Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Another Start

von MSchnurri
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Adrian Ivashkov Dimitri Belikov Rosemarie "Rose" Hathaway Vasilisa "Lissa" Dragomir
16.03.2016
01.09.2019
9
18.722
7
Alle Kapitel
26 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
01.09.2019 2.406
 
Kapitel 9 - Schöner Morgen

Zitat des Kapitels: "Glück ist die Summe schöner Momente."

Anmerkung:
Ich habe leider schon wieder ewig kein neues Kapitel hochgestellt. Es tut mir auch leid.
Aber ich habe jetzt die ersten Prüfungen für das Ende meiner Ausbildung hinter mir! Hurra! Bis jetzt habe ich alle bestanden.  :)
Das nächste Kapitel ist schon zur Hälfte fertig, daher hoffe ich es muss nicht ganz so lange auf sich warten lassen wie das Kapitel hier jetzt.
Wenn ihr Wünsche, Anregungen oder einfach auch nur Feedback habt, gerne was schreiben. :) Freue mich über jede Rückmeldung.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Ganz sanft werde ich von dem herein strahlenden Sonnenlicht sowie den köstlichen Geruch von Pfannkuchen geweckt. Für eine kurzen Moment schaue ich mich kurz um. Kein Wecker, keine Kinder die auf meinen Bett rumspringen und kein Adrian der mich schon früh morgens um den Verstand bringt. Ich werfe einen Blick auf den Wecker auf meinem Nachtschrank. Dieser verrät mir das es bereits schon 8:30 ist. So angenehm bin ich schon lange nicht mehr aufgewacht.
Für eine Millisekunde habe ich Panik um meine Kinder, da es eben so ungewöhnlich ist, aber wer der etwas böses will, würde bleiben und Pfannkuchen machen? Zudem können meine kleinen Schätze manchmal einen so auf die Nerven gehen, derjenige würde sie wahrscheinlich binnen einer Stunde zurück bringen.
Kopfschüttelnd stehe ich auf und ziehe mich grob an. Ein Schlappershirt in einem Bordeauxrot und eine kurze schwarze Hose bedecken meinen Körper. Meine langen dunklen Haare bändige ich mithilfe eines Haargummis in einen Pferdeschwanz.
Mit jeder Stufe die ich nach unten gehe wird der Duft nach einem leckeren Frühstück stärker und umhüllt meine Sinne. Pfannkuchen, Kaffee, Obst und Speck rieche ich. Prompt meldet sich auch mein Magen bei dem Gedanken an das Essen. Unten höre ich meine Kinder lachen, genau dieses Geräusch bringt mich zum lächeln.
Wann war das letzte Mal das ich einen unbeschwerten Morgen hatte? Einfach so wach wurde?
Ich kann es ehrlich nicht sagen, vor der Scheidung, vor der Trennung, vor der Bedrohung. Als wir noch eine schöne, unbeschwerte und intakte Familie waren.
Unten angekommen sehe ich Jake mit einem riesigen Schokomund am Esstisch sitzen. Amber hat irgendeine Art Marmelade um ihre Mundwinkel. Dimitri, wie hätte es anders sein sollen, sitzt bei ihnen und holt aus einer Pfanne einen weiteren Pfannkuchen.
„Guten Morgen Rose.“, begrüßt er mich. Er hat eine unheimliche Art meine Anwesenheit zu spüren, er hat Augen überall. Oder er hat einfach meine Schritte auf der Treppe gehört.
Bei dem Anblick an ein friedliches Leben verschlägt es mir kurz die Sprache. Nur eine Sekunde stelle ich mir vor wie es wäre wenn Dimitri ein fester Bestandteil in meinem Leben wäre. Ich räuspere mich.
„Morgen.“ Beiden Kindern gebe ich einen Kuss auf die Stirn ehe ich mich selbst setze.
„Mami, du musst probieren, das ist sooo lecker.“, schwärmt Amber und hält mir den Rest von ihren Pfannkuchen vor die Nase, es scheint mit einem Art Fruchtaufstrich bestrichen zu sein. Ich nehme das Stück aus ihrer Hand und esse es selbst. Amber hatte recht, es ist wirklich lecker.
„Wo hast du so gelernt zu kochen?“, frage ich Dimitri und während ich auf eine Antwort warte, schlecke ich die Erdbeermarmelade von meinen Fingern ab.
