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Another Start

von MSchnurri
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Adrian Ivashkov Dimitri Belikov Rosemarie "Rose" Hathaway Vasilisa "Lissa" Dragomir
16.03.2016
01.09.2019
9
18.722
7
Alle Kapitel
26 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
27.09.2018 2.132
 
Kapitel 8 - Geschichten

Zitat des Kapitels: "Vor einem Jahr war alles anders. Wenn ich jetzt so zurückschaue, merke ich, dass ein Jahr viel mit einem Menschen machen kann." - Aus einem Poetry Slam

Anmerkung:
Ja, es hat wieder eine Weile gedauert, aber ich habe wieder ein Kapitel für euch.
Momentan habe ich eine fetzen Erkältung und hatte davor wegen praktischen Prüfungen keine Zeit leider. (Mit einer 1,2 Bestanden ;) )
Also wenn das Kapitel etwas wirr ist, oder viele Fehler enthält, tut es mir ehrlich leid, aber bin ja doch ein bisschen Angeschlagen.
Nun viel Spaß :)
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In dem Moment kamen mir zwei Möglichkeiten auf wie ich reagieren konnte. In einem Szenario sah ich mich in Ruhe das Handy weglegen. In der Möglichkeit, ignorierte ich die Nachricht, die Gefahr, die Bedrohung, und hoffte das es alles eigentlich nur ein Scherz sei. Im zweiten Szenario hingegen, bekam ich wieder Angst, ich zitterte und lies mich wieder einschüchtern. Lies mich von meiner Angst um meine Kinder und mich wieder in Zäune sperren, die ich eigentlich selbst erschuf. Auch wenn ich keines der beiden Szenarios wünsche, weiß ich gerade keine dritte Möglichkeit, keinen Mittelweg.
Ich schließe die Augen, atme tief durch. Entschlossen lege ich mein immer noch blinkendes Handy auf den Küchentresen. Für jetzt erst mal würde es keine Beachtung bekommen. Es würde mich nicht wieder in meiner eigenen Angst und Panik einsperren. Ein mulmiges, ungutes Gefühl blieb trotzdem.  Kurz war ich bemüht eine normale sowie entspannte Miene aufzusetzen, ob es mir gelang, wusste ich allerdings nicht.
Dimitri stand schon im Flur und versucht die Kinder zu überreden ihre Schuhe anzuziehen. Jake wollte unbedingt seine Stiefel anziehen die Christian zu Weihnachten damals geschenkt hatte, im Hochsommer. Draußen sind es gerade 34° und mein Kind will in Winterklamotten rumlaufen. Mit ein bisschen Überzeugungsarbeit, zugleich einem versprochenen Nachtisch wenn er sein Essen aufessen würde, landeten trotz anderem Verlangen Sandalen ein seinen kleinen Kinderfüßen. Taschen, Körbe und Kinder wurden im Auto verstaut. Ich hatte jetzt schon keine Lust mit ihnen einkaufen zu gehen. Meistens wären meine Kinder ja Engel, trotzt kleiner Reibereien, wie das halt mal so ist, verstanden sie sich auch immer. Bloß beim Einkaufen nicht, da herrschte der klare Futterneid. Jake zog Amber an den Haaren, Amber haute ihn, sie streiten sich um Plätze, machten Theater wegen Sachen die sie nicht bekamen und so weiter.
Bis jetzt waren wir aber noch nicht einmal da. Gerade stieg ich in das Auto ein, hörte ich schon von der Rückbank die Motzerei anfangen.
„Maaaamaaa, Jake hat seinen Arm auf meiner Lehne.“, meckerte Amber.
„Ruhe ihr beiden, benehmt euch.“, sage ich und wende mich dem Auto zu. Mein Arm ,der immer noch in einem Gips verpackt war, beging zu schmerzen. Theoretisch wäre ich auch noch krankgeschrieben gewesen, aber Arbeit gefiel mir. Sie lenkt mich ab.  
Schon wieder polterte es von der Rückbank. Gerade als ich mich umdrehen wollte, ihnen sagen wollte sie sollen sich benehmen, drehte sich Dimitri um.
