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Im Bann des Grünblatts

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12
Celebrían Elrond Ereinion / Gil-galad Galadriel Glorfindel Thranduil
16.03.2016
03.04.2016
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24.03.2016 2.695
 
Im Morgengrauen erwachte Celebrian aus einem süßen Traum und seufzte glücklich auf. Dann fiel ihr Blick auf ihre Cousine, die bereits mit dem Anlegen der Uniform beschäftigt war. Celebrian erinnerte sich an Gilbrennils Vorhaben und richtete sich auf.
„Oh Nel, tu das nicht.“
„Warum nicht?“
„Es ist zu gefährlich. Und dein Vater hat es verboten.“
„Es wird mich keiner erkennen, Brian. Letzte Nacht ist es gut gegangen.“
„Das muss es aber dieses Mal nicht.“
„Es wird alles gut gehen.“ beruhigte Gilbrennil sie. „Du wirst sehen, ich bin zum Mittagsmahl wieder bei dir.“
Celebrian seufzte. Sie wusste, dass alles Zureden ihre Cousine von ihrem Plan nicht abhalten würde und gab es auf. Sie erhob sich und half GIlbrennil, den Helm aufzusetzen.
„Pass auf dich auf, versprich es mir.“ erbat sie sich.
Die jüngere Elbin nickte und nahm Celebrians Hand in ihre. „Sei unbesorgt, Brian. Ich werde Gleex sehen und mit ihm sprechen. Du weißt, dass ich sonst keine Ruhe finden würde.“
Celebrian seufzte erneut auf und küsste ihre Cousine auf die Stirn.

Wenig später gesellte sich Gilbrennil in ihrer Uniform zu den Wachsoldaten am Tor und stellte sich in die Reihe, die zum Abmarsch in den Berg bereit stand. Sie sah nur auf, wenn sie sich sicher sein konnte, dass sie unbeobachtet war. Die Wache nahm Haltung an. Ein Zeichen, dass die hohen Herren zu ihnen getreten waren.
„Ich bin erfreut, dass auch Ihr den Weg in den Berg nehmen wollt, Thranduil.“ vernahm Gilbrennil eine Stimme, die sie als Celeborns erkannte.
„Nun, es war der Wunsch meines Vaters, Euch zu begleiten.“ sprach der Prinz des Grünwalds mit recht kühler Stimme. „Ich meide die Gesellschaft der Zwerge.“
Welche Worte ihr Onkel darauf erwiderte, konnte Gilbrennil nicht mehr hören, denn die Soldaten setzten sich in Bewegung. Die Elbin schritt unbehaglich in der Reihe der kleinen Eskorte und war sich unsicher, ob Thranduils Anwesenheit ihren Plan durchkreuzen könnte. Ihr kam die letzte Begegnung mit dem Waldprinzen in den Sinn. Er war ihr sehr nahe gekommen. Ahnte er, dass sie unter der Verkleidung gesteckt hatte? Aber hätte er sie dann nicht enttarnt? Gilbrennil war im Begriff, ihren Plan abzubrechen.
Doch diese Entscheidung wurde ihr abgenommen, denn die Eskorte hielt inne und die Soldaten stellten einen Halbkreis um ihre Herren. Gilbrennil erblickte eine Schar Zwerge, die den Fürsten und den Prinzen begrüßten und zum Berg bringen würden.
„Elbling, was tust du?“ fuhr sie plötzlich ein Elbsoldat an. Gilbrennil zuckte zusammen und erstarrte. Sie war nicht mit in die Reihe getreten. Nun stand sie allein mitten im Weg und zog die Aufmerksamkeit auf sich. Der befehlshabende Elbsoldat Dagal stieß sie in den Halbkreis. Sie stolperte leicht, fing sich aber und nahm eine aufrechte Haltung an.  Gilbrennil verwünschte Dagal und beschloss ihm in nächster Zeit einen Besuch abzustatten. Sie nahm Haltung an, beobachtete die Gesten der Soldaten neben ihr. Aber sie wagte kaum aufzusehen, denn ihre silberfarbenen Augen wären ihr Verhängnis.
So entging ihr aber Thranduils Blick. Der Elbmann war auf den kleinen Zwischenfall aufmerksam geworden und musterte den Elbling mit prüfenden Augen. Er war sich sicher, diesem bereits begegnet zu sein. Als ihm bewusst wurde, woher, verengten sich seine Augen zu schmalen Schlitzen und der Ansatz eines Lächelns lag um seine Mundwinkel.
