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Another Start

von MSchnurri
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Adrian Ivashkov Dimitri Belikov Rosemarie "Rose" Hathaway Vasilisa "Lissa" Dragomir
16.03.2016
01.09.2019
9
18.722
7
Alle Kapitel
26 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
27.09.2016 2.199
 
Kapitel 4 - Der Test

Zitat des Kapitels:"Jeder Tag ist ein Test, all die Tränen sind echt und nur die Wahre Liebe mach das Leben perfekt.

Anmerkung:
Würde mich über Reviews und Verbesserungsvorschläge freuen. :)
Wünscht ihr euch vielleicht mal eine andere Sicht?
Liebe Grüße Magda


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Ich gehe vorsichtig die Treppe runter nicht das ich nochmal ausrutsche. Diesmal fängt mich bestimmt kein hinreisender Sicherheitsmann auf.
Ich sehe Adrian schon im Eingang stehen, will ihn begrüßen, huschen zwei kleine Monster an mir vorbei und bringen mich auf der Treppe leicht ins Taumeln. Amber springt auf ihren Daddy zu der sie sofort in den Arm nimmt und fest drückt.
„Hallo Prinzessin. Schönen Tag gehabt?“, fragt Adrian und versucht seiner Tochter ins Gesicht zu sehen. Jake zieht derweil an dem grauen Hosenbein seiner Anzughose.
„Daddy, ich habe heute im Kindergarten einen Zug gebaut. Aus Lego.“, erzählt mein kleiner Mann stolz und versucht die Aufmerksamkeit von seinem Vater zu stehlen. Er verlagert Amber so dass sie mehr auf seiner Hüfte sitzt und sie nur noch mit einem Arm stützen muss, währenddessen nimmt er auch Jake auf seinen Arm.
Es ist schon ein schönes Bild wie Adrian mit beiden Kindern da steht. Beide funkeln ihn mit Staunen an. Er ist schon immer von beiden der große Held gewesen. Er war derjenige der die komischen Spinnen tötete und ebenfalls derjenige der ihre Welt zum Glitzern brachte. Ich wundere mich wie er beide tragen kann, beide sind jetzt nicht mehr die Kleinsten und bringen schon einiges an Gewicht mit.
„Echt? Ist er auch gefahren?“, fragt mein Exmann und greift auf Jakes Aussage auf.
„Ja Daddy. Amber hat mit ihren Puppen gespielt und wir haben sie später in den Zug gesetzt.“ Auch wenn sie sich oft streiten, sind sich die Geschwister eigentlich relativ nah. Nicht jede Spielzusammenkunft geht glimpflich aus.
„Hast du die Puppen auch vorher hübsch gemacht meine Kleine?“ Mit einem Nicken bestätigt Amber.
„Ja, sie müssen ja schön aussehen für ihre Hochzeit.“ Ich stehe immer noch auf der Treppe und betrachte die drei wichtigsten Menschen in meinem Leben. Lissa und andere spielen auch eine wichtige Rolle. Aber niemand wird mir je so wichtig sein wie meine Kinder. Auf dem Essenstisch steht eine Plastiktüte mit Schachteln drin, wahrscheinlich das versprochene Chinaessen. Schließlich entscheide ich mich dafür runter zu gehen.
„Hallo mein kleiner Stern.“, begrüßt mich Adrian und lächelt mich liebevoll an. An dem Abend wo wir uns kennen gelernt hatten, hatte ich ein Shirt an mit einem Sternenmuster. Seit dem habe ich diese Spitznamen.
„Hey Adrian.“ Hinter mir höre ich Schritte, wahrscheinlich Dimitri. Mein Exmann lässt die Kinder runter und sagt ihnen dass sie das Besteck holen sollen. Wir beide entgegen umarmen uns kurz ehe er Dimitri mit einem knappen Nicken begrüßt. Adrian streicht nach der Umarmung mir kurz über die Wange.
„Schön wie eh und je.“ Augenrollen wende ich mich ab. Hatten wir das nicht schon durch?
„Willst du was trinken?“, frage ich während ich schon in die Küche gehe und Gläser hole.
„Ich nehme an das du keinen Drink meinst?“, er versucht spielerisch zu klingen aber meine Miene verhärtet sich. Nicht vor den Kindern.
„Nein, habe ich tatsächlich nicht gemeint.“, meine Stimme klingt hart.
„Saft reicht.“

