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Another Start

von MSchnurri
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Adrian Ivashkov Dimitri Belikov Rosemarie "Rose" Hathaway Vasilisa "Lissa" Dragomir
16.03.2016
01.09.2019
9
18.722
7
Alle Kapitel
26 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
13.05.2018 1.622
 
Kapitel 6 - Neue Angst

Zitat des Kapitels: "Wahre Liebe? Mamas Liebe."

Anmerkung:
Ich weiß ein Update ist schon... ewig her. Mehr als 2 Jahre jetzt, wahrscheinlich hätte keiner mehr geglaubt das hier noch was kommt, inklusive mir. Ihr könnt euch bei der Reviewschreiberin bedanken! Ich habe die Review erst gestern gelesen, und mein Laptop ist kaputt, also alles auf dem Handy getippt, verzeiht daher Fehler! Ich bin gerade in der Ausbildung und mit meinem Umzug habe ich auch meinen Schreibplatz verloren, deswegen bin ich nie dazugekommen.
Liebe Grüße :)
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Das Klirren lässt uns beide hochschrecken. Wieder ein magischer Moment der durch ein Ereignis zerstört wurde. Obwohl man behaupten könnte, dass ich mit einem Mann den ich so kurz kenne, gar keine magischen Momente haben kann, oder haben sollte. Doch verwundert es mich wieder ein bisschen, dass wir uns erneut so nah gekommen sind, wieder mit diesem elektrischen pulsierenden Knistern. Laien würden es wahrscheinlich als Sexuelle Energie deuten, aber ich wurde das Gefühl nicht los, dass es mehr war, auch wenn es das nicht sollte.
Der große schwere Russe steht langsam auf. Nur Sekunden nachdem er auf den Beinen ist, schnelle ich nach oben und begebe mich auf die Suche nach der Ursache. Kurz rauscht mir der Gedanke in den Kopf dass ich erst nach den Kindern schauen sollte, jedoch hat es sich so angehört als wäre das Klirren hier unten. Auch wenn es natürlich ein Ablenkungsvermögen sein könnte, den Gedanken lasse ich gleich wieder los, so paranoid wie mich Adrian immer hinstellt bin ich dann doch nicht. Wahrscheinlich war es ein Fenster, es klang danach.
Die Ursache des Geräusches finde ich in der Küche. Der Fliesenboden ist bedeckt von vielen kleinen Scherben die leicht von Mondlicht bestrahlt werden. Selbst jetzt noch hat es angenehme 20° weswegen mich der kleine Lufthauch, der durch das zerschlagen Fenster kommt, mich nicht frieren lässt. Die Scherben, sowie das riesige Loch in meiner Scheibe, wurden von einem braunroten Backstein verursacht. Solange Backsteine keinen eigenen Willen haben, noch weniger Flügel besitzen und einen bösartigen Zerstörungsdrang, ist dieser Backstein nicht durch Zufall genau in meine Küche geflogen. Vorsichtig bücke ich mich, bedacht darauf mich nicht an dem Scherben zu schneiden, und hebe den Backstein auf. Es ist ein Zettel mit einem simplen Haushaltsgummi drumgewickelt. Dimitri der mit sicherlich wachsamen Augen hinter mir steht sagt kein Wort. Kein: 'Das ist ein Beweisstück, lass es liegen.' Kein: 'Fass es nicht an, die Fingerabdrücke!'.
Ein beklemmendes Gefühl macht sich in meiner Brust breit. Es fühlt sich an als würde mir die Galle im Hals stehen und die Luft abschnüren. Ich weiß gar nicht ob ich die Papierbotschaft lesen will. Was ich nicht weiß, kann mich auch nicht beunruhigen. Aber ich sollte sie lesen, alleine schon für meine Sicherheit und die meiner Kinder. Langsam ziehe ich das Papier aus dem Gummi hervor und falte es auf. In blauen Kuli wurden die Worte "Gib dich in acht" draufgekritzelt. Das Blut in meinen Adern gefeiert.
Wieso in der letzten Zeit so viel? Warum ich?
Dimitri hat die Nachricht über meine Schulter mitgelesen und fasst mir jetzt mit einer warmen Hand auf die Schulter. Wahrscheinlich als Unterstützung. "Ist mit Ihnen alles in Ordnung Rose?" Ich bin den Tränen nahe. Ich habe keine Lust mehr auf alles. Keine Lust mehr auf die Angst. Schwach versuche ich zu nicken. Nach einem aufmuntern kurzen Drücker auf die Schulter entfernt er sich von mir. Leise höre ich nur wie er telefoniert.
Alles um mich herum ist verschwommen, zittrig halte ich immer noch die Nachricht in meinen Händen. Es ist kein Erpresserbrief, es sind keine einzeln ausgeschnittenen Buchstaben aus einer Zeitung. Trotzdem macht sie mir Angst.