Doch wenige Augenblicke später forderten die Zwerge seine Aufmerksamkeit. Gemeinsam mit der Eskorte von 10 Wachzwergen gingen die Elben in den Berg.
Gilbrennil durchschritt als eine der letzten das steinerne Tor. Wie oft hatte sie mit Gleex darüber gesprochen, durch dieses Tor hindurch zu gehen, doch hatte es nie gewagt. Mit Neugier und viel Mut in ihrem Herzen betrat Gilbrennil das Reich der Zwerge.
Zunächst erwartete sie Dunkelheit und ein langer Gang ins Innere des Berges. Hinter ihr schlossen sich zwei weitere Zwerge mit Speeren in der Hand der Eskorte an. Gilbrennil blickte verstohlen nach hinten. War einer von ihnen Gleex?
Sie vernahm Befehle von Dagal und widmete ihre Aufmerksamkeit wieder den Elbsoldaten vor sich. Nach wenigen Schritten erreichten die Elben die Vorhalle und hielten kurz inne. Andere Zwergsoldaten übernahmen nun die Führung und lösten ihre Vorgänger ab. Gilbrennil blieb genug Zeit, sich umzusehen und tat dies mit weit aufgerissenen Augen.
Vor ihr tat sich eine riesige in Stein gehauene Säule auf, die sie bis zu ihrem Ende verfolgte und so ihren Kopf in den Nacken legen musste. Sie senkte ihr Haupt wieder und vergaß für einen Moment, dass sie unentdeckt bleiben wollte.
Die Vorhalle war mit vielen dieser Säulen, die die Elbin soeben bewundert hatte, versehen, sie ragten wie Ungetüme hinauf. Die Feuerschalen an den Wänden der Halle ließen die riesigen Stützen in allen dunklen Farben schimmern und warf lange Schatten voraus. Gilbrennil bewunderte die schönen Brauntöne an den Steinwänden und erkannte an den Säulen feine Verzierungen. Der Elbin fiel es schwer, nicht zu den Pfeilern zu treten, um sie zu berühren. Die Gefahr, entdeckt zu werden, war einfach zu groß. Sie konnte aber nicht umhin, sich weiter umzublicken und konnte in der Ferne kleine abgehende Zugänge erkennen. Gleex hatte von diesen Zugängen gesprochen und dass er in einem von diesen kleineren Höhlen als Wache abgestellt sei. Doch sie konnte sich nicht wegstehlen, denn Dagal rief zum Weitermarsch auf. Eilig reihte sie sich wieder ein und folgte mit den Elbsoldaten der Eskorte der Zwerge ins Berginnere.
Thranduil, dem der kleine Elbling nicht aus dem Kopf gegangen war, lächelte leicht vor sich hin, während sie ihren Weg durch die große Halle bahnten.
Der Elbling hatte bereits letzte Nacht seine besondere Aufmerksamkeit erregt. Ein Soldat, auch wenn er noch nicht ausgebildet war, benahm sich anders. Seine Haltung und auch seine Unbeholfenheit verrieten dem Prinzen, dass dieser Soldat entweder noch sehr unerfahren oder aber gar keiner war. Oder sollten die Verteidiger Eregions so nachlässig mit ihren Elblingen umgehen?
Während der Ablösung der Zwergenwache hatte Thranduil die Gelegenheit wahrgenommen und den recht schlanken jungen Soldaten beobachtet. Er hatte sich zunächst von ihm abgewandt, aber als sein Blick bewundernd durch die Halle gestreift war, wurde es gewiss. Thranduil erkannte die in dem Schein der Feuerschalen silberglänzenden Augen sogleich und hob begreifend seinen Kopf an. Sein Gesichtsausdruck wurde nachdenklich und seine Augen zu kleinen Schlitzen. Dann lief erneut ein leichtes Lächeln über seine Gesichtszüge.
Als die Eskorte sich wiederum in Bewegung setzte, rief er seinen Hauptmann Farion an seine Seite.„Farion“ sprach er mit leiser, aber strenger Stimme zu dem dunkelhaarigen Waldelben. „Ich habe einen besonderen Auftrag für Euch.“
"Ja, mein Herr.“ Farion vernahm die Anweisung und verneigte sich. Dann entfernte er sich.