„Meine Mama hat es mir in Russland beigebracht. Ich dachte ich kann auch mal Frühstück machen. Das sind Blinis.“, er lächelt mich dabei an und stellt mir eine Tasse Kaffee und ein Glas Orangensaft auf den Tisch.
„Fantastisch! Das hätte ich jetzt gerne jeden Samstag.“, scherze ich. Meine Kinder bekommen glückliche große Augen, der große Russen hingegen lacht nur. Mein Blick gleitet zur großen Küchenuhr. 8:40. So langsam müsste ich die Kinder fertig machen. Wehmütig schaue ich auf das leckere Frühstück vor mir, jenes, welches leider auf mich warten muss. Unser Frühstückskoch scheint meinen Blick bemerkt zu haben denn er sagt: „Ich kann die Kinder auch fertig machen, dann kannst du Essen.“ Kurz zögere ich.
Es fühlt sich nicht mehr professionell an. Nicht nach: Du bist mein Beschützer und bist still an einer Wand. Aber tat es das für mich je?
Es fühlt sich an als würden zwei Erwachsene Menschen eine Verbindung teilen und zusammenleben. Fast wie eine intakte Familie, wie eine intakte Beziehung.
„Nein alles gut, das ist gar nicht dein Job. Übrigens auch nicht uns zu bekochen. Es ist wirklich nett von dir, aber es geht, Danke.“ Zudem will ich mit meinen Kindern Zeit verbringen bevor ich sie ein ganzes Wochenende nicht mehr sehe. „Ich mache es gerne, aber ich verstehe es.“, sagt er und verschwindet in der Küche.
Ich packe meine Kinder und fange an sie fertig zu machen. Um exakt 9:12 sind die Kleinen fertig, eine kleinen Übernachtungstasche ist gepackt und Adrian wartet schon seit 13 Minuten geduldig unten auf die Kinder. Meinen Exmann begrüße ich mit einer kurzen Umarmung.
„Du riechst gar nicht nach Rauch.“, stelle ich fest und sehe ihn fest in die Augen.
„Nein, das tue ich nicht, ich habe aufgehört. Für die Kinder, Naja und auch ein bisschen für dich.“ erwidert er. Ich finde es toll das er aufhört, wirklich. Ich finde es ebenfalls toll das er es für unsere Kinder tut, aber das andere hingegen.
„Du solltest eigentlich gar nichts mehr wegen mir tun.“
„Ich weiß, aber ich kann die gemeinsamen Jahre auch nicht einfach auslöschen und so tun als gäbe sie nicht. Du bist ein Teil meines Lebens und du wirst es immer sein. Ich werde dich wahrscheinlich nie aufhören zu lieben.“, sagt Adrian. Während Adrians kleiner Ansprache kann ich ihn nicht anschauen, betreten schaue ich zur Seite. Ich liebe ihn auch noch, aber es kann doch nicht mehr funktionieren. Oder?
Ich bleibe Adrian eine Antwort schuldig, Jake rettet mich mit seinem Gequengel wann er endlich seine Affen sehen kann. Kinder, Fluch und Segen zugleich. Nach langem Knuddeln lasse ich meine Kinder mit Adrian gehen. Er wird gut auf sie aufpassen. Ich verabschiede sie an meiner Haustüre und drehe mich um. Dimitri steht im Türrahmen.
„Danke fürs Frühstück machen und fürs Angebot bezüglich den Kindern.“, sage ich nochmal ausdrücklich. Ich hatte die Befürchtung das es vorhin in den falschen Hals gekommen ist.
„Gerne, übrigens dein Handy liegt auf dem Wohnzimmertisch. Ich habe es untersuchen lassen.“, antwortet er. Schon knallt wieder die harte Realität auf mich ein. Bedrohung, Gefahr. Nicht mehr, ich will mich wehren, ich will stark sein.
„Ich frühstücke schnell dann können wir das Training beginnen!“, meine Entschlossenheit hört man deutlich raus.
„Sicher? Das du es noch möchtest, du hast dich gestern übergeben, und dein Arm ist schließlich noch in einem Gips.“, zweifelnd schaut er auf meinen eingegipsten Arm. In blau mit bunten Farben von meinen Kindern bemalt.
„Ja, ich möchte es. Während meiner Schwangerschaft habe ich Monate lang gekotzt und keinen hat es so genau gekümmert. Das wird schon wieder.“, versuche ich scherzhaft alles runter zuspielen. Er schüttelt nur kurz den Kopf bis er mit den Schultern zuckt.
„Wenn du es so willst, gerne.“