Eine halbe Stunde später sitze ich an meinem Esstisch mit 2 gähnenden Kindern und einem aufgewühlten Adrian. Dimitri hat ihn angerufen, außerdem auch die Polizei die in meiner Küche Fotos machen. Eine kurze Befragung der Ereignisse hatte ich schon hinter mir.
"Soll ich über Nacht nicht doch lieber hierbleiben?" Adrian streift jetzt nervös um den Essenstisch herum. Er rauft sich die ganze Zeit mit einer Hand durch die Haare, ich bin ja schon froh das er nicht zu seinem Schächtelchen Zigaretten greift. Er hat keine Anzugshose an, eine lockere Jeans und ein weißes Shirt. Trotz des einfachen Erscheinens lässt ihn dieser Look auch gut aussehen, jünger.
"Nein, dafür habe ich ja jetzt einen Sicherheitsmann", antworte ich resigniert.
"Aber das wäre doch die perfekte Gelegenheit es noch einmal zu versuchen." Hoffnung blitzt kurz in seinen Augen auf. Nein, ist es nicht. Bitte nicht vor den Kindern, die Situation ist schon schwer genug für sie.
"Nein Adrian, und ich möchte jetzt auch nicht darüber reden." Ich mag ihn, liebe ihn noch, er kann jederzeit seine Kinder sehen, sollte er dennoch herkommen um mich zu sehen, muss ich ihn leider enttäuschen.
Die Kinder gähnen vor sich hin. Irgendwann sind die wach geworden und mit verschlafenen Augen runtergetapselt. Große Augen haben sie erst bei dem Blaulicht und dem Polizisten gemacht, und sich erstmal geweigert wieder schlafen zu gehen. Jetzt ist die Aufregung vorbei und die Müdigkeit kommt wieder.
"Wollt ihr zwei Schätze nicht wieder ins Bett?", frage ich die beiden. Amer und Jake protestieren erst, irgendwann wurden sie zu müde für den Protest und Adrian hat sie beide ins Bett getragen. Die werden alle zwei Morgen hundemüde sein.