Gilbrennil durchschritt mit den Soldaten die Vorhalle und wagte sich, nach allen Seiten nach Gleex Ausschau zu halten. Sie hatten die Halle fast schon verlassen, als sie ihn endlich aus einen der zahlreich angelegten Zugänge heraus kommen gewahrte.
„Gleex…“ rief sie leise und blickte sich um. Einige Elben hatten bereits die nächstangrenzende Halle betreten und niemand achtete auf den kleinen Elbling. Gilbrennil nahm die Gelegenheit wahr und stahl sich davon. Sie versteckte sich unbemerkt hinter einer der großen Säulen nicht weit entfernt von der Steinwand und tauchte in die Dunkelheit hinab. Mit schnell klopfendem Herz stand sie steif an die Wand gelehnt und lauschte.
Niemand schien ihr Verschwinden bemerkt zu haben, so wagte sie einen Blick aus ihrem Versteck. Sie sah die Wachen an sich vorbei gehen und erkannte zu ihrer Freude ihren Freund unter ihnen.
„Gleex!“ rief sie leise, aber er hörte sie nicht. Gilbrennil wartete, bis er auf gleicher Höhe mit ihr war und zog ihn dann aus der Reihe heraus.
„Gleex, ich bin es.“ gab sich Gilbrennil sogleich zu erkennen.
Gleex war vollkommen überrascht, als er plötzlich aus seiner Truppe gezogen wurde und dachte bereits, dass der befehlshabende Zwerg Brogar ihn wieder zurechtweisen wollte.
„Was…“ fragte er verwirrt und blickte an der elbischen Uniform hinab.
„Ich bin es, Nel. Oh Gleex…“ Die Elbin wollte ihn in die Arme schließen, doch der Zwerg stieß sie leicht grob weg.
„Nel, was tust du hier? Das ist Wahnsinn!“ Hektisch blickte sich Gleex um. Sollte man sie beide hier entdecken, wäre es um ihn geschehen. Doch niemand nahm Notiz von dem ungleichen Paar.
„Komm… ich weiß, wo wir uns ungestört unterhalten können.“ Gleex nahm die Hand der Elbin und führte sie zu einem der Gänge. Als ihnen eine Schar Zwerge entgegenkamen, duckten sie sich in die Dunkelheit der riesigen Säulen weg.
„Was wollen die Spitzohren hier?“ hörte Gilbrennil einen der vorbeigehenden bärtigen Männer zu einem anderen sprechen.
„Wer weiß, die stecken doch ihre Nasen überall hinein und denken, sie müssen sich in unsere Belange einmischen.“ gab der andere zurück.
Gilbrennil blickte den Zwergmann neben ihr nachdenklich an. Gleex zuckte hilflos mit den Schultern und umgriff ihre Hand fester. „Komm“ flüsterte er.
Er führte sie in eine kleine Kammer, die nur zum Putzen der Waffen diente. Es roch nach Nelkenöl, welches Gilbrennil in die Nase stach und ihr Tränen in die Augen trieb.
Gleex schloss die Tür und wandte sich sogleich mit Vorwürfen an sie: „Warum bist du hier? Weißt du, wie gefährlich es für dich ist?“
„Ja, ich weiß“ flüsterte Gilbrennil und versuchte, zu Luft zu kommen.
„Was hast du?“ fragte Gleex besorgt und trat zu ihr heran.
„Der Geruch des Nelkenöls ist meiner Nase nicht angenehm.“
„Oh, ja, in dieser Kammer reinigen wir unsere Schwerter. Ich habe hier wochenlang geputzt, so dass ich meine Nase gegen diesen Geruch abgestumpft ist.“
„Warst du deshalb nicht im Wald?“ wollte Gilbrennil wissen und nahm ihren Helm ab.
„Ja, ich konnte nicht, so sehr ich es auch wollte. Ich musste alle Schwerter reinigen und in die Schmiede bringen.“
„Gibt es einen besonderen Anlass, dass alle Waffen blank sein müssen?“ fragte Gilbrennil verwundert. Es war nichts Neues, dass die Zwerge ihrem Freund so lästige Aufgaben übergaben. Aber das Reinigen aller Waffen war eine fast schier unlösbare Angelegenheit.