Wir setzen uns alle hin und beginnen zu essen. Die Kinder erzählen von ihrem Tag und berichten alles Adrian. Interessiert hört er zu und verspeist sein Essen. Immer wieder flackert sein Blick kurz zu mir, auf einmal treten Falten und ein nachdenklicher Ausdruck auf seine Züge.
„Was ist los?“, frage ich kurz und schiebe mir eine Gabel voll mit gebratenen Nudeln in den Mund.
„Du hast ihn abgenommen.“ Er versucht nüchtern und unbeteiligt zu wirken, jedoch merkt man das es ihm gegen den Stricht geht. Natürlich weiß ich sofort was er meint, er meint meinen gestern abgenommenen Ehering.
„Ja, es sind seit der Scheidung 4 Monate vergangen, wir führen zum Teil getrennte Leben.“ Ungern führe ich dieses Gespräch vor unseren Kindern, es kann sein das es sich in einen Streit entwickeln wird. Jedoch nickt er nur langsam und widmet sich wieder seinem Essen.

Nachdem der Essentisch aufgeräumt und abgewischt wurde betteln die Kinder ihren Vater an das sie beide mit ihm einen Film schauen dürfen. Adrian willigt ein, legt eine Kinder DVD in den Spieler ein und legt sich mit den Kindern auf das Sofa. Jede Seite ein kleines Monster. Ein kleines Lächeln huscht über mein Gesicht. Ich weiß, dass die Kinder Adrian vermissen, sie vermissen es ihn jeden Tag zu sehen und ihn auf den Geist gehen zu können.
Da ich den Film schon kenne sowie beschließe dass die Kinder auch mal Zeit mit ihrem Vater alleine verdienen gehe ich hoch, obendrein räume ich die Spielzeuge der Kinder weg und Lüfte in ihren Zimmern.
Ich sammle die Schmutzwäsche ein ehe ich meine runterbringe und eine Maschine anschmeiße und beginne die getrockneten Zahnputzreste meiner Kinder in dem Waschbecken von ihnen weg zu schrubben. Flüchtig gleitet mein Blick auf die Uhr, es ist schon bald acht, der Film müsste bald zu Ende sein. Langsam lasse ich warmes Badewasser ein und achte darauf dass es nicht zu heiß ist, zusätzlich füge ich noch ein bisschen Badefarbe sowie Schaum hinzu. Das wird den Kindern gefallen.
Als ich gerade runter gehe sehe ich den Abspann des Filmes und Jake gähnen auf dem Sofa.
„Adrian kannst du sie Baden? Mit meinem Gips geht das noch nicht so gut. Ruf mich wenn du fertig bist.“, frage ich ihn. Auch er sieht schon müde aus, geschafft von seinen langen Arbeitstag.
„Mach ich doch gerne kleiner Stern. Kommt hoch ihr beiden.“
Amber und Jake liefern sich wieder ein Wettrennen in das Badezimmer.
„Hab ich nicht gesagt dass wir im Haus nicht rennen?“, ruf ich ihnen nach. Kurz seufze ich resigniert. Sie werden es doch immer noch tun, egal wie oft ich es sage.
„Sorge bitte dafür dass sie Zähne putzen, ich hab dir Handtücher rausgelegt und ihre Schlafsachen liegen in der Ablage.“ Adrian nickt kurz und beginnt sich auf den Weg zu den Kindern zu machen.
Nachdem ich mir ein Glas Wasser in der Küche geholt habe setze ich mich auf das Sofa und checke mein Handy. Ich habe eine Nachricht von Lissa.
„Samstag shoppen?“
Adrian müsste dieses Wochenende die Kinder haben, weswegen ich Lissa eine kurze Nachricht schreibe das es klar geht. Ich lehne mich zurück, schalte den Fernseher an, dazu lege ich die Füße hoch. Aus meinen Augenwinkel bemerke ich, dass Dimitri in einen Schatten immer noch an der Wand steht.
„Sie können sich setzen. Wollen Sie irgendwas bestimmten sehen?“ Nach einem kurzen Kopfschütteln des schweigsamen Russen schalte ich einen Nachrichten Kanal ein.
