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Another Start

von MSchnurri
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Adrian Ivashkov Dimitri Belikov Rosemarie "Rose" Hathaway Vasilisa "Lissa" Dragomir
16.03.2016
01.09.2019
9
18.722
7
Alle Kapitel
26 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
05.08.2018 1.774
 
Kapitel 7 - Vorstadt Idylle

Zitat des Kapitels: "Kein Happy End, doch die Zeit mit dir war das schönste Kapitel."

Anmerkung:
Ich hatte ziemlich harte Prüfungen und viel Arbeitsstress, außerdem bin ich wieder Umgezogen. Das alles frisst leider viel Zeit. Zudem hatte ich Probleme mit meinen Schreibprogrammen, ein Teil des Kapitels wurde wieder auf dem Handy getippt, also verzeiht bitte Fehler. :)
Sagt bescheid wenn ihr die Art des Kapitels (Dimitri's Sicht) öfter haben wollt.
Liebe Grüße :)
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Sicht von Dimitri:

Mit einer reibenden Bewegung über das Auge versuche ich den letzten Rest meines “Schlafsandes” aus den Augen zu bekommen. Für mich war es eine ungewöhnlich kurze Nacht. Tasha, eine sehr gute Freundin von mir, hatte gestern mit ihrem Freund Schluss gemacht und brauchte ein bisschen Ablenkung. Diese Ablenkung bestand daraus mit ihr darüber zu reden, außerdem sind wir noch in eine Bar gewandert. Für mich eher unüblicher Weise, hatte ich einen Drink zu viel gehabt. Heute wurde ich dann um 10 Uhr von meinem Arbeitstelefon geweckt, sie hatten einen neuen Auftrag für mich. Es ging um eine dreiköpfige Familie, Mutter und 2 Kinder, die anscheinend von einen ehemaligen Mitarbeiter ihres Mannes, der Auftraggeber, bedroht wurden. Es kamen Nachrichten ein, Briefe, Sachbeschädigung, und Körperverletzung. Vor nicht all zu langer Zeit wurde an dem Auto herum manipuliert, die Fahrzeugfahrerin, die Mutter, wurde dabei leicht verletzt.
Die Daten wurden mir per Mail geschickt, innerhalb von 12 Stunden muss man sich entscheiden ob man den Auftrag annimmt. Speziell in diesem Fall, geht es um eine 24 Stunden Überwachung, selten, und nicht gerne gesehen bei uns. Wir bevorzugen es lieber in Schichten zu Arbeiten. Dennoch, wenn solche Aufträge reinkommen, nehme meistens ich sie an. Ich bin alleinstehend, kinderlos, habe eine billige Wohnung und hier ist keiner, außer ein oder zwei Freunden, sie sich um mich kümmern. Die anderen haben meistens alle eine Familie, da geht eine 24 Stunden Überwachung nur selten.

Ich stehe vor dem Haus in dem ich die nächsten Tage wohnen werde. Es sieht aus wie die klassische Vorstadt Idylle. Ein kleines Familienhaus in einer dezenten Farbe, leichtes Blau, mit einem kleinen Vorgarten der Top gepflegt ist, einem weißen kleinen Lattenzaun, der ebenfalls tadellos aussieht, und einem schönen Steinweg der den Weg zur Haustür angibt. Neben dem Vorstadthaus steht natürlich klassisch eine Garage, passend zum Haus in blau und weiß. Ich öffne die kleine, ebenfalls weiße, Holztüre vom Vorgarten und gehe bis zur Haustür vor.
Mein Bauch grummelt ein bisschen, irgendwie habe ich das Gefühl das dieser Job anders als andere wird. Ob im Guten oder im schlechten weiß ich noch nicht. Ich checke nochmals meine Auftragsbestätigung und rufe mir die Namen ins Gedächtnis die dort angegeben wurden. Menschen neigen dazu einen schneller zu Vertrauen wenn man sie persönlich anspricht. Genau das ist bei diesem Job wichtig. Vertrauen.