Nach einer halben Stunde habe ich ausgiebig gefrühstückt, mich in Trainingsklamotten gezwängt und stehe bereit vor Dimitri.
„Also Genosse, was als erstes?“, frage ich nach.
„Laufen. Wir gehen zum Park in der Nähe und laufen 3 mal die große Runde.“
„Ich will mich verteidigen und nicht dumme Runden um einen Park laufen. Ich dachte du zeigst mir Tritte und Schläge.“ Vorwurfsvoll sehe ich ihn an. Das habe ich mir nicht so vorgestellt.
„Was machst du in Situationen in den du nicht mit Tritten und Schlägen weiter kommst? Du rennst weg. Manchmal ist einer Situation zu entfliehen effektiver als sie mit Gewalt zu beenden. Zudem geht es mit deinem Arm, erstmal sowieso nicht.“ erwidert er. Er hat ja recht, aber ich möchte was tun. Mein Körper brennt vor Tatendrang. Ich will kein Opfer mehr sein.
„Ja okay, lass uns gehen.“

Eine Stunde und 20 Minuten später bin ich schweißgebadet und schwer schnaufend wieder in meinem kleinen Haus angekommen. Jetzt brennt mein Körper nicht mehr vor Tatendrang, sondern vor Erschöpfung. Das Laufen war anstrengender als gedacht. Währenddessen ist mir wieder schlecht geworden, aber noch nicht so schlecht, das ich mich wieder übergeben muss.
Zuhause dusche ich zuerst, dabei bemerke ich wie mehr Haare als gewöhnlich raus gehen, zusammen mit der Übelkeit ist es ungewöhnlich. Es sind wahrscheinlich die Nerven, die Umstände die mich jeden Tag begleiten, die Anspannung. Jesse ist in den letzten Tagen viel aktiver geworden. Mehr Terror, mehr Angst.
Nach dem Duschen ziehe ich mir eine enge Jeans und eine hübsche lockere weiße Bluse an, mein Haar lasse ich dieses mal offen. Nur leicht lege ich Make Up auf. Es wird mal wieder schön sein mit Lissa Zeit zu verbringen, auch wenn das Hauptthema gerade bei ihr Babys sind.
Kurz bevor ich losgehe, bekomme ich eine Nachricht von Adrian, es ist ein kleines Video wie Amber und Jake eine Giraffe füttern. Ganz glücklich grinsen die beiden vor sich hin. Ich freue mich über das Video, trotzdem bin ich ein bisschen wehmütig das wir so was als Familie erst mal nicht mehr machen werden. Oder?
Kann ich für meine Kinder es vielleicht nicht doch noch einmal mit Adrian versuchen?
Das Traurige ist nicht das ich alleine bin, es ist das erleben von tollen Sachen alleine. Kurz bevor Jake in den Kindergarten kam, habe ich mit ihm Töpfchen Training gemacht, ich war sehr stolz als er es dann mal geschafft hat, ich habe mich umgedreht um in das glückliche Gesicht von Adrian zu blicken, das eigentlich immer da war, und es war nicht da. Es sind die kleinen Momente.

Dimitri ist hartnäckig. Er will mich einfach nicht alleine mit Lissa lassen, ist ja auch verständlich, dafür wird er auch bezahlt, aber dennoch. Er hat sich jedoch dazu bereit erklärt Abstand zu halten, uns beide Privatsphäre zu geben.
Ich treffe mich mit Lissa in einem Café in der Innenstadt. Wir quatschen ewig. Sie erzählt mir das sie am Montag einen Termin bei ihren Frauenarzt hat um die zwei kleinen Eindringlinge zu sehn. Christian hat keine Zeit, er besucht seine Tante, und der Termin steht leider schon länger fest als der Ultraschalltermin. Mit hoffnungsvollen Augen fragt sie mich ob ich nicht mitkommen will.
Das erinnert mich an den Tag an dem ich herausgefunden habe das ich mit Amber schwanger bin. Es war absolut nicht geplant. Ich war noch nicht ganz ein Jahr mit Adrian verheiratet, da blieb meine Periode aus. Eigentlich wollten wir drei Jahre warten, reisen, ein bisschen was erleben. Aber als sich der zweite Strich auf dem Drogeriemarktschwangerschaftstest veränderte, von dem Moment veränderte sich auch meine Zukunft. Zudem Zeitpunkt habe ich mit der Pille verhütet, sie auch immer richtig eingenommen, nur einmal, da wurde mir schlecht.
Wer hätte denken können das einmal übergeben mein ganzes Leben verändert?
Am selben Abend habe ich es unter Tränen noch Adrian „gebeichtet“, jedoch hat mich seine Reaktion völlig vom Hocker gehauen.
Er hat sich gefreut.
Ich hatte den Satz noch nicht mal zu ende ausgesprochen, da hatte er schon ein fettes Grinsen im Gesicht. Er rief sofort seine Mutter an die eine bekannte Frauenarztpraxis hatte. Sie selber hat den ersten Ultraschall bei mir durchgeführt, und das obwohl die Praxis schon lange zu war. Das erste mal als ich diese kleine Blase gesehen habe, habe ich mich nicht mehr so gefühlt als würde eine Zukunft über mich zusammenbrachen, sondern eine neue sich aufbauen. Adrian hat dabei meine Hand genommen und sie immer wieder geküsst.
„Ja, ich komme natürlich gerne mit. Wann hast du den Termin den?“, frage ich nach.
„Um 11:30, ich habe ihn extra in eine Mittagszeit gelegt. Wenn du willst stelle ich dich für die Zeit frei, aber so wie ich dich kenne willst du lieber schnell in der Mittagspause gehen oder?“, antwortet meine beste Freundin. Ich bejahe ihre Aussage.