„Wollt ihr eine Geschichte hören? Es ist eine Gute Geschichte, aber ich kann sie nur erzählen wenn ihr leise seit.“ Dimitri lockte die Kinder in eine von im erzählte Traumwelt. Es gab eine Prinzessin, einen Prinzen, eine böse Königin, einen Drachen und verborgene Schätze. Für eine, sicherlich spontan ausgedachte Geschichte, war sie gut. Er hatte eine beruhigende Stimme und konnte gut erzählen. Dank seinem verdienst war es die ganze Fahrt über ruhig, auch während dem einkaufen.
Dimitri setz sie beide in den Einkaufswagen auf seine Jacke damit sie es bequemer hatten, und erzählte einfach weiter, während ich in ruhe meine Einkaufsliste abarbeitete. Ich glaube ich brauche ihn jetzt immer zum einkaufen, jedenfalls wenn die Kinder dabei sind. Sachen für ein Lunchpaket landen auch in dem Einkaufswagen. Adrian würde die  beiden morgen früh um 9 abholen, ziemlich ungewöhnlich und früh für seine Zeit, um mit ihnen in den Zoo zu gehen. Amber will gerne die Pinguine sehen, wobei sich Jake mehr für die lustigen Affen interessiert. Genauso würden sie bei Adrian übernachten. Es war sein Wochenende. Meins würde aus faulenzen, Haushalt und einen kleinen Shoppingtrip mit Lissa bestehen.
An der Kasse war leider Dimitris Geschichte zu Ende und die Kinder wurden wieder ungehaltener.
„Darf ich die Bonbons haben?“, fragt Jake. Er deutet auf eine bunte Packung auf der grüne und rote Bonbons abgebildet waren mit einer Giraffe und einen Affen der sich um ihren Hals schlang und uns entgegen „winkte“.
„Nein, du sollst sowieso nicht so viele Süßigkeiten naschen. Bei eurem Vater bekommt ihr dieses Wochenende ohnehin wieder genug.“, erwidere ich.
„Aber ich will die auch haben!“, mischte sich Amber mit ein. Immer dieser Grabbelweg bei der Kasse.
Genau dann, in diesem Supermarkt, passierte es mir zum ersten Mal. Ich wusste nicht das es zwar klein Beginnen würde, aber verheerend Enden würde. Zuerst merkte ich ein ungutes Gefühl im Magen, richtige Übelkeit verspürte ich.
„Still, alle beide!“, fauchte ich und hielt mir die Hand vor dem Mund. Mir wurde immer übler. Dimitri sieht mich beunruhigend an.
„Alles in Ordnung Rosa?“, fragte er. Die Übelkeit überwältigte mich so stark, das ich nicht mal dem kleinen süßen Spitznamen bemerkte.
„Passt du kurz auf?“ fragte ich schnell. Ohne seine Antwort abzuwarten quetschte ich mich durch die Menschen die bei dem Kassenband ebenso wie ich warten und trette hinaus auf den kleinen Gang nach den Kassen. Panisch schaute ich mich um. Als  ich mein Objekt der Begierde entdeckte, rannte ich schnell drauf zu.
Kurze Zeit später, erbrach ich meinen ganzen Mageninhalt in einen Mülleimer vor einem Supermarkt. Toll. Kurz überlegte ich ob meine Kinder sicher waren, aber Dimitri wird wohl kaum meine Kinder alleine lassen, und auch wenn es komisch war, ich vertraute ihm in dieser Sache. Dafür war er doch da, meine Kinder zu beschützen. Aus meiner Handtasche, dich ich zum Glück mitgenommen hatte, kramte ich ein Taschentuch hervor und wischte meinen Mund ab. Ich hasse es mich zu übergeben. Gleich danach bekam ich leichte Kopfschmerzen. Schnell gehe ich zurück zu meinen Kindern, so lange will ich es Dimitri dann doch nicht antun.
