter und seufzte. „Es fällt mir schwer loszulassen, Schwester.“
„Ich weiß, aber noch musst du es nicht. Noch hat Gilbrennil ihre Wahl nicht getroffen.“
„Sie wird es aber recht bald.“
„Ich kenne deine Furcht, Nene. Auch Celebrian wird sich einen Mann wählen und fortgehen.“
Galwene seufzte tief auf und blickte wieder auf die beiden Elbinnen im Garten. Sie verglich die beiden, aber verwarf diesen wieder. Denn so unzertrennlich sie waren, so verschieden waren auch ihre Wesen.
Celebrian hatte die Anmut ihrer Mutter geerbt, war ebenso hochgewachsen, aber von zarterer Gestalt. Ihr goldblondes Haar floss in ellenlangen Wellen über ihre schmalen Schultern und ihre tiefblauen Augen waren wie der Himmel an einem klaren Sommertag. Ihre Liebe zur Musik wurde zu ihrer Aufgabe in dem Reich ihrer Eltern, sie unterrichtete die Kinder im Spiel der Harfe und im Gesang.
Gilbrennil bewunderte die ältere Cousine, die stets alle Aufmerksamkeit auf sich zog, aber Neid war ihr fremd. Gilbrennil machte sich nicht viel aus hübschen Kleidern, hell glänzendem Schmuck und der Bewunderung anderer, obwohl sich die Tochter des Hochkönigs Lindons keineswegs hinter ihrer schönen Gefährtin verstecken musste.
Sie hatte die silberblonden Haare und das feingezeichnete Gesicht ihrer Mutter geerbt. Auch die zarte Gestalt und die geringe Größe erinnerten an Galwene. Am Auffälligsten jedoch war die Farbe ihrer Augen. Galwene empfand, dass sie im Laufe der Jahre immer heller wurden. Mit ihren nun 60 Jahren leuchteten sie wie zwei Sternen, glänzten hell auf, wenn sie Freude empfand und wurden dunkler, wenn sie traurig war.
Im Geist aber war Gilbrennil ihrem Vater sehr ähnlich. Sie zeigte ein waches Gemüt, hatte einen scharfen Verstand und war wissbegierig und vor allen Dingen neugierig. Sie hatte ihren Platz und ihre Aufgabe in Eregions Gärten gefunden und blühte vollends in diesem auf.
„Komm, Nene, Gilgalad und Celeborn erwarten uns.“ drängte Galadriel ihre Schwester zum Aufbruch.
Galwene wandte ihren Blick von den beiden Elbinnen ab und folgte ihrer Schwester in die Gemächer der Fürsten.
Die beiden Männer erhoben sich sogleich, als die beiden den Raum betraten. Galwene erkannte in dem Gesichtsausdruck ihres Gemahls, dass er missgestimmt war. Sie blickte ihn fragend an, doch er verweigerte ihr eine Antwort, in dem er sich von ihr abwandte.
Galwene nahm verwirrt neben ihm auf dem brauen Sessel Platz.

„Gilgalads und meine Ansichten gehen dieses Mal auseinander“ sprach Celeborn mit fester Stimme und setzte sich auf eines der roten Sofas am anderen Ende des Raumes.
„Aber warum?“ fragte Galwene erstaunt. Ihr Mann und der Fürst Eregions hatten bisher stets die gleichen Meinungen geteilt.
Gilgalad seufzte und stand voller Unruhe auf. Er trat an die mit weißen Vorhängen verhüllte Türöffnung und schloss die Augen.
„Annatar…“ flüsterte Galadriel, die Gedanken ihres angeheirateten Bruders lesend.
„Ja, Annatar“ sprach Gilgalad leise.
Galwenes Gedanken gingen zu dem hochgewachsenen dunkelhaarigen Elben, der sie erst vor einigen Stunden um Blumen aus ihrem Garten für seine Gemächer gebeten hatte. Sein Benehmen war vortrefflich gewesen, aber Galwene empfand, dass seine Freundlichkeit nicht seinem wirklichen Wesen entsprach. Sie hatte bereits mit Gilbrennil über den neuen Bewohner Eregions gesprochen und sie gebeten, sich von ihm fernzuhalten.
