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Another Start

von MSchnurri
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Adrian Ivashkov Dimitri Belikov Rosemarie "Rose" Hathaway Vasilisa "Lissa" Dragomir
16.03.2016
01.09.2019
9
18.722
7
Alle Kapitel
26 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
22.09.2016 2.153
 
Kapitel 4 - Zerquetschte Russen

Zitat des Kapitels: "Es ist nicht leicht ein kaltes Herz wieder aufzuwärmen."
Anmerkung:
Ich hoffe die Gesichte gefällt euch. :) Würde mich über Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge freuen .
Liebe Grüße Magda. :)


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Mit einem Schwung öffne ich die Haustür, nur um eine Sekunde später von Lissa in eine stürmische Umarmung gerissen zu werden. Mit ihrer typischen freundlichen Weise entlockt Sie mir ein Lächeln auf meinen Lippen, obwohl meine Sorgen wie eine dunkle Wolke in meinem Kopf rumschwirren muntert sie mich mit ihrer optimistischen Art auf. Nach einem festen Drücker ließ sie endlich von mir ab und blickte mir mit einem Lächeln in meine Augen.
"Wie geht's den Kleinen?", das Glitzern in den Augen das Sie immer bekommt wenn Sie über Amber und Jake spricht.
„Denen geht’s gut. Die haben die Mama heute schon früh geweckt.“, lache ich. Lissa weiß das ich ein Morgenmuffel bin. Wir sind beste Freundinnen seit Kindheitstagen an und hatten am College uns eine Wohnung geteilt. Jetzt wohnt sie mit ihrem Mann Christian zusammen.
„Bessere Frage ist: Wie geht’s deinen Kleinen?“, füge ich hinzu und deute leicht auf Lissas gewölbten Bauch. Nach langen Versuchen sind Sie und Christian schwanger geworden, und weil sie es so lange versucht haben dachte Gott, dass er Lissa gleich Zwillinge als Entschädigung schenken sollte.
„Schwer. Ich gehe auseinander wie ein Hefeteig.“, ein kleines Lächeln kann sich meine beste Freundin nicht verkneifen. Sie müsste jetzt bereits schon im 5 Monat sein.
„Willst du was trinken?“, frage ich höflich als Lissa sich die Schuhe von den Füßen streift.
„Ein Saft wäre gut. Mein Blutzucker ist wieder im Keller. Ich hab ständig Hunger! Du bist nicht an dein Handy gegangen.“
„Oh.“, bemerke ich. „Ich hab gestern einen Anruf bekommen, von dem Angreifer, der neue Sicherheitsmann wollte ihn untersuchen. Er hat gerade mein Handy.“, ich versuche die Erklärung beiläufig klingen zu lassen, uninteressant.
Ich weiß, dass sich meine beste Freundin Sorgen um mich macht, aber genau das kann sie jetzt kaum gebrauchen. Sie muss sich um ihre Kinder kümmern die in ihrem Bauch heranwachsen.
„Warte. Anruf? Sicherheitsmann? Rose von was redest du?“, sie klingt bestürzt.
„Adrian hat gestern beschlossen den Kindern und mir einen Sicherheitsmann an die Seite zu stellen. Mein ständiges gemeckere hat ihn anscheinend genervt. Gestern Abend habe ich einen Anruf bekommen. Er hat gesagt das es nicht vorbei sei.“ Lissa legt mir eine Hand auf den Oberarm.
„Wie geht’s dir damit? Wie geht’s deiner Hand?“ Ihr führsorglicher Blick berührt mich.
„Gut Lis, Alles gut.“ Mein Versuch Sie zu beruhigen hat anscheinend nur wenig Erfolg. Ihre Stirn liegt immer noch in Falten.
Kaum tritt sie durch die Tür schrecken zwei kleine Kinderköpfe hoch und starren sie mit grünen Augen an. „Tante Lissi!“, brüllen beide und stürmen auf ihre schwangere Patentante zu. Mit einem Lachen gehe ich in die Küche und schenke Lissa Saft in ein Glas ein.
„Hunger?“, rufe ich in den Eingangsbereich.
„Ja schon, aber ich treffe mich gleich  mit Christian zum Brunchen.“, antwortet Lissa. Dimitri sitzt immer noch still am vollbeladenen Frühstückstisch. Die Kinder sind mit ihrer Patentante mittlerweile ins Wohnzimmer gewandert und reden munter auf dem Sofa auf Sie ein. Nachdem ich Ihr den Saft hingestellt habe fange ich an den Frühstückstisch abzuräumen. Überraschend hilft mir Dimitri.
„Sie müssen nicht helfen. Sie sind Sicherheitsmann, keine Haushaltshilfe.“, lächle ich leicht. Nachdem ich kurz auf die Uhr geschaut habe bemerke ich dass ich die kleinen bald in den Kindergarten fahren muss.
„Das ist kein Problem, außerdem esse ich ja mit.“, erklärt er mir und die tiefe Stimme, mit dem verführerischen russischen Akzent, kribbelt meine Wirbelsäule hinab.
„Ist das Vasilisa Dragomir?“, fragt Dimitri nach einer Weile.
Nach einem kleinen Nicken beginne ich zu sprechen: „Ja, wir sind schon seit wir denken könne miteinander befreundet. Wir waren zusammen auf dem College und ich arbeite in ihrer Firma. Sie will mir helfen, jetzt wo ich von Adrian geschieden bin, außerdem hat Sie mir den Job angeboten.“
"Sie scheint nett zu sein.“
„Sie ist ein kleiner Sonnenschein. Will jedem helfen wo es ihr möglich ist.“ Lissa ist einer dieser herzensguter Menschen. Man könnte sich fast Schlecht neben ihr fühlen.
„Danke für die Hilfe.“, nuschle ich leise als ich den letzten Teller in den Geschirrspüler räume.
„Lissa, ich muss die Kiddies weg bringen. Kommst du mit in die Firma?“ Nach einem Nicken macht sich jeder fertig.
„Können wir nicht zuhause bleiben und mit Lissi spielen?“, fragt Jake.
„Lissa muss auch arbeiten kleiner Mann.“, bemerke ich und streiche ihn über seine dunkle Haarpracht.
„Ach menno.“