„Alles in Ordnung Rose?“, fragte er sofort als ich zurück kam. Auch die Kinder schauten mich fragen an. Knapp nickte ich. Zum Glück kam ich gerade rechtzeitig zurück, der halb Einkauf wurde schon eingescannt. Obwohl Dimitri die Lebensmittel in den Taschen und Körben verstaut, schaffte er es mir zwischendurch immer wieder besorgte Blicke zuzuwerfen.
„Alles Okay. Wirklich. Mir wurde nur ein bisschen schlecht.“, versuche ich ihn zu beruhigen. Er erwidert nichts. Ich zahlte den Einkauf und wir machten uns auf dem Weg zum Auto.
Kinder und Einkäufe verstaut, fuhren wir auch schon los. An der ersten Ampel begannen auch schon wieder Jake und Amber. Jake fing das Weinen an weil er seine Bonbons nicht bekommen hatte, Amber beschwerte sich das Jake so laut war, worauf Jake noch mehr das Weinen anfing um Amber zu übertönen. Es war eine endlose Spirale der lauten Geräusche. Diese Schmerzten vermehrt in meinen Kopf.
An einer Roten Ampel drehte ich mich zu den beiden um.
„Jake, es gibt halt nicht immer alles was zu haben möchtest. Jetzt seid bitte ein bisschen leiser meine Engel, Mami hat Kopfweh.“, sage ich und strich Jake über sein kleines Kinderbein. Der Rest der Fahrt war Ruhe.
Aufgrund meines verletzten Armes, trug Dimitri die Einkäufe rein und verstaut sie mit etwas Hilfe auch. Die Kinder sind in ihren Zimmern, Amber hört ein Hörbuch und malte dabei, während Jake mit seinen Lego- Duplo Zügen spielt. Als ich mich für 5 Minuten in das Wohnzimmer setzte, nahm ich einen Schmerztablette. Wieder kam eine leichte Übelkeit, aber dabei blieb es. Sie bleiben leicht. Nach kurzem Füße hoch legen, ging ich in die Küche, unter den Wachsamen Augen des Russen, und fing das Kochen an. Ich würde heute nur was kleines machen. Ich kochte ein paar Nudeln, schnitt Schinken und füllte es in einen Auflaufform. Ich rührte eine Soße an, kippte sie drüber. Bevor das ganze in den Ofen kam bestreute ich noch alles mit Käse. Während ich auf dem Auflauf wartete, unterhielt ich mich am Küchentisch mit Dimitri. Ich hatte mir eine Schorle gemacht, indessen trank Dimitri Kaffee, schwarz, ohne alles. Ich habe gar nicht mehr an die Nachricht und das liegengelassene Handy gedacht, bis es an der Tür Sturm klingelte.
Erschrocken sehe ich den Russen an. Trotzdem erhebe ich mich und ging zur Tür. Bevor ich die Türe öffne schaue ich durch den Türspion und sah Adrian.
Was wollte er denn hier? Ich dachte er würde die Kinder erst morgen früh holen? Verwundert machte ich die Türe auf.
„Rose? Dir geht es gut, den Kindern auch, nicht war?“, er klang leicht panisch. Bevor ich überhaupt irgendwas erwidern konnte nahm er mich fest in den Arm und drückte mich an sich als wäre ich sein Lieblingsteddy, oder sein wertvollster Schatz.
„Ja, äh, was Adrian? Wieso sollte es mir nicht gut gehen? Was machst du hier?“, bombardierte ich ihn mit Fragen.
„Du hast auf keinen meiner Anrufe reagiert. Weder auf das Handy noch auf das Festnetz.“, er klang leicht vorwurfsvoll. Ach, er machte sich etwa Sorgen?
„Ich hatte das Handy nicht dabei und war unterwegs. Nur deswegen musst du nicht sofort vorbei kommen. Du wohnst nicht mehr hier Adrian.“ Wieder führten wir eine Diskussion, wieder im Gang, bei offener Haustüre. Erneut bekam Dimitri alles mit.
„Ich habe mir doch nur Sorgen gemacht um die Menschen dir mir was bedeuten.“, er sah mich bei den Worten traurig an. Vielleicht habe ich zu harsch reagiert. Er hatte ja keine Bösen Absichten. Jedoch kam Adrian in der letzten Zeit schon ziemlich oft unangekündigt einfach hier her.