„Nun…ich weiß es nicht genau.“ Gleex kratzte sich am Kopf und ging in dem kleinen Raum zwei Schritte auf und ab. „Unser König hat es befohlen, nach dem der Elbmann im Berg war.“
„Welcher Elbmann?“ hakte Gilbrennil überrascht nach.
„Ich weiß nichts genaues, Nel. Ich bin stets in diesem Raum gewesen und habe nur den Gesprächen der Wachen gelauscht, die sich ihre Schwerter abgeholt haben.“
Gilbrennil dachte einen Moment lang nach. Ein Elbe im Berg? Wer konnte das sein? Ihr Onkel und Thranduil waren die ersten Elben seit längerer Zeit, die das Zwergenreich betraten. Welcher Elbe würde sich noch Zutritt verschaffen? Es erschien ihr sonderbar.
Gilbrennil schüttelte ihre Gedanken ab und wandte sich wieder zu ihrem Freund. „Gleex, ich bin froh, dich zu sehen. Celebrian und ich trugen Furcht, dass dir etwas geschehen wäre.“ Die Elbin umarmte den Zwergen und herzte ihn innig.
„Es tut mir sehr leid, Nel, aber es war mir nicht möglich, in den Wald zu kommen. Und in nächster Zeit wird es ebenfalls schwierig sein.“
„Das ist nicht tragisch, Gleex. Auch ich reite wenig in den Wald, denn ich habe ein neues Gewächshaus erbauen lassen und werde in diesem meine Heilkräuter anpflanzen. Ich kann den Vorwand, im Wald Kräuter zu sammeln, nicht mehr vorbringen und das Tor bleibt mir verschlossen.“
„Das ist traurige Kunde.“ sprach Gleex betrübt. „Aber über diese Gegebenheiten soll unsere Wiedersehensfreude nicht getrübt sein.“
„Oh nein, du sprichst wahr, mein Freund. Ich bin voller Freude, dass du wohlauf bist.“ Gilbrennil nahm ihn fest in ihre Arme.
„Berichte mir von deinem Gewächshaus“ bat Gleex neugierig, der es sehr begrüßte, dass sich seine langjährige Freundin mit dem Studium der Heilung befasste.
„Oh…“ Gilbrennil sprach von ihrem neu gebauten Haus, von den vielen Kräutern, die ihr aus Lothlorien mitgebracht werden sollten. Auch sprach sie von Elrond und Celebrian.
„Denkst du, Brian hat sich ernsthaft in den Elbmann verliebt?“ fragte Gleex nachdenklich nach.
„Ja, glaub mir, sie hat noch nie von einem Mann mit so viel Glanz in den Augen gesprochen.“ versicherte die Elbin und lächelte.
„Ist er ein guter Elbe und unserer Brian würdig?“
„Oh glaub mir, er erfüllt alles, was wir uns für sie wünschen können. Elrond ist tapfer, gutherzig, sanft und liebevoll. Er würde sie sehr glücklich machen, dessen bin ich mir sehr sicher.“
„Aber…“
„Wie meinst du dein ABER?“
„Warum fragt er sie nicht… wenn beide sich gern haben…“ verstand Gleex den Umstand nicht.
„Nun, Celebrian darf sich ihren Gemahl nicht einfach erwählen…“ erklärte Gilbrennil seufzend. „Ihre Eltern werden die Wahl bestimmen.“
„Ihr Elben seid ein merkwürdiges Volk.“ brummte Gleex ohne Verständnis.
„Es ist leider so Brauch, meine Tante und mein Onkel schätzen Elrond aber ebenso sehr, wie er meinem Vater teuer ist.“
„Also wird er Brian zur Frau bekommen.“
„Anzunehmen.“
Gleex seufzte zufrieden und dachte an die blonde Tochter Eregions, an ihrer heiteren Gedichte und ihren wunderschönen Gesang.
„Ich gebe zu, ich beneide den Elbmann Elrond.“ gab er zu.
„Warum?“
„Weil Brian so schön ist und wenn sie singt, einem das Herz aufgeht.“
„Jetzt wirst du albern, Gleex.“ kicherte die Elbin unbeherrscht.