Das Bild was sich mir in meinem Rückspiegel bietet ist so komisch, das ich jedes Mal  wenn ich nach hinten schaue, ein Lachen unterdrücken muss.
Mein Auto ist eigentlich ein gutes sicheres Auto. Normaler Größe. Für mich und meine Kinder langt es völlig. Es reicht auch um noch eine weitere Person auf dem Beifahrersitzt zu platzieren. Aber da gerade der riesige Russe und meine beste Freundin noch mit fahren, muss sich eine Person noch auf die Rückbank zwischen zwei große Kindersitze quetschen. Und da Lissa schwanger ist, hat sich der neue Sicherheitsmann dazu bereit erklärt sich einquetschen zu lassen. So ganz bequem sieht das nicht aus.
„Es tut mir wirklich leid, dass es für die so unkomfortabel sein muss.“, bemerkt Lissa und ein kleiner Schatten von wirklichem Bedauern erscheint auf ihrem Gesicht.
„Das ist doch kein Problem.“, bekommt sie als Antwort bevor ich eine scharfe Kurve nehme und ein unterdrücktes Stöhnen aus seiner Richtung kommt.
Um ehrlich zu sein klingt es heiß. Ich kann mir gut vorstellen, dass er dieses unterdrückte Stöhnen auch in einer anderen Situation wiedergibt. Meine Gute was denke ich hier?! Konzentriere dich Hathaway!