Von oben höre ich Kinderlachen. „Nein Daddy, das kitzelt.“ Amber.
Im Fernseher flackert ein kleiner Bericht über ein russisches Dorf auf. Die gezeigte Frau hat die größte Katzenfarm in ganz Russland.
„Vermissen Sie es? Russland, Ihr Zuhause?“, frage ich einfühlsam und schaue zu der schemenhaften Gestalt.
„Natürlich. Meine Mutter macht sich jeden Tag unglaubliche Sorgen. Aber sie ist auch froh das es mir gut geht und ich meinen eigenen Weg gehe.“ In seiner Stimme schwingt Verlangen mit, Sehnsucht.
„Es muss doch dort unglaublich Kalt sein dort? Ich stelle es mir als eine gigantische Eislandschaft vor.“, lache ich und versuche die Stimmung zu verbessern. Eine kleine Andeutung eines Lächelns huscht über seine Züge, allerdings verschwindet es genauso schnell wie es wieder kam.
„Nein, keine gigantische Eislatten. Es ist in manchen Monaten sogar sehr warm. Ungefähr so wie hier in Montana.“ Gerade als ich wieder was erwidern will, unterbringt mich die Stimme von Adrian die meinen Namen ruft.
„Ich komme.“ Oben stehen zwei in Pyjamas angezogene kleine müde Engel.
„Kann mich Daddy ins Bett bringen?“, fragt Jake und schaut mit hoffnungsvollen Augen seinen Vater an.
„Klar kleine Mann.“, sagt Adrian bevor er ihn hoch nimmt. Amber und ich sagen gute Nacht und ich küsse Jake auf die Stirn bevor ich mit Amber in ihrem Zimmer verschwinde. Sie krabbelt in das Bett, macht ihr Nachtlicht an.
„Was möchtest du heute hören?“
„Kannst du mit die Schöne und das Biest vorlesen, Mama?“, fragt Amber. Ich schnappe mir das Märchenbuch, decke meine Tochter zu und setze mich auf ihre Bettkannte. Gerade schlag ich das Buch auf als mich Amber auch schon mit ihrer nächsten Frage unterbricht.
„Mami?“
„Ja?“
„Wirst du sterben?“, ihre Stimme trieft vor Angst und Traurigkeit. Diese Frage wirft mich aus dem Konzept. Wie kommt sie darauf?
„Nicht bevor ich ganz ganz alt bin. Da sind du und dein Bruder schon lange Erwachsen. Aber so schnell werdet ihr mich nicht los.“, lächle ich und streiche ihr über die Harre und die Wange.
„Gut. Es ist nur so, warum ist dann immer dieser komische Mann da? Er ist riesig, und er macht mir ein bisschen Angst.“ Sie hat Angst vor Dimitri?
„Der Mann ist ganz nett, du wirst schon sehn. Er ist hier um uns zu schützen.“
„Wovor brauchen wir denn Schutz?“ Verdammt. Genau diese Frage wollte ich vermeiden.
„Gar nichts Schatz. Nur falls mal was passieren sollte haben wir Dimitri da. Du brauchst seine Angst vor ihm zu haben.“ Kurz nickt sie und ich gebe ihr einen Kuss auf die Stirn bevor ich anfange vorzulesen. An ihrem gleichmäßigen Atmen merke ich das sie irgendwann eingeschlafen ist. Ich klappe das Buch zu, lege es auf ihren Nachtschrank und gehe leise aus ihrem Zimmer. Im Gang steht Adrian der anscheinend auf mich zu warten scheint.
„Alles in Ordnung?“, fragt er mich und zieht die Augenbrauen zusammen. Kurz nicke ich.
„Bei dir?“ Auch von ihm ein Nicken.
„Kleiner Stern, es tut mir leid. Alles. Ich hätte dich damals ernst nehmen sollen. Dann wäre das zwischen uns vielleicht nicht so geendet. Du musst wissen das ich dich und die Kindern noch über alles liebe.“ Erklärt mir mein Exmann. Verblüfft über seinen plötzlichen Sinneswandel. Vor ein paar Tagen habe ich noch übertrieben.
„Ich weiß Adrian. Aber wer weiß, vielleicht wäre es auch so irgendwann mal zu Ende gegangen.“