„Nein, glaub mir, als Brian das erste Mal im Wald ihre Stimme erhoben hat und dieses wundervolle Lied über Eregion gesungen hat, war mir ganz leicht ums Herz. Ich hatte alle Sorgen und Furcht vergessen.“
„Ja, es ist Brians Gabe, mit ihrem Gesang jedes Wesen zu verzaubern.“
Gleex seufzte. Dann blickte er seine langjährige Freundin an. „Und du, Nel? Hast du dir bereits einen Mann erwählt?“
Gilbrennil blickte den Zwerg erstaunt an. „Nein, das habe ich nicht und ich denke, dass mir diese Wahl nie bevorsteht.“
„Warum nicht? Nehmen dir deine Eltern diese ab?“
„Nein, sie überlassen mir alle Freiheit in diesen Belangen, aber ich habe beschlossen, dass ich mir keinen Gemahl an meiner Seite wünsche.“
„Aber Nel…“ Gleex schüttelte verständnislos den Kopf. „Selbst ich habe eine Frau gefunden, die ich zu ehelichen gedenke.“
„Wirklich?“ Neugierig riss die Elbin ihre Augen auf. „Hat Herda dich erhört?“
„Ja, das hat sie. Ich werde recht bald bei ihren Eltern vorsprechen.“
„Oh Gleex, das freut mich für dich.“
Der Zwerg wiegte seinen Kopf hin und her. „Ich freue mich auch. Herda wird mir eine gute Frau sein.“
„Und du ihr ein guter Gemahl.“
Gleex lächelte glücklich, so dass Gilbrennil ihn erneut herzte.
Da ertönte eine Fanfare aus der großen Halle.
„Oh, die Wachen werden gerufen.“ Erkannte Gleex den Ruf. „Setz schnell deinen Helm wieder auf und folge mir raus.“ Gleex übergab voller Hast den Helm.
Doch Gilbrennil zog den Zwerg nochmals an sich. „Gleex, versprich mir, ganz gleich, was geschieht: Wir bleiben Freunde!“
„Ich verspreche es, Nel. Für immer.“
Die Elbin küsste ihn auf die Stirn. „Für immer“
Dann setzte sie den Helm auf und beide verließen verstohlen die Kammer. Nur ein kurzes Aufsehen beider hätte gereicht und ihnen wäre der Anblick des Hauptmanns Farion zuteil geworden. Der Elbmann stand im Halbschatten. Er hatte zwar nicht vernommen, was in der Kammer gesprochen worden war, aber seinen Auftrag hatte er erfüllt.
Die Eskorte der Elben erschien wieder in der großen Vorhalle und Gilbrennil gesellte sich unbemerkt zu ihnen. Sie warf Gleex noch einen liebevollen Blick zu, bevor sie mit ihrem Volk den Berg verließ.
Farion trat während des Marsches in die Stadt Idhil an die Seite seines Herrn.
„Was konntet Ihr in Erfahrung bringen, Farion?“ fragte Thranduil kühl.
„Der Elbling ist eine Frau und ihr Name ist Gilbrennil.“ berichtete der Hauptmann. „Sie traf auf einen Zwergen der Wache und unterhielt sich lange mit ihm. Sie schienen freundschaftliche Gefühle füreinander zu haben, sprachen sehr vertraut. Allerdings…“ Farion nahm mehr Haltung an. „konnte ich das Gespräch nicht belauschen.“
„Ich danke Euch, Farion.“ Zeigte sich der Prinz aber zufrieden. „Bewahrt Stillschweigen über diese Beobachtungen.“
„Jawohl, mein Herr.“
In Idhil angekommen, wartete Gilbrennil geduldig, bis die hohen Herren sich zurück gezogen hatten und die Eskorte abstellt wurde.
Eiligen Schrittes lief sie durch die Gärten, um den kürzesten Weg in ihre Gemächer nehmen zu können. Sie wusste, dass Celebrian sie dort erwartete und wollte ihr sogleich die Neuigkeiten von Gleex berichten.
„Elbling!“ vernahm sie im Fuchiensgarten eine Stimme hinter sich und blieb erschrocken stehen. Diese tiefe strenge Stimme erkannte sie aus allen heraus: Thranduil!
Gilbrennil war in Versuchung, sogleich die Flucht zu ergreifen. Aber ehe sie sich dazu entschlossen hatte, trat der Waldelbe bereits neben sie.
„Wohin des Weges und dann noch so in Eile?“ Der spöttische Unterton in seiner Stimme behagte der Elbin ganz und gar nicht.
„So schweigsam, Gilbrennil?“
Gilbrennil stockte der Atem.
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