„Es tut mir leid, trotzdem, in Zukunft müssen wir eine andere Lösung finden. Es ist alles okay. Kommst du morgen um 9?“ Er nickte kurz, wir verabschiedeten uns und er ging.
Er hatte kurz einen Sehen süchtigen Blick nach oben geworfen. Ich kann mir gut vorstellen das Adrian den täglichen Kontakt zu seinen Schätzen schon sehr vermisst. Auch wenn es vielleicht egoistisch von mir war, aber ich musste mich trennen. Ich wollte nicht weiter in einer gescheiterten Ehe mit Streit leben. Ich wollte Frei sein.

Die Eieruhr in der Küche klingelte und riss mich aus meinen nicht so positiven Gedanken. Kurz darauf essen wir alle gemeinsam zu Abend, Jake hatte sein Essen nicht aufgegessen und bekam deswegen auch keinen Nachtisch. Nachdem der Tisch wieder von Geschirr befreit war spielten wir noch einen kleine Runde Kinderlabyrinth. Kurz nach 19 Uhr machte ich die beiden Bett fertig und las jedem eine kleine Geschichte vor. Auch wenn sie vielleicht nicht so schön war, wie die Geschichte von Dimitri von vorhin. Als ich mit vergewisserte das beide schliefen, ginge ich wieder runter und schaue das erste Mal seit der Nachricht wieder auf das Handy.
5 Verpasste Anrufe von Adrian und zwei Nachrichten. Eine Nachricht hatte ich noch von Lissa, die klären wollte ob das morgen mit dem Shoppen auch klappte und schlug 13:30 als Uhrzeit für das Treffen vor.
Meine Kopfschmerzen hatten sich durch die Tabletten nur leicht verringert, und übel war mir auch noch immer. Der große Russe saß wieder im Wohnzimmer vor seinem komischen Cowboybuch.
„Na Genosse? Nichts anderes zu lesen?, frage ich als ich mich neben ihn setzte.
„Ich werde diesen Spitznamen wahrscheinlich nie verstehen.“, lacht er und schüttelt leicht den Kopf. Wortlos reichte ich ihm mein Handy. Er nahm es und schaute mich verständnislos an.
„Darauf kam heute wieder eine Nachricht. Wenn ich sofort was gesagt hätte, hätte ich mich nur in meiner eigenen Angst wieder hochgeschaukelt. Ich brauchte meine eigene Zeit um es zu realisieren.“, erkläre ich. Kurz nickt er.
„Darf ich es haben? Nur bis morgen?“, fragt Dimitri. Jetzt war es an mir zu nicken.
„Und Genosse? Wann fangen wir mit dem Selbstvertreidungstraning an?“ Neugierig sehe ich ihn an. Er war schon verdammt attraktiv. Wenn die Nachricht recht behalten sollte, bin ich nirgends sicher. Also war es für mich logischerweise an der Zeit an meine eigene Sicherheit zu denken.
„Du lässt dich davon nicht abbringen?“, sein Akzent glitt über meine Haut wie eine raue Katzenzunge und verursachte mir Gänsehaut.
„Nein, nicht wirklich.“
„Dann fangen wir morgen an wenn Mr. Ivashkov die Kinder abgeholt hat.“, erklärt er. Er wedelte kurz mit dem Handy in seiner Hand.
„Ich werde das mal Untersuchen gehen.“

Nur eine halbe Stunde später lag ich im Bett. Frisch geduscht und mit meinen Gedanken alleine. Kann nicht einfach alles vorbei sein? Kann nicht alles normal werden?
Vor einem Jahr war ich eine Glückliche Mutter mit einem tollen Ehemann an meiner Seite der zwar seine Macken hatte, aber zu mir hielt. Jetzt war ich alleine, arbeitet wieder und war fast alleinerziehend. Alles zerbrach in meine kleinen schönen Kristallkugel in der ich gelebt hatte, in der alles perfekt gewesen war.
Ich wunderte mich was noch alles kommen würde und versank in einen dunklen traumlosen Schlaf.
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