„Celebrimbor hält viel von ihm“ merkte Gilgalad an und wandte sich zu den Frauen und dem Fürsten.
„Ja, sie verstehen beide das gleiche Handwerk und aus ihrer Schmiede sind wahre Schätze entstanden“ pflichtete Galadriel ihm bei. „Aber mein Misstrauen ist ihm gewiss und auch Nene ist in seinem Beisein unwohl.“
„Er hat sich bisher aber nichts zu Schulden kommen lassen“ räumte Gilgalad ein.
„Das ist wahr, aber ich traue seinem freundlichen Wesen nicht“ ließ sich die Fürstin Eregions nicht beirren. „Er mag Celebrimbor umschmeicheln, aber mir kommen andere Gedanken bei seinem Anblick.“
„Wir sind uns uneins, ob wir ihm trauen oder misstrauen sollen“ sprach Celeborn bedächtig aus und legte seinen Blick auf seine angeheiratete Schwester.
„Er ist stets zuvorkommend und höflich, ich kann nicht über sein Benehmen klagen, aber etwas in seinem Blick schaudert mich“ gab Galwene zu und verschränkte die Hände auf ihrem Schoss. „Ich möchte ihm nicht vertrauen.“
Gilgalad seufzte grimmig auf, denn nun seine Gemahlin auch gegen ihn zu wissen, erzürnte ihn. Bei der Ankunft des dunkelhaarigen Elbmannes, der sich Annatar nannte, war er ebenfalls misstrauisch gewesen, denn niemand kannte seinen Namen, noch wusste jemand, woher er kam. Doch seine Taten ließen Gilgalad Vertrauen schöpfen. Annatar war unabkömmlich in der Schmiede von Eregion, die dem Elb Celebrimbor unterstand.
„Er wird heute Abend bei dem Fest zugegen sein“ sprach Gilgalad mit beherrschter Stimme. „Wie auch die Herren des Grünwalds.“
„Oropher wird zugegen sein?“ fragte Galwene und sah ihrem Gemahl erstaunt an.
„Ja, ich habe nach ihm schicken lassen und er ist meinem Ruf gefolgt“ antwortete Celeborn statt Gilgalad. „Er und seine Söhne werden in wenigen Stunden vor unseren Toren erwartet. Von ihm…“ Der Fürst stand auf, ging auf Gilgalad zu und musterte ihn eingehend. „werde ich ebenfalls in Erfahrung bringen, ob er Annatar sein Vertrauen schenkt.“
„Warum ließest du nach ihm schicken?“ fragte Galwene verwundert.
„Nun“ wandte sich Celeborn der Elbin zu. „Ich vernahm von den Zwergen, dass im Grünwalds Norden dunkle Wesen ihr Unwesen treiben. Sie verbergen sich im Schatten der Wälder. Oropher selbst ist in den Norden seines Reiches geritten und ich erwarte Bericht von seinen Beobachtungen.“
„Dunkle Wesen?“ Galwene blickte ihren Gemahl erstaunt von der Seite an. „Aber Sauron ist besiegt, wir haben Frieden seit über 50 Jahren.“
„Besiegt ist er, aber sein Geist verweilt noch in Mittelerde.“ entgegnete Galadriel und stand von ihrem Sessel auf. Sie ging langsam im Raum umher. „Was ist, wenn sein geschundener Körper geheilt wurde und sein verführerisches Gift erneut in den Landen verstreut wird?“
„Das wäre…“ Galwene fand keine Worte.
„Lasst uns den Bericht von Oropher abwarten.“ sprach Celeborn beschwichtigend.

Gilbrennil und Celebrian spazierten  in der Nachmittagssonne durch den herrlichen von Gilbrennil selbst angelegten Garten und dichteten weiter an ihrem Gesang. Gilbrennil war in die Zeilen ganz vertieft, während Celebrian die Herrlichkeit der zahlreichen Blumen bewunderte.
„Dein Garten ist wundervoll, Nel.“ erfreute sich die ältere Elbin an einem herrlich duftenden Strauch.
„Ich freue mich sehr über dein Lob.“ sprach Gilbrennil und lächelte.