Eine ganze Weile danach waren wir noch einkaufen, Lissa brauchte ja schließlich neue Umstandsmode. Es war fast wie in alten Zeiten, Zeiten in denen wir Collegevorlesungen geschwätzt haben und zusammen shoppen waren. Nur jetzt sind wir komplett andere Menschen. Wir beide haben Familien gegründet. Lissa und Christian sind jetzt schließlich auch schon bald 5 Jahre verheiratet. Da ich heute alleine daheim bin, beschließen Lissa und ich auch noch zusammen zu Abend zu essen, aber Christian wird sich uns anschließen.
Christian und Lissa sind schon seit einer halben Ewigkeit zusammen. Beide haben angefangen miteinander auszugehen als wir alle drei noch auf der High-School waren. Damals haben Christian und ich uns überhaupt nicht verstanden, wir konnten uns auch den Tod nicht ausstehen.
Rückblickend betrachtend war ich vielleicht ein bisschen eifersüchtig weil er mir meine beste Freundin weg nahm, und Christian weil er wusste, er würde nie die gleiche Verbindung mit ihr haben wird, dir wir teilten. Lissa und ich sind quasi zusammen aufgewachsen, wir dachten gleich, verstanden uns blind. Auch wenn wir nicht unbedingt immer die selben Meinungen teilten.
Dimitri war den ganzen Tag respektvoll auf Abstand gewesen, hat sich im Café einen Tisch in der Nähe gesucht.
„Willst du bei uns sitzen während des Essens?“, frage ich ihn jetzt. Es soll ein lockerer Abend werden, da kann er gerne dazu gehören. Er lächelt mich mit einem herzerwärmenden Lächeln an.
„Gerne Rosa.“ Da ist er wieder, dieser Spitzname.
Wir sind gerade auf dem Weg zum Restaurant, wir sehen uns immer noch in die Augen, unmöglich den Blick vom anderen zunehmen. Ein Ruf, einen eigenen artige Verschandlung von Dimitris Namen lässt ihn aufschauen.
„Dimka!“ Gegenüber steht eine schöne Frau, Mitte der Dreißiger. Sie hat lange rabenschwarze Haare mit großen eisblauen Augen, Augen die ich schon so ähnlich mal gesehen habe. Sie stürmt auf den großen Russen zu und reißt ihn in eine dicke Umarmung. Der große Russe selbst scheint jedoch kurz überfordert zu sein ehe er seine Arme auch um sie legt.
„Was machst du hier?“, fragt er, er hatte einen liebevollen Klang in der Stimme, einen Klang den ich so noch nicht gehört habe. Er hörte sich jedoch so ähnlich an wie der Klang, wie wann er von der Heimat oder von seiner Familie in Russland spricht.
„Ich wollte nur kurz was besorgen. Ach wie unhöflich, ich bin Tasha.“ sie reicht mit eine schlanke, helle Hand, jedoch mit einem abschätzigen Blick.
Seine Freundin? Ist sie vielleicht über seinen neuen Dauerauftrag nicht glücklich?
„Ehm Hallo.“ Ich schüttle ihre Hand.
„Ach Lissa, du bist ja auch da!“, bemerkt Tasha und reist auch Lissa in eine herzliche Umarmung. Woher kennt Lissa denn diese Frau?
Ich werde aus den Gedanken gerissen von einen entsetzlich lauten Knall ganz in meiner Nähe.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast