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Im Bann des Grünblatts

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12
Celebrían Elrond Ereinion / Gil-galad Galadriel Glorfindel Thranduil
16.03.2016
03.04.2016
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Gilgalad blickte mit verzweifelten Gefühlen auf seine Frau, die alle unabdinglichen Habseligkeiten aus ihrem Gemach einsammelte und in eine der zahlreichen Kisten verstaute.
„Papa, ist Eregion weit?“ fragte Gilbrennil, die auf dem Boden saß und ihre Mutter mit großen fragenden Augen bei ihrem Tun beobachtete.
Gilgalad seufzte schwermütig auf und setzte sich zu seiner Tochter. „Nel, Liebling. Wir haben es dir jetzt so oft erklärt.“ sprach er belehrend auf das kleine Elbenmädchen ein. „Eregion ist weit weg und ihr werdet lange Wege gehen müssen. Aber…“ Der Elbmann zog seine Tochter auf den Schoss und strich ihr sanft durchs Haar. „dort werden deine Mutter und du, mein kleiner Stern, sicher sein.“
Gilbrennil schien kurz nachzudenken, denn sie hob ihr Gesicht gegen Himmel und kniff ihren Mund zusammen. „Vater, was ist sicher? Und warum kommt Glorfindel nicht mit?“
Galwene blickte auf und sah ihren Mann mit Tränen gefüllten Augen an. Gilgalad wurde das Herz noch schwerer, denn Gilbrennil hatte ihm eine seiner schwierigsten Entscheidungen in Erinnerung gerufen. Glorfindel sollte in Lindon bleiben und mit seinem Vater in den Kampf ziehen, was bei Galwene auf Unverständnis und viele Tränen gestoßen war. Sie wollte nicht, dass sich ihr Sohn dieser Gefahr aussetzte und empfand, dass er zu jung für einen Krieg war. Gilgalad ließ sich  aber in seiner Entscheidung nicht mehr beirren. Es hatte einen Streit gegeben, der noch Versöhnung verlangte und in beiden Herzen schwer wog.
Glorfindel selbst war bereit, in Lindon auf dem Schlachtfeld seinem Vater bei Seite zu stehen, hatte er doch das Führen seines Schwertes hervorragend erlernt. Der junge Elbe wollte nichts von einer Flucht nach Eregion wissen.
Gilgalad strich seiner Tochter wieder übers Haar und gab ihr einen Kuss. „Versprich mir, Nel, dass du gut auf deine Mutter achtgibst.“
Das kleine blonde Mädchen nickte eifrig und gab ihrem Vater einen sehr geräuschvollen Kuss auf die Wange. „Versprochen, Ada, ich werde auf sie achtgeben und sie vor bösen Wesen beschützen.“
Wenig später, als Gilbrennil in ihrem Bett fest schlief, deckte Galwene sie behutsam zu und gab ihr einen liebevollen Kuss. Gilgalad sah diese vertrauensvolle Geste mit schwerem Herzen und  ergriff die Gelegenheit, nochmals mit seiner Frau ein Gespräch zu führen, dass nicht in Tränen und Streit enden sollte. Als Galwene leise das Gemach ihrer Tochter verließ, bat Gilgalad seine Frau in ihre gemeinsamen Räume. Die Elbin seufzte schwermütig auf, folgte ihm und nahm auf einem der blauen Sessel Platz.
Gilgalad setzte sich zu ihr und verschlang seine Hände in ihre.
„Nene, Glorfindel ist bereit, an meiner Seite zu stehen.“
Galwene schloss die Augen und schüttelte leicht den Kopf. „Ich will davon nichts mehr hören, Gil.“ „Liebling, Glorfindel ist 52 Jahre alt. Er ist bereit, mit mir in den Kampf zu ziehen und seine Heimat zu verteidigen.“
„Ich weiß, Gil.“ Galwene strich sich übers Gesicht. „Ich sprach mit Glorfindel und weiß, wie seine Gedanken sind. Aber es ändert sich für mich nichts. Ich trage schon genug Furcht um dich und jetzt muss ich auch noch um meinen Sohn bangen.“
Gilgalad umschlang seine schöne Frau, die ihn mit traurigem Blick ansah.