„Mama sprach davon, dass du die Pflege der Gärten ganz deiner Mutter überlassen und dich lieber dem Heilen zuwenden möchtest.“
„Ja das ist wahr, ich habe Mama bereits gefragt und sie hat zugestimmt.“ gab Gilbrennil zu und bot ihrer Freundin den Arm an, den diese sofort annahm und sich einhakte.
„Du bist so voller Neugier, Nel und das bewundere ich an dir.“
„Und ich bewundere immer wieder deine Schönheit, Brian.“ Gilbrennil strich über die Hand ihrer Freundin und erfreute sich über ihr verlegenes Lächeln.
„Und ich liebe sie.“ sprach plötzlich eine ihnen wohl bekannte Stimme hinter ihrem Rücken.
Erschrocken wandten sich die beiden Elbfrauen um.
Gilbrennil entfuhr ein spitzer Freudenschrei, als sie ihren Bruder Glorfindel erkannte und fiel ihm ohne weiteres Zögern um den Hals.
„Oh Glorfindel.“
„Meine kleine Schwester, hier bin ich und stehe bei dem Fest heute Abend ganz zu deiner Verfügung.“
„Aber…aber Vater sagte, du verweilst im Grünwald.“
„Das ist wahr, aber er ließ nach mir schicken.“
„Vater steckt voller Überraschungen…“ Gilbrennil herzte ihren Bruder innig.
Nachdem er sie mahnte, ihn endlich los zu lassen, damit er Luft bekäme, erkannte Gilbrennil noch einen anderen Elbmann. Er stand im Hintergrund und auf seinen Lippen lag ein freundliches Lächeln.
„Du bist nicht allein!“ erkannte sie und nahm wieder Haltung an.
„Nein“ erinnerte sich Glorfindel wieder an seinen Begleiter. „Ich kam mit den Waldelben aus dem Grünwald und bin froh, dich endlich mit meinem treuesten Freund Laeth bekannt machen zu können.“
Gilbrennil, die schon recht viel über den Prinzen des Grünwalds vernommen hatte, blickte dem jungen Elben offen ins Gesicht.
Er war groß gewachsen, überragte ihren Bruder um einiges. Seine blonden Haare waren mit vielen Flechten versehen und seine blauen Augen blickten sie mit wachem Interesse und Neugier an. Sein braunes Gewand war schlicht für einen Prinzen. Auch trug er keinen Schmuck. Gilbrennil gestand sich ein, dass ihr die Erscheinung des Prinzen gefiel.
„Ich bin sehr erfreut, endlich Euren Anblick erfahren zu dürfen, Frau Gilbrennil.“ Er trat zu ihr und verneigte sich leicht.
Celebrian ließ ein leises Kichern vernehmen, aber bewahrte sogleich ihre aufrechte Haltung.
„Laeth ist sicher noch nie solch schönen Frauen begegnet und ich mag verlauten, dass meine Schwester und meine Cousine Celebrian die schönsten unseres Volk sind.“ prahlte Glorfindel. Nun musste Gilbrennil an sich halten, nicht laut heraus zulachen. Sie unterdrückte es  und räusperte sich. Dann verneigte sie sich ebenfalls. „Habt Dank für Eure Worte, Prinz.“
Laeths Blick schweifte zu Celebrian, die er ebenso eingehend wie ihre Cousine musterte.
„Nun, Glorfindel, ich möchte dir nicht Recht geben wollen, doch dieses eine Mal geb ich es.“
Die Elbinnen konnten ihre Erheiterung kaum noch unterdrücken. Sie senkten leicht ihre Blicke auf den sandigen Weg und verbissen sich ihr Lachen.
„Wie ich erkennen muss, erheitern Euch meine Worte?“ fragte Laeth mit ernsthafter Miene.
„Oh nein, Prinz“ versicherte Gilbrennil und sah wieder auf. Sie traf auf zwei tiefblaue Augen, die sie eingehend musterten. Dann gewahrte sie ein Lächeln auf seinen Lippen. Sie erwiderte es.
„Ich vernahm, dass dieser schöne Garten Euren Gedanken entsprungen ist?“
„Das ist wahr.“
„Dann darf ich Euch bitten, mir Euren Garten zu zeigen?“ Er bot ihr seinen Arm an.