Ich drücke die Eisenklingel auf der in einer kusiven Schnörkelschrift der Name Ivashkov eingraviert wurde. Darunter klebt ein kleines Label mit dem Namen Hathaway. Es sieht noch gar nicht so alt und vom Wetter verbraucht aus.
Mir öffnet ein verschmitzt grinsender Mann im Alter von Anfang 30. Ca. in meinem Alter ungefähr. Die Dame neben ihm ist etwas kleiner als er. Ich würde Sie auf Ende 20 schätzen. Aber eins weiß ich sicher.
Sie ist wunderschön. Braune leichte Locken gehen über ihre Schultern, sehen dabei ein bisschen aus wir fließende Seide. Eine schlanke Figur mit den Proportionen an der richtigen Stelle. Ein Arm ist jedoch in einen blauen Unterarmgips eingepackt
Innerlich rufe ich mich zur Ordnung. Es ist ein Job! Sie ist wahrscheinlich verheiratet und ich habe mich bei Ihr um nichts anderes zu kümmern als Ihre Sicherheit.
„Mrs. und Mr. Ivashkov? Ich bin Dimitri Belikov, Sie haben mich für einen Job beauftragt?“, stelle ich mich vor. Als ich sie ein bisschen angeschaut habe, habe ich auch den Ehering an Ihrer Hand gemerkt, den selben den Mr. Ivashkov an der Hand hat.
"Miss Hathaway“, korrigierte mich die kurvige Schönheit. Vielleicht ja doch nicht mehr verheiratet, aber sie hängt noch an ihm. Irgendwie. Es ist wahrscheinlich auch nicht so leicht loszulassen wenn kann noch Kinder zusammen hat.
Ich wusste das der Auftraggeber ein Adrian Ivashkov war, ich aber nur eine Frau und 2 Kinder zu beschützen hatte. Sollte er hier noch wohnen, würde ich mich gezwungen fühlen einen Aufpreis zu verlangen. Mehr Leistung mehr Geld. Geld war mir eigentlich sowieso egal. Ich nicke kurz zur Kenntnisnahme von ihrem anderen Nachnamen.
„Ja, kommen Sie rein.“, sagt Mr Ivashkov. Bevor ich eintreten kann fängt Miss Hathaway dagegen zu reden.
„Waaarte. Nach den ganzen Sachen die uns passiert sind erwartest du, dass ich einfach einen Fremden in mein Haus reinlasse? Er könnte ein Auftragskiller oder ein Axtmörder sein."
Oh nein. Ich will nicht in einen Streit rein geraten. Aber genau das wird es gerade.
„Er will uns nichts Böses. Lege deine stupide Paranoia ab, Rose.“ Rose ist also ihr Vorname? Es ist ein schöner Name, außerdem passt er zu ihr. Eine elegante Blume.
„Dumme Paranoia? Wir wohnen auf einem Berg und es wurden die Bremsleitungen durchschnitten! Ich hätte tot sein können! Die Kinder hätten drin sein können!“ An ihrem Auftreten merk man das sie Feuer hat. Sie steht aufrecht, angespannt. Sie ist sich sicher, sie hat Recht.
„Waren sie aber nicht, obendrein lebst du auch noch.", kontert Mr. Ivashkov.
„Mensch Adrian, nimm die Sache doch mal einmal ernst! Seit 6 Monaten spielst du alles runter. Kannst du nicht einmal-„ Nachdem ich merke das diese Streiterei anscheinend was längeres wird, und ich mich dabei immer unwohler fühle, räuspere ich mich. Beide schauen mich verdutzt an. Ich glaube Sie haben vergessen das hier noch ein völlig Fremder steht. Als Rose es bemerkt steigt ihr die Röte sichtbar ins Gesicht.
„Mr. Belikov, es tut mir sehr leid dass Sie das mit anhören mussten. Kommen Sie doch erstmal rein.“ Gerade als ich die Schuhe ausziehen will, wird mir angeboten die Schuhe anzulassen und wir setzten uns an den Küchentisch.


Gegenwart - Sicht von Rose:

Ich schauen ihn an. Erstmals sehe ich keine Reaktion von ihm. Hinter mir Hupen schon die Autos, ich habe eine grüne Ampelphase verpasst, da ich gespannt auch seine Antwort gewartet habe, und stehe nur wieder vor einer roten Ampel.
"Eh, ich weiß nicht ob es eine Gute Idee ist.", stottert er nun hervor.
"Wenn kein Dimitri und kein Adrian in der Nähe ist, wie soll ich dann meine Kinder irgendwann mal beschützen? Ich möchte wenigstens Basics können." Die Ampel springt auf grün. Dieselmal fahre ich los.
"Es ist mein Job eben genau das nicht passieren zu lassen. Dass sie oder ihre Kinder alleine und schutzlos sind."
"Aber ich würde Nachts besser schlafen können wenn ich es könnte. Alleine für mich. Wenn es um mich und meine Kinder geht, sollen sie meine Kinder beschützen. Dann wäre ich Schutzlos. Ich möchte es gerne lernen. Bitte.", ich bettele beinahe schon fast.
"Ich denke darüber nach", sagt er nur knapp und damit hat sich das Thema erst mal erledigt.