„Seit Auris´ Tod trage ich ständig Furcht in mir, dass ich die verliere, die mir am liebsten sind.“ Schluchzend schmiegte sich Galwene an ihren Mann und weinte.
Gilgalad seufzte innerlich betrübt auf und ahnte, wie es schwer Galwene fiel, ihn und besonders Glorfindel in den Krieg ziehen zu sehen.
Seit dem tragischen Tod ihrer engsten Vertrauten Auris war die Herrin von Lindon nicht mehr die Selbe. Sie war schreckhafter und empfindlicher, besonders was ihre Kinder betraf und lachte seltener.
Umso wichtiger empfand Gilgalad, dass sie zu ihrer Schwester Galadriel in das neu gegründete Reich Eregion ging. Dort würde sie eine andere Umgebung und ihre Schwester um sich haben. Er wünschte sich innig, dass sie wieder aufblühte und neuen Lebensmut schöpfte.
„Auris ´Tod war ein schwerer Verlust für dich, mein Liebling. Wir alle haben sie beweint und betrauert.“
Gilgalad dachte mit Wehmut an die schöne Elbin und ihren Gemahl. Oropher, Auris´Gemahl war vor seinem Fortgang aus Lindon seinen engsten Berater und Vertrauter gewesen. Doch der Schmerz und die Trauer ließen den Elbmann fast verzweifeln. Er verließ mit seinen Söhnen Thranduil und Laeth und einen Handvoll Elben Lindon, um sich im Grünwald bei den dort lebenden Waldelben nieder zu lassen. Die Elben des Grünwalds würden unter Orophers Führung in wenigen Tagen in Lindon eintreffen und mit ihm in den Kampf ziehen.
Doch davon sollte Galwene nichts erfahren, denn nur der Gedanke an den Mann ihrer geliebten Freundin würde wiederum alte Erinnerungen wachrufen.
Sanft gab der dunkelhaarige Elbe seiner Frau einen Kuss auf die Stirn.
„Ich liebe dich, Nene. Und wir werden sehr bald wieder vereint sein. Du, unsere Kinder und ich werden sehr bald wieder unbeschwert über unsere Wiesen gehen können.“
Galwene blickte ihren Mann liebevoll an und streichelte über seine Wange. „Ich liebe dich auch, Gil. Und ich wünsche jetzt diesen Tag bereits heran.“
Gilgalad küsste eine Frau zärtlich und zog sie näher zu sich.

In den frühen Morgenstunden verabschiedete Gilgalad seine Familie mit schwerem Herzen. Er drückte die kleine Gilbrennil fest an sich und küsste seine Frau liebevoll. Glorfindel herzte seine Mutter ebenfalls und knuffte seine Schwester liebevoll in die Seite.
„Und wehe, Nel, wenn du nicht eine Länge gewachsen bist, wenn ich nach Eregion komme.“ warnte er scherzhaft und küsste sie auf die Wange.
„Ha, ich werde um mindestens 2 Längen gewachsen sein.“ verkündete das kleine Elbenmädchen mit hochmütiger Miene.
„Pass auf dich auf, kleine Schwester.“ Glorfindel drückte ihr einen Kuss auf die Nase und übergab sie seiner Mutter, die ihn mit eindringlichem Blick betrachtete.
„Mutter, es ist mein Entschluss.“ sprach Glorfindel leise, die Gedanken ihrer Mutter erratend.
„Ich weiß.“ seufzte Galwene und schloss ihren Sohn in ihre Arme. „Achte auf dich, Glorfindel.“
„Das werde ich, Mutter.“ Der Elbmann küsste seine Mutter auf die Stirn.
Gilgalad half seiner Frau auf ihr Pferd und übergab ihr seine Tochter.
Die Gefolgschaft von 50 Elben setzte sich in Bewegung und Galwene schloss sich ihnen an. Sie drückte Gilbrennil fester an ihren Körper und blickte ihren Mann zum letzten Mal ins Gesicht.
„Ich liebe dich, Nene.“
„Ich dich auch, Gil.“
„Ich liebe dich auch, Ada.“ rief Gilbrennil und winkte ihrem Vater nochmals zu. Dann trieb Galwene ihr Pferd an und ritt davon.
Gilgalad blickte ihnen lange nach und fragte sich, wann er sie wiedersehen würde.
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