Gilbrennil warf Celebrian einen verstohlenen Blick zu. Celebrian presste ihre Lippen zusammen, um ihr Lächeln zu verstecken.
„Gern“ entschied sich Gilbrennil und hakte sich bei dem Waldprinzen unter.
Glorfindel hob eine seiner schmalen Augenbrauen in die Höhe und blickte den beiden nach.
„Eine interessante Gesellschaft“ sprach er nachdenklich.
„Welche Gedanken hegst du, Cousin?“ fragte Celebrian, aber hatte ihre Augen nicht auf den blonden Elben, sondern auf ihre Cousine und den Waldprinzen gelegt.
„Nun, es ist ein interessanter Anblick.“ Glorfindel lächelte leicht. Dann erinnerte sich an sein Benehmen. „Oh verzeih, Brian, es ist nicht fein von mir, dich nicht um den Gefallen eines Spazierganges zu bitten.“ Er nahm ihre Hand und legte sie in seine.
„Du hast Recht, lieber Cousin. Das ist wahrlich nicht fein von dir.“
Mit einem Lächeln auf den Lippen folgten die beiden Elben Gilbrennil und Laeth.
„Euer Garten ist schön“ sprach der Waldelbe wiederum.
„Ich danke Euch für Eure Worte, Laeth.“ Gilbrennil sah dem Elben ins Gesicht und betrachtete seinen schmalen Mund. In ihr kroch die Neugierde auf und sie beschloss dieser nachzugeben.
„Ich muss gestehen, dass ich noch nie Elben aus Eurem Volk begegnet bin, obwohl unsere Väter eine enge Freundschaft verbindet. Ich bin voller Neugier.“
Laeth wandte seinen Kopf zu der kleineren Elbin. „Neugier?“ fragte er mit unverhohlenem Erstaunen.
„Ist Euch meine Neugier nicht angenehm?“
„Nein, das ist sie, aber mich überkommt die Frage, welche Neugierde Euch beschäftigen könnte.“
„Vergebt mir, wenn ich forsch erscheine. Aber erzählt mir alles über Grünwald.“
Laeth sah deutlich das Aufleuchten in ihren silberfarbenen Augen und er gab zu, dass es ihm gefiel.
„Grünwald…“ wiederholte er ihre Worte nachdenklich.
„Oh ja, Eure Heimat. Mein Vater sprach von hohen Bäumen und saftig grünen Wiesen. Und von dem Zauber in Eurem Wald.“
Laeth sprach mit viel Wärme im Herzen von seiner Heimat und erzählte der jungen Elbin von der Schönheit seines Reiches.
Wenig später betraten die beiden Elbinnen ihre gemeinsamen Gemächer.
„Du warst auffallend lange an der Seite des Waldprinzen“ merkte Celebrian an.
„Ich fragte ihn über seine Heimat aus.“ Gilbrennil seufzte verträumt auf und warf sich rücklinks auf das Himmelbett. „Oh Brian, nach Laeths Erzählungen ist der Wald voller Zauber. Ich habe ihn gefühlt, während er davon sprach.“
„So, der Zauber des Waldes…“ Celebrian setzte sich zu ihrer Cousine. „Oder war es der Zauber des Waldelben?“
Gilbrennil öffnete ihre Augen und blickte Celebrian erstaunt an. „Wie sind deine Gedanken, Brian?“
„Du bist mit ihm durch deinen Garten spaziert und eine Vertrautheit war zwischen euch zu spüren.“
Gilbrennil erhob sich und schüttelte mit erschrockenem Gesichtsausdruck ihren Kopf.
„Oh nein, Brian.“ entgegnete sie schnell. „Wir sprachen über den Grünwald.“
„Das mag sein, aber ihr beide habt den Eindruck erweckt, euch zu mögen.“ Celebrian blickte ihrer Cousine tief in die Augen, um ihre wahren Gefühle darin entdecken zu können. Doch sie erkannte nur Entsetzen.