Um 1 Uhr morgens sind dann langsam alle gegangen. Auch Adrian obgleich er regen wiederstand geliefert hatte. Obwohl das Haus jetzt ruhig ist, die Kinder schlafen, die Küche soweit von ihren Scherben beseitigt, schaffe ich es nicht Ruhe zu finden. Das Haus ist leise, aber die Gedanken in meinem Kopf sind so laut.
Ruhelos sitze ich auf dem Sofa das nur vom Mondschein beleuchtet wird. Auf einmal legt sich wieder eine große warme Hand auf meine Schulter. Aufgrund der Plötzlichkeit schrecke ich überrascht hoch, mein Herz schlägt kurz bis zum Hals, es könnte ja sonst wer sein. Es ist jedoch nur Dimitri.
"Alles in Ordnung?", diese Frage er hat mir heute schon einmal gestellt. Seine Stimme ist leise und rau. Dennoch verstrahlt sie eine gewisse Wärme und umhüllt mich wie eine Decke. Kurz nicke ich. Wie vorhin.
Die Gedanken werden immer lauter in meinen Kopf. Meine Angst bekommt immer mehr Überhand. Ich bin schutzlos. Sollte er mich je angreifen, und es sollte kein Adrian oder Dimitri in der Nähe sein, wäre ich nicht in der Lage das Leben meiner Kinder und mein eigenes zu schützen.
Irgendwann wird es zu viel. Vereinzelt kullern mir ein paar Tränen die Wangen herab und ich fange an zu schluchzten. Mein neuer Sicherheitsmann scheint dies auch bemerkt zu haben, leicht nimmt er mich in den Arm, sagt jedoch kein Wort. Und so sitzen wir da, bestimmt eine halbe Stunde, eine halbe Stunde in den ich meinen Kummer, meine Angst und alles andere einfach mal Luft machen konnte.
Einmal hat er ganz leise "Roza" geflüstert. Es war jedoch so leicht, so zart, dass ich mir nicht sicher bin es mir nicht eingebildet zu haben.
Irgendwann lösen wir uns. In der Sekunde in der er mich nicht mehr festhält merke ich das mir seine Wärme fehlt. Wir stehen beide auf, wünschen uns nur eine gute Nacht und gehen beide in unsere Schlafzimmer. Heute schaffe ich es nicht mal mich ins Bad zu schleppen. Von den Ereignissen und dem Weinen erschöpft fange ich tief und fest an zu schlafen.  

Am nächsten Morgen wecken mich ausnahmsweise keine Kinder. Es ist auch nicht der Wecker der mich weckt. Es ist ein zartes Klopfen an meiner Schlafzimmertür.
"Rose? Ich habe Frühstück vorbereitet, wenn es Ihnen nichts ausmacht?"
Noch total verschlafen schaue ich auf meine Digitaluhr auf meinem Nachtschrank. 7:05.
"Äh ja. Ich komme gleich.", antworte ich schnell und zerre mich danach auch aus dem Bett. Nur leicht nehme ich die Schritte war die sich von meiner Schlafzimmertür entfernen. Zuerst gehe ich ins Bad, ziehe meine alten Klamotten aus, wasche mein Gesicht, putze meine Zähne und kämme schnell mein Haar durch ehe ich es eilig zu einem Pferdeschwanz zusammen mache. Aus dem Schlafzimmerschrank hole ich mir frische Unterwäsche, eine bequeme schwarze dreiviertel Hose und ein lappiges Shirt raus. Mich heute Großartig 'rauszuputzen' für die Arbeit oder so habe ich keine Lust und keine Energie.
Als ich runterkomme sitzen beide meiner Kinder in ihren Pyjamas an dem Esstisch.
"Guten Morgen Mama!", rufen beide gleichzeitig und strahlen mich an. Die kleine roten Baus Bäckchen fangen das glänzen an.
"Ich habe Frühstück besorgt", sagt Dimitri und zeigt mit einem Kopfstupser auf den gedeckten Tisch. Es gibt Brötchen, Brezen, Butter, Kaffee, Kakao und andre Sachen.
"Vielen Dank! Das ist wirklich nett von Ihnen. Jedoch nicht ihre Aufgabe."
"Es macht mir nichts aus.", erwidert er und schaut mir dabei aber nicht ins Gesicht. In aller Ruhe frühstücken wir zusammen, die Kinder sind ausnahmsweise mal recht still, wahrscheinlich immer noch müde von letzter Nacht. Eine halbe Stunde später ziehe ich die Kinder an, mache Brote für den Kindergarten, putze Ihnen die Zähne, stecke sie ins Auto und fahre los.
Heute sitzt Dimitri auf dem Beifahrersitz, wahrscheinlich ist es so viel angenehmer als von zwei großen Kindersitzen eingequetscht zu sein. Die beide Plagegeister werden in ihrem Behütungsort abgegeben und schon sitze ich wieder in meinem Auto. Mit Dimitri, diesmal aber alleine.
Ich weiß, ich will kein Opfer mehr sein. Ich weiß auch wie ich das erreichen kann. Also nehme ich meinen ganzen Mut zusammen und frage an einer roten Ampel an meinen großen Wachmann gewandt:
"Ich will mich selbst verteidigen können, habe sie Lust mich zu trainieren?"
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