„Vielleicht.“ Er wirkt abwesend, weit entfernt mit den Gedanken. „Ich geh mal lieber nach Hause.“ Nachdem ich ihn nach unten begleitet habe, mich für das Essen bedank dazu auch ihn verabschiedet habe, gehe ich in das Wohnzimmer. Auf dem Sofa sitzt immer noch Dimitri.
„Ich weiß sie sind eigentlich keine Nanny, aber ich würde gerne Laufen gehen, Joggen. Aber ich würde ungerne die Kinder komplett alleine lassen. Würden sie vielleicht eine halbe Stunde oder so auf die Kinder schauen?“, frage ich Dmitri.
„Ja, ich würde auf die Kinder aufpassen aber Sie werden nicht alleine zu dieser Uhrzeit joggen gehen. Entweder ich gehe mit oder Sie gehen nicht joggen.“ Mit geöffnetem Mund schaue ich ihn. Wie kann er?
„Entschuldigung? Ich bin eine erwachsene Frau! Ich kann entscheiden was ich mache oder nicht.“, fauche ich ihn an, um einen leisen Ton bemüht.
„Ich bin engagiert worden um für ihre Sicherheit zu sorgen, es ist bereits dunkel draußen. Es ist nicht sicher. Entweder ich gehe mit oder Sie lassen es.“, er klingt strengt, Autoritär. So wie ich wenn ich versuche meinen Kinder ein schlechtes Gewissen zu machen weil sie was falsch gemacht haben. Und genau darum geht es hier. Ich kann meine Kinder nicht einfach so zuhause alleine lassen, auch wenn sie schlafen.
„Sicherheit, hier zu hause. Nicht das Sie mir wir ein verlorenes Hündchen überall hin folgen müssen. Ich bin in der Lage auf mich selbst zu achten.“
„Ach ja? Sichertet heißt nicht in diesem Haus sondern überall wohin Sie gehen. Lassen sie mich es Ihnen beweisen. Einen Test. Wenn Sie ihn bestehen, können Sie gehen, dazu passe ich solange auf die Kinder auf.“
„Oke. Welche Art von Test?“
„Wir machen das Licht aus und ich werde Sie angreifen. Wenn Sie es schaffen mich innerhalb von 1 Minute auf den Boden zu drücken haben Sie bestanden.“
Wie schwer kann das schon werden? Also stimme ich zu, er geht zum Lichtschalter und macht das ganze Wohnzimmer dunkel.
Auf einmal fällt mir wieder Ambers Bemerkung ein. Auch wenn er etwas harscher gesprochen hat, habe ich mich keine Sekunde in seiner Nähe unwohl gefühlt.
Plötzlich ohne direkte Orientierung, das einzige Licht ist das was von Mond durch die großen Panoramafenster scheint. Auf einmal werde ich von hinten gepackt, meine Hände auf den Rücken gedrückt und festgehalten, er hat sich geräuschlos bewegt, kommen sehen konnte ich ihn erst recht nicht. Ich versuche mich frei zu winden, erfolglos. Weiter versuche ich es mit Tritten gegen die Schienbeine, ebenfalls erfolglos. Überraschend ist von einer Sekunde auf den anderen der Boden unter meinen Füßen weg und ich schlage hart auf den Boden auf, ein Knie drückt sich in meinen Rücken und hält mich auf den Boden fest. Mir müssen die Füße weggezogen worden sein. Verzweifelt versuche ich wieder mich frei zu rütteln, aber sein Gewicht ist zu viel. Meine Arme bekomme ich nicht aus seinem festen Griff und meine Beine erreichen keinen nennenswerten Punkt.
„Gescheitert.“, flüstert mir eine tiefe Stimme in mein Ohr. Dieser tiefe Klang, sowie das wirklich gutriechende Aftershave das er anscheinend aufgetragen hat, vernebeln meine Sinne.
Er lässt locker, ich drehe mich um damit ich ihn besser ansehen kann. Er ist mir so nah. Leicht kann ich seinen warmen Atem auf meinem Gesicht spüren.
Ein lautes Klirren unterbricht diesen schönen Moment.
Was ist jetzt los?
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