Zuerst werden die Kinder in dem Kindergarten abgeliefert. Kaum berühren ihre Füße mit Hausschuhen den Boden rennen sie zu ihren Freunden. Bei einer Betreuerin melde ich die Beiden an, verabschiede mich von meinen kleinen Monstern und fahre weiter zu Lissas Firma.
Dragomir Enterprises. Ein riesiges Dachen Emblem schmück das moderne graue Gebäude neben einer roten Firmenschrift. Sie hat die Firma von ihren Vater geerbt. Ursprünglich war geplant das André, Lissas älterer Bruder, einmal die Firma übernimmt, jedoch waren wir alle in einen Autounfall verwickelt wobei ihre beiden Eltern und ihre Bruder starben. Selbst Lissa und ich sind knapp vor dem Tot entkommen.
Jetzt, in ihrem Schwangerenzustand, arbeitet sie nicht mehr so viel und hat einen Vorstand bestimmt, aber ab und zu mal nach dem Rechten sehen muss sie trotzdem.
„Wie läuft das eigentlich während der Arbeit ab?“, frage ich an Dimitri gewandt.
„Ich werde an einer Wand stehen, das Gelände sichern und warten bis Sie fertig sind.“ Das klingt… ganz schön langweilig.
„Wird es Ihnen nicht irgendwann zu langweilig andere Leute zu bewachen?“, frage ich gerade heraus.
„Rose!“, stößt Lissa aus.
„Was? Mir wäre es zu dumm den ganzen Tag an einer Wand zu stehen und in der Gegend rum zu schauen.“, gebe ich ehrlich zu.
„Der Mann sorgt für deine Sicherheit. Sei nicht so unhöflich.“ Ich nicke. Irgendwo hat sie Recht. Aber es ist auch wirklich langweilig.
„Um ihre Frage zu beantworten: Nein, es wird mir  nicht zu langweilig. Es ist das was ich gerne tue. Leute in Sicherheit wissen.“

Müde reibe ich mir meine Schläfen. Lissa wurde eigentlich fast direkt von Christian abgeholt. Seit dem arbeite ich an diesen Kostenvoranschlag. Irgendwas passt nicht zusammen, aber das fehlende Puzzelteil fehlt mir. Mein harter Bürostuhl lässt langsam meinen Hintern schmerzen. Ich bin in einem typischen Großraumbüro. Lissa wollte mir einen anderen Job verschaffen, einen hübscheren. Jedoch habe ich ihr versichert dass dieser es völlig tut. Ich beschließe mir Koffein zum Denken zu holen, ein Kaffee wird mich bestimmt wacher und denkfähiger machen. Bevor ich meinen Weg zu der Kaffeemaschine einschlage, führt mich mein Weg zu dem Russischen Steinblock der stumm in seinem Staubmantel an einer Wand steht.
„Wollen Sie auch einen Kaffee?“ Ein nettes Lächeln das mich veranlasst kurz zu vergessen wie man atmet, breitet sich auf seine Züge aus.
„Das wäre sehr lieb, Danke.“ Als ich mich wieder gefangen habe gehe ich zur Kaffeemaschine. Er hat ein schönes Lächeln. Es ist warm und verursacht irgendwas in mir drin, er sollte öfters lächeln. Ich befülle zwei Tassen mit der dunklen Flüssigkeit und gehe zurück, gebe Dimitri die Tasse, und setze mich wieder an meinen Arbeitsplatz.