Mein Arbeitstag ist langweilig wie immer. In meiner Pause hole ich mir einen kleinen Salat aus der Kantine und beauftrage einen Glaser unser Küchenfenster auszutauschen. Im Sommer jetzt würde es gehen von den Temperaturen her. Ich muss trotzdem keinen eine freiwillige Eintrittspforte lassen. Nach meiner Pause arbeite ich ein bisschen weiter und schalte meinen Kopf völlig aus.
Nach einem kurzen Schnaufer in meiner Arbeitswut sehe ich auf ein eingerahmtes Familienfoto das auf meinem Schreibtisch steht. Drauf ist Adrian zusehen mit unseren zwei Kindern.
Jake war da gerade ein Jahr alt, deswegen hält Adrian ihn noch auf dem Arm während Amber an sein Bein geklammert da steht. Das Bild wurde bei einem kleinen Familienurlaub geschossen, alle lächeln. Ein bisschen muss ich schmunzeln, wenn ich so darüber nachdenke, ging alles rasend schnell.
Mit 19 habe ich Adrian kennengelernt, und zwei Jahre haben wir schon geheiratet. Amber kam einernhalbjahre später zur Welt.
Jetzt ist alles anders. Mein Leben das ich lange hatte, hat sich geändert. Um den Gedanken zu entfliehen wie alles so aus dem Ruder liefen konnte, stürze ich mich wieder in die Arbeit.
Irgendwann bemerke ich das es 14:07 ist, da es ein Freitag ist, beschließe ich heute mal ein bisschen früher Schluss zu machen und meine Kinder wenige Minuten eher vom Kindergarten abzuholen.
“Na los Genosse, gehen wir.”, sage ich locker stehe dabei auf und nehme meine Tasche gleich an mich.
“Genosse?”, fragt er verdutzt.
“Ja, Genosse. Ich finde der Name passt.”

Die Kinder wollten heute gar nicht vom Kindergarten abgeholt werden. Sie haben sich zusammen im Außenbereich vom Kindergarten in eine Hängematte gerollt, versteckt. Dabei wurde ich streng von einer Erzieherin gefragt ob ich schon den Elternflyer gelesen habe und ob ich was dazu beisteuern möchte. Später habe ich herausgefunden es geht um ein Sommerfest.

Gerade spielen die Kinder draußen im Garten mit einem Ball und ich mache meine restlichen Haushaltsaufgaben. Da der Garten nicht zu erreichen ist, außer von unserem Haus aus, und ich nicht von einem gemeinen Wäschemonster umgebracht werde, habe ich Dimitri gesagt er soll sich mal entspannen. Gerade ist einmal alles sicher. Er hat sich auf das Sofa gesetzt und liest ein Buch. Nach einem kurzen Blick auf das Cover des Buches bemerkte ich das es ein Westernroman ist. Scheußlich.

Nachdem ich ein bisschen die Wohnung geputzt habe, schaue ich nach den Kindern, erinnere sie daran was zu trinken, ehe ich mich gemütlich in die Küche begebe um zu entscheiden was es heute Abend zum Essen gibt. Es gibt nur einen Hacken an der Sache. Der Kühlschrank ist fast komplett leer.
“Wir müssen einkaufen gehen, es ist kaum noch was da.”, sage ich zu Dimitri als ich wieder in Wohnzimmer angekommen war.  Der stumme Russe nickt nur einmal kurz.
Nach einer halben Stunde habe ich mir eine Einkaufliste gemacht, (die ich eh zum Großteil ignorieren werde) und habe es geschafft die Kinder in das Auto zu stecken. So viel brauche ich gar nicht einzukaufen, da ich das Wochenende, das anstehende, wahrscheinlich alleine verbringen werde. Im Auto peile ich einen Supermarkt zum anfahren an. Ich weiß das dieser ein Kinderbereich hat. Dimitri kann kurz auf die Kinder schauen und ich kann in ruhe einkaufen. Vor allem kann ich auch endlich mal wieder mein ungesundes Zeug einkaufen ohne mich als Vorbildfunktion rechtfertigen zu müssen.
Gerade als ich einparke gibt mir ein Ton zu verstehen das eine neue Nachricht reingekommen ist. Beim Aufsteigen lese ich die Nachricht und lasse mich gleich wieder entrüstet auf meinen Fahrersessel sinken. Ich wünschte sie wäre gar nicht erst auf meinem Handy erschienen

>Ihr seid nicht sicher. Ihr seid nirgends sicher.<
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