„Ich … oh nein.“ Gilbrennil stand auf und fing an, ihren Weg durch das Gemach zu bahnen. „Oh Brian, sind das deine Gedanken?“
„Nun, ihr gabt euch recht vertraut.“
„Nein, nein, nein…“ schüttelte Gilbrennil den Kopf. „Ich geb zu, dass mich die Erzählungen des Waldelben verzaubert haben und ich ihn gern mag, aber ich hege keinerlei andere Gedanken.“
„Nun, wir werden sehen, wie der Waldelb darüber denkt.“
Vier Elbinnen betraten die Gemächer und brachten die Kleider der beiden für das Fest. Gilbrennil und Celebrian hatten seit je her darauf bestanden, sich selbst anzukleiden und nicht die Dienste von anderen Elbfrauen in Anspruch zu nehmen. So verließen die Elbinnen wieder die Gemächer.
Während Gilbrennil das Haar ihrer Cousine bürstete und einflocht, sang sie ein heiteres Lied, in das Celebrian bald einstimmte.
„Sag, Nel, gibt es Nachricht von Gleex?“ fragte Celebrian und reichte ihrer Cousine die Haarbürste.
„Nein. Dieser Zwerg ist heute wie auch die letzten Male nicht zum verabredeten Zeitpunkt erschienen.“ antwortete Gilbrennil mit Besorgnis in ihrer Stimme. Es kam vor, dass der Zwerg einen Tag ihr Treffen nicht einhielt, aber Gilbrennil wartete seit 5 Tagen auf ihn.
„Gleex liebt euer Beisammensein, warum sollte er es meiden?“ sprach Celebrian die Gedanken ihrer Cousine aus.
„Ich weiß es nicht, Brian. Vielleicht lässt ihm seine neue Aufgabe keine Gelegenheit für ein Gespräch mit einer Elbin.“
„Nein, Nel. Das würde er nicht tun.“
„Ich weiß, aber ich trage Sorge, dass ihm etwas zugestoßen ist.“ Gilbrennil seufzte und bürstete Celebrians Haar mit langen Strichen.
„Ich habe in Erfahrung gebracht, dass mein Vater am morgigen Tag beabsichtigt, den Zwergenfürsten Durin auf zu suchen.“ erinnerte sich Celebrian an das Gespräch zwischen ihrem Vater und ihrer Mutter. „Du könntest ihm eine Nachricht mitgeben.“
Gilbrennil schüttelte den Kopf und entgegnete: „Nein, das werde ich nicht tun. Ich würde mich und Gleex verraten und das möchte ich nicht.“
Celebrian wiegte ihren Kopf hin und her. „Sonst sehe ich aber keinen Möglichkeiten zu erfahren, ob Gleex etwas zugestoßen ist.“
Gilbrennil schwieg für einen Moment und widmete sich dem blonden Haar ihrer Cousine.
„Brian, ich weiß, wie ich in Erfahrung bringe, warum Gleex nicht mehr zu unseren Treffen kommt.“
Celebrian, die schon an Gilbrennils Stimme erkannte, dass die Elbin etwas im Schilde führte, horchte gespannt auf.
„Ich werde deinen Vater in den Berg begleiten“
„NEL!“ Celebrian wandte sich ihr um und blickte sie entsetzt an. „Das darfst du nicht. Uns ist es verboten, den Berg zu betreten. Mein Vater wird es dir nie erlauben.“
„Muss er auch nicht.“ erwiderte Gilbrennil mit einem Lächeln auf den Lippen. „Er wird mich nicht bemerken.“
Celebrian sah sie nachdenklich an und schüttelte mit dem Kopf. „Du wirst entdeckt werden und den Zorn deiner Eltern auf dich ziehen.“
„Nein, das wird nicht geschehen. Ich werde mich als Soldat verkleiden. In der Rüstung und mit einem Schwert in der Hand wird mich niemand erkennen.“
„NEL!“ Celebrian nahm die Hand ihrer Vertrauten und drückte sie fest. „Ich bitte dich, tu es nicht.“
Gilbrennil presste ihre Lippen zusammen. Für ihre Cousine war das ein Zeichen, dass die silberblonde Elbin sich bereits entschieden hatte.
„Oh Nel, du bringst dich stets selbst in Schwierigkeiten und nun auch noch in Gefahr.“
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