Pünktlich um 14:30 stelle ich meinen Arbeitscomputer ab und sammle  meine Sachen ein. Handy, Schlüssel, komischer Sicherheitsmann, Handtasche, alles da.
„Und tut Ihre Beine schon vom Stehen weh?“, necke ich Dimitri als wir im Aufzug stehen. Ich hätte niemals die Selbstbeherrschung mich da ewig stumm an eine Wand zu stellen.
„Nein, ich glaube es ist Gewohnheitssache.“ Wir setzen uns in mein Auto wobei Dimitri diesmal auf meinen Beifahrersitz platz nimmt, viel gemütlicher als hinten so eingequetscht nehme ich mal an.
Während der Fahrt führen wir belanglosen Smalltalk. Dabei erfahre ich das er 3 Geschwister hat und verschiedene Karategürtel. Ohne Zweifel zu haben glaube ich, dass mich Dimitri wirklich beschützen könnte wenn es drauf ankommt. Als ich in die Parklücke fahre und den Motor abstelle gibt mir Dimitri mit mein Handy wieder. Ich hatte es ihn gestern Abend gegeben wegen dem Anruf von Jesse. Nachdem ich es entsperrt habe sehe ich das ich mehrere verpasste Anrufe von Lissa und Adrian habe.
Zudem noch eine nicht gelesene Nachricht: „Bin sicher zuhause angekommen. Ich hoffe du und Mr. Belikov kommen gut miteinander aus. Rose, lass uns bitte nicht immer streiten. Ich komme morgen zum Abendessen vorbei, bring Chinaessen mit. –Adrian.“
Mein lautes Seufzen scheint Dimitri zu animieren.
„Noch ein Anruf von dem Angreifer?“, seine Stirn legt sich bei den angespannten Worten in Falten.
„Nein, Adrian. Er kommt heute vorbei.“
Ich trete gerade in den Kindergarten ein als schon zwei kleine Naturgewalten für sich auf mich zugestürmt kommen.
„MAMI“, kreischen beide und klammern sich an meine Beine. Beiden streiche ich über den Kopf.
„Hey ihr Kleinen. Alles gut? Ab nach Hause.“ Jake und Amber nicken und ziehen sich um. Derweil gehe ich zu einer Betreuerin um die beiden abzumelden. Von ihr bekomme ich einen kleinen Zettel in die Hand gedrückt der den Aufschrift „Eltern-Flyer“ trägt.  
Zuhause angekommen setze ich die beiden vor ihre Spielzeuge in ihren Kinderzimmern und suche Putzutensilien raus. Ich fange mit dem obersten Stockwerk an. Mein Bad, mein Schlafzimmer, die Abstellkammer und das Gästezimmer. Bevor ich jedoch in dem Gästezimmer sauber machen will gehe ich runter zu Mienen Kindern wo auch Dimitri steht.
„Ich würde im Gästezimmer gerne einmal sauber machen und durchwischen. Ist das in Ordnung?“, frage ich unsicher. Schließlich wohnt er vorrübergehend in dem Zimmer.  
„Ja, ich komme mit Ihnen.“ Unwillkürlich frage ich mich ob er irgendwas zu verstecken hat, oder er nur sicher gehen will, dass ich nicht in seinen Sachen rumschnüffle.
Als ich das Zimmer betrete muss ich feststellen dass es ordentlich ist. Das Bett ist gemacht, ein offener Seesack liegt auf einer Kommode und Schuhe stehen vor dem Kleiderschrank, sorgfältig aneinander gestellt. Während ich durchwische betreiben wir wieder Smalltalk. Diesmal bin ich es jedoch nicht die Ausfragt.
„Sind Sie in Montana geboren?“, fragt Dimitri der wieder stur an einer Wand steht.
„Ja, aber ich bin einige Zeit weggezogen. Adrian wollte hier wieder her ziehen und seit dem wohnen wir hier. Unser erstes Ehejahr haben wir in einem kleinen Haus in Florida verbracht.“
„Wie haben sie Ihren Exmann kennengelernt?“
„Wie waren auf einer Party in einem Club. Jedoch wurde mir von der schlechten Luft irgendwann schummrig weswegen ich raus bin und dort einen Mann an der Wand gelehnt sah, noch dazu rauchte er. Ich habe mich an dem Tag fürchterlich mit meiner Mutter gestritten, rückblickend betrachtet war ich anscheinend immer noch geladen. Wütend hatte ich ihn angepflaumt das er mit seiner Räucherei nicht nur ihm selbst schade, sondern auch noch der Umwelt und Personen in seinen Umfeld. Später sagte er mir das er mein Temperament schätzte sowie meine Ehrlichkeit. Seine Freunde missbilligten zwar seine Rauchgewohnheiten, sagten jedoch nie was. Wir trafen uns danach in einen Café und redeten noch ewig. Es war eine schöne Nacht. Irgendwann haben wir angefangen uns zu Daten.“
Wir redeten noch eine Weile. Gerade putze ich in der Nähe von Dimitri als ich auf einmal ausrutschte. Innerlich bereitete ich mich schon auf das harte aufkommen auf den Boden vor, nur das es nie kam. Zwei warme starke Arme haben sich um mich geschlungen und halten mich von dem Aufprall auf den Boden ab. Den Geruch, den ich bei Dimitri schon einmal wahrgenommen habe, prasselt deutlicher auf mich ein und schüchtern schaue ich nach oben.
„Danke.“, flüstere ich einmal nach einem schweren Schlucken meinerseits. Es knistert. Die Luft, von einer unbekannten Elektrizität geladen, knistert formlich.
„Rose, ich bin da!“, ruft Adrian obendrein ertönt der dumpfe Ton einer zufallenden Tür. Der störrische Russe lässt mich augenblicklich los, meidet meinen Blick.
Nachdem ich einmal tief Durchgeatmet habe mache ich mich auf den Weg zu meinen, schöne Momente unterbrechenden, Exehemann.
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